Auflösung des „Versuchs“

Vorgestern hatte ich ja einen kleinen Versuch gestartet, in dem ich drei Fotos zeigte und gerne wissen wollte, ob jemand diese zugegebenermaßen kleinen Bilder drei Kamera zuordnen kann. Einige lagen hier, per Mail und auf Facebook daneben, andere haben komplett richtig getippt. Danke für’s Mitmachen!

Hier ist die Lösung:

 

8_100
Bild 1 – Das stammt aus der Leica M8 mit dem Elmarit-M 2.8/21.

 

7_100
Bild 2 stammt aus der Sony A7 II mit dem Ultron 2/28.

 

2_100
Bild 3 kommt aus der Sigma DP1s.

Ich finde auch, wie viele geschrieben haben, dass es fast nicht möglich ist, dies bei dieser Größe sicher zuzuordnen. Glückwunsch an die, die es dennoch geschafft haben!

Spannend fand ich die Anmerkung, dass sich im Bild zwei oben links in der Ecke eine Unschärfe bemerkbar macht. Das ist in der Tat so, liegt aber nicht, wie von einem Kommentartor vermutet, an einer Dzentrierung, sondern daran – wie von einem anderen richtig geschrieben – dass hier ein weitwinkliges Messsucher-Objektiv an die Sony 7 adaptiert wurde. Das muss nicht, kann aber zu mehr oder weniger starken Problem führen. (Die Bilddarstellung hier im Blog verstärkt diese Wirkung übrigens noch.)

Ich hatte ja auch erwähnt, dass man schon bei ISO 400 die Unterschied deutlicher sieht, was vor allem an der ziemlich schwachen „High-ISO-Leistung“ der Sigma liegt:

 

8_400
Leica M8 – keine Einschränkungen bei ISO 320.

 

7_400
Sony A7II – ebenfalls keinerlei Einschränkungen bei ISO 400.

 

2_400
Bei der Sigma DP1s sollte man hingegen ISO 400 nur im Notfall benutzen. Die Farben sind bereits ausgewaschen und Details gehen im Rauschen unter.

Fazit?

  • Für kleinere Prints bzw. die Darstellung im Internet reichen auch Sensoren mit wenigen MegaPixel aus. Wichtiger als die Zahl kann die Größe des Sensors sein.
  • Für große Drucke oder Ausschnittsvergrößerungen benötigt man natürlich eine höhere Auflösung. (Wobei man mit 10 oder 12 MPix so ziemlich jede Druckgröße bedienen kann.)
  • Fotografiert man mit älteren Sensormodellen, sollte man sich auf niedrige ISO-Werte beschränken.

Das sind nn alles keine wirklich neuen Erkenntnisse, doch hin und wieder finde ich es gut, wenn man althergebrachte Weisheiten durch echte Beispiele bestätigt – sozusagen empirisches Arbeiten. 🙂

 

 

 

 

 

 

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu…

… und natürlich fängt man an, sich Gedanken zu machen – darüber, wie 2016 war und wie 2017 wohl sein wird.

Global betrachtet war 2016 wahrlich kein gutes Jahr: Kriesen- und Kriegsgebiete weiten sich aus, religiöse Fanatiker morden und zerstören unwiederbringliche Kulturgüter, dass in einem selbst der Hass hochsteigt (obwohl man sowas immer vermeiden möchte), viele berühmte Persönlichkeiten sind gestorben (nicht, dass das Leben einer Berühmtheit mehr wert wäre als das eines „normalen“ Menschen“, aber wenn ein Umberto Eco, ein David Bowie oder ein Roger Willemsen gehen müssen, dann verliert die Welt eben doch ein gehöriges Maß an Kreativität und Intelligenz). Wenn man in den letzten Wochen in die Zeitung geschaut hat, saß man oft kopfschüttelnd und fassungslos da und wunderte sich über den Verfall der menschlichen Moral und man fragt sich, ob die Menschheit eigentlich immer dümmer wird.

Persönlich, also ganz für mich, war das Jahr 2016 „OK“, eigentlich ganz gut. Kein echtes Highlight-Jahr, aber auch kein wirklich schlechtes.
Es brachte so einige Veränderungen (Aublauf der Abordnung an die Uni mit der damit verbundenen Fassunglosigkeit über die Kurzsichtigkeit und Paragrafenreiterei des Kultusministeriums), von denen einige extrem viel Arbeit bedeuteten (Um- und Anbau am eigenen Haus, der sich noch bis ins kommende Jahr hinüberzieht).
Es bot ein paar wirklich schöne Erlebnisse: einen supertollen Herbsturlaub, ein paar überaus angenehme Treffen mit (Foto-)Freunden und unzählige schöne Stunden mit der Familie.

Es fällt schwer, die letzten unglaublich arbeitsintensiven Wochen nicht stellvertretend für das gesamte Jahr anzusehen, da sie so akut in Erinnerung sind. Daher versuche ich mich heute auch zurück zu besinnen auf die ersten 7 oder 8 Monate, in denen das Leben relativ „normal“ für mich war – so wie es in wenigen Wochen wieder sein wird. 😉

„Equipment of the Year?“

Im letzten Jahr waren die Tage „zwischen den Jahren“ (Ich lieben diesen Begriff!) bedeutend ruhiger und entspannter. Daher konnte ich dieses Jahr keine Liste meiner liebsten Ausrüstungsteile erstellen und beschreiben. Aber andererseits hat sich in 2016 auch nicht allzu viel geändert. Ich fotografiere noch immer am liebsten mit der Df, der M8 und meinen beiden Fujis sowie an und ab analog. Auch die „Lieblings“-Objektive sind weitgehend die gleichen, ebenso wie die Taschen, Stative usw.
Es ist lediglich, noch gar nicht so lange her, noch was dazu gekommen, das mir in den kurzen Momenten, die ich seitdem für meine Hobbys finde, richtig Spaß gemacht hat: die Olympus PEN E-P3. Daran nutze ich – neben einem 30er Sigma und adaptierten M-Objektiven, einige „Fun“-Linsen (z.B. eine Body-Cap-Lens, ein Experimental-Set von Lomography, einige C-Mount Objektive und die Pentax110-Reihe). Das ist kreativ und inspirierend und darauf freue ich mich in 2017.

Vorsätze?

Klar habe ich Vorsätze für 2017. Aber keine Liste. Im Grunde sind es die gleichen, die ich auch für 2016 (und 2015) schon hatte und – wie so oft – nicht komplett umsetzen konnte: mehr Zeit für meine Familie nehmen, Freundschaften besser pflegen, ein bisschen mehr trainieren, wieder etwas intensiver fotografieren, weniger „prokrastinieren“ (dafür mehr „machen“) und spontaner werden. Ich denke, ich bewege mich seit ein paar Jahren in diese Richtung und da mir das gut tut, werde ich diesen Weg weitergehen. 🙂

Ich wünsche allen, die diesem Blog folgen, ein friedliches, gesundes und fröhliches Jahr 2017. Passen Sie auf sich auf und achten Sie auf Ihre Liebsten!

„Sieht“ man Mittelformat?

Die Fuji GW690, eine 6×9 Messsucherkamera, habe ich seit etwas über einem Jahr. Man fotografiert ja nicht so oft mit einer Messsucherkamera, die so große Negative zaubert. Wenn man es tut, dann fragt man sich aber stets, warum denn eigentlich nicht?

690_w1

Die Ergebnisse aus Bad Homburg, ich berichtete, hatten mich schon begeistert:

Gestern habe ich den 220er Ilford FP4+ entwickelt (klassisch in Rodinal 1:50), der in der Kamera war, als ich sie mit in Trier hatte.

Erneut vermitteln mir die Fotos das „gewisse Etwas“. Man kennt die Diskussion, dass man es Mittelformatfotos eben ansehe, dass es Mittelformatfotos sind. Zum einen spielt da die – nachweisbar geringere – Schärfentiefe bei gleicher Blendenöffnung eine Rolle, welche in Kombination (auch und vor allem) mit einem Weitwinkel Bildeindrücke liefert, die nur schwierig mit einer Kleinbildkamera (oder gar einem kompakteren Format) erreichbar sind. Doch mein Nikkor 1.4/35 an meiner Df bietet im Grunde vergleichbare Parameter.
Oft redet man auch dem Film an sich in diesem großem Format besondere Eigenschaften an. Das gleitet aber hin und wieder ins Esoterische ab. 😉

Und dennoch, auch ich meine zu erkennen, das Mittelformat-Fotografie einen besonderen Reiz hat und Bilder produziert, die eben wie „Mittelformat“ aussehen. Es kommt allerdings auf die Situation und die Aufnahmeeinstellungen an.
Lassen Sie uns einmal vier Bilder aus Trier anschauen, die ich mit der Fuji GW690 gemacht und mit einem Epson 3200 Photo eingescannt habe. Die Fotos sind unbearbeitet (die Helligkeitsverteilung und der Kontrast müssten angepasst werden), lediglich in der Größe angepasst.

Beispiel 1:

trier_fuji690_fp4_cschouler_01

Dieses Foto hätte man auch mit einer ordentlichen Kleinbildkamera machen können. Es zeigt einen leicht weitweinkligen Bildwinkel und ist durch die Abblendung und die hyperfokale Fokussierung bis in die Tiefe scharf.

Beispiel 2:

trier_fuji690_fp4_cschouler_03

Auch dieses Foto wäre mit einer guten Kleinbildausrüstung leicht möglich gewesen. Der zweifelsohne sichtbare 3D-Effekt lässt sich auch mit Kleinbildobjektiven erzielen, die einen entsprechenden Mikrokontrast liefern.

Beispiel 3:

trier_fuji690_fp4_cschouler_02

Bei diesem Foto hingegen kommt meiner Ansicht nach schon durch, was so besonders in der Mittelformatfotografie ist: der weiche Schärfeverlauf bei dennoch sichtbarer Trennung. Die kleine Bischofs-Statue vorne ist scharf, der Herr am rechten Bildrand „fast“ scharf, auf jeden Fall schärfer abgebildet als die Personen etwas „dahinter“ und die Portra Nigra ist unscharf, ohne jedoch in einer Freistellung völlig zu verschwinden.
Die Möglichkeit mit Unschärfe über einen tiefen Bereich zu spielen, freizustellen und doch den Hintergrund erkennbar zu lassen, das ist für mich typisch für das Mittelformat.
Sicher, wer es geschickt anstellt, kann das auch mit Kleinbild erreichen. Ich habe nur den Eindruck, dass es auf einem 6×9-Negativ leichter möglich ist.

Beispiel 4:

trier_fuji690_fp4_cschouler_06

Auch hier ist – in meinen Augen – ein Mittelformat-Effekt sichtbar. Scharf abgebildet ist – ganz bewusst – nur die Pfütze vorne – erkennbar an der Struktur des Bodens. Die Personen wirken beinahe noch scharf, sind es aber nicht. Rechts ist an den Türen des „Straßen-Zuges“ der in die Tiefe des Bildes abnehmende Schärfeverlauf sichtbar, und im Hintergrund ist die Portra Nigra erneut unscharf aber wiedererkennbar. Bei der Komposition des Fotos war es mir wichtig, die Portra Nigra in der Reflektion auf dem Boden erscheinen zu lassen (was, da nur wenig Wasser ungleichmäßig verteilt war, nicht komplett möglich war).

Ineteressant ist auch, dass – je größer man einen Print dieser Fotos betrachtet, umso deutlicher dieser Effekt wird. Das ausgezeichnete Fujinon 3.5/90 der Fuji GW690 unterstützt dies durch die „Roundness“ der Abbildung, dem ausgeprägten 3D-Rendering und dem hohen Mikrokontrast maßgeblich. Unter Umständen spielt auch die im Vergleich zum digitalen Sensor etwas andere Darstellung eines S/W-Films eine Rolle, aber das ist schwer greifbar.

Ich denke auf jeden Fall wirklich, dass eine Kombination aus großen Aufnahmeformat und leistungsfähigem Objektiv Aufnahmen ermöglicht, die sonst nur sehr schwierig zu erreichen sind.

 

Blue-Light-Bokeh-Show

Hin und wieder diskutiere ich gerne in einer Facebook-Gruppe mit, die sich mit der Verwendung „alter Linsen“ an modernen Kameras beschäftigt. Das ist ja ohnehin ein Steckenpferd von mir. Einige in der Gruppe sind diesbezüglich ähnlich „alte Hasen“ wie ich, andere fangen gerade erst an, diese fotografischen Möglichkeiten für sich zu entdecken. Es freut mich sehr, wenn wieder jemand bemerkt, wie toll es sein kann, ein altes Objektiv an eine neue Digitalkamera zu stecken. 🙂

hassibubbla

Was ich allerdings nicht wirklich nachvollziehen kann, ist die Vorliebe von einigen dort, in jedem Bild unbedingt solche „Bokeh-Seifenblasen“ zu haben, wie sie z.B. ein Meyer Trioplan 2.8/100 typischerweise so zeichnet. Vor allem kann ich nicht verstehen, dass man über €500,- für ein gebrauchtes Trioplan bezahlt! Es ist ein einfacher Dreilinser, der früher als ebensolch ein einfaches Objektiv betrachtet wurde. Heute schwimmt es auf einer unfassbaren Hype-Welle.

Ja, es gibt durchaus Fotos, auf denen diese „Bubbles“ sinnvoll und ästhetisch gewinnbringend eingesetzt werden. Im DCC findet man ein paar gute Beispiele. Doch ganz ehrlich? Das sind die wenigsten. Meistens scheint es darum zu gehen, irgendwie die Blubberbläschen auf’s Bild zu kriegen und schon gilt das Foto als Meisterwerk. 😉
Ja, ich weiß. Ich bin jetzt ganz böse. Doch meiner Meinung nach nutzt sich dieser Seifenblasen-Effekt ebenso schnell ab wie ein Fisheye- oder ein Makro-Effekt – vor allem dann, wenn immer nur wieder Blümchen-Bilder gezeigt werden.
Und dennoch scheint alle Welt nach „Bubbles“ oder – in einem anderen Bereich – nach „Swirls“ zu schreien. Vielleicht werden die Blasen-Fans auch nur deshalb eher gehört, weil sie lauter schreien. Wer weiß?…

Da ich mir viel lieber Portraits von Menschen als von Blumen anschaue, kann ich den „Swirl“-Effekt noch verstehen und finde ihn – richtig angewendet – auch toll, da er eine Art „Kranz“ um die portraitierte Person zeichnet und so den Blick auf das Hauptsujet lenkt. Seifenblasen-Bubbles lenken aber bei einem Portrait m.E. einfach zu sehr ab. Natürlich kann man das mal nutzen, es sollte aber die absolute Ausnahme bleiben.

Nun ja, das ist natürlich nur meine Meinung. Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters und auch bei der Fotografie ist die Freiheit der Gestaltung ein sehr wichtiges Element. Friede?

Neulich jedenfalls wollte ich in der Gruppe zeigen, dass man für solche Blubberblasen eben keine €500,- ausgeben muss, sondern sich auch einfach ein Meyer Diaplan-Projektionsobjektiv kaufen kann, welches den gleichen optischen Aufbau wie das Trioplan hat und sehr ähnliche Bokeh-Highlights (denn darum geht es schließlich, nichts anderes sind diese „Bubbles“) produziert. Vor wenigen Wochen habe ich ein Diaplan für €5,- erstanden. 😉 Man muss nur noch ein wenig basteln und hat einen Trioplan-Klon (ohne Blende).
Es folgte eine interessante Diskussion, in der sich erneut die teils festgefahrenen Überzeugungen zeigten. (Ich muss ja gestehen, dass ich in meiner Ablehnung des Trioplans auch eine ziemlich feste Meinung habe. 😉 )

Das Bild, das ich dort gezeigt habe, hat mich nun veranlasst, das gleiche Motiv einmal mit unterschiedlichen Objektiven des typischen Portrait-Brennweitenbereiches (80 bis 105mm) aufzunehmen. Diese Reihe zeigt deutlich, wie „echte“ Fotoobjektive (Pentax 100 sowie Nikkor 85 und 1o5, Pentacon 100, Jupiter-9 85, Vivitar 100, Leitz Tele-Elmarit 2.8/90 und die Leica Summicrone M 2.0/90 und R 2.0/90) sowie umgebaute Projektionsobjektive (Diaplan 80, Colorplan 90 und Kiptar 100) mit Bokeh-Highlights umgehen.

Die Bilder sind jeweils mit Offenblende entstanden, was zusammen mit der Brennweite, für den unterschiedlichen Grad der Freistellung sorgte.

Und wie erwartet, schneidet für meinen Geschmack das „Diaplan“ am schlechtesten ab.
Mein persönliches Ranking sieht aus wie folgt:

  1. Leica Summicron-M 2.0/90 (mein absoluter Favorit, noch ein Quäntchen vor den Nikkoren, weil weniger Neigung zu Katzenaugen am Bildrand; ganz nah dran an der Perfektion!)
  2. (geteilt) Nikkor-H 1.8/85 und Nikkor 2.5/105 AI (beide zeigen sehr ähnlichen Charakter und sind gleichermaßen hervorragend)
  3. Leica Summicron-R 2.0/90 (ganz knapp dran an den Nikkoren, wunderbar weiche Freistellung)
  4. (geteilt) Leitz Tele-Elmarit-M 2.8/90 (etwas stärkere Tendenz zur Randbetonung dafür weniger Katzenaugen) sowie Leitz Colorplan 2.5/90 (stärkere Katzenaugen, dafür weniger Kontrast-Rand. Das Colorplan ist damit das für mich beste Projektionsobjektiv, ein echter Geheimtipp für Bastler – noch!)
  5. Pentacon Auto 2.8/100 (eigentlich ein Objektiv von Meyer Optik, das Orestor 100, allerdings in neuerer Version und daher mit „Pentacon“ gelabelt; mein Exemplar öffnet die Blende leider nicht komplett, so dass ganz leichte Sechsecke zu sehen sind, dennoch ein recht schöner Umgang mit den Highlights, deutlich besser als das „Trioplan“-Design und nahe dran am 4. Platz)
  6. (geteilt) Pentax-M 2.8/100 und Vivitar Auto 2.8/100 (gut, aber nicht so cremig wie die Nikkore; das Vivitar scharf, das Pentax sehr scharf)
  7. Jupiter-9 2.0/85 (deutliche Tendenz zum „Kringeln“)
  8. ISCO Kiptar 2.0/100 (schon mit etwas Abstand zum Pentax, nah dran am Jupiter, und mit toller Freistellung)
  9. Meyer Diaplan 2.8/80 (Blende f/2.8 und 80mm Brennweite machen das weiche Freistellen schon etwas schwerer und dann die „Bubbles“…)

Wie sehen Sie das? Ihr Ranking (und die Gründe dafür) würde mich sehr interessieren. Also, schießen Sie los. 🙂

5 Fragen, die sich ein Fotograf…

… zum Jahreswechsel stellen sollte.

Die Jungs von DigitalRevTV haben auf der MicroSite „Bokeh“ kürzlich diese Frage gestellt. Das fand ich sehr spannend.

Hier möchte ich mich dieser Fragen kurz annehmen.

  1. Habe ich mich im vergangenen Jahr als Fotograf weiterentwickelt?
  2. Welche neue Inspiration konnte ich finden?
  3. Was habe ich im letzen Jahr gelernt?
  4. Was habe ich zur Fotografie an sich beigetragen?
  5. Wie kann ich mich im kommenden Jahr verbessern?

 

Habe ich mich im vergangenen Jahr als Fotograf weiterentwickelt?

Ja, ich denke schon, aber weniger als ich es mir gewünscht hätte. Ich habe vor allem verinnerlicht, dass es nicht darum geht, Perfektion anzustreben, sondern das Besondere im Makel zu finden.

Welche neue Inspiration konnte ich finden?

Vielleicht im Widerspruch zur nächsten Antwort, haben mich einige neue Ausrüstungsgegenstände sowie für mich wiederentdeckte Formate und Medien inspiriert: einige faszinierende Objektive, Mittelformat und Sofortbild. Außerdem inspirieren mich gute Fotobücher, Vorträge und Gespräche über die Fotografie.

Was habe ich im letzen Jahr gelernt?

Ich habe gelernt, dass besseres Equipment nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führt, dass man sich exzellent von den echten Könnern etwas abschauen kann und dass es immer wieder toll ist, sich mit Freunden über Fotografisches zu unterhalten. Obwohl, „gelernt“ ist eigentlich die falsche Vokabel, denn das wusste ich ja schon vorher. Es ist mir nur nochmals bewusster geworden.
Und ich habe meine Fähigkeiten in der S/W-Entwicklung erweitert.

Was habe ich zur Fotografie an sich beigetragen?

Nichts. Leider. Es wäre anmaßend, hier etwas zu nennen.

Wie kann ich mich im kommenden Jahr verbessern?

Erstens: fotografieren, fotografieren, fotografieren!
Zweitens: Noch mehr von den Meistern lernen.
Drittens: Endlich das Projekt C-41-Selbstentwicklung angehen.

Wie würden Sie diese Fragen beantworten?

Über Vorsätze…

Dieses Jahr habe ich ja gar keine „Vorsätze“ formuliert. Na sowas!
Andererseits, wenn ich mir meine Vorsätze vom 01.01.2015 anschaue, dann muss ich gestehen, dass ich nur 3 von den 8 erfüllt habe. Schwach, eigentlich.

Klar, habe ich auch dieses Jahr Pläne, Vorhaben, Vorsätze. Das reicht von „weniger Zucker essen“ und „intensiver Trainieren“ über „sich nicht mehr so schnell über die Ignoranz anderer ärgern“ bis hin zu einigen fotografischen Projekten, deren Verwirklichung nun wirklich in den Sternen steht.

Im Grunde lässt sich aber alles, was ich mir vorgenommen habe, auf einen Punkt zusammenfassen: Alles versuchen, um jeden Tag glücklich ins Bett zu gehen.

Da ich inzwischen genug Lebenserfahrung habe, um zu erkennen, was mir genau das ermöglicht, liegt mein Ziel darin, genau dies zu versuchen.

Was haben Sie sich vorgenommen?

„Kamera des Jahres“ … Rückblick

OK, dieser Artikel wird was für die echten Freaks, nur was für Hartgesottene. Die Idee kam mir heute morgen – vermutlich war ich noch nicht ganz wach.

Ich fotografiere ja schon deutlich länger als ich diesen Blog betreibe. Von daher schaue ich jetzt einmal zurück auf die Jahre vorher und erinnere mich an meine „Kameras des Jahres“ von früher.

Von 1989 bis 1999 gab Ricoh_35-70es jedes Jahr nur eine „Kamera des Jahres“: meine Ricoh KR-10x. Eine andere hatte ich nicht. 😉

Diese Kamera habe ich heute noch und sie funktioniert noch prächtig! Bin gespannt, ob ich sowas auch von den Kameras schreiben kann, die ich heute so nutze.

dc240iIn den Jahren 2000 und 2001 war meine Kamera des Jahres eine Kodak DC240i, die meinen Einstieg in die digitale Fotografie bedeutete. Mensch, was war das damals ein tolles Erlebnis! Mit dieser Kamera habe ich unseren Besuch auf der EXPO2000 dokumentiert, in VGA(!), weil die Speicherkarten so teuer waren.

dimage7In den Jahren 2002 und 2003 hieß meine Kamera des Jahres Minolta Dimage 7.

Welch ein Schritt nach vorne! Das ging schon in Richtung „Profi-Modell“ mit einem tollen Objektiv. Leider war der AF grottig und der Stromverbrauch exorbitant!

 

lumixfz20Ein wenig schneller und vor allem mit viel mehr Tele 😉 war meine Kamera der Jahre 2004 und 2005 ausgestattet: die Panasonic Lumix FZ20.

Die fand ich richtig toll, wenn bloß nicht das schlechte Rauschverhalten ab ISO400 den Eindruck ein wenig getrübt hätte.

Der Wahnsinn ging dann im Jahre 2006 los. Unser erstes Kind wurde geboren und da brauchte der Papa „natürlich“ eine DSLR.sigma1770

Die Canon EOS 350D war meine Kamera der Jahre 2006 und 2007. Es war meine erste digitale Spiegelreflexkamera und ich habe sie noch heute in ausgezeichneter Erinnerung. Sie hat einfach zu mir gepasst.
Als ich zudem entdeckte, dass man zahlreiche alte, manuelle Objektive an eine EOS adaptieren kann, gab es kein Entrinnen mehr. Dieser Kamera habe ich endgültig meine Begeisterung für alles, was mit Fotografie zu tun hat, zu verdanken. Ich könnte auch im Dialekt meine Opas schreiben: „Sie ist in Schuld!„. 😉

40d1785Meine Kamera des Jahres 2008 war (beinahe logischerweise) die Canon EOS 40D.
Sie konnte alles noch einen Ticken besser als die 350D und war vor allem als semi-professionelle Kamera robuster verarbeitet. Und dennoch schlich sie sich nie so tief in mein Herz wie die 350D. Woran das auch immer gelegen haben mag.

5dtoki2870Auch meine Kamera des Jahres 2009, die Canon EOS 5D (die erste Version), die ich mir nur gebraucht leisten konnte und die mir zum ersten Mal das Fotografieren auf einem Sensor in Kleinbildgröße ermöglichte, hat mich, so toll sie auch war (und immer noch ist), ebenfalls nie komplett gefesselt. Natürlich war der Bildeindruck gerade mit den manuellen Linsen am KB-Sensor ein anderer, aber ich war ein wenig enttäuscht, dass meine Fotos nicht wirklich „besser“ waren als mit der 350D.

Im Jahr 2010 gab es plötzlich eine spannende Entwicklung. Ich nutzte die EOS 40D, die EOS 5D, ein paar kompakte Digiknipsen und eine Pentax K100D fast gleich häufig, doch diese Pentax war es, die mich am meisten inspirierte. Verrückt, oder? Daher muss ich die kleine Pentax-DSLR als Kamera des Jahres 2010 bezeichnen. Später tauschte ich sie gegen die Fuji S2 Pro meines Vaters, dem die große Fuji zu schwer wurde. Mein Vater hat dann noch liebend gerne mit der K100D fotografiert.

Meine Kamera des Jahres 2011 war meine erste spiegellose Systemkamera: die Sony NEX-3. Diese kleine Sony, die mir noch auf der Photokina 2010 gar nicht so sehr zusagte, eröffnete gerade für mich als „manuellen Adpatierer“ völlig neue Möglichkeiten.

Ihr große Schwester, die Sony NEX-7, war dann meine Kamera des Jahres 2012. Hui, die war richtig gut! Schnell, tolle Bildqualität, kompakt und überaus vielseitig.
Und doch, irgendwie haftete den Sony NEX Modellen stets der „Playstation-Charakter“ an. Mich erinnerten sie in der Bedienung eher an ein Computerspiel als an eine Kamera. Richtig benennen konnte ich das aber erst als ich zum ersten Mal meine Kamera des Jahres 2013 in den Händen hielt: die Fuji X-E1.
Die Fuji konnte all das, was die Sonys auch konnten, sie musste aber bedient werden wie eine Kamera und sah zudem noch umwerfend gut aus. Kein Wunder also, dass sie meine Favoritin war.

Ab 2014 habe ich dann hier im Blog meine Jahres-Besten-Listen veröffentlicht…