„Redscale“ … Was ist denn das nu‘ wieder?

Was? Schon 10 Tage seit dem letzten Posting? Oh je. Da muss ich wohl mal wieder ran. 😉
Na ja, wie das so ist: das Semester ist gestartet, zwischendurch noch ein Kurztrip nach England (Bericht und Bilder folgen hoffentlich bald) und schon vernachlässigt man seinen Blog. Sowas aber auch!

Heute möchte ich von meiner ersten Erfahrung mit einem „Redscale„-Film berichten. Ich mag es ja sehr, mit meiner Ausrüstung zu spielen. Und genauso wie ich mit Lightroom-Filtern und Photoshop-Aktionen spiele, so möchte ich auch mit Film experimentieren. Da schwirren schon einige Ideen in meinem Kopf herum. Die erste, mit der ich mich beschäftigt habe, ist der „Redscale“-Film. Wikipedia erklärt es als …

eine Technik aus der analogen Fotografie, bei der der benutzte Film von der Rückseite belichtet wird. Je nach Belichtungszeit und Film werden die Fotos dadurch wenig gelbstichig bis deutlich rotstichig.

Ursprünglich wurde dafür ein Film einfach umgespult, inzwischen kann man aber auch fertige „Redscale“-Film kaufen, so z.B. von Rollei oder Lomography.

Etwas kritisch ist dabei die Entwicklung (obwohl es an sich gar keinen Unterschied machen sollte), denn gerade die Abzüge werden meist automatisch korrigiert. Nachdem ich leidvoll erfahren musste, dass Labore, wie sie beispielsweise von dm verwendet werden, alles nur noch vollautomatisiert erledigen – und daher wohl kaum sinnvoll mit den Farbverschiebungen des Redscale-Films umgehen werden, hatte ich mich entschieden, den Film über ein Lomography-Lab entwickeln zu lassen. Selbstentwickeln geht natürlich auch. Die Labs von Lomography brauchen eine ganze Weile und die Entwicklung (inkl. Scannen) ist nicht gerade günstig, doch sie machen einen guten Job und man kann die Scans direkt von einer Website herunterladen.

Das Besondere am Redscale-Effekt ist, dass die Farbverfälschung abhängig ist vom vorhandenen Licht und auch von der Belichtungszeit (!), mit der ein Foto aufgenommen wurde. Ein normaler Film zeigt bei Unter- oder Überbelichtung verschiedenen Helligkeiten, die Farben bleiben aber weitgehend gleich.
Diese kleine Collage verdeutlicht das:

BelireiheWeb

Die Gelbtonung des Bildes ist umso stärker, je mehr unterbelichtet das Bild wird. Wird der Film überbelichtet, wirkt er beinahe wie ein „normaler“ Film.

Ein Redscale-Film mag es hell (und dann leicht unterbelichtet). Denn zum einen verliert der Film ohnehin an Empfindlichkeit und zum anderen kommen die Farben besonders dann heraus, wenn die Sonne dabei hilft. Aber auch bei dunkleren Motiven kann der Effekt genutzt werden.

Ein paar weitere Beispiele:

Diese Innenraumaufnahme wirkt vor allem durch den Sonnenschein, der links auf den Vorhang scheint.
Diese Innenraumaufnahme wirkt vor allem durch den Sonnenschein, der links auf den Vorhang scheint.
Eine Kombination aus Redscale-Film und LensBaby-Einsatz macht das Foto doppelt außergewöhnlich.
Eine Kombination aus Redscale-Film und LensBaby-Einsatz macht das Foto doppelt außergewöhnlich.

Ja, und wozu braucht man das? „Brauchen“ wird das wohl kaum jemand, aber geht es beim Fotografieren denn immer um ein „Brauchen“? Bei mir jedenfalls nicht. Ich möchte Spaß haben und Neues ausprobieren. Man „braucht“ ja auch keine Filter á la Instamatic, Spaß machen sie aber dennoch. 😉

Das nächste Projekt nimmt sich den LomoChrome Turquoise XR 100-400 vor, der die Farben nochmal intensiver und auch in eine ganz andere Richtung verfälscht. Eigentlich wollte ich damit Fotos in Hastings und London machen, doch durch einen wirklich dummen Fehler von mir ist das leider nichts geworden. Also muss das noch ein bisschen warten.

Werde ich nun öfters mit einem Redscale-Film fotografieren? Nein, ich denke nicht. Ich habe zwar noch einen (höher empfindlichen) Rollei Nightbird im Kühlschrank, doch der Effekt ist wirklich zu speziell, um regelmäßig Verwendung zu finden.

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Die Fotos wurden gemacht mit einer Nikkormat FT2.

Ein Gedanke zu “„Redscale“ … Was ist denn das nu‘ wieder?

  1. Pingback: Ein “Do-it-yourself”-Redscale-Film – RetroCamera.de

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