Ein kleiner Versuch…

Man hört ja dieses und jenes, wenn man sich mit Kamerafreaks unterhält. Die einen meinen, ein Sensor könnte gar nicht hochauflösend genug sein. Die anderen glauben, dass 16 Megapixel in jedem Fall ausreichen, wahrscheinlich sogar nur 12, vermutlich sogar 10 oder 8.

Natürlich hängt es davon ab, für was man denn ein Foto macht. Dabei kommt es nicht einmal auf die Größe des Ausdrucks an (je größer ein Ausdruck, desto weiter steht man davon weg, was wiederum die notwendige Auflösung verringert). Wir haben in unserem Wohnzimmer einen 90×60 Print hängen, mit einem Foto, das ich in London mit einer Sony HX20 Kompaktkamera gemacht habe. Da stören keine Pixel oder sowas!

Ein bisschen Theorie dazu von mir finden Sie hier…

Wer Crop-Reserve braucht, weil er aus einem Normalbrennweitenbild ein Telefoto machen möchte oder muss, der ist über jedes zusätzlichen Megapixel dankbar. Wer doppelseitige Magazinfotos aufnehmen muss, der kann gar nicht genug Auflösung haben – die ArtDirectoren schreiben einem ja bisweilen heftige Zahlen ins Weißbuch.

Doch wer Ausdruck bis max. 13×18 macht, muss der wirklich eine hochauflösende Kamera haben?

Ich möchte das hier einmal übertreiben und Ihnen drei Fotos des gleichen Motivs auf dieser Website zeigen. Eines wurde mit einer Sony Alpha 7 II mit Voigtländer Ultron 2/28 bei Blende f/5.6 gemacht, eines mit einer Leica M8 und Leica Elmarit-M 2.8/21 bei Blende f/4.5 und eines mit einer Sigma DP1s mit einem Sigma 4.0/16. Damit wurde jedes der Bilder mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 28mm und einer kleinbildäquivalenten Blende von etwa f/5.6 aufgenommen, jeweils mit ISO 100 (Leica 160). Der Unterschied allerdings liegt in der Sensorauflösung: die Sony liefert 24,3 MPix (auf „Vollformat“-CMOS), die Leica 10,3 MPix (auf „APS-H“-CCD) und die Sigma (sage und schreibe) 4,7 MPix (auf „APS-C“, allerdings mit Foveon-Sensor). Im Grunde jeweils etwas mehr als das Doppelte im Vergleich zum nächst „kleineren“ Sensor. Jedes Foto wurde auf 1200×800 Pixel verkleinert. Farblich sind die Fotos nicht gleich. Man sieht vor allem noch Unterschiede im Blau, aber darauf kommt es hier ja gar nicht an.

Ich werde nicht dazu schreiben, welches Bild mit welcher Kamera aufgenommen wurde und möchte Sie bitten, selbst einmal zu raten, um zu sehen, ob man bei solche kleinen Formaten wirklich einen Unterschied erkennen kann.

8_100
Bild 1
7_100
Bild 2
2_100
Bild 3

Können Sie die Fotos den Kameras zuordnen?

Ich würde mich über Ihre Vermutungen in den Kommentaren sehr freuen. 🙂

(Ich habe übrigens auch noch Fotos bei ISO 320/400 gemacht. Da sieht es schon ganz anders aus und bei ISO 800 und höher wäre es sehr leicht.)

Auf Facebook in der Gruppe „Systemkamerafreak“ findet die Abstimmung auch statt:
>>  https://www.facebook.com/Systemkamerafreak/

„Franken-Akku“

Vielleicht weiß es der eine oder andere schon, ich recherchiere gerade im Auftrag von Leica Historica über die Geschichte der Leica Digitalkameras. Da es inzwischen seit 20 Jahren digitale Kameras von Leica gibt, und ein Digitaljahr gut und gerne 5 Analogjahren entspricht – ist so ähnlich wie mit Hunden 😉 – wird es Zeit, die digitalen Fotoapparate in das Blickfeld aufzunehmen. (Der erste Teil wird sich im Vereinsmagazin VIDOM mit der Leica S1 beschäftigen. Aber das nur am Rande. Dazu im Sommer dann mehr…)

Wenn man also Nachforschungen zu Digitalkameras von Leica betreibt, möchte man natürlich nicht nur darüber lesen, sondern auch selbst mit welchen fotografieren. (Auch dazu später mehr.) Spannend wird die ganze Sache zudem, da es von den digitalen Leica-Kompaktkameras fast immer „Schwestermodelle“ von den Kooperationspartnern – zunächst Fujifilm, dann Panasonic – gab (und gibt).

Inzwischen hat sich bei mir ein recht umfangreiches Set an „alten“ Digitalmodellen angesammelt: Digilux Zoom, Digilux 4.3, D-Lux, D-Lux 2, C-Lux 2, Digilux 3, D-Lux (109) (fast meine derzeitige Lieblingskamera!). Die Digilux 2 hatte ich mal und die M8 habe ich ja schon länger. Außerdem stehen mehrere Schwesterkameras von Fuji und Panasonic (Lumix) hier.
Natürlich möchte ich kein Vermögen für diese Kameras ausgeben und dummerweise werden selbst ältere Modell von Leica noch hochpreisig gehandelt. Mit ein weig Geduld aber findet man diese Kameras für bezahlbares Geld. 🙂

Hin und wieder ist so eine Digitalkamera auch regelrecht günstig – vor allem dann, wenn man bereit ist, den einen oder anderen kleinen Fehler in Kauf zu nehmen. Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, eine Leica Digilux 1 (deren Schwestermodell, die Panasonic Lumix LC5 ich schon lange habe) sehr günstig zu erwerben. Der Verkäufer hatte deutlich gemacht, dass die Kamera nur noch am Netzteil funktioniert, nicht aber mehr mit Akku. „OK„, dachte ich, „dann ist die Kamera an sich ja noch in Ordnung. Es wird also entweder am Akku selbst liegen oder es ist eine Leitung kaputt, die die Energie vom Akku in die Kamera überträgt.“ Um die Kamera zu fotografieren und ein paar Testfotos zu machen, ist das kein Problem. Also griff ich zu.

digilux1a

Die Kamera ist in einem ansonsten sehr guten Zustand und funktioniert tatsächlich so, wie der Verkäufer es beschrieben hatte: wunderbar am Netzteil, gar mit Akku – egal, mit welchem.

Ein zwei Tage später kam mir dann die Idee, dass es da doch auch einen Workaround geben müsse und zwar, ohne die Kamera aufzuschrauben. Wenn man die Digilux 1 mit dem Netzteil betreiben kann, müsste man nur eine Art mobiles Netzteil bauen.
Nach ein wenig Recherche, wusste ich, wie ich es angehen wollte.

Da die Kamera am Netzteilanschluss 9V benötigt, bestellte ich mir kurzerhand einen Clip für einen 9V-Block und einen passenden Netzteiladapter, mit dem ich den zu dicken Stecker auf den Anschluss in der Kamera verjüngen konnte. Diese beiden Teile haben mich keine €6,- gekostet.

digilux1b
Als ich aber die erste 9V-Batterie (eine billige „Aerocell“) ausprobierte, ging die Kamera zwar an, flackerte allerdings nur kurz und war umgehend wieder aus. Die 9V waren da, doch an der Leistung der Batterie mangelte es. So ein üblicher 9V-Block liefert zwar die 9V-Nennspannung, aber gerade einmal 300 mAh (als Zink-Kohle-Version) bzw. 500-600 mAh (als Alkali-Mangan-Zelle). Die 9V-Blockbatterie ist ja gemacht für die Geräte, die eine recht hohe Spannug benötigen aber nicht so energiehungrig sind. Defintiv also zu schwach für eine Digitalkamera!

Immerhin fiel mir ein, das es seit einiger Zeit, speziell für Rauchmelder, leistungsfähigere 9V-Block mit Lithium-Technologie gibt. Da diese bis zu 1200 mAh liefern können und die Digilux 1 eigentlich Akkus nutzt mit 7,2 V und 1400 mAh (allerdings im Akkuschacht), könnte das also reichen.

Daher besorgte ich mir ein paar Varta Industrial 9V-Lithium-Blocks und siehe da: es funktionierte!

digilux1c

Per Klettband unten befestigt und angeschlossen an der 9V-Netzteilverbindung der Kamera, kann man nun die „defekte“ Leica Digilux 1 mobil nutzen.

digilux1d

Man sollte aber unbedingt, nach der Nutzung die Batterie von der Kamera trennen. Dann vergisst die Digilux zwar das Datum, doch ansonsten wird der 9V-Block über Nacht leer gesaugt.

Ist das nun nicht echt teuer? Und zudem nicht gerade umweltveträglich?
Teuer ist es nicht unbedingt. Solche Varta-Blöcke gibt es im Angebot für etwa 1€ pro Stück. Gut für die Umwelt ist es hingegen sicherlich nicht. Aber das ist ja auch keine Dauerlösung, sondern soll mir nur ermöglichen, ein paar Fotos mir der Digilux 1 zu machen. So richtig möchte man solch eine Kamera ja ohnehin kaum mehr nutzen, oder?

Alltagsgegenstände in der Fototasche?

Wenn man durch einen Infekt ans Haus gebunden ist, surft man mehr im Internet herum als es gut für einen ist. Oft findet man dabei Angebote, die überaus verlockend für den „Klick-Finger“ sind. 😉
Manchmal stolpert man auch über Seiten und Texte, die interessant zu lesen sind und einen zum Nachdenken anregen.

Neulich fand ich diesen Text: 15 Everyday Items That Belong in Your Camera Bag.
Auch, wenn jene 15 Dinge sicher nicht in meiner Tasche zu finden sind und auch, wenn es keine 15 „Everyday Items“ sind, die da beschrieben werden, sondern nur 8, so hat es mich dennoch angespornt, einmal darüber zu sinnieren, was ich denn so an „Alltagsgegenständen“ normalerweise in meiner Tasche habe. Es geht mir dabei nicht um Speicherkarten oder Ersatzbatterien, die ich immer dabei habe oder um Filter, Mikrofasertücher usw., die ich manchmal mitnehme, sondern um kleine Dinge, die sich als nützlich erwiesen haben:

  1. Ein kleines Taschenmesser. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon dankbar darüber war, solch ein kleines Messerchen in der Tasche gehabt zu haben. Das ist m.E. ein absolutes Muss.
  2. Eine kleine Taschenlampe. Das ist auch ein sehr nützliches Extra, ganz gleich, ob man auf einer Foto-Börse durch ein Objektiv schauen will oder ob man für eine spontane Makroaufnahme etwas zusätzliches Licht benötigt.
  3. Etwas Klebeband. Lomographen haben immer schwarzes Iso-Band dabei, doch auch für „normale“ Fotografen kann das mal sehr nützlich werden.
  4. Ein paar Büroklammer. Die wiegen nichts, nehmen keinen Platz weg, sind jedoch sehr vielseitig anwendbar. Ich habe schon Rucksackgurte damit geflickt. 😉
  5. Ein Kugelschreiber/Bleistift und ein kleiner Notizblock. Warum das nützlich ist, versteht sich von selbst.
  6. Eine Plastiktüte. Falls es mal feuchter wird, kann man sie gut nutzen, um sich im Falle eines Falles draufzusetzen oder -knien. Zur Not taugt sie auch als Regenschutz.
  7. Papiertaschentücher und zwar nicht nur in der Schnupfenzeit.

Diese Dinge habe ich nicht immer und in jeder Tasche, doch ich sollte mir das angewöhnen.

Mich würde jetzt wirklich interessieren, was Sie so an alltäglichen Dingen in der Kamera-Tasche haben. Ich freue mich auf Ihre Kommentare…

Universal-Zooms für Nikon

Heute mal wieder ein Equipment-Artikel, ganz ohne Bilder. (Der nächste zeigt wieder Fotos, versprochen!)

Im Laufe der letzten Jahre hatte ich Gelegenheit, mit mehreren „Universal-Zooms“ an einer Nikon zu fotografieren. Solche Zooms sind Objektive, die vom Weitwinkel bis zum leichten Tele alles abdecken. Eigentlich wollte ich die sogenannten „Superzooms“, also Objektive, die bis 200mm oder darüber hinaus reichen, aus dieser Liste heraushalten, doch zwei Modelle nehme ich mit hinein, aus Gründen, auf die ich noch kommen werde.

Preisstufen (gebraucht):

  • A = unter €50,-
  • B = €50-100,-
  • C = €100-150,-
  • D = über €150,-

Bewertung:

  • * = schwach
  • ** = mittelmäßig
  • *** = gut
  • **** = sehr gut
  • ***** = exzellent

Die meisten habe ich wieder verkauft, nur die mit °°° gekennzeichneten sind noch in meinem Besitz.

 

Sigma 3.5-5.6/24-70mm ASP HF

Das 24-70er Sigma war eines der ersten Zoom-Objektive, die ich für Nikon hatte. Es ist angenehm kompakt und leicht und dass es bei 24mm „anfängt“, ist überaus nützlich. Leider reicht es aber auch „nur“ bis 70mm, daher würde ich es „universal“ eher an einer APS-DSLR nennen. Wer eine hohe Lichtstärke nicht braucht und ein Zoom nutzen möchte, dass nicht viel größer ist als ein 50er, der findet hier eine überaus preisgünstige Lösung.

Verarbeitung / Haptik: **
Zoombereich: **
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: **/***
Preisstufe (gebraucht): A/B

Nikkor AF-D 2.8-4.0/24-85

Dieses Objektiv hat mich, muss ich gestehen, ein wenig enttäuscht. Als ich es gekauft habe, dachte ich mir, dass es mit einer BW-Spanne von 24 bis 85mm und einer relativ guten Lichtstärke mein Universal-Zoom für die Nikon Df würde – die ja auch aus Objektiven, welche in keinem so guten Ruf stehen, einiges „herausholt“. Doch leider zeigt das 2.8-4.0er Nikkor bei Offenblende deutliche Schwächen in der Abbildungsleistung; vor allem die Schärfe was für mich unzureichend. Seltsamerweise sieht das an einer APS-DSLR, an der es inzwischen genutzt wird, anders aus. Dort macht es eine gute Figur.

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: ***
Lichtstärke: ***
Abbildungsleistung: **
Preisstufe (gebraucht): C

Nikkor AF-D 3.5-5.6/24-120 °°°

Dieses ältere 24-120 ist heute eines der günstigsten Nikon-Zooms, die man finden kann. Das überrascht mich, denn es ist sehr gut verarbeitet und ich bin mit der Abbildungsleistung überaus zufrieden! Vermutlich ist es deshalb so günstig zu haben, weil es weder eine besonders herausragende Lichtstärke noch einen Stabilisator hat. Dennoch ist es für mich so eine Art „Geheimtipp“.

Verarbeitung / Haptik: ****
Zoombereich: ****
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: ****
Preisstufe (gebraucht): B

Nikkor AF-S 3.5-5.6/24-120 VR

Im Grunde ist das die stabilisierte Version des obigen älteren 24-120, zumindest was die Parameter betrifft. Soweit ich weiß, hat sich etwas an der Rechnung geändert – und das meine ich auch bemerkt zu haben, denn das VR-Objektiv ist offenblendig deutlich weicher als das ältere Modell. Von der Abbildugsleistung war ich ein wenig enttäuscht, ebenso wie vom AF, der doch – zumindest an meiner Df, die sonst keine Probleme hat – hin und wieder daneben lag.

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: ****
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: **
Preisstufe (gebraucht): C/D

Tamron AF 3.5-5.6/24-135 Aspherical IF AF  °°°

Dieses Objektiv ist das neueste in meiner kleinen Zoom-Sammlung. 😉 Einen ersten Eindruck kann ich aber schon kurz beschreiben. Es ist ziemlich gut verarbeitet und liegt sehr gut in der Hand. Bzgl. Haptik ist nicht viel zu bemängeln.
Der Zoombereich (von 24mm bis 135mm) ist überaus nützlich und deckt den wohl wichtigsten Bereich ab. Ergänzt um ein 18er und ein 200er – und man kann einen ganzen Urlaub wunderbar damit fotografieren. Die Lichtstärke ist, na ja, sagen wir „guter Durchschnitt“ – eben so, wie man es von Universal-Zooms kennt: nichts Besonderes aber auch nicht wirklich schlecht. Was die Abbildungsleistung betrifft, so war ich zunächst ein wenig erschrocken, wie unscharf das Objektiv bei Offenblende wirkte. Als ich es aber per AF-Feinabstimmung in meiner Df „justierte“, sah das ganz anders aus.  Natürlich kann es nicht mit guten Festbrennweiten mithalten, zumindest nicht bei offener Blende, doch es ist absolut brauchbar und muss sich vor dem Nikkor 24-120 oder dem Sigma 28-135 nicht verstecken. Dabei vereinigt es gewissermaßen, als 24-135, diese beiden Zooms.
Ich bin im Moment sehr zufrieden. Es wird sicher in der nächsten Zeit des öfteren mitkommen und sich bewähren müssen…

Verarbeitung / Haptik: ****
Zoombereich: ****
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: ****
Preisstufe (gebraucht): B/C

Tokina AT-X 3.5-5.6/24-200 Asph.

Dieses Objektiv hatte ich vor mehreren Jahren schonmal für die Canon EOS 5D, weil ich die Brennweitenspanne so nützlich fand. Daher habe ich es mir auch wieder für die Nikon gekauft. Es ist ausgezeichnete verarbeitet und auch die Bildqualität ist überraschend gut, lediglich das Bokeh ist gruselig. Ich habe es in diese Liste aufgenommen, weil der Brennweitenberech für ein Kleinbild-Objektiv schon beeindruckend ist.

Verarbeitung / Haptik: ****
Zoombereich: *****
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: **/***
Preisstufe (gebraucht): B/C

Sigma 2.8/28-70mm EX ASP DF

Dieses ältere Modell eines 2.8ers war mein erster – und bisher einziger – Vorst0ß in den Bereich der „Profi-Zooms“, weil es als etwas in die Jahre gekommenes 28-70 (heute sind 24-70 üblich) ziemlich günstig zu finden ist. Es gibt noch ein älteres Modell, dass ich aber nicht empfehlen würde, da es oft an dem für alte Sigmas typischen „klebrigen Gummi“ leidet. Dieses Modell hingegen hat schon die Hammerschlag-Verarbeitung und ist ein empfehlenswertes Objektiv – sofern einem die 70mm am „langen Ende“ reichen. Mir war das ein bisschen zu knapp, daher habe ich mich wieder davon getrennt. Auch, wenn ich sehr schöne Foto damit gemacht habe.

Verarbeitung / Haptik: ****
Zoombereich: **
Lichtstärke: *****
Abbildungsleistung: ****/*****
Preisstufe (gebraucht): D

Sigma 3.5-5.6/28-80mm ASP II

Das 28-80 Sigma habe ich mal als sogenannten „Beifang“ bekommen, als ich eine analoge Nikon SLR gekauft habe. Es ist ganz OK, aber in keiner Weise besonders gut oder besonders lichtstark oder besonders stabil. Dafür ist es gebraucht extrem günstig und es macht „seinen“ Job.

Verarbeitung / Haptik: **
Zoombereich: **
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: ***
Preisstufe (gebraucht): A

Nikkor AF 3.5-4.5/28-85

Meiner Meinung nach einer der Preis-Leistungs-Favoriten unter allen Zooms für Nikon. Mit 28 bis 85 mm bietet es einen recht nützlichen Zoom-Bereich, es ist für die meisten Fälle lichtstark genug und über die Abbildungsleistung lässt sich wahrhaft nicht klagen. Ich frage mich wirklich, warum ich das Objektiv kürzlich überhaupt wieder verkauft habe, vermutlich, weil es doch zu wenig genutzt wurde, da das 24-120 einen noch weiteren Brennweitenbereich bietet.

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: **/***
Lichtstärke: **/***
Abbildungsleistung: ****
Preisstufe (gebraucht): A/B

Soligor AF 2.8-3.8/28-105

Dieses Objektiv, das es baugleich auch als Cosina und „Voigtländer“ sowie in einer manuellen Version gibt, wollte ich einmal ausprobieren, weil es für ein 28-105er Zoom ziemlich lichtstark ist. Es ist wahrhaft nicht schlecht, doch ich bin nie so ganz warm damit geworden. Als preisgünstiges Universalzoom kann ich es aber durchaus empfehlen.

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: ***
Lichtstärke: ****
Abbildungsleistung: **/***
Preisstufe (gebraucht): B

Sigma AF 2.8-4.0/28-105 D Asph. °°°

Das ist eines der Zooms, das ich noch immer habe. Es ist vergleichbar mit dem oben erwähnten Soligor, allerdings einen Ticken besser. Daher habe ich mich für das Sigma und gegen das Soligor entschieden. Meist nutze ich es an meiner Nikon F90x, denn daran ist es echt Spitze!

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: ***
Lichtstärke: ****
Abbildungsleistung: ***/****
Preisstufe (gebraucht): B/C

Sigma 3.8-5.6/28-105mm UC-III ASP IF

Ein wenig beachtets Zoom – zu unrecht! Es hat zwar keine wirklich beeindruckende Haptik und nur die typische Lichtstärke für solche „Nicht-Profi-Zooms“, doch die Abbildungsqualität ist überraschend gut. Wer auf eine weit öffnende Blende verzichten kann, der findet in diesem Sigma ein universell nutzbares Objektiv.

Verarbeitung / Haptik: **/***
Zoombereich: ***
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: ****
Preisstufe (gebraucht): B

Sigma 3.8-5.6/28-135mm DL Aspherical IF Macro

Auch über dieses Zoom hört und liest man wenig – ebenfalls zu unrecht! Es ist bzgl. Haptik, Lichtstärke und Abbildungsqualität absolut mit dem 28-105 UC-III vergleichbar. Ein mehr als ordentliches Objektiv. Ich habe einmal gelesen, dass es als „durch und durch gutes Schönwetter-Objektiv“ bezeichnet wurde. Das trifft es m.E. recht gut. Denn auch hier gilt: Wer auf eine weit öffnende Blende verzichten kann und für wen es nicht auf Verzeichnungsfreiheit ankommt, der findet in diesem Sigma ein sehr universell nutzbares Objektiv.

Verarbeitung / Haptik: **/***
Zoombereich: ***/****
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: ****
Preisstufe (gebraucht): B

 

Was würde ich mir wünschen? Das ist schnell beantwortet: ein KB-taugliches 2.8-4.0/24-90 mit schnellem AF, gutem Stabilisator und sehr guter Bildqualität auch bei Offenblende, das zudem nicht allzu groß ist und bezahlbar bleibt. Das wird dann wohl ein Traum bleiben.
Es gibt zwar ein paar Objektive, die da heran kommen (von Nikon, Fuji oder Leica), doch immer wird mindestens eine der Forderungen nicht erfüllt (weniger Lichtstärke, nur APS, zu groß, zu teuer…). Hin und wieder schaue ich mal nach Angeboten für ein Tamron 2.8/28-75. Wenn da mal ein richtig günstiges dabei ist, werde ich das auch noch mal ausprobieren.

Ich bin übrigens deshalb nicht bereit, viel Geld für ein Zoom auszugeben, da ich – wenn es mir um den fotografischen „Genuss“ geht – viel lieber Festbrennweiten nutze.

Außer Konkurrenz folgen drei der vielen non-Nikon Zooms, mit denen ich fotografiert habe und die ich hier erwähnen möchte.

Tamron 3.8-6.3/28-300 Makro AF Aspherical XR IF DI

Das zweite „Superzoom“, das ich in dieser Liste vorstelle, ist ein Zoom, welches ich mir damals für meine Canon EOS 350D gekauft habe, als weit in den Telebereich hineinreichende Ergänzung des Kit-Objektivs 18-55. Später war ich oft nur mit einem Tokina 12-24, einem 1.8/50 und diesem 28-300 unterwegs. An der 350D war es ohne Tadel und auch an der „klassischen“ EOS 5D performte es ziemlich gut. Besser als sein Ruf.

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: *****
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: **/***
Preisstufe (gebraucht): C/D

Canon EF 3.5-4.5/24-85 USM

Dieses Objektiv wurde auf den Markt gebracht als ein Zoom für APS-SLR Kameras, doch es lässt sich nicht nur an APS-DSLRs, sondern auch an KB-DSLRs nutzen. Es ist mir bis heute eines der liebsten Zooms für eine EOS. Auch hier möchte ich schreiben, dass es deutlich besser als sein bescheidener Ruf ist! Sowas und für DEN Gebrauchtpreis wünschte ich mir von/für Nikon.

Verarbeitung / Haptik: ***
Zoombereich: ***
Lichtstärke: ***
Abbildungsleistung: ***
Preisstufe (gebraucht): B/C

Pentax SMC FA 3.5-5.6/28-90 °°°

Eine weitere Preis-Leistungs-Empfehlung, diesmal aber für Pentax. Gut und vor allem günstig! Wer – wie ich – nur selten mit Pentax fotografiert und/oder ein preisgünstiges Zoom für eine Pentax (D)SLR sucht, der sollte hier zugreifen.

Verarbeitung / Haptik: **/***
Zoombereich: ***
Lichtstärke: **
Abbildungsleistung: ***
Preisstufe (gebraucht): A/B

Lesezeit

Urlaubszeit ist nicht nur Fotozeit, oder Blog-Zeit, sondern auch Lesezeit. Endlich kommt man mal dazu, die Bücher zu lesen, die man schon lange auf dem Stapel liegen hat.
Diesmal hatte ich mir „Die Essenz der Fotografie“ eingepackt, in das ich mich ein wenig mehr vertiefen wollte.
Zufällig entdeckte ich aber vor ein paar Tagen das Buch „Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch?“ von Sven Barnow. Da dieses Buch zwei Themen kombiniert, die ich beide brennend interessant finde – und die für mich in der Tat unabdigbar zusammengehören, habe ich es mir ganz spontan gekauft. Jetzt, wo ich immer wieder in dem Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass dies eine ganz großartige Entscheidung war. 🙂

psychofoto

Gerade für so technik-affine Fotografen wie mich, ist dieses Buch wichtiger Lesestoff. Barnow, selbst Psychologe, beschreibt – wissenschaftlich hinterlegt – zum einen, wie man seine Portraitsfotografie verbessert kann, zum anderen aber auch, wie man seine eigene Kreativität schulen kann und welche Aspekte beim kreativen Fotografieren wichtig sind.

spyfoinh Ergänzt wird sein Text durch interessante Interviews mit Menschen, die bzgl. der Fotografie auch etwas zu sagen haben. Hin und wieder kommt der Psychologe mit Barnow durch, wenn er kleine Selbsttest einsetzt, um den Leser zu etwas mehr Selbsterkenntnis zu führen.
Ich werde dieses Buch mit Sicherheit immer wieder in die Hand nehmen und so einiges daraus für mich und meine Fotografie mitnehmen.

Ein Interview mit dem Autor finden Sie > hier <.

„Der beste Kaffee in Marburg“

Marburg ist eine Stadt mit etwa 80.000 Einwohnern, von denen gut 20.000 Studierende sind. Manche sagen gar, Marburg habe keine sondern „sei“ eine Universität. In der Tat hat die Philipps-Universität einen großen Einfluss auf das Stadtgeschehen. Wenn eine derart große polyglotte Gruppe von jungen Menschen nicht so eine vielseitige Wirkung auf die Stadt ausüben würde, wäre Marburg womöglich nur ein kleines Provinzstädtchen im Oberhessischen. Doch es greift eindeutig zu kurz, die Stadt nur auf die Uni zu reduzieren, denn was sie vor allem bietet ist „erfühlbare“ Geschichte. Jeder Gast, der zum ersten Mal die steilen Anstiege in die „Oberstadt“ hinaufgeht  – wie die Altstadt Marburgs genannt wird – bemerkt, wie viel historische Substanz auf einen einwirkt. Grund genug, diesen schönen Ort durch einige Objektive von Meyer Optik Görlitz wiederzuentdecken.

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Den Anfang macht am besten, wie so oft bei Stadtspaziergängen,bohne_030
eine gute Tasse Kaffee und einen exzellenten Kaffee gibt es in Marburg in der „Bohne“. Hier röstet der Chef selbst. Aus unterschiedlichen Bohnen werden in exquisiten Mischungen und durch geschickte Röstverfahren mehrere Sorten Kaffee hergestellt, die man in ganzen Bohnen (was immer empfehlenswert ist) oder gemahlen kaufen oder direkt in der Espresso-Bar genießen kann. Erik Schramm, der Besitzer der Bohne, ist dabei immer zu einem netten Gespräch bereit und erklärt dem geneigten Zuhörer seine Kaffee-Philosophie:

 

„Erik, was gefällt dir besonders an deinem Beruf als Kafferöster und Barista?“

„Ich war ja früher Fotograf und die Kreativität ist beiden Berufen gleichermaßen gegeben. Die Verbindung aus Handwerklichkeit und Kreativität immer nahe am Kunden, das macht es im Endeffekt aus.“

„War es für dich denn ein Learning-by-Doing?“

„Ja. Ich bin ja sozusagen Quereinsteiger. Kaffeeröster ist kein Ausbildungsberuf. Man kommt aber relativ gut rein, wenn man ein bisschen Gespür dafür hat.  Wenn man viel verreist, viel in Italien, Frankreich, Spanien unterwegs ist, denn merkt man, dass der Kaffee dort eben besser schmeckt als hier und wenn man dann Interesse daran entwickelt, kommt man auch zum Rösten, weil man weiß, was man will.“

„Geht deine Philosophie denn eher in Richtung Vielseitigkeit des Angebots oder eher dahin, einen eigenen Stil zu entwickeln?“

„Jeder röstet ja so, wie er es für das Beste hält. Es ist wie beim Backen auch. Jeder hat seine eigene Art, etwas zu machen. Wichtig ist es, dass es authentisch ist. So sehr ist eine Vielseitigkeit ja gar nicht gegeben. Ich habe Espresso, Kaffee jeweils in mild, mittel und kräftig und jeweils drei oder vier zur Auswahl, dann sind es ja gar nicht so viele. Das sind das so 21 bis 25 Sorten.“

„Na ja, ich würde das absolut als vielseitig bezeichnen!
Könntest du dir denn vorstellen, dein Geschäft zu vergrößern?“

„Na ja, es könnte immer noch besser laufen. Mir gefällt aber das Persönliche, das Familiäre hier im direkten Kontakt zu den Menschen, die zu uns kommen,  und das würde vermutlich leiden, wenn wir hier alles viel größer aufziehen würden.“

 

Genauso ist es und so wirkt es auch in der Bohne. Es fällt schwer, daran vorbei zu gehen, wenn der Geruch von frisch geröstetem Kaffee durch den Steinweg schwebt. Ein Espresso in der Bohne ist als Anfang eines Tages in Marburg oder als Abschluss überaus empfehlenswert.

Die Fotos wurden gemacht mit einem Meyer Figmentum 2.0/35 bzw. einem Meyer Somnium 1.5/85 mit Nikon-Bajonett an einer Nikon Df, bei Offenblende bis maximal um zwei Stufen abgeblendet und bei ISO-Werten zwischen ISO 400 und 3200. Die hier gezeigten Bilder sind – bis auf leichte Anpassungen in Lightroom CC (Belichtung und Klarheit) sowie Photoshop CC (Tonwerte) – weitgehend unbearbeitet.
(Von allen abgebildeten Personen liegen Einverständniserklärungen vor.)

Ein „Do-it-yourself“-Redscale-Film

Hui, das sind aber viele Bindestriche im Titel. Hat ja schon dort was von „Heimarbeit“. 😉

Heute möchte ich kurz vorstellen, wie man sich einen „Redscale“-Film selbst herstellt. Ist nichts weltbewegend Neues, sondern wurde schon von vielen gemacht, bereits bevor es fertige Redscale-Varianten zu kaufen gab. Vielleicht ist es aber dennoch spannend für einige hier.
Ein Redscale-Film ist im Grunde ein Film, der „von hinten“ belichtet wird und daher verkehrtherum in der Dose eingespult ist. Ich habe >> hier << bereits darüber geschrieben.

Dadurch, dass die einzelnen Farbschichten in der falschen Reihenfolge belichtet werden, verschieben sich die Farben stark in Richtung gelb-orange und rot. Blau kommt gar nicht mehr und grün kaum noch vor. Fotos damit sehen in etwa so aus:

F1050027
Diese Innenraumaufnahme wirkt vor allem durch den Sonnenschein, der links auf den Vorhang scheint.

Klar, solche Fotos möchte man sicherlich nicht ständig machen, aber ab und zu… Warum eigentlich nicht? Ein Hinderungsgrund könnte sein, dass diese Filme nicht überall zu bekommen sind. Den Rollei Redbird gibt es mehrheitlich nur im Versandhandel und den Lomo Redscale nur direkt bei Lomography. Immerhin sind sie nicht so teuer wie die anderen Spezialfilme von Lomography.

Man kann sich solche Redscale-Filme aber auch selbst machen. Die Ergebnisse sind nicht ganz so vorhersehbar, da es auch vom Film abhängt, den man dafür verwendet, aber das ist ja vielleicht sogar im Sinne desjenigen, der im „Redscale-Modus“ fotografiert. Das hat ja in der Tat Ähnlichkeiten zur „Lomographie“.

Dieses „Do-it-yourself“ ist nicht einmal schwierig. Alles, was man braucht ist eine verschließbare (oder eine bereits für einen Redscale-Umbau verwendete) Filmdose, ein Wechselsack und einen normaler Farbnegativfilm (das kann ruhig ein abgelaufener sein) – sowie ein klein wenig handwerkliches Geschick.

Schritt 1: Die Vorbereitung

diyredscale1

Mir stand hier eine wiederverschraubbare Filmdose zur Verfügung, was das „Umladen“ vereinfacht. Ich klebte also den Anfang des Negativfilms an die Spule, die ich aus der verschließbaren Dose entnehmen konnte.

Schritt 2: Das Einfädeln

diyredscale2

Die Spule kam dann in die Dose zurück. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass dies gegensätzlich zur eigentlichen Wickelrichtung geschieht, denn man möchte später ja auf die Rückseite des Films belichten.

Schritt 3: Das Umspulen

diyredscale3

Wenn man die noch leere Filmdose verschlossen hat, muss man den Film von der abgebenden in die aufnehmende Dose umspulen. Das muss natürlich in einem Wechselsack oder in völliger Dunkelheit geschehen, da ansonsten der Film durch den schmalen, verbleibenden Spalt belichtet würde!

Schritt 4: Der Abschluss

diyredscale4

Ist der Film umgespult, nimmt man die beiden noch durch den Film verbundenen Dosen aus dem Wechselsack (oder macht das Licht an) und schneidet den Film etwa 2 cm von der abgebenden Dose entfernt ab. Diese, jetzt weitgehend leere Dose kann man für die nächste Umspulaktion verwenden, da man den neuen Film verkehrtherum an den noch vorhandenen Filmrest kleben kann.

In der aufnehmenden Dose steckt nun der Negativfilm so aufgespult, dass er in der Kamera auf der Rückseite belichtet wird. Nun nur noch dem Anfang des Films den typischen Anschnitt verpassen. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben einen Redscale-Film.

Wichtig ist, vor allem wenn Sie eine solche wiederverwendbare Filmdose nutzen, dem Labor mitzuteilen, dass es sich um einen C-41-Film handelt, denn der umgespulte Film wird ganz herkömmlich und von jedem Labor im Farbnegativprozess entwickelt.

Perfektionisten spulen den Film nach der Belichtung wieder in die ursprünglich Dose zurück, da es gelegentlich zur Streifenbildung bei der Entwicklung kommen kann, weil der Film ja auch falsch herum durch die Entwicklungsmaschine läuft.

Und nicht vergessen: Redscale-Filme brauchen Licht!! Also tendenziell den Film bei Sonne verwenden oder mit Blitz. Einen ISO200-Film (wie hier im Beispiel) messe ich wie einen ISO400- oder sogar ISO800-Film an. Am besten wirken sie aber wenn man bei starkem Licht (also eigentlich zu hell für einen ISO400) fotografiert und dann wieder etwas unterbelichtet.

Viel Spaß!