Ein Gurt aus Bergsteigerseil…

Das muss ja richtig halten!

Leider stecke ich seit Wochen tief in der Arbeit und komme daher kaum dazu, mich um mein Hobby zu kümmern. Doch zwischendurch habe ich mich belohnt und mir bei Leica (direkt im „Mutterschiff“ in Wetzlar) einen neuen Kameragurt für meine D-Lux (109) gegönnt.

leicarope

Darauf gestupst wurde ich – mal wieder – durch meinen guten Freund, dem Taschen- und Gurtfreak Jörg. Ich finde den Gurt traumhaft schön. Inzwischen trägt die 109er aber wieder ihr schwarzes Lederjäckchen, das sieht dann zusammen nochmal besser aus. 🙂

P10

Nur auf die Schnelle, bevor ich mich wieder an meine Klausur-Korrekturen mache: ein paar Bilder aus dem Huawei P10 (mit Leica Kameramodul, daher bei Leica in Wetzlar aufgenommen 😉 ).

Schwarz-weiß kann diese Handy-Kamera dank des separaten Monochrom-Mofuls richtig gut:

Und was auch überraschend gut funktioniert, ist die „Freistellungs“-Simulation:

IMG_20170525_120430b

Ganz im Ernst, wer mit diesem Smartphone unterwegs ist, braucht wahrlich keine Kompaktkamera mehr!

Zwillingsschwestern

Es ist ja weithin bekannt, dass Leica mit mehreren japanischen Firmen Kooperationen durchgeführt hat. In der digitalen Kompakt-Kamerasparte arbeiten die Wetzlarer eng mit Panasonic zusammen – sicherlich keine schlechte Wahl. Zuvor bestand eine Kooperation mit Fujifilm im gleichen Bereich.
Aber bereits in vor-digitalen Zeiten gab es soetwas: eine recht enge Zusammenarbeit mit Minolta (einer Marke, die es im Fotosektor so heute gar nicht mehr gibt).
Es wurden Spiegelreflex-Kameras gemeinsam entwickelt und als „Schwestermodelle“ vertrieben, aber auch Kompaktkameras kamen unter beiden Markennamen auf den Markt, die sich nur äußerlich unterschieden. Zwei solcher Kameras möchte ich hier kurz vorstellen.

rivaleica1

Von vorne betrachtet erkennt man im Aufbau schon gewisse Ähnlichkeiten, man beachte nur die Lage der Fenster, des Blitzes und des Objektivs sowie die Dimensionen der Kameras.

rivaleica2

Von hinten wird das noch deutlicher: der An/Aus-Schalter, die Blitzknöpfe, der Auslöser und die Zoomwippe liegen an verräterisch ähnlichen Stellen. Auch die leicht geschwungene Form auf der rechten Seite wirkt sehr ähnlich.

leicac2z_1

Auch das „Kameraportrait“ offenbart eine Verwandtschaft.

riva90_1

Dass nun das Objektiv (bei gleichem Blendenbereich) von Minolta als 38-90 und von Leica als 40-90 angegeben wird, mag an einer größeren Ehrlichkeit von Leica liegen, es ist auf jeden Fall innerhalb des Toleranzbereiches. Es gibt Meinungen, die sagen, dass Leica mit dem 40-90 eine Reminiszenz an die Leica CL vornahm, die es ja mit einem 40mm- und einem 90mm-Objektiv im Set gab.

Wie auch immer, im Grunde sind das die gleichen Kameras. Es handelt sich hier einmal um die Leica C2 Zoom und einmal um die Minolta Riva Zoom 90c.

 

leicac2z_3
Leica

 

Das „Innenleben“ ist nochmals verräterrischer!

riva90_4
Minolta

Auch die Funktionen sind absolut identisch.

Das automatische Filmeinspulen verläuft absolut gleich und die Zoomfunktion ist bei beiden Modellen unüberhörbar! 😉

Wie „gewohnt“ erzielt die Leica C2 Zoom auf dem Gebrauchtmarkt im Schnitt die deutlich höheren Preise, was sicherlich am Namen und am roten Punkt liegt. Wobei die „C2 Zoom“ eine der preigünstigsten Wege ist, mit einer Leica zu fotografieren.

Wer hingegen nur die Lust verspürt, mit solch einer kompakten AF-Kamera aus Anfang der 90er zu fotografieren, kann sicherlich auch zur Minolta greifen, die für wenige € zu haben ist.

Ich habe in beide Kameras nun den gleichen Film geladen und freue mich schon darauf, zu sehen, ob es maßgebliche Unterschiede bei den Bildern gibt. Ich rechne nicht damit.

 

Ein kleiner Versuch…

Man hört ja dieses und jenes, wenn man sich mit Kamerafreaks unterhält. Die einen meinen, ein Sensor könnte gar nicht hochauflösend genug sein. Die anderen glauben, dass 16 Megapixel in jedem Fall ausreichen, wahrscheinlich sogar nur 12, vermutlich sogar 10 oder 8.

Natürlich hängt es davon ab, für was man denn ein Foto macht. Dabei kommt es nicht einmal auf die Größe des Ausdrucks an (je größer ein Ausdruck, desto weiter steht man davon weg, was wiederum die notwendige Auflösung verringert). Wir haben in unserem Wohnzimmer einen 90×60 Print hängen, mit einem Foto, das ich in London mit einer Sony HX20 Kompaktkamera gemacht habe. Da stören keine Pixel oder sowas!

Ein bisschen Theorie dazu von mir finden Sie hier…

Wer Crop-Reserve braucht, weil er aus einem Normalbrennweitenbild ein Telefoto machen möchte oder muss, der ist über jedes zusätzlichen Megapixel dankbar. Wer doppelseitige Magazinfotos aufnehmen muss, der kann gar nicht genug Auflösung haben – die ArtDirectoren schreiben einem ja bisweilen heftige Zahlen ins Weißbuch.

Doch wer Ausdruck bis max. 13×18 macht, muss der wirklich eine hochauflösende Kamera haben?

Ich möchte das hier einmal übertreiben und Ihnen drei Fotos des gleichen Motivs auf dieser Website zeigen. Eines wurde mit einer Sony Alpha 7 II mit Voigtländer Ultron 2/28 bei Blende f/5.6 gemacht, eines mit einer Leica M8 und Leica Elmarit-M 2.8/21 bei Blende f/4.5 und eines mit einer Sigma DP1s mit einem Sigma 4.0/16. Damit wurde jedes der Bilder mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 28mm und einer kleinbildäquivalenten Blende von etwa f/5.6 aufgenommen, jeweils mit ISO 100 (Leica 160). Der Unterschied allerdings liegt in der Sensorauflösung: die Sony liefert 24,3 MPix (auf „Vollformat“-CMOS), die Leica 10,3 MPix (auf „APS-H“-CCD) und die Sigma (sage und schreibe) 4,7 MPix (auf „APS-C“, allerdings mit Foveon-Sensor). Im Grunde jeweils etwas mehr als das Doppelte im Vergleich zum nächst „kleineren“ Sensor. Jedes Foto wurde auf 1200×800 Pixel verkleinert. Farblich sind die Fotos nicht gleich. Man sieht vor allem noch Unterschiede im Blau, aber darauf kommt es hier ja gar nicht an.

Ich werde nicht dazu schreiben, welches Bild mit welcher Kamera aufgenommen wurde und möchte Sie bitten, selbst einmal zu raten, um zu sehen, ob man bei solche kleinen Formaten wirklich einen Unterschied erkennen kann.

8_100
Bild 1
7_100
Bild 2
2_100
Bild 3

Können Sie die Fotos den Kameras zuordnen?

Ich würde mich über Ihre Vermutungen in den Kommentaren sehr freuen. 🙂

(Ich habe übrigens auch noch Fotos bei ISO 320/400 gemacht. Da sieht es schon ganz anders aus und bei ISO 800 und höher wäre es sehr leicht.)

Auf Facebook in der Gruppe „Systemkamerafreak“ findet die Abstimmung auch statt:
>>  https://www.facebook.com/Systemkamerafreak/

Es gibt nicht viele Freunde…

…mit denen man sowas machen kann!

Als ich heute am Karfreitag um 6:45 Uhr aufwachte, früher als geplant, aber ausgeschlafen und runter ging, um mir einen Kaffee zu machen – ich wollte unsere Kinder abholen, die ein paar Tage bei ihrer Oma Ferien gemacht hatten – und das sonnige Wetter draußen sah, kam mir der Gedanke, einen Zwischenstopp bei Leica in Wetzlar einzulegen (liegt gewissermaßen auf dem Weg). Von diesem Gedanken war der Weg zur Idee nicht mehr weit, meinen Freund und Foto-Kumpel Jörg per WhatsApp eine Nachricht zu schicken, ob er nicht völlig spontan Lust auf ein Treffen hat.

screenshJetzt mal ehrlich, wer kann sofort und ohne lange zu überlegen einen Menschen nennen, der auf so eine verrückte Idee am Karfreitagmorgen (!) nur antwortet: „Ja. Wann?“ Dafür mag ich ihn so! 😉
Danke für deine Spontanität, danke für deine Freundschaft!

Also habe ich meine Kameratasche gepackt, zwei Thermostassen mit Kaffee befüllt – als erfahrener Leitz-Park-Besucher wusste ich, dass das Café Leitz an Feiertagen geschlossen ist – und los ging’s.

q2
(C) Jörg Langer

Nun, Leser, die diesem Blog schon länger folgen, wissen, dass sich ein Treffen mit dem Taschenfreak Jörg nicht nur auf angenehme Gespräche beschränkt. Mindestens einer von uns beiden hat mindestens ein neues „Spielzeug“ dabei, das er dem anderen zeigen will. Meist aber beide. 😉 So auch heute.
Mehrere Leicas, diesmal vor allem ältere digitale Modelle, eine Minolta SR7 mit dem wunderbaren 1.4/58 und eine Agfa Isoly (die ich im Moment als Toycamera liebend gerne nutze und mit der ich heute ein Experiment gemacht habe, dazu später mehr) lagen dort auf der Granitsitzgelegenheit.

So ähnlich sieht es fast immer aus, wenn wir irgendwo einfallen.

q5
(C) Jörg Langer

Jörg, auch Stativfreak, hatte ein ganz besonderes Gimmick dabei: einen DJI Osmo Gimbal. Faszinierendes Teil, das wir bei Sonnenschein im Leitz-Park ein wenig ausprobiert haben.

Natürlich habe ich das super Wetter auch genutzt, um ein wenig mit dem Leica Fisheye Elmarit-R 2.8/16 an der Leica Digilux 3 zu fotografieren, da ich mal sehen wollte, wie sich dieses Kleinbild-Fisheye als Weitwinkel am 4/3-Sensor nutzen lässt. Antwort: sehr gut!

Ein Fisheye-Effekt ist kaum zu sehen, da man ja ohnehin nur ein zentrales Viertel des Bildes nutzt. Es lässt sich zudem mit wenigen Klicks der letzte Rest der Fisheye-Verzerrung entfernen, wobei man natürlich etwas an Bildinformation und Bildwinkel verliert:

Digilux3fe16adf

Auch meine Digilux 1 mit „Franken-Akku“ wollte ich kurz ausprobieren:

digilux1a

Klappt in der Tat! 🙂

q1Nachdem ich Jörg von dem Gurt vorgeschwärmt hatte, den er mir Anfang März geschenkt hat, musste ich ihm mitsamt Langer-Gurt und meiner Leica D-Lux 109 Modell stehen. Eigentlich stehe ich ja hinter der Kamera – und das Sakko hätte ich auf der Fahrt besser ausgezogen. Außerdem hatte ich doch tatsächlich den Gurt verdreht umgehängt. Nun ja. Es ist jedenfalls ein toller Gurt, der vor allem genau die richtige Länge für mich hat.

Die D-Lux kam naürlich auch zum Einsatz:

Jörg hat auf seinem echt Bookmark-würdigen Blog das Treffen auch beschrieben: „Spontan ist am besten…

Und seit einiger Zeit hat er auch einen Vlog auf Youtube! Unbedingt ansehen und abonnieren!!

Ein mal wieder wunderbarer Vormittag bei tollem Wetter mit einem guten Freund, mit dem ich eines meiner Hobbys teile. Mehr darf man für einen Karfreitag kaum erwarten. Dass dann noch das Essen bei meiner Mutter ganz vorzüglich war, sei hier nur am Rande erwähnt. 😉

Ach ja, ich schrieb oben ja etwas vom Isoly-Experiment. Heute hatte ich einen abgelaufenen Kodak Portra 160 in der Kamera, deren Bildfenster ich zuvor mit teiltransparentem Tape maskiert hatte:

isolymaske

Auf diese Fotos bin ich sehr gespannt. Leider wird die Entwicklung gut zwei Wochen dauern. Also, Geduld ist angesagt.

Ich wünsche allen „Followern“ frohe Osterfeiertage!

„Franken-Akku“

Vielleicht weiß es der eine oder andere schon, ich recherchiere gerade im Auftrag von Leica Historica über die Geschichte der Leica Digitalkameras. Da es inzwischen seit 20 Jahren digitale Kameras von Leica gibt, und ein Digitaljahr gut und gerne 5 Analogjahren entspricht – ist so ähnlich wie mit Hunden 😉 – wird es Zeit, die digitalen Fotoapparate in das Blickfeld aufzunehmen. (Der erste Teil wird sich im Vereinsmagazin VIDOM mit der Leica S1 beschäftigen. Aber das nur am Rande. Dazu im Sommer dann mehr…)

Wenn man also Nachforschungen zu Digitalkameras von Leica betreibt, möchte man natürlich nicht nur darüber lesen, sondern auch selbst mit welchen fotografieren. (Auch dazu später mehr.) Spannend wird die ganze Sache zudem, da es von den digitalen Leica-Kompaktkameras fast immer „Schwestermodelle“ von den Kooperationspartnern – zunächst Fujifilm, dann Panasonic – gab (und gibt).

Inzwischen hat sich bei mir ein recht umfangreiches Set an „alten“ Digitalmodellen angesammelt: Digilux Zoom, Digilux 4.3, D-Lux, D-Lux 2, C-Lux 2, Digilux 3, D-Lux (109) (fast meine derzeitige Lieblingskamera!). Die Digilux 2 hatte ich mal und die M8 habe ich ja schon länger. Außerdem stehen mehrere Schwesterkameras von Fuji und Panasonic (Lumix) hier.
Natürlich möchte ich kein Vermögen für diese Kameras ausgeben und dummerweise werden selbst ältere Modell von Leica noch hochpreisig gehandelt. Mit ein weig Geduld aber findet man diese Kameras für bezahlbares Geld. 🙂

Hin und wieder ist so eine Digitalkamera auch regelrecht günstig – vor allem dann, wenn man bereit ist, den einen oder anderen kleinen Fehler in Kauf zu nehmen. Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, eine Leica Digilux 1 (deren Schwestermodell, die Panasonic Lumix LC5 ich schon lange habe) sehr günstig zu erwerben. Der Verkäufer hatte deutlich gemacht, dass die Kamera nur noch am Netzteil funktioniert, nicht aber mehr mit Akku. „OK„, dachte ich, „dann ist die Kamera an sich ja noch in Ordnung. Es wird also entweder am Akku selbst liegen oder es ist eine Leitung kaputt, die die Energie vom Akku in die Kamera überträgt.“ Um die Kamera zu fotografieren und ein paar Testfotos zu machen, ist das kein Problem. Also griff ich zu.

digilux1a

Die Kamera ist in einem ansonsten sehr guten Zustand und funktioniert tatsächlich so, wie der Verkäufer es beschrieben hatte: wunderbar am Netzteil, gar mit Akku – egal, mit welchem.

Ein zwei Tage später kam mir dann die Idee, dass es da doch auch einen Workaround geben müsse und zwar, ohne die Kamera aufzuschrauben. Wenn man die Digilux 1 mit dem Netzteil betreiben kann, müsste man nur eine Art mobiles Netzteil bauen.
Nach ein wenig Recherche, wusste ich, wie ich es angehen wollte.

Da die Kamera am Netzteilanschluss 9V benötigt, bestellte ich mir kurzerhand einen Clip für einen 9V-Block und einen passenden Netzteiladapter, mit dem ich den zu dicken Stecker auf den Anschluss in der Kamera verjüngen konnte. Diese beiden Teile haben mich keine €6,- gekostet.

digilux1b
Als ich aber die erste 9V-Batterie (eine billige „Aerocell“) ausprobierte, ging die Kamera zwar an, flackerte allerdings nur kurz und war umgehend wieder aus. Die 9V waren da, doch an der Leistung der Batterie mangelte es. So ein üblicher 9V-Block liefert zwar die 9V-Nennspannung, aber gerade einmal 300 mAh (als Zink-Kohle-Version) bzw. 500-600 mAh (als Alkali-Mangan-Zelle). Die 9V-Blockbatterie ist ja gemacht für die Geräte, die eine recht hohe Spannug benötigen aber nicht so energiehungrig sind. Defintiv also zu schwach für eine Digitalkamera!

Immerhin fiel mir ein, das es seit einiger Zeit, speziell für Rauchmelder, leistungsfähigere 9V-Block mit Lithium-Technologie gibt. Da diese bis zu 1200 mAh liefern können und die Digilux 1 eigentlich Akkus nutzt mit 7,2 V und 1400 mAh (allerdings im Akkuschacht), könnte das also reichen.

Daher besorgte ich mir ein paar Varta Industrial 9V-Lithium-Blocks und siehe da: es funktionierte!

digilux1c

Per Klettband unten befestigt und angeschlossen an der 9V-Netzteilverbindung der Kamera, kann man nun die „defekte“ Leica Digilux 1 mobil nutzen.

digilux1d

Man sollte aber unbedingt, nach der Nutzung die Batterie von der Kamera trennen. Dann vergisst die Digilux zwar das Datum, doch ansonsten wird der 9V-Block über Nacht leer gesaugt.

Ist das nun nicht echt teuer? Und zudem nicht gerade umweltveträglich?
Teuer ist es nicht unbedingt. Solche Varta-Blöcke gibt es im Angebot für etwa 1€ pro Stück. Gut für die Umwelt ist es hingegen sicherlich nicht. Aber das ist ja auch keine Dauerlösung, sondern soll mir nur ermöglichen, ein paar Fotos mir der Digilux 1 zu machen. So richtig möchte man solch eine Kamera ja ohnehin kaum mehr nutzen, oder?

„Nu‘ isse wech…“

xt1gone1

Ja, ich habe es in der Tat getan. Ein Teil von mir weiß auch noch immer nicht warum. Ich habe meine Fuji X-T1 verkauft!

(An dieser Stelle bitte gedanklich das „Waaaas? Wieso das denn??“-Emoticon einfügen…)

Wer diesen Blog zum ersten Mal besucht, wird sich nun vermutlich ebenso wie ein treuer Leser die berechtigte Frage nach dem Grund stellen. Wiederholt habe ich die X-T1 als eine meiner „Kameras des Jahres“ bezeichnet und dennoch verkaufe ich sie?

Um ehrlich zu sein, hatte das zwei Gründe.

109aZum einen habe ich mir durch den Verkauf meinen lange geträumten Traum einer Leica D-Lux (109) erfüllen können, ohne meine angetraute, bessere Hälfte völlig in den Wahnsinn zu treiben.

Und zum anderen wurde mir immer klarer, dass ich die X-T1 – so toll ich die Kamera auch finde – kaum mehr benutzt habe.

Da stellt sich natürlich bei beiden Feststellungen die Frage nach dem „Warum“, sozusagen dem „Warum zweiter Ordnung“.

Die Leica D-Lux ist nicht die „bessere“ Kamera im Vergleich zur X-T1, ganz sicher nicht. Ich würde sogar sagen, dass rein objektiv, die Fuji in so ziemlich allen Belangen „besser“ ist. Die D-Lux ist aber nochmals kompakter und kann etwas, das die Fuji X-T1 nie so ganz erreicht hat: sie hat mich ins Herz getroffen.
Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass es bei mir mit Kameras ist wie mit Jeans: entweder man merkt sofort, dass sie passt, oder man wird nie ganz damit warm.
Das ist wohl der Grund, warum ich die X-T1 habe gehen und die D-Lux einziehen lassen.

xt1gone2
Eine letzte Aufnahme der X-T1.

Noch immer bin ich von der X-T1 begeistert. Was sie alles kann, was sie alles sehr gut kann, ist so ziemlich alles, das man als Fotograf braucht.

Der Sensor ist großartig, die Kamera liegt sehr gut in der Hand (vor allem mit dem Extra-Griff) und sie ist eine echte „Retro“-Kamera! Durch die Räder auf ihrer Schulter kann man mit ihr fotografieren und muss nur sehr selten ins Menü, um Einstellungen zu verändern.

Doch warum habe ich die Fuji X-T1 denn so selten benutzt? Die Antwort ist so lapidar wie logisch: eine Kamera ist immer nur so gut wie die Objektive, mit denen man sie nutzt.
Mein Fuji-System habe ich nie so richtig ausgebaut. Mein Nikon-Set ist über-komplett, für die Leica M8 habe ich alles, was ich brauche. Doch um mein Fuji-Set „rund“ zu machen, hätte ich mir das 1.4/16, das 1.4/23 und das 2.0/90 kaufen müssen. Das hätte mich dann so um die 3000€ zurückgesetzt – und das wollte ich einfach nicht. Wenn einem aber die richtigen Objektive „fehlen“, nutzt man eine Kamera einfach nicht. Eine sehr einfache Rechnung.
Wer nur das Fuji-System nutzt, geht eben diesen Weg und wird sicherlich sehr glücklich damit werden. Die Objektive sind mindestens so toll wie die Kameras. Wer aber, wie ich, außer mit Fuji noch mit Nikon und Leica M fotografiert (ohne Geld mit dem Hobby zu verdienen), für den werden die Fuji-Objektive einfach zu teuer.
Was mir von Fuji bleibt, ist eine Art „Kern“: meine X-E2, das 18-55 und das 1.4/35 – sowie zahlreiche Adapter für M- und F-Objektive. Das reicht für ein „Drittsystem“ völlig. Zumal ich mir vor kurzem auch eine Olympus PEN E-P3 angelacht habe und diese kleine Kamera mir – ein wenig überraschenderweise – einen Heidenspaß macht. (OMG, welch ein Luxus-Problem!)

So habe ich also die X-T1 heute in sehr gute Hände bei einer leckeren Tasse Kaffee persönlich übergeben. Die Stelle, die die Fuji inne hatte, nimmt nun die PEN ein und als „Ich-nehme-nur-eine-kleine-Kamera-mit“-Kamera spielt die Leica D-Lux (109) eine große Rolle in meinem „Fotohobby-Leben“.

Bevor mir aber jetzt noch die Anführungszeichen ausgehen, schließe ich mit diesen Bildern der Leica D-Lux und ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter den Artikel – nicht ohne eine kleine Träne in den Augenwinkeln. 😉