Fundstücke…

Sie kennen das, nicht wahr? Sie suchen gar nichts für Ihre Kamerasammlung und plötzlich fallen Ihnen nicht ein oder zwei sondern gleich eine ganze Menge an Angeboten vor die Füße, zu denen Sie einfach nicht „nein“ sagen können, weil es eine Schande wäre, sie für diese niedrigen Preise ziehen zu lassen.
So ging es mir die letzten beiden Wochen.

Ich hätte gar nicht die Zeit gehabt, auf eine intensive Suche nach interessanten Dingen zu gehen. 60-Stunden-Wochen lassen wenig Spielraum für’s Hobby. Und dennoch sind in den letzten Tagen ein paar spannenden Sachen bei mir eingezogen.

Fangen wie einmal an…

9certina

Als ein weiteres Mitglied meiner Toycamera-Sammlung kam eine Certo Certina dazu, die ein paar Besonderheiten aufbietet: Man hat die Wahl zwischen „Bulb“ und „Manuell“ und zwischen Blende f/8 und f/11 und fokussieren kann sie auch, sowohl per Meterskala als auch per Scale-Focus-Bildchen . Das ist schonmal mehr als die meisten Toycameras bieten. Außerdem hat die Certina einen Filmtransporthebel, der den Rollfilm (!) weiterspult. Man muss dennoch im Bildzählfenster kontrollieren, wann bis zum nächsten Bild weitergespult ist. Witzig ist, dass der Transportmechanismus nicht ganz synchron mit der Beschriftung auf der Filmrolle ist. 😉

9konstruktor

Kurz danach flatterte eine Lomo Konstruktor ins Haus, eine DIY-SLR mit Lichtschachtsucher für Kleinbildfilme. Mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen. 🙂

9lomoinstant

Wo wir gerade bei Lomo sind, auf die Lomo Instant, die auf Instax Mini fotografiert konnte ich bei dem Preis auch nicht verzichten. Die „Instax“ von Lomo soll angeblich die „kreativste“ der kleinen Instax-Kameras sein, da man diverse Blitzeinstellungen nutzen kann, sie ein Fokussiereinrichtung hat, einen Bulb-Modus und die Möglichkeit zur Doppelbelichtung. Das klingt alles hochspannend. Jetzt warte ich nur noch darauf, die Lomo mit etwas mehr Zeit richtig ausprobieren zu können. Die Filme sind jedenfalls auch schon hier. 😉

9canomatic

Aber nicht genug mit „Toycameras“, ein echter „Klassiker“ der Fake-SLRs zog auch noch ein: eine Canomatic. Diese Kamera sieht aus wie eine SLR und nutzt auf beinahe bösartige Weise den Schrifttyp der alten Canon-Kameras. Sie hat aber weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun. Sie ist nichts weiter als eine übergroße Sucherkamera mit Fixfokus-Objektiv, allerdings mit zwei Besonderheiten: zum einen sind Bleigewichte (!) in den Kameraboden eingelegt, um die Kamera schwerer zu machen (!!) und zum anderen lässt sich die Blende sozusagen per „Zoom“ verstellen. Die beiden roten Knöpfchen fahren das Objektiv vor und zurück, was aber nicht zum Fokussieren taugt, sondern eben die Blende in den 6,3 – 8 – 11 – 16 einstellt. Weird!

Aber was soll man machen? Wenn man Kameras für einstellige €-Beträge findet, fällt es schwer, nicht zuzugreifen.

Filme sind in alle Kameras geladen. Jetzt heißt es, öfters mal einpacken…

Aber nicht nur Lomo- und Toycameras kamen an, nein auch zwei überaus interessante Objektive, die ich ebenfalls für einen kleinen Teil des eigentlich gehandelten Wertes erstehen konnte. Irgendwie hatte ich in den letzten beiden Wochen diesbezüglich echt Glück.

9canon50makro

Als Ergänzung zu meinen FD-Objektiven (für die Sony A7II und die Fuji X-E2) 2.8/24 und 1.4/50 SSC stieß ein Canon FD 3.5/50 SSC Makro dazu. Auf einen Vergleich zwischen dem Canon 3.5/50 Makro und dem Nikkor 3.5/55 Mikro freue ich mich auch schon.

Und schließlich – und das was sozusagen das i-Tüpfelchen – fand ich ein professionell auf µ4/3 adaptiertes Nikonos Nikkor 2.5/35. Das ist eigentlich ein Objektiv für die Unterwasserkamera Nikonos, doch das 35er lässt sich auch „an Land“ nutzen. Als 35er ist es an de Olympus PEN E-P3 gewissermaßen ein 70er.

9nikonos

Besonders interessant finde ich, dass man an den großen Rädchen links (silber) fokussiert und rechts (schwarz) die Blende verstellt. Das ist schon echt cool, solch ein Objektiv an einer Systemkamera zu nutzen und die Abbildungsleistung scheint mir mehr als ordentlich zu sein. Mehr dazu, wenn ich ein paar mehr Bilder damit gemacht habe.

Für all diese Teile zusammen bin ich im zweistelligen €-Bereich geblieben. Wow, nicht wahr?

Marburg Mascots

Die Marburg Mascots sind die Cheerleader der Marburg Mercenaries, unseres lokalen German League Football-Clubs. Ich gehe, wenn es mir möglich ist, zu den Heimspielen. Die Atmosphäre beim American Football ist einfach klasse.

Da bei den Mascots eine ehemalige Schülerin von mir mitmacht, kam der Kontakt zustande und wir haben uns heute zur Mittagszeit (nach deren Training) zu einer Foto-Session getroffen. Das hat richtig viel Spaß gemacht mit den Mädels – eine tolle Truppe!

collageFB

Tape-Trick

Erinnern Sie sich? Zum völlig spontanen Treffen mit meinem Kumpel Jörg bei Leica am Karfreitag, hatte ich nicht nur ein paar echt hochwertige Kameras dabei, sondern auch – natürlich – eine „Toycamera“, meine Agfa Isoly (in die ich mich so richtig ein bisschen verkuckt habe, doch dazu später mehr).

Das Besondere an der Kamera an diesem Tag war, dass ich das Bildfenster innen in der Kamera am Rande mit teiltransparentem Scotch-Tape abgeklebt habe, um eine Art „Rahmeneffekt“ direkt auf die Negative des abgelaufenen Kodak Portra 160 zu zaubern.

isolymaske

Inzwischen sind die Bilder zurück und ich habe heute eingescannt. Also ich finde, es ist richtig gut geworden!

Danach hatte ich ein paar Bilder von meinen Kindern gemacht, unter anderem eine Doppelbelichtung (was mit der Isoly sehr leicht ist) von Blumen in einem kleinen Teich und meiner Tochter. Und von diesem Bild bin ich regelrecht begeistert:

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Es sieht ein bisschen so aus, als würde mein Töchterchen eine Tanzball-Maske tragen, nicht wahr?

Es ist schon toll, was man alles mit dieser einfachen, alten Kamera so anstellen kann. Sie ist mir echt ans Herz gewachsen.

Übrigens, heute ist bei mir die nächste „Toycamera“ angekommen, eine Certo Certina (mehr Infos hier…) und der erste Film ist bereits geladen. Da bin ich auch gespannt.

certina

Es scheint, mich hat das Toycamera-Fieber gepackt. Danke, Dennis! Danke, Kai!  😉

 

Toycameras im Norden, Teil 3

toycams
Diesmal geht es um die Diana Deluxe (hinten links).

Die Fotos aus der Diana Deluxe sind zurück! Damit kann ich die Serie „Toycameras im Norden“ mit dem dritten und letzen Teil abschließen. Keine Angst, es kommen noch ein paar Atikel zu Toycameras, sobald die Experimental-Filme entwickelt sind. 😉

Der erste Teil zeigte die Fotos aus der Lomo, der zweite Teil die aus der Agfa Isoly und hier sind nun die Bilder aus der Diana:

Ich stehe ja auf ausgediente und abgelegte landwirtschaftliche Geräte. Ob das wohl daran liegt, dass ich „auf’m Urt“ (= in einem Dorf) groß geworden bin? ;=

Hmmm… Ich muss sagen, bis auf ein paar Lichteinfälle in den Ecken, kommen mir die Bilder aus der Diana Deluxe gar nicht so Toycamera-mäßig vor. Sie sind scharf, weitgehend sogar über das ganze Bild, zeigen so gut wie keine Vignettierungen und haben aus dem seit über 10 Jahren abgelaufenen Kodak Portra sogar ziemlich „echte“ Farben (wenn auch mir warmer Abstimmung) gekitzelt.

Mir schein, mit der Diana Deluxe lässt beinahe „normal“ fotografieren – ganz ähnlich wie mit der Isoly. Wer also heftige Toycamera-Effekte sucht, der muss zu einer anderen Kamera greifen. Die Holga 120 wäre da so eine Idee. Oder ein bisschen herumspielen, wie das auf den nächsten Filmen zu sehen sein wird. 😉

Ach ja, Doppelbelichtungen sind mit der Deluxe problemlos möglich:

dianaDB

Ich muss sagen, dieses Foto gefällt mir ausgesprochen gut! Hätte ich öfters machen sollen.

Schon verrückt, was man mit den einfachsten Kameramitteln so zu Stande bringen kann, nicht wahr?

Nicht falsch verstehen – ich bin heilfroh, dass ich meine M8, M6, D-Lux, A7II, Df, F3, E-P3 (und wie sie alle heißen) habe und Top-Qualität erreichen kann, wenn ich denn möchte. Aber darauf kommt es mir meist gar nicht an, sondern eher darauf, Spaß zu haben. Und das geht mit Toycameras ganz hervorragend. „Nomen est omen“, sozusagen.

Belichtungsmesser

Ja, ja, ich weiß. Mit modernen Kameras muss man sich um sowas ja nicht mehr kümmern … obwohl … so ganz ist das auch nicht richtig. Es gibt durchaus Situationen, in denen ein externer Belichtungsmesser auch bei modernen Kameras nützlich ist.

Wer aber, wie ich, gerne auch mit älteren Kameras fotografiert, muss entweder eine Menge Erfahrung mitbringen, sich nach „klassischen“ Merksätzen („Sonne lacht, Blende 8“, „Sunny16“ usw.) richten oder eben einen Belichtungsmesser mitnehmen.

Kürzlich startete eine Umfrage im Rangefinderforum (in dem ich mich als Messsucher-Fan immer mal wieder gerne aufhalte) in der gefragt wurde, womit man als Fuji 690 Nutzer die Belichtung misst. Das habe ich zum Anlass genommen, mal abzulichten, was ich hier an externen Geräten so liegen habe.

Von diesen Modellen, nutze ich den LunaSix gelegentlich, den Sekonic regelmäßig und die Handy-App am meisten (weil ich dann doch mal wieder den Messer zu Hause vergessen habe…) Die anderen beiden anderen nutze ich kaum noch, obwohl sie noch super funktioieren!

Mich würde jetzt interessieren, wie die Mitleser hier die Belichtung messen. Ausschließlich mit/in der Kamera? Oder auch mit externen Belis?