Adapter-Variationen

Leser dieses Blogs wissen es, ich liebe es (ältere) manuelle Objektive an meinen Kameras zu nutzen. Natürlich passen die nicht „einfach so“, sondern müssen adaptiert werden. Dazu habe ich unzählige Adapter im Laufe der letzten 12 Jahre (oder so) ausprobiert. Adapter aller Arten, Typen und Qualitäten. Angefangen mit den EOS-Adaptern für die 350D damals, über Fuji- und µ4/3- bis bis hin zu Sony F/FE-Adaptern. Hier möchte ich nun ein wenig darüber plaudern…

Grundsätzlich und grob kann man in drei Kategorien unterscheiden:

  1. „dumme“ Adapter ohne jegliche Zusatzfunktion
  2. „Chip“-Adapter, die das AF-Signal einer Kamera aktivieren und auch EXIF-Daten in die Datei schreiben können und
  3. Autofokus-Adapter, die es möglich machen, ein Fremd-Objektiv mit Autofokus zu nutzen! Davon gibt es wiederum zwei Typen:
    • Adapter, die über eine Art „Überetzer-Elektronik“ das Autofokus-System der Kamera „durchschleusen“ und so der Kamera „vorgaukeln“ es sei ein AF-Objektiv der eigenen Marke. Es wird also z.B. das AF-Protokoll eines Canon EF-Objektivs „übersetzt“ in das einer Sony Alpha-Kamera und „schwupps“ fokussiert die Sony mit dem Canon-Objektiv – oder sollte es zumindest. Denn zu 100% funktioniert das nicht. Am ehesten erfolgversprechend sind Adapter, die von Sony A auf Sony E übersetzt und hochwertige EOS-Sony-Adapter. Die billigen Versionen haben doch größere Probleme und funktionieren, je nach Objektiv, mal ganz gut, mal subotimal und auch mal gar nicht. Größere Probleme gibt es immer noch mit Adaptern, die Nikon-AF-Objektiv an eine Sony bringen sollen.
    • Adapter, die ein manuelles Objektiv zu einem AF-Objektiv machen, indem sie selbst durch eine Abstandsveränderung (durch internen Schneckengang) ein auf unendlich gestelltes Objektiv fokussieren. Das funktioniert z.B. mit dem TechArt-Adapter für Leica M Objektive an meine Sony A7II überraschend gut!

Von der zweiten Kategorie, den „Chip“-Adaptern, kann ich persönlich nur abraten. Meine Exemplare waren ungenau und haben bisweilen sogar seltsame Reaktionen in der Kamera ausgelöst. Ich erinnere mich daran, dass meine damalige EOS 350D einmal konstant gepiepst hat, wenn ein Chip-Adapter angesetzt war. Den habe ich natürlich nie wieder genutzt. Andere User sind allerdings recht zufrieden mit solchen gechippten Adaptern.

Die „dummen“ Adapter, die nur eine mechanische Verbindung zur Kamera herstellen, gibt es in unterschiedlichsten Preis- und Qualitätsstufen. Hier gilt meist: „You get what you pay for“ und die schon ziemlich teuren Adapter von Novoflex sind im Grunde auch wirklich die besten, was Verarbeitung und Passgeauigkeit betrifft. Wer also ein wirklich teures Objektiv an seine Kamera adaptieren möchte, der sollte sich ernsthaft den Kauf eines Adapters von Novoflex überlegen, meist lohnt es sich.
Wer aber ein wenig mit einem preisgünstigen Objektiv spielen will, der schreckt zu Recht vor den ca. €150,- zurück, die ein Novoflex-Modell schon einmal kosten kann.
Für den gibt es drei weitere Klassen:

  • die ganz billigen „China“-Adapter, die man z.T. für unter €10,- kaufen kann und bei denen man auch mal Glück haben kann. Es kann aber auch sein, dass sie nicht so richtig passen.
  • die, wie ich sie gerne nenne, „Kompromiss“-Adapter von K&F Concept, die um die €20,- kosten, aber eine wirklich gute Verarbeitung und Passgenauigkeit bieten (von K&F habe ich fast alle Adapter für meine Sony A7II) und
  • die Luxus-Adapter, die sich sowohl preislich als auch qualitativ an Novoflex annähernd, z.B. von Metabones, von denen ich einen hervorragenden LeicaM-SonyAlpha-Adapter habe, der keinen Deut schlechter als das Novoflex-Modell ist.

Welcher Adapter der richtige für einen selbst ist, muss jeder selbst wissen. Ich würde von den ganz billigen Modellen aber eher abraten, es sei denn, man nimmt in Kauf, dass man vielleicht zwei oder drei kaufen muss, um einen sehr guten zu erhalten.

Ein Gedanke zu “Adapter-Variationen

  1. Zwar montiere ich per Adapter meine Objektive an eine Sony Videokamera, aber egal. Also ich hab 3 so “China-Adapter” für Nikon F, Nikon S und Contax/Yashica Objektive. Davon hat lediglich ein Objektiv, das Meßsucher-Nikon 105/2,5 etwas geklemmt. Mit etwas nachfeilen, natürlich am Adapter, passte das dann ganz gut. Die anderen sitzen spielfrei aber nicht schwergängig.
    Der Tip mit den Autofokusadapter ist gut!!

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