Ein lang gehegter Traum erfüllt!

Schon seit einige Jahren träume ich davon, einmal ein Nikkor 1.4/35 zu besitzen. Bereits als ich noch mit Canon (EOS 350D, 40D, 5D) fotografierte und Nikkore an die EOS-DSLRS adaptierte, war dieses Objektiv eine „Traumlinse“. Mich hat allerdings bisher immer der sehr hohe Preis davon abgehalten. Dieses 35er ist ein ähnlich legendäres Objektiv wie ein Leica Summilux-R 1.4/50 oder das extrem über-pushte Meyer Trioplan 2.8/100 (das mir noch nie gefallen hat).
Die Meinungen zum Nikkor 1.4/35 – und ich schreibe hier vom manuellen AI(S)-Modell – gehen im Netz weit auseinander. Einige sind total begeistert, andere (so zum Beispiel auch der berüchtigte Ken Rockwell) finden es nicht wirklich gut, da es bei Offenblende sehr viele Abbildungsfehler zeige.
Nun, wenn ich ein 35mm-Weitwinkel bei Blende f/1.4 nutze, dann erwarte ich nicht die gleiche Leistung wie bei Blende f/2.8. Es mag ja sein, dass die allerneuesten 35er das können, doch deren Preise verschaffen mir ohnehin nur Albträume.

Ich wollte also das „Risiko“ eingehen und hielt schon seit Jahren die Augen offen. Doch die Preise schienen utopisch. Wenn mal eines für unter €500,- angeboten wurde, dann was das meist ein recht abgegriffenes Exemplar. Kürzlich jedoch fand ich ein faires Angebot, deutlich günstiger als die Mondpreise bei €BAY und dennoch absolut neuwertig. Nun, was soll ich noch lange reden, ich „schlug zu“:

Nikkor AI-S 1.4/35 an der Nikon Df (Foto: Sony Xperia Z3)
Nikkor AI-S 1.4/35 an der Nikon Df (Foto: Sony Xperia Z3)

Noch steckt die HN-2 Streulichtblende am Objektiv, doch die „richtige“ HN-3 ist bereits bestellt. 😉

Und nun? Hat Rockwell recht oder haben es die „Fan-Boys“? Natürlich gibt es Aberrationen bei Offenblende, doch die sind zum einen relativ schnell beseitigt und zum anderen ohnehin auf „echten Fotos“ kaum mehr wahrnehmbar. Ich stehe also absolut auf der Seite der „Fan-Boys“, denn ich finde dieses 1.4/35 richtig klasse!

Es gehört nun definitiv zu meinem „Small Bag“-Set:

smallbag1
Nikon Df mit Nikkor AI-S 1.4/35, Sigma EX 1.8/20, Nikkor AI-S 1.4/50, Nikkor AF 1.8/85 D, LensBaby 2.0, Filter, Karten, Leica C2 mit SW-Film, Tischstativ (Foto- Xperia Z3)

Ein geniales Set, das in meine wirklich kompakte Kalahari Tasche passt und das die wichtigsten Brennweiten bei toller Leistung abdeckt.

Damit der geneigte Leser nun auch einen Eindruck vom Abbildungscharakter des Objektivs bekommt, hier ein paar Fotos:

Zwei Aufnahmen bei Offenblende (f/1.4) >

1435a 1435b

Dann das gleiche Motiv, einmal bei f/1.4 und einmal bei f/2.8 >

1435d 1435c

Und schließlich Landschaftsaufnahmen bei Blende f/5.6 >

1435f 1435e

 

„Herz, was willst du mehr?“

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P.S.: Ergänzend noch zwei Links zum Nikkor 1.4/35 … bei mir.com und momentcorp.com.

 

18 Gedanken zu “Ein lang gehegter Traum erfüllt!

  1. Rainer

    Schön, dass da ein Traum erfüllt wurde. Ich besitze seit vielen Jahren schon ein C/Y Distagon T* 1,4/35mm, dass ich heute per Adapter an meiner Sony A7 einsetze. Das Objektiv sieht wie laden neu aus – warum – weil ich es relativ selten benutzt habe. Meine beiden 35-70mm und 28-85mm, sind und waren da weitaus mehr im Gebrauch! Ich bin heute der Meinung, dass man lichtstarke Objektive in vielen Fällen nicht mehr so dringend braucht! Hand auf’s Herz, wer fotografiert schon sehr oft mit voller Öffnung! In den meisten Fällen, ist es doch nur eine teure ich-kann-mir-dass-leisten Blende! In der heutigen digitalen Zeit, wo man ungestraft die ISO-Zahlen fast verlustfrei in schwindelerregende Höhen hochdrehen kann, braucht man diese lichtstarken Objektive eigentlich kaum noch! Ach ja, jetzt kommt noch das Freistellen und das Bokeh bei voller Blendenöffung! Keiner gibt es zu, dass die optische Qualität bei den meisten Objektiven dieser lichtstarken Objektive nicht das halten, was man sich davon erhofft! Aber die clevere Werbung macht ja den Appetit!

    1. Na ja, ich fotografiere sehr gerne Portraits meiner Familie und da macht sich eine weit geöffnete Blende schon sehr gut.
      Vor allem wenn ein Freisteller mit einem Weitwinkeleindruck verbunden werden kann. Das sind Fotos, wie man sie eben nur mit so einem Objektiv (und ab einer gewissen Größe des Aufnahmemediums) machen kann.
      Dass Zooms mehr Verwendung finden, liegt m.E. an der Bequemlichkeit. Mann muss eben nicht mal zwischendurch das Objektiv wechseln. Und ganz ehrlich, wenn es Zooms mit f/1.4 gäbe und die weder teuer noch extrem schwer wären, hätte wohl keiner was dagegen. Hier und da mag ich ein Zoom auch sehr gerne, doch wenn ich mit Zeit und Muße fotografieren kann, dann sind mir Festbrennweiten lieber. Und das sage ich als jemand, der sich nicht gerne von Werbung beeinflussen lässt. 😉

      1. Rainer

        Mit den Einstellscheiben in den meisten DSLR Kameras sind diese alle nicht sehr gut geeignet, um mit der Blende 1,4 zu arbeiten. Laut den Experten, geht das nur relativ präzise mit der LiveView Funktion, die ja aufgrund der festeingebauten Monitore, nicht gerade praktisch sind. Da ja die meisten Motive dreidimensional sind, ist eine punktgenaue Scharfstellung oft ein Trugschluß. Ich möchte ja jetzt nicht die Blende 1,4 verteufeln, denn diese ist zumindest bei meinem Distagon 1,4/35mm schon ganz hervorragend. Aber trotzdem, man braucht die offene Blende nicht so sehr oft. Natürlich, wenn man sich solch ein Objektiv gekauft hat, dann werden natürlich die Grenzbereiche damit gerne abgesteckt.
        Meine beiden genannten Zooms, haben beide Festbrennweiten-Qualitäten, sonst hätte ich sie mir ganz sicher nicht angeschafft! Das 28-85mm ist zwar sehr groß und schwer, hat aber erstklassige optische Eigenschaften. Ich fotografiere aber auch sehr gerne mit meinen Festbrennweiten, je nach Bedarf.

      2. Rainer, sicher ist das Fokussieren mit Microprismenring und/oder Schnittbildindikator leichter als mit einer reinen Mattscheibe, doch wenn die „Experten“ sagen, das ginge nur mir LiveView, dann scheinen das nicht wirklich Experten zu sein, denn ich komme mit der Mattscheibe in der Nikon Df hervorragend bei f/1.4 zurecht. Und was den „Trugschluss“ bei dreidimensionalen Objekten betrifft, so liegt das weniger an einem ungenauen Einstellen als vielmehr an einer sehr knappen Schärfentiefe (linkes Auge scharf, rechtes schon in der Unschärfe). Und das wäre auch mit AF oder einem Microprismenring so.

        Lass uns mal andersherum überlegen: Welcher Grund spricht denn GEGEN ein f/1.4?

        Die optische Leistung? Bei f/2.0 ist mein 1.4er eher besser als mein 2.0er, gleiches gilt bis etwa f/5.6, von wo an sie kaum mehr zu unterscheiden sind.
        Die kleinste Blende „nur“ f/16? Mit Blende f/22 fotografiere ich ohnehin nicht.
        Die größere Bauform? Bitte einmal vergleichen: https://retrocameracs.files.wordpress.com/2015/08/2xnikkor35.jpg
        (Links ein Nikkor 2.0/35 und recht das Nikkor 1.4/35. Der Größenunterschied ist marginal.)
        Der Preis? Ja, da gibt es einen nicht unerheblichen Unterschied. Das 1.4er ist (wenn man mal Mondpreise außer acht lässt) gebraucht aber sehr gut erhalten etwa dreimal so teuer wie ein 2.0er, aber wir reden hier von Geldbeträgen, die für ambitionierte Fotografen eher im „niedrigen“ Segment anzusiedeln sind. Es ist also nichts, was das Konto plündert.
        Im Grunde gilt also für den, der sich ein 1.4er leisten will und kann, dass es keine Nachteile gegenüber einem 2.0er bietet, aber eben mir der Möglichkeit nochmals aufzublenden, was ich ja nicht machen muss, mir aber immer als Chance angeboten wird.

        Das Distagon 1.4/35 ist übrigens meines Erachtens eines der besten 35er, die jemals gebaut wurden. Ich habe damit mal an der EOS 5D fotografiert: beeindruckend. Und das Zeiss 28-85 ist in der Tat eines der besten „Normal“-Zooms, die ich kenne (wenn man ein Schiebezoom mag) – absolut top!

  2. Rainer

    Die Aussage mit dem LiveView kommt von einem Hersteller weltweit führender Spitzenobjektive und ist nicht auf meinem Mist gewachsen!
    Ich habe das selbst an einer 5DMkII mit einer extrem langen Telebrennweite ausprobiert. Die Original-Scheiben haben meinen Ansprüchen absolut nicht genügt! Ich habe mir dann eine Einstellscheibe von BRIGHTSCREEN mit einem diagonalen Schnittbild und Mikroprismen für sehr viel Geld zugelegt. Leider gibt es diesen Hersteller nicht mehr. Zuletzt kostete diese Scheibe 229 Euro!!! Die Canon habe ich nicht mehr, aber die Einstellscheibe kann man von mir erwerben.
    Ich will hier auch niemanden sein 1,4/35mm vermiesen, denn mit dem neuen Zeiss FE 1,4/35mm Distagon zu den Sony A7x Kameras, wird eine absolute Spitzenoptik angeboten, die aber nicht so ganz billig ist! Qualität hat leider immer seinen Preis! Für die M-Liebhaber, bietet Zeiss auch das neue ZM 1,4/35mm an, dass auch ein Leckerbissen ist, dass man aber jetzt nicht unbedingt per Adapter, an eine Sony A7x adaptieren sollte, da das Original zwar größer und schwerer ist, aber es ganz speziell für diese Kameras optimiert ist!

    1. „…mit einer extrem langen Telebrennweite…“ – ja, das ist dann auch kein Wunder! Ebenso schwierig ist es, manuell mit einem Superweitwinkel zu fokussieren. Lange Telelinsen und starke Weitwinkel produzieren mehr Fehlfokussierungen als die „gemäßigten“ Brennweiten, wenn man ohne AF unterwegs ist. Das war der Hauptgrund, warum ich meine manuellen 500er und meine manuellen 20er alle wieder verkauft habe.

      1. Rainer

        Das es mit Super-Weitwinkeln die Scharfeinstellung manuell schwierig ist, dass ist mir jetzt aber ganz neu! Ich habe u.a. ein C/Y Distagon T* 3,5 /15mm, ein 4/18mm, ein 2,8/25mm und das 2/28mm. Mit diesen SWW Objektiven, sind mir kaum Fehlfokussierungen gelungen, auch weil die Schärfentiefe dieser SWW doch enorm groß ist. Das Distagon 25mm stelle ich auf 2m und Blende 8 und ich habe dann damit quasi eine Fixfokus-Einstellung, schneller, als jedes AF-Objektiv! Damit, habe ich u.a. über 20 Jahre als Gesellschaftfotograf erfolgreich gearbeitet und es begleitet mich auch heute noch!

        Zurück zur 1,4/35mm! Eine DSLR, egal ob Nikon etc. ist kein Meßinstrument und deren Einstellscheiben sind für den AF-Betrieb und weniger für die manuelle Einstellung geeignet.

        Daher bleibe ich dabei, die Scharfstellung über LiveView ist die einzig präzise Möglichkeit, hochlichtstarke Objektive sauber einzustellen!

      2. Ach, Rainer, ich freue mich ja über deine regen Kommentare, aber manchmal habe ich das Gefühl, du möchtest Dinge einfach anders verstehen als sie gemeint sind. Natürlich muss man ein 15mm-Objektiv bei Blende f/8 kaum mehr genau fokussieren, weil ohnehin alles im Fokus ist. Mir ist das Konzept der Schärfentiefe wohl bekannt.
        Aber das „Ost-Flektogon“ 2.8/20 bei Offenblende auf ein Objekt zu fokussieren, das etwas weiter weg steht, ist eben nicht gerade einfach. Ein Extrem-WW stellt Dinge eben sehr klein dar – und da wird ein sauberer Fokus ziemlich anspruchsvoll.

        Soll ich es nun wirklich nochmal schreiben? Ja, LiveView und andere Einstellhilfen ermöglichen ein genaueres Arbeiten aber ich stelle auch mit der Mattscheibe der Df sicher und genau scharf – auch mit einem 1.4/35. Können wir uns bitte nun darauf einigen? Ich möchte nämlich diese Diskussion hier nicht mehr weiterführen.

  3. Rainer

    Übrigens, wenn Du mal die Postings von dem exzellenten NIKON-Fotografen MING THEIN verfolgst, der verwendet an seinen D810 etc. Nikon’s, hinten auf dem Monitor zum sehr präzisen Scharfstellen, immer einen ZACUTO Magnifier und hatte darüber auch einen Artikel veröffentlicht! Also, dass mit der LiveView Scharfeinstellung, kommt nicht aus einem luftleeren Raum!

    Aber, man kann ja auch nicht alles wissen!

    1. Mach dir bitte keine Sorgen darüber, was ich alles weiß oder nicht weiß. Glaub mir, ich verstehe was von dem, über das ich hier schreibe. (Falls du meinen Blog schon länger verfolgst, wird dir vermutlich klar sein, dass ich seit beinahe 30 Jahren fotografieren mit einer Vielzahl von Kamerasystemen und Objektiven, von einfachen bis zu extrem hochwertigen und darüber hinaus selbst Fotokurse unterrichte.)

      Eine D810 wie die von Ming Thein benötigt aufgrund der extrem hohen Auflösung eine viel exaktere Bedienung als eine Kamera, die nicht so hoch auflöst. Ebenso sollte man eine 810er eigentlich nur mit Stativ verwenden, wenn man die Auflösung ausnutzen will. Nebenbei, ich besitze ebenfalls solch einen hochwertigen Display-Vergrößerer und habe diese Fokushilfe gerne an meiner damaligen Sony NEX-3 und NEX-7 genutzt, gerade mit starken Weitwinkel- und Tele-Objektiven.

      Ich schreibe nicht über Dinge, die ich irgendwo gelesen habe, sondern über welche, die ich selbst ausprobiert und erfahren habe. Und daher weiß ich nicht, wie du dazu kommst, mir abzusprechen, dass ich mit der Mattscheibe der Df sehr gut fokussieren kann.

      Natürlich geht es mit weiteren Hilfen (Schnittbild, LiveView, FocusPeaking etc.) noch besser und genauer. Die Frage ist aber, ob das manuelle Fokussieren mit einem 1.4/35 gut genug funktioniert – und das tut es!

      Ich wollte nicht die ganze Zeit mit meiner Df im LiveView und dann auch noch mit einem Magnifier am Display fotografieren. Da käme ich mir wirklich ziemlich dämlich bei vor. Muss ich aber auch nicht, denn ich bin kein 100%-Betrachter. Wäre ich das, hätte ich eine 810 und keine Df.

      1. Rainer

        Ich unterstelle es ja nicht, dass dir die Scharfeinstellung mit der Nikon Df nicht mit dem Nikon 1,4/35mm genügt, ich weise ja nur auf eine präzisere Möglichkeit mit der LiveView Funktion hin!

        Die D810 hat ja den gleichen 36MP Sensor wie die Sony A7R und damit kann man die gleiche extreme Bildqualitäten erreichen.

  4. Rainer

    Ende der Diskussion! Es ist ja gut, dass die Einstellscheibe in der Df so präzise kalibriert ist, dass man mit dem alten Nikon 1,4/35mm noch mit 1,4 scharf einstellen kann! 😉

  5. Pingback: Meine manuellen Objektive des Jahres 2015 | RetroCamera.de

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