Liebesgrüße aus Moskau

Na ja, eher wohl aus Kiew.

Vor ein paar Tagen kam es an, mein neues „Spielzeug“. Sie kennen ja den Spruch: „The difference between men and boys is the size of their toys„. Manche schreiben statt „size“ auch „price„. Kann man halten wie man will. 😉

Ladies and Gentlemen, die MOSKVA-5 (MOCKBA-5):

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Man mag sich nun fragen, warum ich mir denn noch eine 6×9-Kamera geleistet habe, wo ich doch von der Fuji GW690 so begeistert bin. Ja, bin ich auch, doch was mich an der Moskva so fasziniert hat ist, dass sie eine Balgenkamera ist – ähnlich wie die Voigtländer aus 1936, nur eben viel neuer und vor allem mit Messsucher.

Sicher, so richtig modern ist diese Kamera aus Krasnogorsk auch nicht. Das Fotografieren mit ihr ist zwangsläufig sehr „überlegt“ und erinnert ein wenig an die Großformatfotografie, doch genau diese Entschleunigung genieße ich bisweilen sehr.

Doch von Anfang an…
Die Moskva-5 ist eine Mittelformatkamera, mit der man auf 120er Rollfilm entweder im Format 6x9cm oder 6x6cm aufnehmen kann. Dafür gibt es zum einen eine Maske, die ins Bildfenster geschoben werden kann und zum anderen einen Schalter, der den Sucher vom Quer- zum quadratischen Format umschaltet. Clever!

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Rechts auf dem Gehäusedeckel ist der Formatwahlschalter für den Sucher zu erkennen. Das Objektiv mit Balgen ist ein Industar 3.5/105 und damit ein wenig „länger“ als das Fujinon in der Fujica GW690.

An der Hinterwand sind zwei verschließbare Sichtfenster angebracht, durch die man die Bildanzahl ablesen kann.

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Das Besondere – für mich – an einer Balgenkamera ist die hohe Portabilität, da sie zusammen gelegt in eine Manteltasche passt:

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Das nächste Bild macht die Dimensionen anhand eines 120er und eines Kleinbild-Filmes deutlich:

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Ausgeklappt erreicht das Objektiv durch den Balgen dann die volle Länge:

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Ein 105mm-Objektiv mit der maximalen Blende von f/3.5 sorgt bei einem Negativformat von 6×9 für die typische „Mitteformat-Bildwirkung“.

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Der Verschluss ist ein „Moment 24c“ und reicht von 1 Sekunde bis zu 1/250s plus einem „Bulb“-Modus. Ja, man darf anmerken, dass 1/250 nicht wirklich kurz ist, doch für die meisten Fälle reicht das auch bei Tageslicht aus. Mehr war einem Zentralverschluss aus diesem Jahrgang wohl nicht zuzumuten. Ich hatte tatsächlich überlegt, ob dies nicht ein „K.O.“-Kriterium für mich ist, doch ich bin ja nicht darauf angewiesen, nur mit dieser Kamera zu fotografieren und wenn es dennoch unbedingt bei Sonne sein muss, dann lässt sicher ja auch abblenden oder filtern (auch wenn es kein Filtergewinde gibt).

Wie fotografiert man denn nun mit der Moskva?

Nun man spult den Film mit dem Drehknopf auf der linken Schulter bis zu einem merkbaren Widerstand vor, das gibt gleichzeitig den Auslöser frei. Dann wählt man Blende und Belichtungszeit, fokussiert durch den Messsucher und spannt den Verschluss mit dem kleinen Hebel rechts unten am Objektiv. Erst dann kann man auslösen. Hat man eines davon vergessen, lässt sich der Auslöser entweder nicht drücken oder das Bild ist falsch belichtet. Das meine ich mit „entschleunigtem“ Fotografieren. 😉

Dieses Video zeigt die Bedienung recht anschaulich:

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Ist sie nicht eine Schönheit?
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Und je nach Perspektive sieht sie gar nicht so groß aus.

Der erste Film ist geladen und ich freue mich schon darauf, mit der Moskva-5 auf Tour zu gehen. Mal sehen, wann ich sie zum ersten Mal ausführen kann. Eigentlich hatte ich vor, sie heute schon zu verwenden, doch zu einem eigentlich geplanten Leica-Freunde-Treffen in Idstein, dem traditionellen „Dreikönigstreffen“, konnte ich heute aufgrund von üblem Eisnebel in unserer Gegend leider nicht fahren.

Sobald die Fotos gemacht und entwickelt sind (das wird ’ne Weile dauern), werde ich sie hier natürlich zeigen.

9 Gedanken zu “Liebesgrüße aus Moskau

  1. Rainer

    Ich habe mir sagen lassen, dass die Materialien die verbaut wurden, keine sehr gute Qualität aufweisen!

  2. Eine Zeiss Super Ikonta (6×9) war der Auslöser zur Anschaffung einer Fuji GW & GSW.
    Bei diesen alten Faltern empfiehlt es sich auf 8 oder 11 abzublenden, weil die alten Linsen und die Genauigkeit des Klappmechanismus der technischen Bildqualität nicht zuträglich sind. Somit ist eine 250stel eh ausreichend; die Ikonta kann sogar ein 400stel.
    Die (zugeklappte) Ikonta passt bei mir in die Gesäßtasche.

  3. Pingback: Erster “Einsatz”… – RetroCamera.de

  4. Pingback: Eine “Königin”… – RetroCamera.de

  5. Auf meiner Suche zu Informationen über die Moskva 5 bin ich auf diesen Blog gestossen. Die Kamera ist tatsächlich eine russische Schönheit und die erzeugten Bilder sind doch ganz gut. Bei mir taucht gleich ein grosses „Habenwollen“ auf.
    Freundliche Grüsse, stephan

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