Lange nicht aktiv…

Es ist wieder einmal so eine Phase, in der ich nicht so recht weiß, woher ich die Zeit (und auch die Energie) hernehmen soll, all die Punkte auf meiner „to-do-Liste“ abzuarbeiten. Ich komme nicht mal mehr zum Trainieren… 😦

Zur Zeit werden Prioritäten gesetzt und die einzelnen Aufgaben der Dringlichkeit nach abgehandelt. Bin froh, wenn das bald wieder vorbei ist. So gut zwei Wochen noch, dann wird’s hoffentlich wieder etwas besser.

Dies ist aber auch der Grund, warum es in den letzten Tagen, fast kann ich schreiben „letzten Wochen“, hier sehr ruhig war.

Aber eines möchte ich heute erwähnen: in zwei Tagen, am kommenden Dienstag, ist mal wieder ein „Fotokram“-Höhepunkt angesagt. Von einem Forum-Freund aus den USA, einem Mathe-Prof, arrangiert werden wir in einer kleinen, ausgewählten Gruppe eine Sonderführung durch das Leica-Werk in Wetzlar erhalten, mit anschließender Gesprächsmöglichkeit mit dem Management. Darauf freue ich mich sehr, und das musste ich einfach in den engen Terminkalender reinzwängen!

Mal sehen, was ich danach hier so schreiben kann… 🙂

Am Himmel tut sich was…

Modellflug-125

Voriges Wochenende konnte endlich das lange geplante Treffen mit den Marburger Modellfliegern stattfinden. Bei tollem Sonnenschein habe ich Portraits von den Piloten und ihren Fluggeräten gemacht. Daher wird dies mal wieder ein sehr bildlastiger Artikel, ohne viel Text.

Es ist schon erstaunlich mit wie viel Liebe sich um die kleinsten Details gekümmert wird…

… und mit welch großem Geschick die Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen dann geflogen werden.

Nicht ohne Stolz präsentieren daher die Modellflug-Piloten ihre Fluggeräte:

Bei diesem interessanten Hobby gilt, wie bei uns Fotografen: „The difference between men and boys is the price of their toys.“ 😉

Lieben Dank an den Modellflug KVfL Marburg für den schönen Nachmittag!

Macht ein guter Monitor Sinn?

Viele fragen sich ja, ob es denn wirklich der bessere aber leider auch teurerer Monitor sein muss oder ob nicht doch das billigere Modell reicht. Ganz ehrlich? Das fragt man sich genau so lange, bis man einmal vor einem richtig guten Monitor gesessen und damit gearbeitet hat.
Ich hatte in den letzten Wochen die Gelegenheit, einen EIZO CS2420 auszuprobieren – und wahrhaftig, das ist ein gewaltiger Unterschied. „Klar“, höre ich nun jeden rufen,“ein EIZO ist ja auch der Mercedes unter den Monitoren – toll aber eben auch unbezahlbar“. Nun, den CS2420 gibt es für unter €700,-. Gewiss, immer noch eine Menge Geld, doch für einen EIZO eigentlich recht günstig und mal im Ernst, wieviel Sinn macht es, ein Kamera-Set für €3000,- und einen Bildbearbeitungs-Rechner für €1500,- zu kaufen und dann das Bild auf einem €150,- Monitor zu betrachten und nachzubearbeiten?

Verglichen habe ich den EIZO mit meinem (zugegebenermaßen schon etwas älteren) „Hanns G“, der aber zu seiner Zeit recht gut für die Bildbearbeitung geeignet schien. Ich selbst nutze ja für meine EBV kaum externe Monitore. Ich weiß, ich weiß, sollte ich, doch ich bearbeite meine Fotos sehr oft unterwegs, mal hier mal da, so dass ich bei meinen Notebooks stets darauf achte, dass sie ein sehr gutes Display haben. Damit komme ich wunderbar klar. Und dennoch: der Unterschied hat mich echt mit offenem Mund vor dem EIZO sitzen lassen. Echt schade, dass ich ihn nun wieder zurück schicken muss, denn ich glaube, ich habe ihn noch gar nicht in all seinen Facetten und Möglichkeiten kennen gelernt.

eizodual
EBV mit einem zusätzlichen, externen Monitor ist schon cool. Die Kombi aus Lightroom und Photoshop geht einem deutlich flüssiger von der Hand.

Hier ein paar technische Daten zum CS2420:

  • Auflösung  von 1.920 x 1.200 als 24″-Display
  • Hardware-kalibrierbar
  • schnelles IPS-Panel mit LED Hintergrundbeleuchtung
  • Farbraum 99 % Adobe RGB, toll für Fotografen!
  • Display nicht spiegelnd
  • 10-bit Farbdarstellung (über Displayport oder HDMI), 8bit bei DVI
  • große Blickwinkelstabilität
  • Kontrastumfang von 1.000:1
  • Reaktionszeit von 15ms (also auch für Spiele geeignet)
  • USB 3.0 HUB mit 3 Ports

Ohne jetzt wirklich ein Monitor-Experte zu sein, muss ich sagen, dass mich dieser EISO komplett begeistert hat! Die Bildqualität gehört zum besten, was ich bisher gesehen habe. Die Farbdarstellung ist bemerkenswert, manch eine Farbe entdeckt man geradezu wieder neu! Die Auflösung ist meines Erachtens für die Größe perfekt gewählt. Die Bedienung geht leicht von der Hand und ist überaus schlüssig und somit nachvollziehbar.

moniaufl
Hmmm… für so eine Auflösung, müsste ich das Layout meines Blogs wohl mal neu gestalten. 😉

Ich konnte wahrlich keine Nachteile für denjenigen entdecken, der einen Monitor für die Bildbearbeitung sucht. OK, Gamer müssen separate Lautsprecher nutzen (denn der EIZO hat keine integrierten) und vielleicht wäre bei knappp €700,- auch eine Sichtblende, die vor seitlichem Lichteinfall schützt, drin. Aber dennoch, hier steht mein Urteil fest:

sehr empfehlenswert!

Vielen Dank an EIZO, die mir diesen Test ermöglichten. Nur blöd, dass ihr ihn wieder zurück haben wollt. 😉

 

Portraits mit dem Petzval

Heute hatte ich endlich mal die Gelegenheit, im Garten meines Elternhauses ein paar Portrait-Fotos meiner Tochter mit dem Petzval-Objektiv (diesmal an der Nikon Df) zu machen.
Was soll ich sagen? Sie sind genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe: „luftige“ Überstrahlungen, Unschärfe mit Kernschärfe (siehe Haare!) und ein  außergewöhnliches aber nicht zu aufdringliches Bokeh = Projekt gelungen!

Ich möchte diese Fotos nicht in höherer Auflösung im Internet zeigen und diese kleinen Bilder nehmen etwas vom „Petzval-Effekt“. Ich denke aber, man kann erahnen, was ich meine.

Das Petzval-Selbstbauobjektiv ist mit Sicherheit kein Objektiv, das man regelmäßig nutzt, doch für die ganz „speziellen“ Bilder bietet es eben etwas, das man mit modernen, aukorrigierten Objektiven nicht oder nur sehr schwer erreichen kann. Bin gespannt, wie sich ein Vergleich mit einem Weichzeichner-Objektiv macht, das unterwegs zu mir ist. 😉

Das beste Teleobjektiv…

… mit dem ich jemals fotografiert habe. Definitiv!

Dieser Artikel wird so ziemlich das Gegenteil vom letzten Lochkamera-Post, denn hier geht es um Bildqualität, wie sie besser kaum sein kann.
Ich habe im Laufe meiner über 25jährigen Fotografiererei ja schon mit so manchem sehr guten Tele-Objektiv fotografiert, doch heute konnte ich eine Erfahrung machen, die mich echt vom Hocker gehauen hätte (so ich denn auf einem gesessen hätte).

Ich helfe ja zur Zeit einer netten Bekannten eine Kamerasammlung aufzulösen, die aus extrem hochwertigen Teilen besteht. Zu hochwertig für meinen Geldbeutel – leider. Hier geht es um Produkte von Hasselblad und Leica. Einen Teil haben wir schon veräußern können, ein paar Sachen hat sie noch. Von diesen nehme ich immer mal wieder eines mit, um es auszuprobieren, denn ich möchte ja wissen, ob die Dinge, die wir anbieten, auch funktionieren. Und heute war dieses Juwel an der Reihe:

280a
Alter Schwede, oder besser „alter Hesse“. Das ist mal eine Ansage!

Es handelt sich um ein Leica APO-Telyt-R 2.8/280. In Tests wurden zur Beschreibung dieses Objektivs Begriffe wie „simply outstanding“ oder „achieved the highest score among all of the nineteen 280-300mm lenses that were tested“ benutzt. Ich wollte natürlich wissen, ob da was dran ist. 😉

Ich steckte also die Kamera (Fuji X-T1) an das Objektiv – hier muss man das tatsächlich so herum schreiben – und begab mich bei schönstem Wetter in unseren Garten, um von unserer Terrasse aus unsere alte Gartenbank abzulichten. Die schien mir, mit all den Details (abblätternde Farbe, Rost, Spinnennetz…) ein passendes Testmotiv zu sein.

Um einen Vergleich zu haben, fotografierte ich aus gleicher Distanz das Sujet auch mit einem Sigma 80-400 OS an der Nikon Df. Dies ist an sich schon eine ziemlich gute Kombo, die mir schon so manches ordentliche Telefoto ermöglicht hat. (Falls Sie sich fragen, warum ich das Telyt nicht an der Nikon genutzt habe, das ginge nur mit Bajonett-Umbau und das lasse ich bei diesem Wert definitiv sein!).

Hier also zunächst das Sigma-Nikon-Bild:

Sigma400

Die Entfernung von der Terrasse zur Bank beträgt ziemlich genau 10m. Wie im Bild angegeben, fotografiert man mit diesem Tele-Zoom bei 400mm mit Blende f/5.6 – nicht super lichtstark, aber gar nicht so übel.
Interessant wird nun der unbearbeitete 100% Crop:

sigma400crop.jpg

Das ist für ein derartiges Detail aus 10m Distanz gar nicht mal schlecht, nicht wahr? Da lässt sich auch noch was herausholen.

Kommen wir nun zum Leica-Tele:

leica280

Dieses Bild wurde mit 280mm an APS, also einem KB-Äquivalent von 420mm bei Offenblende f/2.8 (!) gemacht. Sowohl die Fuji als auch die Nikon haben einen 16 MPix-Sensor. Die Bilder sind also schon ziemlich gut vergleichbar.
Am Leica Telyt hatte ich sogar noch den speziell gerechneten Leica-NDx1-Filter vorne drauf, da man den sehr oft benutzen wird bei Blende f/2.8 und ich sehen wollte, ob er die Bildqualität negativ beeinflusst – tut er nicht.

Und nun der 100% Crop. Bitte halten Sie sich fest:

leica280crop
Heiliger Bimbam! Das ist ein aus 10m Entfernung aufgenommenes Makro-Foto!

 

Tja, was soll man dazu noch schreiben? Mich wundert nicht, dass dieses Objektiv mit Superlativen beschrieben wurde und damals, Mitte der 80er, für knapp DM 12.000 über den Ladentisch ging.

„Myth confirmed!“

… höre ich die Mythbusters im Fernsehen rufen. Das ist in der Tat das beste lange Tele, mit dem ich jemals fotografiert habe!

Dieses aus der Hand (!) fotografierte Beispiel bestätigt den Eindruck.

Hatte ich erwähnt, dass es verkauft werden soll? Der Preis ist nicht einmal die Hälfte des damaligen Neupreises. Anfragen gerne per Mail an mich. 🙂