Lesezeit

Urlaubszeit ist nicht nur Fotozeit, oder Blog-Zeit, sondern auch Lesezeit. Endlich kommt man mal dazu, die Bücher zu lesen, die man schon lange auf dem Stapel liegen hat.
Diesmal hatte ich mir „Die Essenz der Fotografie“ eingepackt, in das ich mich ein wenig mehr vertiefen wollte.
Zufällig entdeckte ich aber vor ein paar Tagen das Buch „Psychologie der Fotografie: Kopf oder Bauch?“ von Sven Barnow. Da dieses Buch zwei Themen kombiniert, die ich beide brennend interessant finde – und die für mich in der Tat unabdigbar zusammengehören, habe ich es mir ganz spontan gekauft. Jetzt, wo ich immer wieder in dem Buch gelesen habe, muss ich sagen, dass dies eine ganz großartige Entscheidung war. 🙂

psychofoto

Gerade für so technik-affine Fotografen wie mich, ist dieses Buch wichtiger Lesestoff. Barnow, selbst Psychologe, beschreibt – wissenschaftlich hinterlegt – zum einen, wie man seine Portraitsfotografie verbessert kann, zum anderen aber auch, wie man seine eigene Kreativität schulen kann und welche Aspekte beim kreativen Fotografieren wichtig sind.

spyfoinh Ergänzt wird sein Text durch interessante Interviews mit Menschen, die bzgl. der Fotografie auch etwas zu sagen haben. Hin und wieder kommt der Psychologe mit Barnow durch, wenn er kleine Selbsttest einsetzt, um den Leser zu etwas mehr Selbsterkenntnis zu führen.
Ich werde dieses Buch mit Sicherheit immer wieder in die Hand nehmen und so einiges daraus für mich und meine Fotografie mitnehmen.

Ein Interview mit dem Autor finden Sie > hier <.

Erste Bewährungsprobe für die „HeXe“…

>> Hier << hatte ich ja kurz beschrieben, warum ich mich für die Sony HX20V als „Reise-immer-dabei-Kamera“ entschieden habe. In den letzen Tagen musste sich die kleine „HeXe“ (wie ich die HX20V jetzt liebevoll nenne) zum ersten Mal richtig beweisen – und siehe da, das hat sie mit Bravur geschafft.

Sie verschwindet problemlos in einer Tasche, ist recht schnell angeschaltet und macht in so ziemlich jeder Lage „fertige“ Bilder. Es ist erstaunlich, wieviel Know-How Sony da hineingelegt haben muss, denn man muss die JPG-Fotos eigentlich nie nachbearbeiten. Die Belichtung ist so ziemlich immer perfekt getroffen, die Dynamik reicht wunderbar für die meisten Fälle aus (obwohl es kein RAW-Fromat gibt, kann man dennoch soagar Details per EBV herauskitzeln, falls es doch mal nötig wird), der Brennweitenbereich deckt 99% der Fälle ab und ein wenig spielen kann man auch mit ihr. Die Panoramafunktion funktioniert prächtig und sowohl im WW- als auch im Telebereich (siehe Taue) liefert die HeXe tolle Bilder.

Bilder aus Eckernförde und Schleswig (Schloss Gottorf):

OK, eine kleine Kompaktkamera mit Winzsensor kann aber nicht in dunklen Innenräumen ohne Blitz fotografieren, richtig?
Falsch!

In diesen historisch eingerichteten Stuben war es derart dunkel, dass sich die Augen erst daran gewöhnen mussten, bevor man etwas sehen konnte. Dank des hervorragenden Stabilisators der Sony waren ISO 800 und 1/10 Sek. (bei Blende f/3.2) geeignet, diese Bilder unverwackelt und atmosphärisch stimmig aufzunehmen.

Ich bin durch und durch zufrieden. Bewährungsprobe bestanden!

Eine alte Lady am Hafen…

Vorgestern in Eckernförde war ich mit „kleinem Besteck“ unterwegs: ich hatte nur die Sony HX20V und die Polaroid SX-70 dabei, die „HeXe“ und die „Senior Lady“. Zur HX20 komme ich später.

 

PolaSX70
(Foto: Sony HX20V)

 

Die Lady macht, auch wenn man ihr ihr Alter ansieht, noch eine gute Figur vor dem netten Hintergrund.

Technisch ist sie noch völlig in Ordnung und sie zaubert ganz besondere Bilder auf den Impossible-Film:

 

PolaHafen
Leider nur abfotografiert. Aber die Wirkung kommt „rüber“, denke ich.

Am Schönsten sind aber immer die Blicke der Passanten, wenn sie sehen, dass jemand mit einer SX-70 fotografiert … oder das „klick…rrrrschrrrrr“ hören, wenn die Polaroid den Film ausfährt. 😉

 

 

 

Überraschung!!

Manchmal kommt überraschend ein Paket, auf das man wartet, von dem man aber noch nicht erwartet hätte, dass es kommt. Oh weh! Das war seltsames Deutsch.
Wie auch immer, das Paket kam ja auch aus Japan. 😉

Vor einigen Monaten habe ich eine Pre-Order beim JapanCameraHunter, Bellamy Hunt, abgegeben und einen 10er-Pack seines „JCH Street Pan 400„- SW-Films bestellt. Vor kurzem hatte er auf seiner Website veröffentlicht, dass die Filme nun geliefert wurden und die Pakete bald verschickt würden.

Heute kam – wie gesagt – überraschend „mein“ Paket an:

jchfilmbw

Ein bisschen wie Weihnachten im Hochsommer. 🙂

Meine M6 ist bereits mit einer Rolle geladen und der Rest verweilt im Kühlschrank. Ich freue mich darauf, damit am Wochenende zu fotografieren!

Danke, Bellamy, für dein Engagement! Shoot Film!!

High-ISO mit der Sony HX20V

18 MegaPixel auf einem 1/2.3″-Sensor? Das geht ja gar nicht! Alles Aquarell und ISO über 400 kann man vergessen!“ Ja, solche Aussagen hört man oft und sicherlich ist da auch etwas Wahres dran. Vor allem, wenn man (wie ich) gewohnt ist, mit APS- oder KB-Sensoren zu fotografieren, dann glaubt man dies schnell – unterstützt durch die Erfahrungen der 2000er Jahre, in denen man selbst noch häufig mit kleinen Sensoren fotografiert hat.

Ganz klar, man darf solch einen kleinen Sensor nicht mit einem APS-Sensor vergleichen. Das wäre auch unfair. Spannend aber ist es zu sehen, wie die Entwicklung der Algorithmen in den vergangenen Jahren voran geschritten ist. Mit meiner 2008er Lumix FX37 (die auch einen 1/2.3″-Sensor hat, einen mit 10 MP) sollte man alles über ISO 400 vermeiden. Die Sony HX20V stammt aus 2012, ist also 4 Jahre jünger und läuft auf Firmware 1.01.

Heute habe ich einmal eine kurze ISO-Reihe aufgenommen.

isotestbild

ISO 100 habe ich dabei weggelassen, denn diese Einstellung ist sehr sauber. Ab ISO 200 merkt man ganz leichte Einschränkungen, die aber im Bild selbst so gut wie gar nicht auffallen. 100%-Crop:

isotest200

Bei ISO 400 sieht das Bild eigentlich noch genauso aus wie bei ISO 200:

isotest400

Ab ISO 800 greift die Rauschreduzierung deutlicher ein und man bemerkt erste Effekte:

isotest800

Bei ISO 1600 nochmals etwas mehr, doch noch immer ist das Bild als ganzes nutzbar:

isotest1600

Bei ISO 3200 muss man dann schon deutlichere Abstriche machen, doch hoffnungslos ist es nicht:

isotest3200

Ab ISO 6400 versucht die Kamera durch Mehrfachbelichtungen auszugleichen. Das gelingt ihr nicht so gut, aber immerhin, man hat noch ein Foto:

isotest6400

ISO 12800 sollte man besser meiden:

isotest12800

Doch stopp! Wir reden hier von ISO 12800 auf einem 18 MP Winz-Sensor! Sowas wäre vier Jahre zuvor gar nicht möglich gewesen.

Kommen wir nochmals auf das Eingangsbild zurück, das bei ISO 800 aufgenommen wurde:

isotestbild

Hätten Sie das gedacht?

Und das gleiche Bild, als ganzes, bei ISO 3200:

isotestbi3200

Deshalb denke ich, dass die HX20V für kleinere Abzüge und vor allem für’s Web absolut bis ISO 3200 genutzt werden kann. Für größere Prints eignen sich auch ISO 800 noch.

Für eine kompakte Reisezoomkamera ist das für mich gut genug.

Eine kompakte Reisekamera…

In die letzten Urlaube habe ich eigentich immer zu viel an Foto-Zeugs mitgenommen. Klar war das die Zeit im Jahr, zu der ich sowohl die meiste Freizeit als auch die größe Muse hatte, fotografisch etwas auszuprobieren. Und wie soll man das machen, wenn man seinen Kram nicht dabei hat? Außerdem waren wir stets mit dem Auto unterwegs, so dass Platz oder Gewicht nie ein Problem waren. Trotzdem war es immer ein bisschen schade, wenn man einen Teil der mitgenommenen Ausrüstung gar nicht genutzt hat.

Letztes Jahr im Herbst waren für eine gute Woche in England. Damals hatte ich bewusst wenig mit genommen: meine Fuji X-E2 und meine Leica M6 mit ein paar Objektiven (passte alles in meine kleine Dothebag) sowie die Lomo Spinner 360. Das habe ich auch alles genutzt und dennoch war selbst diese kleine und recht leichte Tasche während des langen Tages in London ein bisschen nervig – auch, weil ich ja London nicht in erster Linie fotografieren, sondern vielmehr meinen Kindern zeigen wollte. Da wäre es schon cool gewesen, wenn ich nur eine von diesen Reise-Zoom-Kompaktkameras dabei gehabt hätte, die kaum größer ist als ein Handy aber dennoch viel mehr kann.

Dieses Jahr wollen wir wieder hin und diesmal möchte ich in der Tat ohne Fototasche durch London laufen. Doch was wäre dafür wohl die beste Kamera?

Ich habe noch eine etwa ältere Panasonic Lumix FX37. Die macht ganz ordentliche Bilder und ist superkompakt, doch in ihrem Funktionen auch etwas eingeschränkt. Sie bietet kaum mehr als mein Sony Xperia Z3.

Eine Superzoom-Bridge á la Leica V-Lux wäre toll. Die kann viel mehr und hat sogar, trotz ihres großen Zooms, einen relativ großen Sensor. Allerdings ist sie nicht gerade kompakt. Ebenso großartig wäre eine „High-End-Kompakte“, wie die Sony RX100-Reihe, mit exzellenter Bildqualität, doch auch einem etwas eingeschränkten Zoom-Bereich und vor allem – dummerweise – einem sehr hohen Preisschild, ebenso wie die Leica.
Bei all dem Kram, den ich schon habe, könnte ich nicht einmal mir selbst gegenüber einen solchen Neukauf rechtfertigen.

Nein, so gut diese Kameras auch sind, ich brauche etwas anderes: ein wirklich kompakte Kamera mit zufriedenstellender Bildqualität (das ist dabei nicht das Wichtigste), einem großen Zoombereich und mit vielerlei Ausstattungsmerkmalen, die zahlreiche Möglichkeiten bieten und allerlei Fotosituationen abdecken. Zudem soll sie noch preisgünstig sein. Ja, ich weiß, ich suche die „eierlegende Wollmilchsau“, nicht wahr?

Nun, ich denke, ich habe zumindest etwas ähnliches gefunden: die Sony Cyber-shot DSC-HX20V.

hx20v1

Zugegeben, der Sensor ist winzig (1/2,3″ 6,2 x 4,6 mm) und mit 18 MegaPixel Auflösung läuft es mir bei solch einer Sensorgröße kalt den Rücken herunter. Irgendwie genau das Gegenteil von dem, was ich in letzter Zeit für mich so ausgewählt habe. Doch die Bilder sind auf den ersten Blick echt OK. Jedenfalls gut genug für eine Reisekamera, mit der ich ja keine „Kunst“ schaffen will. Sogar das Rauschen hat die kleine Sony überraschend gut im Griff – so lange man nicht zu viel von ihr verlangt. Sie reicht zwar (manuell) bis ISO 12.800, doch das sollte man nur im absoluten Notfall (am besten gar nicht) nutzen. Bis ISO 800, sogar bei ISO 1600, sind die Bilder noch akzeptabel. Für jemanden, der ziemlich lange nicht mehr mit neueren Kompaktkameras fotografiert hat, ist das echt überraschend.

Und kompakt ist sie:

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Wunderbar nützlich ist der Brennweitenbereich, der von 25mm bis 500mm (!) reicht – natürlich bildstabilisiert (sonst wäre das auch reichlich unsinnig). Sogar bei 500mm bleibt die Sony dabei ziemlich bauklein:

hx20v4

Eine echte manuelle Steuerung hat die HX20V nicht. Es gibt zwar ein „M“-Programm – immerhin! – aber weder Av noch Tv. Nun ja, das muss eine Schnappschuss-Reisekamera vielleicht auch nicht bieten, vor allem nicht, wenn sie mit derart vielen kleinen Gimmicks aufwartet. Ein wenig lassen sich nämlich der Av- und Tv-Modus durch sie Szenen-Programme simulieren, sobald man weiß, wie die funktionieren.

Man sieht, dass mein Exemplar schon die eine oder andere Schramme hat…

hx20v2

Ich habe sie gebraucht erstanden, doch sie funktioniert bestens. Damit sind wir übrigens beim Preis angelangt. Ich wollte ja nicht viel dafür ausgeben. Und das habe ich geschafft. Nicht einmal €70,- habe ich für diese Kamera bezahlt. Da kann man nicht meckern. Ein zweiter (und dritter) Akku sind bestellt. Jetzt kann sie zu meiner „Immer-dabei-universal-Reisezoomkamera“ werden. Wenn sie nur zwei, drei Jahre hält, hat sie ihren Soll erfüllt.

In einem weiteren Artikel werde ich noch etwas mehr zu ihr schreiben. Wenn ich sie erst einmal besser kennengelernt habe…

Aber so eine Kamera im „Retro“Camera-Blog??

Na ja, „retro“ bedeutet ja nicht, dass ich mich Neuem koplett verschließe – und durch den braunen „Leder“-Griff hat sie zumindest ein bisschen etwas „Nostalgisches“. 😉

Hier ein paar Links zur Kamera:

DPReview

PC-Magazin

Photographyblog

Digitalkamera.de