Es gibt nicht vieles,…

… das mehr Spaß macht und besser die Akkus auflädt als einen Abend mit einem richtig guten Freund zu verbringen. Das habe ich letzten Mittwoch wieder einmal erfahren. Relativ spontan hatten mein (inzwischen langjähriger) Freund Jörg und ich uns für den Mittwoch-Nachmittag bei Leica verabredet. Da dies der erste freie späte Nachmittag seit Wochen für mich war, freute ich mich sehr darauf. Als wir – trotz Schneefall und dusseligen Verkehrsteilnehmern, die ab sieben Schneeflocken Panik bekommen – bei Leica ankamen, wunderten wir uns ob des großen Betriebs dort. Im Gespräch mit Stefan Daniel, Leiter des Produktmanagements bei Leica, erfuhren wir, dass genau an diesem Tag ein Weihnachtsmarkt für die Belegschaft stattfand – für uns eher ungünstiges Timing, grundsätzlich aber eine wunderbare Idee einer Firma. Es zeigt sich wieder einmal, dass es schon etwas Besonderes sein muss, ein „Leitzianer“ (oder heute „Leicanianer“?) zu sein.

Wie auch immer, wir entschieden uns dann, da wir beide ohnehin hungrig wurden, etwas Essen zu gehen. Unsere Wahl fiel auf das „Paulaner“ in Wetzlar, da das „Tasch“ noch nicht geöffnet hatte und man direkt am Lokal an der Lahn gut parken kann.

Es wurde ein überaus angenehmer Abend voller interessanter, fröhlicher wie auch ernster Gespräche zwischen zwei Mittvierzigern, die sich nun schon eine ganze Weile und inzwischen auch ziemlich gut kennen und unterschiedlichen Biografien zum Trotz geradezu erstaunlich dicht auf „einer Welle“ schwimmen. Soetwas – man hat das Gefühl, sich wirklich alles erzählen zu können – ist in der Tat selten.
Lecker zu essen, stört einen solchen Abend außerdem auch nicht. 😉

Natürlich kam es auch mal wieder zu einem Fototechnik-Begrabbeltisch, der sogar die Aufmerksamkeit der anderen Gäste weckte. Ein Herr  vom Nachbartisch, der früher wohl bei Leica arbeitete, verwickelte uns in ein ausgedehntes Gespräch, in dem wir viel über seine berufliche Biografie erfahren durften. 😉

Diese tollen Eindrücke in S/W sammelte Jörg mit seinem iPhone. Ich zeige sie hier mit seiner Erlaubnis:

Bilder mit dem 7artisans…

Die Vorstandssitzung von Leica Historica e.V. am vergangenen Wochenende in Marburg haben wir natürlich auch für einen kleinen (Foto-)Spaziergang durch die Oberstadt zum Schloss hin genutzt – und ich auch dazu, das 7artisans 1.1/50 ein wenig auszuführen.

In vielen Reviews liest man von der angeblich mangelhaften Schärfe bei Offenblende. Mal abgesehen, dass man bei Blende f/1.1 nicht wirklich eine allerhöchste Schärfe erwarten sollte (es sei denn man ist einer der Glücklichen mit einem Leica Noctilux-M 0,95/50), ich kann dieses „Problem“ für mein Exemplar des 7artisans keineswegs bestätigen. Vielmehr denke ich, dass oft nicht korrekt fokussiert wird oder sich der Fotograf selbst zu sehr bewegt. Bei Blende f/1.1 ist das durchaus eine Fehlerquelle. Hier zwei Fotos, warum ich das so schreibe:

7artisans7

7artisans8

Selbst in dieser kleinen Auflösung ist m.E. zu erkennen, dass das Foto in der Fokusebene auch bei Offenblende scharf ist.

Besonders geeignet ist dieses Objektiv aber für außergewöhnliche Portraits, denn bei Offenblende produziert es ein spannendes Bokeh, das ich so noch bei keinem anderen Objektiv gesehen habe. Es sind – Gott sei Dank! – keine „Seifenblasen“ und auch kein Swirl (wie beim LensBaby Twist 60, das ich sehr mag), sondern ein Effekt, der die Highlights anscheinen radial nach außen zu treiben scheint. Das gefällt mir überraschenderweise sehr. Wenn man auf f/1.4 abblendet, wird das Bokeh angenehm weich und samtig. Leider kann ich die Bilder nicht in groß zeigen, da ich nicht explizit nach einer Genehmigung für die Veröffentlichung gefragt habe. Daher nur eine kleine Collage, auf der man aber den Charakter des Objektivs erahnen kann …

 

webcoll
Die ersten Bilder (Außenaufnahmen) bei Offenblende, die Innenaufnahmen bei f/1.4. Fotografiert mit der Sony A7 II, angeschlossen per Techart-Adapter.

Ich bin sehr glücklich mit dem 7artisans und bereue den Kauf auf keinen Fall.

Überhaupt haben mich die 3 Objektive, die in den letzten Wochen bei mir eingezogen sind (Meyer Primoplan 75, LensBaby Twist 60 und dieses 7artisans), alle für sich gewinnen können. Freu!

 

7artisans. Bitte wie?

Heute per UPS angekommen. Vorgestern Nachmittag in Wien bestellt, heute geliefert. UPS ist und bleibt einfach Spitze! (Nur mal so, nebenbei. Und einen herzlichen Dank an Jo Geier, Mint & Rare, Wien für den exzellenten Service!) 

7artisansM8

Das 7artisans 1.1/50 ist hochlichtstarkes und vollformattaugliches Objektiv mit M-Bajonett und außergewöhnlichem Namen, dass in China gefertigt und über das hochkontrovers im Internet diskutiert wird. Von „China-Müll“ bis hin zu „endlich eine bezahlbare Noctilux-Alternative“ ist dort zu lesen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, wohl irgendwo in der Mitte. Ich denke, tendenziell aber eher in Richtung zweiter Meinung. 😉

Von denen, die schon damit fotografiert haben – andere sollte man ohnehin nicht ganz so Ernst nehmen, werden folgende Punkte am meisten kritisiert:

Zu den Ecken hin ist die Leistung schlecht„.
Mag sein, habe ich noch nicht getestet. Ist mir aber bei solch einem Objektiv nicht wirklich wichtig. Wenn ich mit den Blenden f/2, f/1.4 oder gar f/1.1 (!) fotografiere, dann brauch ich keine scharfen Ecken. Und mein Landschaftsobjektiv wird das 7artisans ohnehin nicht. 😉

Bei Offenblende ist es unscharf.
Hmmm… Es wäre schon unschön, wenn man ein derart lichtstarkes Objektiv hat, es aber nicht bei großer Blende nutzen könnte. Mal sehen…

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Also „nicht nutzbar“ ist was anderes. Ich finde es sogar ausgesprochen nutzbar!
Hey, das ist Blende f/1.1!!

Mal kurz zwei Stopps abblenden, auf f/2.0. (Hört sich witzig an.)

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Und „zack“ ist es scharf, nicht wahr?

Bin gespannt, wie es sich so macht, wenn es mal „ersnthaft“ ausgeführt wird…

(Fotos: Sony A7 II)

Als Bonus, ein kleines „Unboxing“-Video:

Neues Biotar??

Im Moment begeistern mich diese klassischen Rechnungen ja sehr, auch die eigentlich „unscheinbaren“ Meyer Primagon 35 und Primotar 50. Oder gar das Primoplan 58, dass ich schon immer sehr mochte.

Vom neuen Meyer Primoplan 1.9/75 bin ich echt angetan! Man darf ja über Meyer-Optik Görlitz (neu) denken, wie man will, ich finde es schon klasse, dass sie die alten Linsen neu auflegen. Ich weiß, das wird heiß diskutiert und das soll hier nun nicht Thema sein.

Aber es könnte ja sein, dass nun auch andere Hersteller mehr und mehr mit diesem Nostalgie-Zug fahren möchten. Leica hat vor einiger Zeit das Summaron 5.6/28 neu aufgelegt, was auch völlig gegensätzliche Meinung provoziert hat.

Als ich jetzt in Dänemark war, sagte mir ein Fotograf in Ribe, mit dem ich ein sehr nettes (und langes) Gespräch hatte, dass sich wohl auch Zeiss in diese Richtung bewegen will. Angeblich – und jetzt kommt der Knaller! – soll das Biotar 1.5/75 neu produziert werden!!

Bisher habe ich im Netz nichts dazu gefunden, er war aber sehr sicher, dass er das gehört habe. Ich bleibe aber definitiv dran!

Nun meine Frage an alle: Weiß jemand etwas darüber?? Das wäre ja echt ein Wahnsinns-Ding!!

Infos zum Kassiker >> hier <<.

Ein Gurt aus Bergsteigerseil…

Das muss ja richtig halten!

Leider stecke ich seit Wochen tief in der Arbeit und komme daher kaum dazu, mich um mein Hobby zu kümmern. Doch zwischendurch habe ich mich belohnt und mir bei Leica (direkt im „Mutterschiff“ in Wetzlar) einen neuen Kameragurt für meine D-Lux (109) gegönnt.

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Darauf gestupst wurde ich – mal wieder – durch meinen guten Freund, dem Taschen- und Gurtfreak Jörg. Ich finde den Gurt traumhaft schön. Inzwischen trägt die 109er aber wieder ihr schwarzes Lederjäckchen, das sieht dann zusammen nochmal besser aus. 🙂

P10

Nur auf die Schnelle, bevor ich mich wieder an meine Klausur-Korrekturen mache: ein paar Bilder aus dem Huawei P10 (mit Leica Kameramodul, daher bei Leica in Wetzlar aufgenommen 😉 ).

Schwarz-weiß kann diese Handy-Kamera dank des separaten Monochrom-Mofuls richtig gut:

Und was auch überraschend gut funktioniert, ist die „Freistellungs“-Simulation:

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Ganz im Ernst, wer mit diesem Smartphone unterwegs ist, braucht wahrlich keine Kompaktkamera mehr!

Zwillingsschwestern

Es ist ja weithin bekannt, dass Leica mit mehreren japanischen Firmen Kooperationen durchgeführt hat. In der digitalen Kompakt-Kamerasparte arbeiten die Wetzlarer eng mit Panasonic zusammen – sicherlich keine schlechte Wahl. Zuvor bestand eine Kooperation mit Fujifilm im gleichen Bereich.
Aber bereits in vor-digitalen Zeiten gab es soetwas: eine recht enge Zusammenarbeit mit Minolta (einer Marke, die es im Fotosektor so heute gar nicht mehr gibt).
Es wurden Spiegelreflex-Kameras gemeinsam entwickelt und als „Schwestermodelle“ vertrieben, aber auch Kompaktkameras kamen unter beiden Markennamen auf den Markt, die sich nur äußerlich unterschieden. Zwei solcher Kameras möchte ich hier kurz vorstellen.

rivaleica1

Von vorne betrachtet erkennt man im Aufbau schon gewisse Ähnlichkeiten, man beachte nur die Lage der Fenster, des Blitzes und des Objektivs sowie die Dimensionen der Kameras.

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Von hinten wird das noch deutlicher: der An/Aus-Schalter, die Blitzknöpfe, der Auslöser und die Zoomwippe liegen an verräterisch ähnlichen Stellen. Auch die leicht geschwungene Form auf der rechten Seite wirkt sehr ähnlich.

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Auch das „Kameraportrait“ offenbart eine Verwandtschaft.

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Dass nun das Objektiv (bei gleichem Blendenbereich) von Minolta als 38-90 und von Leica als 40-90 angegeben wird, mag an einer größeren Ehrlichkeit von Leica liegen, es ist auf jeden Fall innerhalb des Toleranzbereiches. Es gibt Meinungen, die sagen, dass Leica mit dem 40-90 eine Reminiszenz an die Leica CL vornahm, die es ja mit einem 40mm- und einem 90mm-Objektiv im Set gab.

Wie auch immer, im Grunde sind das die gleichen Kameras. Es handelt sich hier einmal um die Leica C2 Zoom und einmal um die Minolta Riva Zoom 90c.

 

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Leica

 

Das „Innenleben“ ist nochmals verräterrischer!

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Minolta

Auch die Funktionen sind absolut identisch.

Das automatische Filmeinspulen verläuft absolut gleich und die Zoomfunktion ist bei beiden Modellen unüberhörbar! 😉

Wie „gewohnt“ erzielt die Leica C2 Zoom auf dem Gebrauchtmarkt im Schnitt die deutlich höheren Preise, was sicherlich am Namen und am roten Punkt liegt. Wobei die „C2 Zoom“ eine der preigünstigsten Wege ist, mit einer Leica zu fotografieren.

Wer hingegen nur die Lust verspürt, mit solch einer kompakten AF-Kamera aus Anfang der 90er zu fotografieren, kann sicherlich auch zur Minolta greifen, die für wenige € zu haben ist.

Ich habe in beide Kameras nun den gleichen Film geladen und freue mich schon darauf, zu sehen, ob es maßgebliche Unterschiede bei den Bildern gibt. Ich rechne nicht damit.