Toycameras im Norden, Teil 1

Ich fotografiere ja nicht nur mit hochwertigen Sonys oder Nikons – oder mit Leicas – nein, ich fotografiere genauso mit Kameras, die nur ein paar Euro gekostet haben. Diese „Toycameras“, wie z.B. meine Diana Deluxe oder meine Agfa Isoly, machen eine Menge Spaß, man weiß nie so zu 100% was am Ende dabei herauskommt und sie bieten sich sehr gut für Experimente an.

Anfang April waren wir mal wieder für ein paar Tage in Norddeutschland und diesmal hatte ich außer meiner 109er vor allem ein paar dieser Toykameras mit, in die ich abgelaufenen Filme geladen hatte – auf dass es einen oder mehrere Überraschungseffekte gebe!

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Für die Rollfilme aus der Diana und der Isoly braucht das Partnerlabor von dm immer gut zwei Wochen, da muss ich also noch ein wenig warten, aber den Kleinbildfilm, der in der Lomo LaSardina steckte, konnte ich heute bereits abholen.

Diese kleine Kamera bietet ein starkes Weitwinkel-Objektiv und Knipsspaß statt hoher Bildqualität. Die Belichtungsparameter sind weitgehend festgelegt, so dass die Korrekturen im Labor erfolgen müssen. 😉 Da dort in den Großlaboren aber ohnehin alles automatisch geht, darf man auf die Belichtungstoleranz von Farbnegativfilm vertrauen. Dias würde ich damit eher nicht empfehlen.

Die kleine LaSardina ist wirklich spaßig, wenn man sich erst einmal an sie gewöhnt hat. Die Parallaxe bei näheren Aufnahmen komplett auszugleichen ist durch den extrem kleinen und ungenauen Sucher so gut wie unmöglich, doch das gehört dazu.

Zwei Fotos vom Strand in Eckernförde:

Das finde ich gar nicht übel!

Udn auch die Bilder, die ich im herrlichen Freilichtmuesum Molfsee gemacht habe, gefallen mir irgendwie. Man darf sie natürlich nicht mit objektiven Bewertungskriterien messen, doch sie fangen recht gut spontan eine Stimmung ein, die man an diesem Ort und zu dieser Zeit hatte:

Verzeichnungen, abgeschnittene Teile sowie Schleier und Abzeichnungen durch Einstrahlungen der Sonne sind selbstverständlicher Teil dieser Art der Fotografie. Ich versuche sogar gezielt, die Sonne schräg ins Objektiv scheinen zu lassen, um Flares zu erzeugen.

Nächste Woche um die gleiche Zeit habe ich vielleicht schon die Bilder aus der Diana und der Isoly zurück. Darauf freue ich mich auch!

 

Unverhofft kommt… ähm… manchmal!

Kennen Sie das? Sie sind total zufrieden mit dem, was sie so an Kamera-Ausrüstung haben. Die ganz leise Lust auf eine spiegellose Kamera mit Kleinbild-Sensor und kurzem Auflagemaß tun Sie als Hirngespinnst ab. Sie haben doch alles, was Sie benötigen – und mehr. (Kennen Sie nicht? OK, dann unterscheiden wir uns doch. 😉 )

Falls Sie das Gefühl kennen und rundum glücklich sind mit Ihrem „Foto-Equipment“, was machen Sie, wenn ein guter Fotofreund von Ihnen, der zudem noch ein überaus netter Mensch ist und zu 100% zuverlässig, seine Sony Alpha 7 II verkaufen möchte. Genau die Kamera, die zu diesem leichten Lustgefühl passt wie der berühmte Deckel auf den Topf?
Sie beginnen zu überlegen, nicht wahr?
Vielleicht nehmen Sie sogar schnell über Facebook oder WhatsApp Kontakt auf und fragen ganz unverbindlich einmal nach, ob denn die Kamera schon verkauft sei.
Wenn Ihnen dann noch mitgeteilt wird, dass sie noch verfügbar ist, fangen Sie sofort an, Ihre Finanzen zu durchdenken und mehrere Konstellationen durchzuspielen.
So ging es mir zumindest. Genau so!

Das Ende vom Lied sehen Sie hier:

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Ich weiß, vermutlich erklären 90% von Ihnen mich nun für völlig verrückt. Was soll ich machen? Es ist mein Hobby und meine Leidenschaft. Die Begeisterung für eine wunderbare Technik, die sich zudem noch kreativ nutzen lässt, kennt bei mir nur sehr vage Grenzen.

Also wurde schnell ausgemacht, dass die Kamera einen Tag für mich reserviert wird, weil ich nochmals drüber schlafen wollte. John, mein Fotofreund, hat mir zwar einen echt fairen Preis gemacht, aber das war doch eine Summe, über die man nicht mal eben aus einer Laune heraus entscheidet. Davon kann eine vierköpfige Familie einen Monat lang sehr gut leben. Das muss man mit seinem Gewissen schon ausmachen können. Als John mir aber darüber hinaus ein noch besseres Angebot für ein Set aus Kamera und a7ii2Techart Pro Adapter machte, mit dem ich meine Leica-M-Objektive per Autofokus nutzen kann – ich konnte den auf einem Treffen in Trier im Sommer 2016 begeistert ausprobieren – hat meine Nachdenkzeit keine Nacht sondern nur ein paar Stunden gedauert. Der Deal war besiegelt. (Wo ist das „Rot-werd-Emoticon“?) An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank, John – auch dafür, dass du so ein toller Mensch bist!

Die Zeit bis zur Lieferung nutzte ich, um Ersatzakkus und passsende Adapter zu besorgen, so dass gestern das Set komplett in meinen Händen lag.

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Damit kann ich folgende Objektive an der A7II nutzen:

  • Leica M (manuell und per AF)
  • Leica R
  • Minolta MD/SR
  • M42, Nikon AI/F, Pentax K und EXA am EOS-Adapter

Und ein Nikon-Adapter mit Abblendeeinrichtung ist unterwegs zu mir.

Mit den Adaptern hatte ich bisher übrigens sehr viel Glück, denn obwohl ich zunächst zu den günstigen Modellen gegriffen habe, sind sie sowohl alle mit der A7II kompatibel als auch überraschend gut verarbeitet und passgenau. Super!

Da ich das Wochenende (mal wieder) am Schreibtisch arbeiten musste, hatte ich noch keine Zeit, „richtige“ Fotos zu machen. Doch was ich bei den ersten spielerischen Probeschüssen gesehen habe, hätte mich mehrfach vom Hocker gehauen, so ich denn auf einem gesessen hätte. 😉

 

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Leica Summicron-M 2/50, Techart Pro AF Adapter, Sony A7II

WOW! Das Teil macht Spaß! Kein Vergleich mit der ersten Version der A7, die ich damals ja nicht sooo gut fand. Da habe ich eine ganze Menge zum Spielen und Ausprobieren vor mir. Ich freue mich schon…

 

(Und ja, lieber Jörg, das ist dein Gurt, der nun die Alpha schmückt. Passt hervorragend zu ihr, nicht wahr?)

 

 

 

Fotografie-Blogbühne 2017

Michael Omori Kirchner von Fotografr.de startet jedes Jahr erneut eine tolle Aktion: die „Fotografie-Blogbühne„. Gerne mache ich auch in diesem Jahr wieder mit. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, andere Fotoblogs kennenzulernen.

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Hier nun mein Beitrag:

Ich blogge, weil ….

… ich Spaß daran habe. Ich beschäftige mich oft mit meinem Hobby und immer wieder kommen mir Gedanken und Ideen, die ich gerne mit anderen teilen möchte. Ein Blog gibt mir dazu die Gelegenheit. Zu eine Vlog habe ich mich bisher noch nicht durchringen können. Mal sehen, was da noch kommt… 😉

Mein fotografisches Haupt-Thema ist …

Nun, eigentlich sind es mehrere: Zum einen haben ich am liebsten Menschen vor der Kamera, doch das kann ich nicht immer hier im Blog zeigen. Zweitens mag ich Street-Photography sehr, Momente aus dem Leben, aus dem Alltag. Dafür fehlt mich aber oft die Stadt. Drittens fotografiere ich oft die Sachen, die ich hier zeigen möchte. Das geht dann in Richtung „Stills“. Natürlich fotografiere ich auch im Urlaub, wie ja eigentlich jeder.  Und „analog“ ist ein wichtiges Thema für mich geworden, in allen möglichen Bereichen.

Die drei Beiträge in anderen Fotografie-Blogs, die mich im letzten Jahr am meisten inspiriert haben, sind …

Boah, das ist schwierig! Ich muss das ein wenig abwandeln und mich nicht auf einzelne Beiträge beschränken, denn das könnte ich nicht. „Blogs/Vlogs, die mich besonders inspiriert haben“ geht aber:

  • Der „digitale Augenblick“ meines Freundes Jörg Langer  muss hier unbedingt erwähnt werden. Da lese ich (fast) alles und die Artikel dort haben mir schon zu so einigen guten Ideen verholfen.
  • Für den YouTube-Vlog „D18-Foto“ von Dennis Eighteen gilt das ebenso. Sehr unterhaltsam und überaus lohnend! Ganz neu ist seine Seite zu den „Toycameras„.
  • Als drittes möchte ich den Vlog von Kai Man Wong listen. Als ich Kai, ehemals Presenter für Digitalrev TV, bei Leica getroffen habe, konnte ich feststellen, dass er nicht nur ein toller Vlogger ist, sondern auch ein überaus netter Mensch. Seine Art ist ebenso „entertaining“ wie authentisch.

Dieses fotografische Projekt möchte ich in den nächsten 12 Monaten realisieren: …

Da gilt (leider) noch immer das gleiche wie im letzten Jahr, da mir Job und Hausanbau keine Zeit gelassen haben, meine Projekt-Ideen komplett umzusetzen. Nur 1 von 4 habe ich geschafft. Es bleiben noch das Panoramabuch-Projekt, das Projekt zu den lokalen Technik-Orten (vielleicht kombiniert) und die Feuerwehr-Idee, die aber ziemlich in den Hintergrund getreten ist. Eine zweite Fotoaktion in meiner CrossFit-Box steht aber noch an…

So, und hier nun noch – verbunden mit einem lieben Dankeschön an Michael Kirchner – das Foto, das meinen Blog repräsentiert:

www.retrocamera.de

Ich freue mich schon auf die zahlreichen anderen Blogs!

Fundstück der Woche

Neulich ging ich durch die Marburger Oberstadt und entdeckte einen neuen Laden, ein Art Kombination aus Café, Souvenir-Geschäft und Second-Hand-Buchhandel – spannendes Konzept. Als ich dort ein wenig herumstöberte fand ich etwas, das ich vorher nicht einmal benennen konnte. Es läuft unter dem Namen „Guckauge“ und stellt eigentlich nur den Rahmen für eine mehrfach prismatisch geschliffene Linse dar, die eine Art Kaleidoskop-Effekt beim Durchschauen bewirkt. Der Grund aber, warum ich ein Exemplar davon unbedingt kaufen musste, ist der, dass dieser Rahmen eine fotografische Darstellung einer Kodak Retina I ist. Und da ich diese Kamera selbst habe, hatte ich gar keine andere Wahl. 😉

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Nein, ich werde sicher keine regelmäßige Kolumne zu einem „Fundstück der Woche“ starten. So oft finde ich ja nichts. 😉

Schöne Osterfeiertage!

Es gibt nicht viele Freunde…

…mit denen man sowas machen kann!

Als ich heute am Karfreitag um 6:45 Uhr aufwachte, früher als geplant, aber ausgeschlafen und runter ging, um mir einen Kaffee zu machen – ich wollte unsere Kinder abholen, die ein paar Tage bei ihrer Oma Ferien gemacht hatten – und das sonnige Wetter draußen sah, kam mir der Gedanke, einen Zwischenstopp bei Leica in Wetzlar einzulegen (liegt gewissermaßen auf dem Weg). Von diesem Gedanken war der Weg zur Idee nicht mehr weit, meinen Freund und Foto-Kumpel Jörg per WhatsApp eine Nachricht zu schicken, ob er nicht völlig spontan Lust auf ein Treffen hat.

screenshJetzt mal ehrlich, wer kann sofort und ohne lange zu überlegen einen Menschen nennen, der auf so eine verrückte Idee am Karfreitagmorgen (!) nur antwortet: „Ja. Wann?“ Dafür mag ich ihn so! 😉
Danke für deine Spontanität, danke für deine Freundschaft!

Also habe ich meine Kameratasche gepackt, zwei Thermostassen mit Kaffee befüllt – als erfahrener Leitz-Park-Besucher wusste ich, dass das Café Leitz an Feiertagen geschlossen ist – und los ging’s.

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(C) Jörg Langer

Nun, Leser, die diesem Blog schon länger folgen, wissen, dass sich ein Treffen mit dem Taschenfreak Jörg nicht nur auf angenehme Gespräche beschränkt. Mindestens einer von uns beiden hat mindestens ein neues „Spielzeug“ dabei, das er dem anderen zeigen will. Meist aber beide. 😉 So auch heute.
Mehrere Leicas, diesmal vor allem ältere digitale Modelle, eine Minolta SR7 mit dem wunderbaren 1.4/58 und eine Agfa Isoly (die ich im Moment als Toycamera liebend gerne nutze und mit der ich heute ein Experiment gemacht habe, dazu später mehr) lagen dort auf der Granitsitzgelegenheit.

So ähnlich sieht es fast immer aus, wenn wir irgendwo einfallen.

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(C) Jörg Langer

Jörg, auch Stativfreak, hatte ein ganz besonderes Gimmick dabei: einen DJI Osmo Gimbal. Faszinierendes Teil, das wir bei Sonnenschein im Leitz-Park ein wenig ausprobiert haben.

Natürlich habe ich das super Wetter auch genutzt, um ein wenig mit dem Leica Fisheye Elmarit-R 2.8/16 an der Leica Digilux 3 zu fotografieren, da ich mal sehen wollte, wie sich dieses Kleinbild-Fisheye als Weitwinkel am 4/3-Sensor nutzen lässt. Antwort: sehr gut!

Ein Fisheye-Effekt ist kaum zu sehen, da man ja ohnehin nur ein zentrales Viertel des Bildes nutzt. Es lässt sich zudem mit wenigen Klicks der letzte Rest der Fisheye-Verzerrung entfernen, wobei man natürlich etwas an Bildinformation und Bildwinkel verliert:

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Auch meine Digilux 1 mit „Franken-Akku“ wollte ich kurz ausprobieren:

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Klappt in der Tat! 🙂

q1Nachdem ich Jörg von dem Gurt vorgeschwärmt hatte, den er mir Anfang März geschenkt hat, musste ich ihm mitsamt Langer-Gurt und meiner Leica D-Lux 109 Modell stehen. Eigentlich stehe ich ja hinter der Kamera – und das Sakko hätte ich auf der Fahrt besser ausgezogen. Außerdem hatte ich doch tatsächlich den Gurt verdreht umgehängt. Nun ja. Es ist jedenfalls ein toller Gurt, der vor allem genau die richtige Länge für mich hat.

Die D-Lux kam naürlich auch zum Einsatz:

Jörg hat auf seinem echt Bookmark-würdigen Blog das Treffen auch beschrieben: „Spontan ist am besten…

Und seit einiger Zeit hat er auch einen Vlog auf Youtube! Unbedingt ansehen und abonnieren!!

Ein mal wieder wunderbarer Vormittag bei tollem Wetter mit einem guten Freund, mit dem ich eines meiner Hobbys teile. Mehr darf man für einen Karfreitag kaum erwarten. Dass dann noch das Essen bei meiner Mutter ganz vorzüglich war, sei hier nur am Rande erwähnt. 😉

Ach ja, ich schrieb oben ja etwas vom Isoly-Experiment. Heute hatte ich einen abgelaufenen Kodak Portra 160 in der Kamera, deren Bildfenster ich zuvor mit teiltransparentem Tape maskiert hatte:

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Auf diese Fotos bin ich sehr gespannt. Leider wird die Entwicklung gut zwei Wochen dauern. Also, Geduld ist angesagt.

Ich wünsche allen „Followern“ frohe Osterfeiertage!

„Franken-Akku“

Vielleicht weiß es der eine oder andere schon, ich recherchiere gerade im Auftrag von Leica Historica über die Geschichte der Leica Digitalkameras. Da es inzwischen seit 20 Jahren digitale Kameras von Leica gibt, und ein Digitaljahr gut und gerne 5 Analogjahren entspricht – ist so ähnlich wie mit Hunden 😉 – wird es Zeit, die digitalen Fotoapparate in das Blickfeld aufzunehmen. (Der erste Teil wird sich im Vereinsmagazin VIDOM mit der Leica S1 beschäftigen. Aber das nur am Rande. Dazu im Sommer dann mehr…)

Wenn man also Nachforschungen zu Digitalkameras von Leica betreibt, möchte man natürlich nicht nur darüber lesen, sondern auch selbst mit welchen fotografieren. (Auch dazu später mehr.) Spannend wird die ganze Sache zudem, da es von den digitalen Leica-Kompaktkameras fast immer „Schwestermodelle“ von den Kooperationspartnern – zunächst Fujifilm, dann Panasonic – gab (und gibt).

Inzwischen hat sich bei mir ein recht umfangreiches Set an „alten“ Digitalmodellen angesammelt: Digilux Zoom, Digilux 4.3, D-Lux, D-Lux 2, C-Lux 2, Digilux 3, D-Lux (109) (fast meine derzeitige Lieblingskamera!). Die Digilux 2 hatte ich mal und die M8 habe ich ja schon länger. Außerdem stehen mehrere Schwesterkameras von Fuji und Panasonic (Lumix) hier.
Natürlich möchte ich kein Vermögen für diese Kameras ausgeben und dummerweise werden selbst ältere Modell von Leica noch hochpreisig gehandelt. Mit ein weig Geduld aber findet man diese Kameras für bezahlbares Geld. 🙂

Hin und wieder ist so eine Digitalkamera auch regelrecht günstig – vor allem dann, wenn man bereit ist, den einen oder anderen kleinen Fehler in Kauf zu nehmen. Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, eine Leica Digilux 1 (deren Schwestermodell, die Panasonic Lumix LC5 ich schon lange habe) sehr günstig zu erwerben. Der Verkäufer hatte deutlich gemacht, dass die Kamera nur noch am Netzteil funktioniert, nicht aber mehr mit Akku. „OK„, dachte ich, „dann ist die Kamera an sich ja noch in Ordnung. Es wird also entweder am Akku selbst liegen oder es ist eine Leitung kaputt, die die Energie vom Akku in die Kamera überträgt.“ Um die Kamera zu fotografieren und ein paar Testfotos zu machen, ist das kein Problem. Also griff ich zu.

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Die Kamera ist in einem ansonsten sehr guten Zustand und funktioniert tatsächlich so, wie der Verkäufer es beschrieben hatte: wunderbar am Netzteil, gar mit Akku – egal, mit welchem.

Ein zwei Tage später kam mir dann die Idee, dass es da doch auch einen Workaround geben müsse und zwar, ohne die Kamera aufzuschrauben. Wenn man die Digilux 1 mit dem Netzteil betreiben kann, müsste man nur eine Art mobiles Netzteil bauen.
Nach ein wenig Recherche, wusste ich, wie ich es angehen wollte.

Da die Kamera am Netzteilanschluss 9V benötigt, bestellte ich mir kurzerhand einen Clip für einen 9V-Block und einen passenden Netzteiladapter, mit dem ich den zu dicken Stecker auf den Anschluss in der Kamera verjüngen konnte. Diese beiden Teile haben mich keine €6,- gekostet.

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Als ich aber die erste 9V-Batterie (eine billige „Aerocell“) ausprobierte, ging die Kamera zwar an, flackerte allerdings nur kurz und war umgehend wieder aus. Die 9V waren da, doch an der Leistung der Batterie mangelte es. So ein üblicher 9V-Block liefert zwar die 9V-Nennspannung, aber gerade einmal 300 mAh (als Zink-Kohle-Version) bzw. 500-600 mAh (als Alkali-Mangan-Zelle). Die 9V-Blockbatterie ist ja gemacht für die Geräte, die eine recht hohe Spannug benötigen aber nicht so energiehungrig sind. Defintiv also zu schwach für eine Digitalkamera!

Immerhin fiel mir ein, das es seit einiger Zeit, speziell für Rauchmelder, leistungsfähigere 9V-Block mit Lithium-Technologie gibt. Da diese bis zu 1200 mAh liefern können und die Digilux 1 eigentlich Akkus nutzt mit 7,2 V und 1400 mAh (allerdings im Akkuschacht), könnte das also reichen.

Daher besorgte ich mir ein paar Varta Industrial 9V-Lithium-Blocks und siehe da: es funktionierte!

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Per Klettband unten befestigt und angeschlossen an der 9V-Netzteilverbindung der Kamera, kann man nun die „defekte“ Leica Digilux 1 mobil nutzen.

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Man sollte aber unbedingt, nach der Nutzung die Batterie von der Kamera trennen. Dann vergisst die Digilux zwar das Datum, doch ansonsten wird der 9V-Block über Nacht leer gesaugt.

Ist das nun nicht echt teuer? Und zudem nicht gerade umweltveträglich?
Teuer ist es nicht unbedingt. Solche Varta-Blöcke gibt es im Angebot für etwa 1€ pro Stück. Gut für die Umwelt ist es hingegen sicherlich nicht. Aber das ist ja auch keine Dauerlösung, sondern soll mir nur ermöglichen, ein paar Fotos mir der Digilux 1 zu machen. So richtig möchte man solch eine Kamera ja ohnehin kaum mehr nutzen, oder?