Fundstücke…

Sie kennen das, nicht wahr? Sie suchen gar nichts für Ihre Kamerasammlung und plötzlich fallen Ihnen nicht ein oder zwei sondern gleich eine ganze Menge an Angeboten vor die Füße, zu denen Sie einfach nicht „nein“ sagen können, weil es eine Schande wäre, sie für diese niedrigen Preise ziehen zu lassen.
So ging es mir die letzten beiden Wochen.

Ich hätte gar nicht die Zeit gehabt, auf eine intensive Suche nach interessanten Dingen zu gehen. 60-Stunden-Wochen lassen wenig Spielraum für’s Hobby. Und dennoch sind in den letzten Tagen ein paar spannenden Sachen bei mir eingezogen.

Fangen wie einmal an…

9certina

Als ein weiteres Mitglied meiner Toycamera-Sammlung kam eine Certo Certina dazu, die ein paar Besonderheiten aufbietet: Man hat die Wahl zwischen „Bulb“ und „Manuell“ und zwischen Blende f/8 und f/11 und fokussieren kann sie auch, sowohl per Meterskala als auch per Scale-Focus-Bildchen . Das ist schonmal mehr als die meisten Toycameras bieten. Außerdem hat die Certina einen Filmtransporthebel, der den Rollfilm (!) weiterspult. Man muss dennoch im Bildzählfenster kontrollieren, wann bis zum nächsten Bild weitergespult ist. Witzig ist, dass der Transportmechanismus nicht ganz synchron mit der Beschriftung auf der Filmrolle ist. 😉

9konstruktor

Kurz danach flatterte eine Lomo Konstruktor ins Haus, eine DIY-SLR mit Lichtschachtsucher für Kleinbildfilme. Mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen. 🙂

9lomoinstant

Wo wir gerade bei Lomo sind, auf die Lomo Instant, die auf Instax Mini fotografiert konnte ich bei dem Preis auch nicht verzichten. Die „Instax“ von Lomo soll angeblich die „kreativste“ der kleinen Instax-Kameras sein, da man diverse Blitzeinstellungen nutzen kann, sie ein Fokussiereinrichtung hat, einen Bulb-Modus und die Möglichkeit zur Doppelbelichtung. Das klingt alles hochspannend. Jetzt warte ich nur noch darauf, die Lomo mit etwas mehr Zeit richtig ausprobieren zu können. Die Filme sind jedenfalls auch schon hier. 😉

9canomatic

Aber nicht genug mit „Toycameras“, ein echter „Klassiker“ der Fake-SLRs zog auch noch ein: eine Canomatic. Diese Kamera sieht aus wie eine SLR und nutzt auf beinahe bösartige Weise den Schrifttyp der alten Canon-Kameras. Sie hat aber weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun. Sie ist nichts weiter als eine übergroße Sucherkamera mit Fixfokus-Objektiv, allerdings mit zwei Besonderheiten: zum einen sind Bleigewichte (!) in den Kameraboden eingelegt, um die Kamera schwerer zu machen (!!) und zum anderen lässt sich die Blende sozusagen per „Zoom“ verstellen. Die beiden roten Knöpfchen fahren das Objektiv vor und zurück, was aber nicht zum Fokussieren taugt, sondern eben die Blende in den 6,3 – 8 – 11 – 16 einstellt. Weird!

Aber was soll man machen? Wenn man Kameras für einstellige €-Beträge findet, fällt es schwer, nicht zuzugreifen.

Filme sind in alle Kameras geladen. Jetzt heißt es, öfters mal einpacken…

Aber nicht nur Lomo- und Toycameras kamen an, nein auch zwei überaus interessante Objektive, die ich ebenfalls für einen kleinen Teil des eigentlich gehandelten Wertes erstehen konnte. Irgendwie hatte ich in den letzten beiden Wochen diesbezüglich echt Glück.

9canon50makro

Als Ergänzung zu meinen FD-Objektiven (für die Sony A7II und die Fuji X-E2) 2.8/24 und 1.4/50 SSC stieß ein Canon FD 3.5/50 SSC Makro dazu. Auf einen Vergleich zwischen dem Canon 3.5/50 Makro und dem Nikkor 3.5/55 Mikro freue ich mich auch schon.

Und schließlich – und das was sozusagen das i-Tüpfelchen – fand ich ein professionell auf µ4/3 adaptiertes Nikonos Nikkor 2.5/35. Das ist eigentlich ein Objektiv für die Unterwasserkamera Nikonos, doch das 35er lässt sich auch „an Land“ nutzen. Als 35er ist es an de Olympus PEN E-P3 gewissermaßen ein 70er.

9nikonos

Besonders interessant finde ich, dass man an den großen Rädchen links (silber) fokussiert und rechts (schwarz) die Blende verstellt. Das ist schon echt cool, solch ein Objektiv an einer Systemkamera zu nutzen und die Abbildungsleistung scheint mir mehr als ordentlich zu sein. Mehr dazu, wenn ich ein paar mehr Bilder damit gemacht habe.

Für all diese Teile zusammen bin ich im zweistelligen €-Bereich geblieben. Wow, nicht wahr?

Fotografieren durch ein Loch…

Manchmal kommt man durch Gespräche mit Freunden auf gute Ideen, oder man erinnert sich wieder an Dinge, die man lange nicht benutzt hat. So auch vor kurzem. Während eines Foto-Geplauders mit guten Freunden kamen wir plötzlich auf das Thema „Lochkamera“. „Natürlich!“, dachte ich: „Ich habe ja auch noch eine Lochkameravorrichtung mit EOS-Bajonett zuhause.“ Inzwischen habe ich mich zwar von fast all meinen EOS-Sachen getrennt, doch eine gute alte 10D liegt noch hier – für die Lochkamerafotografie mehr als ausreichend.

lochblende

Und siehe da: Es funktioniert!

Nein, die Fotos sind wirklich nichts Besonderes, nur ein paar Schnappschüsse aus unserem Garten. Aber zum Ausprobieren reicht es. Mal sehen, wann ich mal dazu kommen, ein paar „richtige“ Aufnahmen mit der Lochkamera-10D zu machen. 😉

Schöne Überraschung!

Ich hätte nicht gedacht, dass mich – nachdem ich wohl mit über 250 Objektiven fotografiert habe – ein Objektiv noch so überraschen kann.

Im Laufe der letzten gut 10 Jahre, in denen ich die Gelegenheit hatte, mit unzähligen unterschiedlichen Objektiven zu fotografieren, kristallisierten sich ein paar grundsätzliche Schlussfolgerungen heraus:

  • Objektive von Zeiss und Leica sind nie schlecht.
  • Auch auf die Leistungen der Nikkore und Pentax-Objektive (auch die älteren Takumare) kann man sich meist verlassen.
  • Ebenso sind die meisten Olympus-, Minolta-, Konica- und Yashica-Objektive wirklich gut.
  • Unter den alten russischen und EX-DDR-Objektiven gibt es ein paar wunderbare Highlights. (Dort muss man aber mit einer größeren Streuung rechnen.)
  • Von Tamron gibt es mehr als ordentliche Adaptall-2-Objektive.
  • Auch von Sigma gibt es einzelne Juwelen. Je neuer die Objektive sind, um so mehr „Edelsteine“ gibt es.
  • Einige der manuellen Canon-Objektive erreichen ein Niveau, dass heute durch ein „L“ gekennzeichnet wäre – allerdings bleiben viele eher im „guten Durchschnitt“. Sie sind absolut brauchbar, stechen aber nicht so aus der Masse heraus wie beispielsweise das eine oder andere Nikkor oder Zuiko.

Nun habe ich, ohne es zu erwarten, ein Objektiv gefunden, dass mich überaus positiv überrascht hat:

fd24Das Canon FD 2.8/24.

Auf den ersten Blick ist es nichts Besonderes. OK, ein 24mm-Weitwinkel-Objektiv, aber mit f/2.8 nicht sonderlich lichtstark. Gut verarbeitet aber kein haptischer Hochgenuss wie ein Zeiss. Es rankt sich auch keine Legende um dieses Modell, so wie um das 24er Minolta Rokkor, das baugleich mit dem Leica Elmarit-R 2.8/24 sein soll. Aus all diesen Gründen gehört das FD 24 zu den eher preisgünstigen manuellen Objektiven. Dieses 24er habe ich schon oft für deutlich unter €50,- den Besitzer wechseln sehen. Ich denke aber das liegt daran, dass dieses 2.8/24 bisher weitgehend „übersehen“ wurde.

An eine Canon EOS lässt es sich nicht ohne Linsenadapter oder Umbau adaptieren, an eine Nikon kriegt man es schon gar nicht. Erst die spiegellosen Systemkameras habe die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die FD-Objektive von Canon gerichtet. Die 50er oder die Teles sind inzwischen wieder begehrt. Über dieses 24er habe ich aber bisher kaum lesen können. Phillip Reeve bildet da eine löbliche Ausnahme und bei mir.com findet man etwas über die Geschichte des Objektivs.

Als ich nun per Zufall an ein FD 2.8/24 kam, erschien es mir lohnenswert, mir einen FD-FujiX-Adapter zu besorgen, denn an einer Fuji X wirkt dieses 24er ja in etwa wie ein 35er. Diese Brennweite mag ich sehr.
Und siehe da, das 24er Canon konnte mich wirklich beeindrucken, weit mehr als ich erwartet hätte. Es bietet meines Erachtens eine erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis für Systemkamera-Fotografen (Fuji, Sony, womöglich auch Panasonic und Olympus).

Das FD 2.8/24 ist scharf bis in den Randbereich des APS-C Sensors hinein, zeigt neutrale und ausreichend gesättigte Farben und eignet sich sogar für einen 3D-Effekt, sofern man sich an den geringen Mindestabstand herantastet und bei offener Blende fotografiert – dann reicht die Freistellung und der hohe Mikrokontrast tut ein Übriges. Chromatische Aberrationen halten sich in angenehmen Grenzen und das Bokeh ist – wenn auch nicht begeisternd – für ein Weitwinkel mehr als ordentlich.

Beispielfotos:

Ich bin sicher, dass das Canon FD 2.8/24 öfters in meine Fuji-Tasche wandern wird.

Wie nennt man jemanden, der versucht…

… bei anderen eine Faszination zu wecken? Motivator? Dealer? Du lieber Himmel, nein!

Irgendwie ist es aber schon ein wenig sowas wie „anfixen“ (und ich meine damit die dritte Definition hinter dem Link). Allerdings habe ich keinerlei schlechtes Gewissen dabei. 😉

EOS500N
Was macht man mit zwei Canon EOS 500N-Kameras, wenn man sich von so ziemlich allem an EOS-Equipment getrennt hat? Für mich gibt es da eine eindeutige Antwort: man schenkt sie Freunden, die mit EOS fotografieren, wenn auch bisher nur digital. Und hier kommt das „jmdm. etwas (…) schmackhaft machen“ ins Spiel. Zwei Batterien in jede Kamera, einen Doppelpack Filme dazu und fertig ist das „Analog-Anfix-Set“ für EOS-DSLR-Fans. 😉

Die passenden Objektive haben sie ohnehin schon. Daher sah das kleine Geschenk so aus:

EOS500Npres

 

Die Canon EOS 500N galt Ende der 90er als Mittelklasse-Kamera und bietet eigentlich alles, was man für erfolgreiches und munteres Fotografieren benötigt. Die Daten können Sie hier entnehmen.

Ich habe selbst sehr gerne mit der kleinen und leichten EOS fotografiert, vor allem weil sie im Batterieverbrauch deutlich besser war als ihre Vorgängerin EOS 500. Ihre Nachfolgerin, die EOS 300, bot mir nichts, was die 500N mir nicht hat auch bieten können. Die 5xx Kameras von Canon waren mir komischerweise immer sympathisch: EOS 500N, EOS 50e, EOS 5. 🙂

Verbunden mit diesem kleinen Freundschaftsgeschenk ist natürlich die Hoffnung, dass wir im Frühjahr wirklich dann auch einmal unseren S/W-Plan in die Tat umsetzen. Jeder hat einen S/W-Film in der Kamera, wir fotografieren einen Nachmittag gemeinsam und entwickeln dann selbst die Negative. Das haben nämlich die drei anderen „Jungs“ aus der „Fotofreakgruppe Oberhessen“ noch nie gemacht. Tja, Markus, Sebastian und Sebastian, jetzt gibt es keine Ausreden mehr. 😉

 

Wegweiser durch den Altglas-Dschungel (Teil 1 – DSLR)

Na gut, der Titel mag vielleicht ein wenig auftragen, denn ein kompletter Ratgeber kann dieser Artikel nicht sein. Außerdem würde ein Text, der wirklich alles Wichtige vorweg nimmt, einen großen Teil der Freude an der Beschäftigung mit manuellen Objektiven an modernen Kameras nehmen, denn gerade das Ausprobieren von geradezu abstrus klingenden Kombinationen macht besonders viel Spaß.

Wichtig für jeden, der anfangen möchte, mit alten Objektiven an Digitalkameras zu fotografieren ist es, die Vor- und Nachteile des eigenen Systems zu kennen – und darum soll es hier gehen.

Ich unterteile dabei die Kameras in zwei Kategorien: DSLRs und spiegellose Systemkameras.

DSLRs

Als ich vor gut 10 Jahren anfing, manuelle Objektive an meine DSLR zu adaptieren – ich gehörte zu den ersten „Verrückten“ (so hat man uns jedenfalls damals angeschaut) – gab es für diesen Zweck nur digitale Spiegelreflexkameras. „EVIL“, „CSC“ oder wie auch immer die Gruppe der Spiegellosen genannt wird waren noch nicht einmal am Horizont zu erkennen. Olympus und Pansonic waren Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrhunderts die ersten, die damit auf den Markt kamen. Ja, man glaubt es heute kaum, das war erst vor etwa fünf Jahren! Sony folgte mit den ersten NEX-Modellen ein knappes Jahr später. Leica veröffentlichte seine M8 bereits im Jahr 2006, doch für das Adaptieren taugt die M8 nicht allzu gut, da man – wenn man überhaupt Adapter findet – nur per Schätzung fokussieren kann.

Also blieben nur die DSLRs, die glücklicherweise auch zu dieser Zeit endlich in Preisregionen vorstießen, die es auch einem Amateur möglich machte, daran teilzuhaben. Nach einiger Überlegung, ob es eine Pentax (ist* D), Nikon (D70) oder Canon (EOS 350D) werden sollte, entschied ich mich aufgrund des m.E. besten Preis-Leistungs-Verhältnisses für die EOS. Im Laufe der Zeit wurde meine 350D dann durch eine andere Mattscheibe und ein anderes Sucherokular auf die Benutzung von manuellen Objektiven optimiert. Damals hatte ich nur drei AF-Objektive überhaupt, dafür aber nach einiger Zeit an die 100 manuelle. (Inzwischen sind über 200 Objektive durch meine Hände gegangen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Auch heute noch werden DSLRs häufig genutzt, um adaptierte Objektive älterer Bauart wiederzubeleben – trotz der zunehmenden Ausrichtung der „Altglasfans“ auf spiegellose Systeme. Warum auch nicht? Ein guter optischer Sucher ist immer noch ein Genuss.

Kommen wir nun zu den einzelnen Systemen. (In Klammern liste ich diejenigen DSLR-Modelle auf, die ich – zumindest kurzzeitig – selbst hatte/habe.)

Canon EOS (300D, 10D, 350D, 40D, 5D) 

Der Hauptgrund warum sich viele Altglasfans für eine EOS entscheiden, liegt in dem relativ kurzen Auflagemaß der Kameras. Als Auflagemaß bezeichnet man die Entfernung der Sensorebene von der Bajonettvorderkante. Ist das Auflagemaß einer Kamera kürzer als das, für welches ein Objektiv gerechnet wurde, bleibt Platz für einen Adapter, der das originale Bajonett durch das für die Kamera geeignete ersetzt. Da zum Beispiel ein Nikkor-Objektiv für ein Auflagemaß von 46,50 mm gerechnet wurde (nämlich das der Nikon-Kameras) und eine EOS ein Auflagemaß von 44,00 mm verwendet, bleibt Platz für einen 2,5 mm dicken Adapter. Das klingt wenig, ist aber mehr als genug. Je größer diese Differenz ist, desto leichter ist es, einen Adapter zu entwickeln.
Ist das Auflagemaß einer Kamera aber länger als das eines Objektives, kann man mit solch einem adaptierten Objektiv nur noch im Nahbereich fokussieren. Der Adapter wirkt dann in etwa wie ein Makro-Tubus. (So zum Beispiel bei adaptierten Canon FD-Objektiven, mit 42,00 mm Auflagemaß, an einer Canon EOS.) Es gibt Adapter mit einer entsprechenden Korrekturlinse, doch die „verlängern“ einerseits die Brennweite des Objektiv und sorgen andererseits oft für eine Verschlechterung der Abbildungsqualität und meist für eine erhöhte Anfälligkeit für Streulichteffekte.

An eine EOS mit APS-Sensor (und daher kleinerem Spiegel) lassen sich die meisten Objektive für folgende Systeme adaptieren: Leica R, Nikon F, Pentax PK, Olympus OM, Contax/Yashica, M42. Bei EXA-Objektiven wird es knapp und Minolta MD und Konica AR Objektiv funktionieren nicht ohne tiefgreifenden Umbau.
Eine Kleinbild-EOS sorgt durch den größeren Schwingspiegel für deutlich mehr Probleme. Das Auflagemaß passt zwar auch hier, doch häufig ist die Fassung der Hinterlinse eines Objektivs dem Schwungweg des Spiegels im Weg. Es finden sich recht gute Kompatibilitäs-Listen für „Vollformat“-EOS im Internet, z.B. hier für M42-Objektive.

Seit einiger Zeit gibt es auch sogenannte Chip-Adapter, die die Fokusbestätigung der Kamera aktivieren. Das funktioniert meiner Erfahrung nach unterschiedlich gut.

Nikon (D60, D90, D100, D3100, D7000, Df, Fuji S1 Pro, Fuji S2 Pro)

Obwohl das Nikon-System sich durch eine erstaunliche „Rückwärts-Kompatibilität“ auszeichnet und damit auch geworben wird, ist eine Nikon-DSLR nicht die optimale Lösung dafür, viele verschiedene Objektive zu adaptieren. Natürlich kann man sich auf die exzellenten Nikkore begrenzen und sich bei etwas preisgünstigeren Non-OEM-Marken mit Nikon-Bajonett wie etwa Vivitar, Soligor oder Tokina bedienen, doch sobald man Nikon-fremde Anschlüsse verwenden möchte, wird es schwer, da eine Nikon-DSLR ein relativ großes Auflagemaß nutzt. Selbst die eigentlich so vielseitig einsetzbaren M42er lassen sich an einer Nikon nur im Nahbereich oder mit Korrekturlinse nutzen.
Wer also mit vielen Bajonetten „spielen“ möchte, der sollte sich ein anderes System aussuchen. Wer sich aber nur die wichtigsten Brennweiten kaufen möchte, um damit zu fotografieren, der sucht nach den hervorragenden manuellen Nikkoren und erfreut sich an deren ausgezeichneter Qualität. Zudem zeigt ein sehr gut funktionierender Fokus-Indikator an, wenn man korrekt scharf gestellt hat.

Dabei gibt es aber auch ein paar grundlegende Aspekte, die man beachten muss:

  • An die „kleinsten“ Nikon-DSLRs (D40x, D3200 etc.) kann man so gut wie alle Nikkore ansetzten. Die Kameras können damit aber nicht die Belichtung messen. Man muss also im M-Modus fotografieren.
  • Nikon-DSLRs, die mit manuellen Objektiven die Belichtung messen können, vertragen meist keine Vor-AI-Objektive, also die ganz alten F-Nikkore. Deren durchgehender hinterer Fassungsring kann den Blendenmitnehmer der Kamera verbiegen. AI-Nikkore funktioneren hingegen i.d.R. sehr gut.
  • Die am besten für manuelle Objektive geeignete Nikon-DSLR ist die Nikon Df, an die man fast alle Nikkore ansetzen kann. Dafür sorgt auch der hochklappbare Blendenmitnehmer. So lassen sich auch Prä-AI-Nikkore wunderbar nutzen. Die Nikon Df ist nicht nur in dieser Hinsicht eine echte Nachfolgerin der Nikon F3.

Hier finden eine hervorragende Auflistung der Kamera-Objektiv-Kompatibilitäten für Nikons.

Pentax (K100D, K200D)

Ähnlich wie das Nikon-System bietet auch das Pentax-Bajonett eine umfassende Bajonett-Kompatibilität. Es lassen sich ältere, manuelle Pentax-Objektive sehr gut an einer Pentax-DSLR nutzen, wobei es durchaus Unterschiede in der Funktionalität der verschiedenen Modelle gibt. Pentax-A-Objektive passen auch besser zu einer DSLR als Pentax-M-Objektive, da bei den „A“-Versionen auch die automatische Blendensteuerung funktioniert. Für Pentax gibt es ebenfalls Fremdhersteller, für die die gleichen Voraussetzungen gelten.

Fremdbajonette sind, ohne Umbau, nur schwierig an Pentax zu nutzen. Es gibt althergebrachte Adapter für M42-Objektive, doch die waren mir nie so ganz sympathisch, da sie bisweilen schlecht von der Kamera zu entfernen sind.

Ein großer Vorteil bei Pentax ist die bildstabilisierende Lagerung des Sensors. Dadurch ist ein „image stabilizer“ – im Gegensatz zu Canon und Nikon, wo nur manche Objektive stabilisiert sind – auch für die alten Linsen verfügbar.

Pentax hat kürzlich auch eine DSLR mit Kleinbildsensor angekündigt. Das wird das System für viele nochmals interessanter machen.

Sigma (SD9, SD10)

Das Sigma-Bajonett hat eine erstaunliche Ähnlichkeit zum EOS-Bajnoett, nicht nur was das Auflagemaß, sondern auch was die elektronische Übertragung betrifft. Das geht so weit, dass einige findige Tüftler es sogar schaffen, aus einem EOS-Objektiv eines für Sigma-DSLRs zu machen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. 😉
Es gibt auch zahlreiche unterschiedliche Adapter für Sigma-Kameras. Nachteilig wirkt allerdings das Staubschutzglas, das viele Sigma-Kamera direkt hinter dem Bajonett eingebaut haben. So wunderbar das auch den Staub vom Sensor abhalten kann, so lästig kann es für die Adaptierer sein, denn weiter nach hinten reichende Rückfassungen lassen ein Objektiv schnell an eben dieses Glas stoßen. Dadurch sind diese Objektive nicht nutzbar, solange man das Schutzglas nicht entfernt.

Der vor der SD1 relativ kleine APS-Sensor (Crop 1.7x) der Sigmas hat viele Fans manueller Linsen zudem ebenso von diesem System abgehalten wie der zum Teil umständliche Umgang mit den Daten des Foveon-Sensors. Sigmas-DSLR haben eine echte Fangemeinde, die in ihrer Leidenfähigkeit schon beinahe mit den Leica-Fans zu vergleichen ist. 😉

Sony / Konica Minolta (Konica Minolta D7D)

Von Sony (und von Olympus) besaß ich selbst noch keine DSLR – und die D7D hatte ich nur einen Tag zum Testen – daher halten sich meine Erfahrungen hier in überschaubaren Grenzen. Das Auflagemaß des Sony-DSLR-Bajonetts liegt zwischen dem einer EOS und dem einer Nikon. Dementsprechend lassen sich weniger Systeme adaptieren als an eine Canon aber mehr als an eine Nikon. Soweit ich weiß, gehen Sony-DSLRs recht gut mit adaptierten Objektiven um. Für mehr Informationen verweise ich auf die Sony-spezifischen Internetforen.

Olympus (—)

Wie ich auch von Sony-DSLRs recht wenig berichten kann, so gilt das ebenfalls für DSLRs von Olympus, deren Baureihe ja vor einiger Zeit eingestellt wurde. Olympus konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Systemkameras mit µ4/3-Sensor.
Die DSLR-Kameras von Olympus hatten einen 4/3-Sensor, der in etwa halb so groß ist wie ein APS-Sensor. Die originären Objektive sind auf das ganze digitale System optimiert und gelten als nahezu telezentrisch. Durch den relativ kleinen Sensor konnten die Objektive auch verhältnismäßig kompakt und dennoch lichtstark gebaut werden. Was für die Systemobjektive von Vorteil ist, störte viele Altglas-Fans wie auch mich in meiner „wilden“ Zeit der Adaptiererei: der 4/3-Sensor sorgt für einen Zweifach-Crop, die Brennweite eines Objektiv scheint sich also zu verdoppelt; ein 50mm-Objektiv am 4/3 wirkt wie ein 100mm-Tele am Kleinbild. Da dadurch sogar ein 17mm-Superweitwinkel sozusagen zu einem „harmlosen“ 35er wird, entfällt für Adapterfans der gesamte Weitwinkelbereich. Das wurde von vielen als sehr bedauerlich gesehen, denn durch das sehr kurze Auflagemaß von nur 38,85 mm konnte man für so ziemlich jedes SLR-System Adapter konstruieren, inklusive Konica und Minolta.

Soweit zu den DSLR-Kameras. Im nächsten Teil geht es um das Adaptieren an spiegellose Systemkameras.