„Nu‘ isse wech…“

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Ja, ich habe es in der Tat getan. Ein Teil von mir weiß auch noch immer nicht warum. Ich habe meine Fuji X-T1 verkauft!

(An dieser Stelle bitte gedanklich das „Waaaas? Wieso das denn??“-Emoticon einfügen…)

Wer diesen Blog zum ersten Mal besucht, wird sich nun vermutlich ebenso wie ein treuer Leser die berechtigte Frage nach dem Grund stellen. Wiederholt habe ich die X-T1 als eine meiner „Kameras des Jahres“ bezeichnet und dennoch verkaufe ich sie?

Um ehrlich zu sein, hatte das zwei Gründe.

109aZum einen habe ich mir durch den Verkauf meinen lange geträumten Traum einer Leica D-Lux (109) erfüllen können, ohne meine angetraute, bessere Hälfte völlig in den Wahnsinn zu treiben.

Und zum anderen wurde mir immer klarer, dass ich die X-T1 – so toll ich die Kamera auch finde – kaum mehr benutzt habe.

Da stellt sich natürlich bei beiden Feststellungen die Frage nach dem „Warum“, sozusagen dem „Warum zweiter Ordnung“.

Die Leica D-Lux ist nicht die „bessere“ Kamera im Vergleich zur X-T1, ganz sicher nicht. Ich würde sogar sagen, dass rein objektiv, die Fuji in so ziemlich allen Belangen „besser“ ist. Die D-Lux ist aber nochmals kompakter und kann etwas, das die Fuji X-T1 nie so ganz erreicht hat: sie hat mich ins Herz getroffen.
Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass es bei mir mit Kameras ist wie mit Jeans: entweder man merkt sofort, dass sie passt, oder man wird nie ganz damit warm.
Das ist wohl der Grund, warum ich die X-T1 habe gehen und die D-Lux einziehen lassen.

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Eine letzte Aufnahme der X-T1.

Noch immer bin ich von der X-T1 begeistert. Was sie alles kann, was sie alles sehr gut kann, ist so ziemlich alles, das man als Fotograf braucht.

Der Sensor ist großartig, die Kamera liegt sehr gut in der Hand (vor allem mit dem Extra-Griff) und sie ist eine echte „Retro“-Kamera! Durch die Räder auf ihrer Schulter kann man mit ihr fotografieren und muss nur sehr selten ins Menü, um Einstellungen zu verändern.

Doch warum habe ich die Fuji X-T1 denn so selten benutzt? Die Antwort ist so lapidar wie logisch: eine Kamera ist immer nur so gut wie die Objektive, mit denen man sie nutzt.
Mein Fuji-System habe ich nie so richtig ausgebaut. Mein Nikon-Set ist über-komplett, für die Leica M8 habe ich alles, was ich brauche. Doch um mein Fuji-Set „rund“ zu machen, hätte ich mir das 1.4/16, das 1.4/23 und das 2.0/90 kaufen müssen. Das hätte mich dann so um die 3000€ zurückgesetzt – und das wollte ich einfach nicht. Wenn einem aber die richtigen Objektive „fehlen“, nutzt man eine Kamera einfach nicht. Eine sehr einfache Rechnung.
Wer nur das Fuji-System nutzt, geht eben diesen Weg und wird sicherlich sehr glücklich damit werden. Die Objektive sind mindestens so toll wie die Kameras. Wer aber, wie ich, außer mit Fuji noch mit Nikon und Leica M fotografiert (ohne Geld mit dem Hobby zu verdienen), für den werden die Fuji-Objektive einfach zu teuer.
Was mir von Fuji bleibt, ist eine Art „Kern“: meine X-E2, das 18-55 und das 1.4/35 – sowie zahlreiche Adapter für M- und F-Objektive. Das reicht für ein „Drittsystem“ völlig. Zumal ich mir vor kurzem auch eine Olympus PEN E-P3 angelacht habe und diese kleine Kamera mir – ein wenig überraschenderweise – einen Heidenspaß macht. (OMG, welch ein Luxus-Problem!)

So habe ich also die X-T1 heute in sehr gute Hände bei einer leckeren Tasse Kaffee persönlich übergeben. Die Stelle, die die Fuji inne hatte, nimmt nun die PEN ein und als „Ich-nehme-nur-eine-kleine-Kamera-mit“-Kamera spielt die Leica D-Lux (109) eine große Rolle in meinem „Fotohobby-Leben“.

Bevor mir aber jetzt noch die Anführungszeichen ausgehen, schließe ich mit diesen Bildern der Leica D-Lux und ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter den Artikel – nicht ohne eine kleine Träne in den Augenwinkeln. 😉

2 Gedanken zu “„Nu‘ isse wech…“

  1. Ja, das kann ich bestätigen. Es ist diese Sache mit dem Herzen. Über die Ratio muss man sich nicht unterhalten, die kann auch mit einer Handykamera zufriedengestellt werden. Aber da gibt es noch etwas anderes, zwischen Kopf und Bauch gelegen.
    Meine X-T1 habe ich auch an eine gute Freundin verabschiedet. Und es waren die gleichen Gründe bei mir. Für ein Hobby kann ich mir auch keine 2-3 Systeme mit Premiumlinsen leisten. Meine X-T1 wurde durch eine Leica SL ersetzt, eben weil ich daran auch meine Linsen der Leica-M verwenden kann.
    Mit der D-Lux ist meine Frau sehr zufrieden. 🙂

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