Vielseitigkeit

Das ist nicht nur etwas, die mir an Menschen sehr wichtig ist, sondern auch etwas, das auf einige Kamera zutrifft – in besonderem Maße auf die Sony A7II.

Durch den Sensor in Kleinbildgröße und das äußerst kurze Auflagemaß hat die Kamera nicht nur genügend Leistungsreserven sondern eben auch eine Konstruktion, die es ermöglicht, eine riesige Auswahl an Objektiven zu verwenden, indem man ältere, manuelle Objektive adaptiert. Die „Altglasfans“ haben daher die Sony A7-Reihe auch jauchzend aufgenommen.

Von der ersten Version war ich ja gar nicht so angetan, die zweite aber gefällt mir sehr gut.

Hier möchte ich nun zwei Kombinationen vorstellen, die das extrem breite Spektrum an Möglichkeiten aufzeigen.

  1. AF mit Objektiven für andere Kameras

Für die Sony A7II gibt es eine kleine Auswahl an AF-Adaptern, mit denen man Objektive anderer Hersteller mit Autofokus (!) nutzen kann, obwohl diese gar nicht für das FE-Bajonett gebaut wurden. Das funktioniert (mal mehr, mal weniger) für Nikon AF, Canon EOS, Minolta/Sony A und Sigma AF-Objektive.

Ich habe mir, aus Preisgründen, solch einen Adapter für EOS-Objektive besorgt:

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Zwei verschiedene Adapter habe ich ausprobiert: einen „noname“ und einen Fotodiox. Der „noname“ China-Adapter funktioniert mit dem 24-85 leider gar nicht (da tut sich überhaupt nichts) und mit dem EF 1.8/50 II reagiert der AF zwar, findet aber keinen Fokus. Das was also eine Enttäuschung. Allerdings muss ich zugeben, dass keines der beiden Objektive auf der Kompatibilitätsliste genannt wurde.

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Mit dem Fotodiox-Adapter funktioniert das 50er leider auch nicht, dafür aber das 24-85 (im Bild) sehr gut! Und das war mir wichtig, denn genau solch ein Objektiv fehlt mir im Programm von Sony.

2. „Uralt“-Objektive

Auch ganz alte Objektive lassen sich mit ein wenig Kreativität an eine Sony A7 adaptieren. Entweder per Balgen, per Ausschlachtung eines defekten Objektivgehäuses oder per Zwischenringe lässt sich das Auflagemaß ausgleichen.

Die wohl elegenteste Lösung ist aber meines Erachtens ein 3D-Druck. Ja, in der Tat, sowas geht heutzutage:

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So kriegt man ein Agfa Apotar 4.5/85 an eine Sony A7II. Und zusätzlich lässt sich auch eine passende Streulichtblende „ausdrucken“. 😉

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Klar, mag das „nerdy“ oder „freaky“ erscheinen, aber es macht einen Heidenspaß! 🙂

Ein Gurt aus Bergsteigerseil…

Das muss ja richtig halten!

Leider stecke ich seit Wochen tief in der Arbeit und komme daher kaum dazu, mich um mein Hobby zu kümmern. Doch zwischendurch habe ich mich belohnt und mir bei Leica (direkt im „Mutterschiff“ in Wetzlar) einen neuen Kameragurt für meine D-Lux (109) gegönnt.

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Darauf gestupst wurde ich – mal wieder – durch meinen guten Freund, dem Taschen- und Gurtfreak Jörg. Ich finde den Gurt traumhaft schön. Inzwischen trägt die 109er aber wieder ihr schwarzes Lederjäckchen, das sieht dann zusammen nochmal besser aus. 🙂

„50 Blogs von leidenschaftlichen Fotografen“

So titelt Michael Omori Kirchner über seinen Blog-Eintrag zu seiner Reihe „Blogbühne“. Auch diesmal bin ich in der „Fotografie Blogbühne 2017“ mit RetroCamera.de dabei. Cool!

Es lohnt sich wirklich, einmal auf diese Seite zu gehen und von dort aus die ganzen wunderbaren Foto-Blogs zu entdecken, die dort gesammelt wurden. Besten Dank an den „Fotografr„. 🙂

 

 

P10

Nur auf die Schnelle, bevor ich mich wieder an meine Klausur-Korrekturen mache: ein paar Bilder aus dem Huawei P10 (mit Leica Kameramodul, daher bei Leica in Wetzlar aufgenommen 😉 ).

Schwarz-weiß kann diese Handy-Kamera dank des separaten Monochrom-Mofuls richtig gut:

Und was auch überraschend gut funktioniert, ist die „Freistellungs“-Simulation:

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Ganz im Ernst, wer mit diesem Smartphone unterwegs ist, braucht wahrlich keine Kompaktkamera mehr!

Zwillingsschwestern

Es ist ja weithin bekannt, dass Leica mit mehreren japanischen Firmen Kooperationen durchgeführt hat. In der digitalen Kompakt-Kamerasparte arbeiten die Wetzlarer eng mit Panasonic zusammen – sicherlich keine schlechte Wahl. Zuvor bestand eine Kooperation mit Fujifilm im gleichen Bereich.
Aber bereits in vor-digitalen Zeiten gab es soetwas: eine recht enge Zusammenarbeit mit Minolta (einer Marke, die es im Fotosektor so heute gar nicht mehr gibt).
Es wurden Spiegelreflex-Kameras gemeinsam entwickelt und als „Schwestermodelle“ vertrieben, aber auch Kompaktkameras kamen unter beiden Markennamen auf den Markt, die sich nur äußerlich unterschieden. Zwei solcher Kameras möchte ich hier kurz vorstellen.

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Von vorne betrachtet erkennt man im Aufbau schon gewisse Ähnlichkeiten, man beachte nur die Lage der Fenster, des Blitzes und des Objektivs sowie die Dimensionen der Kameras.

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Von hinten wird das noch deutlicher: der An/Aus-Schalter, die Blitzknöpfe, der Auslöser und die Zoomwippe liegen an verräterisch ähnlichen Stellen. Auch die leicht geschwungene Form auf der rechten Seite wirkt sehr ähnlich.

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Auch das „Kameraportrait“ offenbart eine Verwandtschaft.

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Dass nun das Objektiv (bei gleichem Blendenbereich) von Minolta als 38-90 und von Leica als 40-90 angegeben wird, mag an einer größeren Ehrlichkeit von Leica liegen, es ist auf jeden Fall innerhalb des Toleranzbereiches. Es gibt Meinungen, die sagen, dass Leica mit dem 40-90 eine Reminiszenz an die Leica CL vornahm, die es ja mit einem 40mm- und einem 90mm-Objektiv im Set gab.

Wie auch immer, im Grunde sind das die gleichen Kameras. Es handelt sich hier einmal um die Leica C2 Zoom und einmal um die Minolta Riva Zoom 90c.

 

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Leica

 

Das „Innenleben“ ist nochmals verräterrischer!

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Minolta

Auch die Funktionen sind absolut identisch.

Das automatische Filmeinspulen verläuft absolut gleich und die Zoomfunktion ist bei beiden Modellen unüberhörbar! 😉

Wie „gewohnt“ erzielt die Leica C2 Zoom auf dem Gebrauchtmarkt im Schnitt die deutlich höheren Preise, was sicherlich am Namen und am roten Punkt liegt. Wobei die „C2 Zoom“ eine der preigünstigsten Wege ist, mit einer Leica zu fotografieren.

Wer hingegen nur die Lust verspürt, mit solch einer kompakten AF-Kamera aus Anfang der 90er zu fotografieren, kann sicherlich auch zur Minolta greifen, die für wenige € zu haben ist.

Ich habe in beide Kameras nun den gleichen Film geladen und freue mich schon darauf, zu sehen, ob es maßgebliche Unterschiede bei den Bildern gibt. Ich rechne nicht damit.

 

Fundstücke…

Sie kennen das, nicht wahr? Sie suchen gar nichts für Ihre Kamerasammlung und plötzlich fallen Ihnen nicht ein oder zwei sondern gleich eine ganze Menge an Angeboten vor die Füße, zu denen Sie einfach nicht „nein“ sagen können, weil es eine Schande wäre, sie für diese niedrigen Preise ziehen zu lassen.
So ging es mir die letzten beiden Wochen.

Ich hätte gar nicht die Zeit gehabt, auf eine intensive Suche nach interessanten Dingen zu gehen. 60-Stunden-Wochen lassen wenig Spielraum für’s Hobby. Und dennoch sind in den letzten Tagen ein paar spannenden Sachen bei mir eingezogen.

Fangen wie einmal an…

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Als ein weiteres Mitglied meiner Toycamera-Sammlung kam eine Certo Certina dazu, die ein paar Besonderheiten aufbietet: Man hat die Wahl zwischen „Bulb“ und „Manuell“ und zwischen Blende f/8 und f/11 und fokussieren kann sie auch, sowohl per Meterskala als auch per Scale-Focus-Bildchen . Das ist schonmal mehr als die meisten Toycameras bieten. Außerdem hat die Certina einen Filmtransporthebel, der den Rollfilm (!) weiterspult. Man muss dennoch im Bildzählfenster kontrollieren, wann bis zum nächsten Bild weitergespult ist. Witzig ist, dass der Transportmechanismus nicht ganz synchron mit der Beschriftung auf der Filmrolle ist. 😉

9konstruktor

Kurz danach flatterte eine Lomo Konstruktor ins Haus, eine DIY-SLR mit Lichtschachtsucher für Kleinbildfilme. Mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen. 🙂

9lomoinstant

Wo wir gerade bei Lomo sind, auf die Lomo Instant, die auf Instax Mini fotografiert konnte ich bei dem Preis auch nicht verzichten. Die „Instax“ von Lomo soll angeblich die „kreativste“ der kleinen Instax-Kameras sein, da man diverse Blitzeinstellungen nutzen kann, sie ein Fokussiereinrichtung hat, einen Bulb-Modus und die Möglichkeit zur Doppelbelichtung. Das klingt alles hochspannend. Jetzt warte ich nur noch darauf, die Lomo mit etwas mehr Zeit richtig ausprobieren zu können. Die Filme sind jedenfalls auch schon hier. 😉

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Aber nicht genug mit „Toycameras“, ein echter „Klassiker“ der Fake-SLRs zog auch noch ein: eine Canomatic. Diese Kamera sieht aus wie eine SLR und nutzt auf beinahe bösartige Weise den Schrifttyp der alten Canon-Kameras. Sie hat aber weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun. Sie ist nichts weiter als eine übergroße Sucherkamera mit Fixfokus-Objektiv, allerdings mit zwei Besonderheiten: zum einen sind Bleigewichte (!) in den Kameraboden eingelegt, um die Kamera schwerer zu machen (!!) und zum anderen lässt sich die Blende sozusagen per „Zoom“ verstellen. Die beiden roten Knöpfchen fahren das Objektiv vor und zurück, was aber nicht zum Fokussieren taugt, sondern eben die Blende in den 6,3 – 8 – 11 – 16 einstellt. Weird!

Aber was soll man machen? Wenn man Kameras für einstellige €-Beträge findet, fällt es schwer, nicht zuzugreifen.

Filme sind in alle Kameras geladen. Jetzt heißt es, öfters mal einpacken…

Aber nicht nur Lomo- und Toycameras kamen an, nein auch zwei überaus interessante Objektive, die ich ebenfalls für einen kleinen Teil des eigentlich gehandelten Wertes erstehen konnte. Irgendwie hatte ich in den letzten beiden Wochen diesbezüglich echt Glück.

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Als Ergänzung zu meinen FD-Objektiven (für die Sony A7II und die Fuji X-E2) 2.8/24 und 1.4/50 SSC stieß ein Canon FD 3.5/50 SSC Makro dazu. Auf einen Vergleich zwischen dem Canon 3.5/50 Makro und dem Nikkor 3.5/55 Mikro freue ich mich auch schon.

Und schließlich – und das was sozusagen das i-Tüpfelchen – fand ich ein professionell auf µ4/3 adaptiertes Nikonos Nikkor 2.5/35. Das ist eigentlich ein Objektiv für die Unterwasserkamera Nikonos, doch das 35er lässt sich auch „an Land“ nutzen. Als 35er ist es an de Olympus PEN E-P3 gewissermaßen ein 70er.

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Besonders interessant finde ich, dass man an den großen Rädchen links (silber) fokussiert und rechts (schwarz) die Blende verstellt. Das ist schon echt cool, solch ein Objektiv an einer Systemkamera zu nutzen und die Abbildungsleistung scheint mir mehr als ordentlich zu sein. Mehr dazu, wenn ich ein paar mehr Bilder damit gemacht habe.

Für all diese Teile zusammen bin ich im zweistelligen €-Bereich geblieben. Wow, nicht wahr?