Mysteriöse Mail…

Jetzt wird es irgendwie unheimlich!!

Ich habe die Frage zum Biotar 75 in mehreren (engl. und dt.) Foren sowie auf Facebook gepostet.

Heute morgen habe ich eine Mail erhalten, in der ein anonymer Sender (E-Mail-Account auch ohne nachvollziehbaren Namen) mir ein Bild geschickt hat.
(Keine Angst, ich habe die JPG-Datei mehrfach durch einen Scanner laufen lassen, bevor ich sie geöffnet habe.)

Folgender Text dazu:

Hallo,
Du hast gestern so schön über das Biotar berichtet. Im Anhang ein Foto. Ich möchte aber nicht genannt werden.

Und dann das:

Biotar75front

Was ist davon zu halten? Fake?

7artisans. Bitte wie?

Heute per UPS angekommen. Vorgestern Nachmittag in Wien bestellt, heute geliefert. UPS ist und bleibt einfach Spitze! (Nur mal so, nebenbei. Und einen herzlichen Dank an Jo Geier, Mint & Rare, Wien für den exzellenten Service!) 

7artisansM8

Das 7artisans 1.1/50 ist hochlichtstarkes und vollformattaugliches Objektiv mit M-Bajonett und außergewöhnlichem Namen, dass in China gefertigt und über das hochkontrovers im Internet diskutiert wird. Von „China-Müll“ bis hin zu „endlich eine bezahlbare Noctilux-Alternative“ ist dort zu lesen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, wohl irgendwo in der Mitte. Ich denke, tendenziell aber eher in Richtung zweiter Meinung. 😉

Von denen, die schon damit fotografiert haben – andere sollte man ohnehin nicht ganz so Ernst nehmen, werden folgende Punkte am meisten kritisiert:

Zu den Ecken hin ist die Leistung schlecht„.
Mag sein, habe ich noch nicht getestet. Ist mir aber bei solch einem Objektiv nicht wirklich wichtig. Wenn ich mit den Blenden f/2, f/1.4 oder gar f/1.1 (!) fotografiere, dann brauch ich keine scharfen Ecken. Und mein Landschaftsobjektiv wird das 7artisans ohnehin nicht. 😉

Bei Offenblende ist es unscharf.
Hmmm… Es wäre schon unschön, wenn man ein derart lichtstarkes Objektiv hat, es aber nicht bei großer Blende nutzen könnte. Mal sehen…

7artsansA7_11

Also „nicht nutzbar“ ist was anderes. Ich finde es sogar ausgesprochen nutzbar!
Hey, das ist Blende f/1.1!!

Mal kurz zwei Stopps abblenden, auf f/2.0. (Hört sich witzig an.)

7artsansA7_20

Und „zack“ ist es scharf, nicht wahr?

Bin gespannt, wie es sich so macht, wenn es mal „ersnthaft“ ausgeführt wird…

(Fotos: Sony A7 II)

Als Bonus, ein kleines „Unboxing“-Video:

Neues Biotar??

Im Moment begeistern mich diese klassischen Rechnungen ja sehr, auch die eigentlich „unscheinbaren“ Meyer Primagon 35 und Primotar 50. Oder gar das Primoplan 58, dass ich schon immer sehr mochte.

Vom neuen Meyer Primoplan 1.9/75 bin ich echt angetan! Man darf ja über Meyer-Optik Görlitz (neu) denken, wie man will, ich finde es schon klasse, dass sie die alten Linsen neu auflegen. Ich weiß, das wird heiß diskutiert und das soll hier nun nicht Thema sein.

Aber es könnte ja sein, dass nun auch andere Hersteller mehr und mehr mit diesem Nostalgie-Zug fahren möchten. Leica hat vor einiger Zeit das Summaron 5.6/28 neu aufgelegt, was auch völlig gegensätzliche Meinung provoziert hat.

Als ich jetzt in Dänemark war, sagte mir ein Fotograf in Ribe, mit dem ich ein sehr nettes (und langes) Gespräch hatte, dass sich wohl auch Zeiss in diese Richtung bewegen will. Angeblich – und jetzt kommt der Knaller! – soll das Biotar 1.5/75 neu produziert werden!!

Bisher habe ich im Netz nichts dazu gefunden, er war aber sehr sicher, dass er das gehört habe. Ich bleibe aber definitiv dran!

Nun meine Frage an alle: Weiß jemand etwas darüber?? Das wäre ja echt ein Wahnsinns-Ding!!

Infos zum Kassiker >> hier <<.

Meyer Primoplan 1.9/75

Das ist der Start eines „rolling review“. 🙂

Ich blogge ja hin und wieder auf RetroCamera.de für Meyer Optik Görlitz und berichte von meinen Eindrücken zu den Objektiven, die sie mir ab und an mal zum Testen schicken. Dabei versuche ich immer, so objektiv 😉 wie möglich zu sein und mich nicht von dem beinahe freundschaftlichen Verhältnis zu den kreativen Jungs bei Meyer (Benedikt Hartmann) beeinflussen zu lassen. Es bringt ihnen ja nichts, wenn ich keine Kritikpunkte finde und mich zur „ultimativen Lobhudelei“ hinreißen lasse. So habe ich die unabstreitbaren Nachteile eines Somniums 85 ebenso erwähnt wie die eines Nocturnus 35.
Ich muss mir auch Einseitigkeit nicht vorwerfen lassen, habe ich doch z.B. den Hype um das Trioplan 100 nie verstanden. Das 58er Primoplan hat mich, als ich mit digitalen EOS-Kameras fotografiert habe, hingegen ziemlich begeistert. Und erst kürzlich haben mich zwei weitere alte Meyer-Objektive echt positiv überrascht: das Primagon 35 und das Primotar 50, zwei Objektive, die meist übersehen werden, weil sie nicht sehr lichtstark sind und so keinen Hype ausgelöst haben.
So neutral wie man dabei auch sein möchte, manchmal macht der Charakter eines bestimmten Objektivs es wirklich schwer, sich nicht von den Bildergebnissen mitreißen zu lassen, weil sie sehr, sehr gut den persönlichen Geschmack treffen, ohne dass man dies zu 100% begründen könnte. Das geht mir im Moment mit dem neuen Meyer Primoplan 1.9/75 so.

primo75a

Ich habe noch nicht ganz herausgefunden warum, aber die Fotos, die es (an der Sony A7 II) produziert, finde ich total klasse…

 

Mehr folgt…

Crazy Swirl

Nun, nachdem diesmal DHL eine ganze Woche gebraucht hat, um ein Paket aus Süd- nach Norddeutschland zu schicken, ist es inzwischen angekommen: mein neues Spielzeug – das LensBaby Twist 2.5/60 (mit Sony E Bajonett)…

Twist60w.jpg

Dieses Objektiv habe ich zum ersten Mal 2016 auf der Photokina an der Nikon Df ausprobiert. Eigentlich interessierte ich mich für das LensBaby Velvet 56, das mich aber auf der PK16 ziemlich enttäuscht hat – nicht nur der Hintergrund war unscharf.
Positiv überrascht hat mich aber die Abbildungscharakteristik des LensBaby Twist 60, von dem ich eigentlich gar nichts erwartet hatte. Bisher hatte ich mit dem LensBaby 2 gespielt und das war mehr oder weniger ein Spielzeug für witzige Effekte. Das Twist aber erstaunte mich: ein extremer Swirl im HG, das Haputmotiv aber scharf, beide Effekte per Blende steuerbar: Abblenden erhöht die Schärfe und reduziert den Swirl. Ziemlich cool.

Die Verarbeitung ist überraschend gut und das Objektiv (eine Fokus- und eine Objektiveinheit – die ausgetauscht werden kann, tolles System!) sehr solide. Es ist größer als ich in Erinnerung hatte, passt aber noch gut zur Sony.

Die Ergebnisse an der A7II sind ebenso schön, wie ich es an der Df in Erinnerung hatte. Leider habe ich damit bisher nur ein paar Portraits gemacht (dafür ist die Linse ja auch gedacht), die ich hier nicht zeigen kann. Aber selbst meiner Frau, die überkritisch bei eigenen Bildern ist, haben die Fotos damit sehr gut gefallen.

„Auflösung statt Tele“

… oder 51,2 Megapixel im digitalen Mittelformat.

Kürzlich hatte ich auf einem Treffen mit befreundeten Profi-, Semi-Profi- und Amateurfotografen die einmalige Gelegenheit, mit einigem High-End-Equipment zu fotografieren.

Zunächst aber trafen wir uns in kleiner Gruppe auf dem Feldberg (Taunus). Dort wurden ein paar „neue“ analoge Schätzchen herumgereicht:

Abends dann traf sich eine große Gruppe aus annähernd 20 Fotofans zum Schnacken, Essen und Fotozeugsbegrabbeln. Einer dieser „Foto-Kumpels“ hat beruflich Zugriff auf die stets neuesten Modelle. Diesmal hatte er eine Sony A9, eine Hasselblad X1D und eine Fujifilm GFX 50S mitsamt zahlreichen Top-Objektiven dabei.

Um alles wirklich auszuprobieren hätte man gut und gerne drei Treffen gebraucht, daher habe ich zunächst ein wenig „befingert“, ein bisschen herumgespielt und mich dann für zwei Schwerpunkte entschieden: den AF der Sony A9 spüren und mit der Mittelformat Fuji fotografieren. Mit der Hasselblad habe ich mich nur kurz beschäftigt.

 

Die X1D liegt gut in der Hand und ist für eine digitale Mittelformat-Kamera unglaublich kompakt. OK, manch einer sagt, es sei ja eigentlich gar kein „richtiges“ Mittelformat, da dies erst bei einer Größe von 6×4,5 cm beginne, doch der Sensor der Hasselblad ist mit 44×33 mm auf jeden Fall größer als das standard-liefernde „Kleinbild“ (36x24cm).
Die Bedienung der X1D ist … anders. Manchmal erinnert sie mich mehr an die Bedienung eines Smartphones, doch ich denke, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, geht alles zügig von der Hand. Das gilt allerdings nicht für die Kamera an sich. Stets scheint sie sich für das, was sie tut ein wenig Zeit zu lassen. Der AF ist „ok“ aber wahrlich nicht flott. Sicher, die Hasselblad wird vermutlich auch nicht für Sportfotografie eingesetzt, sondern eher da, wo überlegt fotografiert wird, dennoch – und gerade im Vergleich zu anderen modernen Kameras – fällt die leichte Behäbigkeit auf.

Als ganz das Gegenteil davon hat sich die brandneue Sony Alpha erwiesen.

a9

Selbst mit dem eigentlich nicht wirklich berauschend schnellen (aber umwerfend guten) Sony FE 1.4/85 GM „flutschte“ der AF nur so von Ziel zu Ziel, wohl gemerkt in einem Innenraum bei mäßigem Licht! Als ich aber dann da neue FE 4.5-5.6/100-400 GM an der A9 hatte, war ich wirklich „baff“. Der AF war mit dieser Kombi so schnell, dass man beinahe keine Verzögerung mehr bemerkt hatt. Es war als fotografiere man mit hyperfokaler Einstellung. Wow!

Die dritte richtig teure Kamera im Bunde war dann die Fujifilm GFX 50S und als (schon ein bisschen) Fuji-Fan habe ich mich entschieden, damit dann draußen ein wenig zu fotografieren.

Es standen zahlreichen Objektive für die Fuji zur Verfügung. Da ich das bestmögliche Schärfe-Ergebnis herausholen wollte, um zu sehen, was in dem Sensor steckt, habe ich mich für das Fujinon GF 4/120 Macro OIS WR entschieden, dass – laut Fuji – ja Sensoren bis zu 100 MPix bedienen soll.

Die Ergebnisse haben mich wahrhaft „umgehauen“. Hier entstand dann auch der Titel für diesen Artikel: „Auflösung statt Tele“. Die Bildqualität schlägt alles, was ich bisher gesehen habe – und ich habe mit eigenen Kameras wie der Nikon Df oder der Sony A7II sowie mit fremden Kameras wie einer Sony A7RII oder einer Leica SL fotografiert!

Kommen wir nun zu den Bildern…

Motiv 1: City

Dieses Bild…

fujiffm

… ist ein Crop aus diesem Foto:

fujiffmfull

OK, das lässt sich so mit mehreren Kameras machen.

Motiv 2: Taube

Dieses Bild…

fujidove

… ist ein Crop aus diesem Foto:

fujidovefull

So langsam sehen Sie, was ich meine. Nicht wahr?

Motiv 3: Mond

Dieses Bild…

fujimond

… ist ein Crop aus diesem Foto:

fujimondvoll

Unglaublich, oder? Nochmals zur Klarstellung: die Fotos wurden mit einem 120mm-Objektiv aufgenommen, also mit einem Kleinbildäquivalent von ca. 90mm! Gewissermaßen ein kurzes Portraittele.

Motiv 4: Büros

Dieses Bild…

fujioffice

… stammt aus diesem Foto:

fujiofficefull

So langsam scheint mir, ist man nirgendwo mehr sicher vor Fotografen. 😉

Motiv 5: Brunnen

Aus diesem Foto:

fujimacrofull

… lässt sich diese „Nahaufnahme“ croppen:

fujimacro

Auch die Dynamik des Sensors ist mehr als beeindruckend.

Motiv 6: Stein

In diesem Foto scheint die linke obere Ecke völlig „ausgebrannt“:

fujiplate

Nach ein paar Klicks, sind dort wieder Wolken zu sehen:

fujiplaterecov

Ich habe zwei weitere Fotos auf eine Dropbox hochgeladen und freigegeben.
> Hier < und > hier < können sie in voller Auflösung heruntergeladen werden.

Viel Spaß!