Können Kleinigkeiten so viel ausmachen?

Ganz offensichtlich können sie das!

Vor gut drei Jahren gab mir Sony die Gelegenheit, eine Alpha 7 zu testen. Nachdem ich ja von meiner damaligen Sony NEX-7 ziemlich angetan war, konnte mich die A7 damals nicht so wirklich überzeugen. >> Hier << mein persönliches Fazit aus 2014. Vor einiger Zeit hat mir ein sehr lieber Freund angeboten, seine Sony A7 Mk. II zu übernehmen und da das Angebot auch den TechArt M-AF-Adapter beinhaltete und ich mit genau so einer Kombi schon einmal ziemlich begeistert fotografieren durfte, konnte ich nicht „nein“ sagen. In den letzten Monaten, in denen ich die A7II nun habe, habe ich diese Kamera wirklich schätzen gelernt. Es sind nur Kleinigkeiten, die sie von der A7 unterscheiden, doch es sind genau die Dinge anders, die mich an der A7 gestört haben – und zwar beinahe ausnahmslos. >> Hier <<  sind die beiden Kamera einmal gegenübergestellt und >> hier << wurden beide ausführlich und ziemlich treffend verglichen.

Die A7II hat mich derart begeistern können, dass ich sie nicht mehr missen möchte. Sie hat als „Alltags“-Kamera, zu der ich immer wieder greife, aufgrund ihrer Leistungsgleichheit bei noch höherer Vielseitigkeit meine Nikon Df so ziemlich abgelöst. Die wunderschöne Df nutze ich noch gerne für Portraits und wenn ich einen Autofokus oder Blitz brauche, denn an der A7II verwende ich hauptsächlich meine hochwertigen manuellen Objektive (Leica, Nikon, Canon, Minolta, Meyer u.a.) oder meine „Spaßlinsen“. Da ist bei einer spiegellosen Sony ja alles sehr leicht möglich.
Erst seit neuestem habe ich ein „echtes“ (also ohne AF-Adapter) Autofokus-Objektiv für die Sony: das Samyang AF 2.8/35 (über das ich auch berichten möchte, sobald ich es besser kenne, der erste Eindruck ist äußerst vielversprechend – siehe auch das Video weiter unten).

Auf Neunzehn72 wurde sie einmal als „der wohl beste Kompromiss“ bezeichnet das klingt vielleicht sogar ein bisschen zu negativ, trifft es aber ganz gut. Es gibt Kameras, die schneller sind, höher auflösen, besser zu bedienen sind usw., die A7II ist zwar nirgendswo „absolute Spitze“, kann irgendwie so ziemlich alles ziemlich gut.

Kurzum, die Sony Alpha 7 II ist für mich und meine Marotten eine beinahe optimale Kamera. Kleinigkeiten können in der Tat demnach viel ausmachen.

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Kurz nochmals zurück zum Samyang. Christopher Frost, dessen Youtube-Reviews ich sehr mag, hatte es auch schon in seinen Händen:

Neues zum Biotar 75

Ich habe den Marketing-Text zum Biotar 75 direkt von Meyer Optik Görlitz erhalten und möchte ihn hier teilen:

Global All-Star Team Joins to Resurrect Legends – Biotar 75/1.5 first Oprema Jena project on Kickstarter

Dear Meyer-Optik-Görlitz friend,

You might have read in the news that I am involved in some activities to return the legendary Biotar 75 to the market. This is true. I have put together a fantastic team for this venture. It consists of Andre de Winter, an award-winning former Leica lens designer, Wolfdieter Prenzel, the leading specialist in the field of optical design of classic lenses and Kenko Tokina, global maker of high-performance camera lenses. We have come together under the brand name Oprema Jena. The brand is part of net SE, which is led by myself and which is also responsible for Meyer Optik. But apart from this „umbrella“ there is no direct connection between the two projects.

<Lens

Meyer Optik´s mission is to continue building our own production in Germany and deliver lenses that are „Made in Germany.“ All our Meyer lenses are ones that we try to „reengineer“ with the same imaging capabilities as the original or vintage lenses. In addition, we are working on designing some modern versions of Meyer lenses and will introduce aspherical technology in our lenses very soon. So, while we are full of ideas and have lots of developments under way, we have to be careful not to overstretch our production capacities. Also, the management issues involved in such a production are not without limits. Therefore, I have decided to keep Meyer and Oprema as separate units and have secured Tokina´s cooperation for this initiative. The different players in this group have bundled their activities under the name of Oprema Jena, thus paying tribute to the city where the Biotar was born and to the East German optical traditions. The cooperation with Tokina was very important because this way we can assure a smooth production process by working together with such an experienced lens manufacturer; and we did not want to overstretch our own production.

Oprema Jena´s first project will be the resurrection of one of the most famous lenses of all times, the Biotar 75 designed in 1938 by Willy Merté for Carl Zeiss and only produced in small quantities until 1960.

Lens

The lens is known for its famous, swirley bokeh at f1.5 in conjunction with an extreme sharpness in the center. Photographers also rave about an almost 3D-like effect with the object in the center seeming to be separated from the background and moving towards the viewer.

With the aperture at f5.6 or 8, the lens becomes a very sharp piece of equipment with great contrast, especially taking into consideration that it is a design dating back to the 30s of the last century. The Biotar 75 is a lens that proves that it has a surprising sharpness but also characteristics unknown among modern lenses. Its sharpness and swirl is legendary, vintage lenses of this kind are extremely hard to get and sell over a thousand dollars if in good condition.

We will present the Biotar to the photography community with the help of a Kickstarter project, which will be announced soon.

We are excited to see this lens come to life and very happy that we have been able to join Wolfdieter, Andre and Tokina for this exciting resurrection. Be assured, this is not a one off but the beginning of a bigger project that will back the Biotar 58, as well as the famous Flektogon lenses. The team has a great spirit and we think those lenses should not be forgotten.

Lens

None of this will interfere with our activities at Meyer Optik. We have to keep our focus there and will continue to successfully rebuild Meyer Optik Goerlitz. The company has just delivered — and is delivering — past Kickstarter projects. We are proving that we deliver on our promises even if it took longer than we thought. Please keep in mind that Kickstarter is an entrepreneurial exercise and that overcoming such problems is often just part of the process.

Meyer Optik lenses are finding an ever growing community of fans throughout the globe. But for the future Oprema Jena projects, I wanted to build a new, powerful brand so that the Meyer story will continue to be put into reality with the total focus we have always given it.


Thank you for your continued support!


Best regards,

Sign

Dr. Stefan Immes and the Meyer-Optik Team

 

Es kommt also eine neue Marke: „Oprema Jena“ (die gewissermaßen unter der „Schirmherrschaft“ von MOG steht, aber im produktiven Geschäft getrennt operieren wird). Spannend finde ich folgendes:

  • interessante Designer arbeiten mit
  • Das Gütesiegel „Made in Germany“ wirkt in den Staaten wohl noch immer, wobei es zwei getrennte Marken sein werden: „Meyer-Optik Görlitz“ (Made in Germany) und „Oprema“ (Made by Tokina).
  • Wenn sie schreiben „first project“ ist wohl noch mehr zu erwarten, wie angedeutet Biotar 58 und Flektogone!

Bilder mit dem 7artisans…

Die Vorstandssitzung von Leica Historica e.V. am vergangenen Wochenende in Marburg haben wir natürlich auch für einen kleinen (Foto-)Spaziergang durch die Oberstadt zum Schloss hin genutzt – und ich auch dazu, das 7artisans 1.1/50 ein wenig auszuführen.

In vielen Reviews liest man von der angeblich mangelhaften Schärfe bei Offenblende. Mal abgesehen, dass man bei Blende f/1.1 nicht wirklich eine allerhöchste Schärfe erwarten sollte (es sei denn man ist einer der Glücklichen mit einem Leica Noctilux-M 0,95/50), ich kann dieses „Problem“ für mein Exemplar des 7artisans keineswegs bestätigen. Vielmehr denke ich, dass oft nicht korrekt fokussiert wird oder sich der Fotograf selbst zu sehr bewegt. Bei Blende f/1.1 ist das durchaus eine Fehlerquelle. Hier zwei Fotos, warum ich das so schreibe:

7artisans7

7artisans8

Selbst in dieser kleinen Auflösung ist m.E. zu erkennen, dass das Foto in der Fokusebene auch bei Offenblende scharf ist.

Besonders geeignet ist dieses Objektiv aber für außergewöhnliche Portraits, denn bei Offenblende produziert es ein spannendes Bokeh, das ich so noch bei keinem anderen Objektiv gesehen habe. Es sind – Gott sei Dank! – keine „Seifenblasen“ und auch kein Swirl (wie beim LensBaby Twist 60, das ich sehr mag), sondern ein Effekt, der die Highlights anscheinen radial nach außen zu treiben scheint. Das gefällt mir überraschenderweise sehr. Wenn man auf f/1.4 abblendet, wird das Bokeh angenehm weich und samtig. Leider kann ich die Bilder nicht in groß zeigen, da ich nicht explizit nach einer Genehmigung für die Veröffentlichung gefragt habe. Daher nur eine kleine Collage, auf der man aber den Charakter des Objektivs erahnen kann …

 

webcoll
Die ersten Bilder (Außenaufnahmen) bei Offenblende, die Innenaufnahmen bei f/1.4. Fotografiert mit der Sony A7 II, angeschlossen per Techart-Adapter.

Ich bin sehr glücklich mit dem 7artisans und bereue den Kauf auf keinen Fall.

Überhaupt haben mich die 3 Objektive, die in den letzten Wochen bei mir eingezogen sind (Meyer Primoplan 75, LensBaby Twist 60 und dieses 7artisans), alle für sich gewinnen können. Freu!

 

Mysteriöse Mail…

Jetzt wird es irgendwie unheimlich!!

Ich habe die Frage zum Biotar 75 in mehreren (engl. und dt.) Foren sowie auf Facebook gepostet.

Heute morgen habe ich eine Mail erhalten, in der ein anonymer Sender (E-Mail-Account auch ohne nachvollziehbaren Namen) mir ein Bild geschickt hat.
(Keine Angst, ich habe die JPG-Datei mehrfach durch einen Scanner laufen lassen, bevor ich sie geöffnet habe.)

Folgender Text dazu:

Hallo,
Du hast gestern so schön über das Biotar berichtet. Im Anhang ein Foto. Ich möchte aber nicht genannt werden.

Und dann das:

Biotar75front

Was ist davon zu halten? Fake?

7artisans. Bitte wie?

Heute per UPS angekommen. Vorgestern Nachmittag in Wien bestellt, heute geliefert. UPS ist und bleibt einfach Spitze! (Nur mal so, nebenbei. Und einen herzlichen Dank an Jo Geier, Mint & Rare, Wien für den exzellenten Service!) 

7artisansM8

Das 7artisans 1.1/50 ist hochlichtstarkes und vollformattaugliches Objektiv mit M-Bajonett und außergewöhnlichem Namen, dass in China gefertigt und über das hochkontrovers im Internet diskutiert wird. Von „China-Müll“ bis hin zu „endlich eine bezahlbare Noctilux-Alternative“ ist dort zu lesen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, wohl irgendwo in der Mitte. Ich denke, tendenziell aber eher in Richtung zweiter Meinung. 😉

Von denen, die schon damit fotografiert haben – andere sollte man ohnehin nicht ganz so Ernst nehmen, werden folgende Punkte am meisten kritisiert:

Zu den Ecken hin ist die Leistung schlecht„.
Mag sein, habe ich noch nicht getestet. Ist mir aber bei solch einem Objektiv nicht wirklich wichtig. Wenn ich mit den Blenden f/2, f/1.4 oder gar f/1.1 (!) fotografiere, dann brauch ich keine scharfen Ecken. Und mein Landschaftsobjektiv wird das 7artisans ohnehin nicht. 😉

Bei Offenblende ist es unscharf.
Hmmm… Es wäre schon unschön, wenn man ein derart lichtstarkes Objektiv hat, es aber nicht bei großer Blende nutzen könnte. Mal sehen…

7artsansA7_11

Also „nicht nutzbar“ ist was anderes. Ich finde es sogar ausgesprochen nutzbar!
Hey, das ist Blende f/1.1!!

Mal kurz zwei Stopps abblenden, auf f/2.0. (Hört sich witzig an.)

7artsansA7_20

Und „zack“ ist es scharf, nicht wahr?

Bin gespannt, wie es sich so macht, wenn es mal „ersnthaft“ ausgeführt wird…

(Fotos: Sony A7 II)

Als Bonus, ein kleines „Unboxing“-Video:

Neues Biotar??

Im Moment begeistern mich diese klassischen Rechnungen ja sehr, auch die eigentlich „unscheinbaren“ Meyer Primagon 35 und Primotar 50. Oder gar das Primoplan 58, dass ich schon immer sehr mochte.

Vom neuen Meyer Primoplan 1.9/75 bin ich echt angetan! Man darf ja über Meyer-Optik Görlitz (neu) denken, wie man will, ich finde es schon klasse, dass sie die alten Linsen neu auflegen. Ich weiß, das wird heiß diskutiert und das soll hier nun nicht Thema sein.

Aber es könnte ja sein, dass nun auch andere Hersteller mehr und mehr mit diesem Nostalgie-Zug fahren möchten. Leica hat vor einiger Zeit das Summaron 5.6/28 neu aufgelegt, was auch völlig gegensätzliche Meinung provoziert hat.

Als ich jetzt in Dänemark war, sagte mir ein Fotograf in Ribe, mit dem ich ein sehr nettes (und langes) Gespräch hatte, dass sich wohl auch Zeiss in diese Richtung bewegen will. Angeblich – und jetzt kommt der Knaller! – soll das Biotar 1.5/75 neu produziert werden!!

Bisher habe ich im Netz nichts dazu gefunden, er war aber sehr sicher, dass er das gehört habe. Ich bleibe aber definitiv dran!

Nun meine Frage an alle: Weiß jemand etwas darüber?? Das wäre ja echt ein Wahnsinns-Ding!!

Infos zum Kassiker >> hier <<.