„Spinner“?

Ja, ja, ich weiß. Ich bin empfänglich für neue Ideen und für so manche Verrücktheit. Nach meiner ersten „richtigen“ Begegnung mit einer Lomo-Kamera, der Belair X 6-12, war ich weder von der Kamera noch von der Bewegung so wirklich begeistert. Die durchaus lomographisch zu nennenden Ergebnisse aus der alten Reflekta Junior zeigten für mich ebenfalls nur die eingeschränkte Nutzbarkeit dieser Kamera. Auch mit der ersten (der beiden) Lubitel 166 oder besser mit den Ergebnissen, die mit ihr möglich waren, wusste ich nicht so recht etwas anzufangen. Noch immer hing bei mir die Qualität des Bildergebnisses mit dem Spaß zusammen, den ich durch eine Kamera empfand.

Immer mehr jedoch und durch weitere Experimenten, wie z.B. der Sprocket Photography, wuchs in mir ein Keim der Begeisterung über die Lomographie zu einer Pflanze der Lust. Hui, bevor ich mich jetzt endgültig in schwülstigen Metaphern verfange, lasse ich meinen Schreibstil mal wieder etwas runterfahren. 😉

Fuji Instax und Polaroid/Impossible eröffneten mir erst kürzlich einen Weg zum Spaß an imperfekten Fotoergebnissen. Abendliche Streifzüge auf der Lomography.de-Website weckten bei mir zunehmende Begeisterung für die Kreativität, die häufig – wenn auch nicht immer – mit dieser Art der Fotografie zusammen hängt.

Ich bin jemand, der sehr gerne Neues dazu lernt, der sich gerne neuen Herausforderungen stellt und seinen Horizont erweitern möchte. Vielleicht liegt das an meinem Beruf. Kann gut sein. Denn das erwarte ich auch, das fordere ich von den Menschen, mit denen ich tagtäglich in der Schule und an der Uni zu tun habe. Vermutlich finde ich deshalb neue Perspektiven so spannend.

Und was diese Woche auf meinen Schreibtisch trudelte, hat definitiv etwas mit neuen Perspektiven zu tun: eine 360°-Panorama-Fotografie auf Film!

Normalerweise sind Kameras, die extreme Weitwinkel-Panoramen aufnehmen, recht kostspielig bis extrem teuer. Da ich nun, obwohl ich noch immer von einem Panoramabildband-Projekt träume, nicht wirklich die Top-Qualität in diesem Bereich der Fotografie benötige, bzw. hochqualitative Panoramafotos digital erstellen und stitchen kann, wollte ich nicht mehrere hundert oder gar mehrere tausend € ausgeben. Ganz sicher nicht!
So kam mir eine Kamera gerade recht, die ich im Lomography-Shop fand und deren Konzept ich nicht nur witzig sondern auch regelrecht überzeugend finde:
die Lomography Spinner 360°.

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Als das Paket aus Österreich Mitte der Woche ankam, war ich richtig erstaunt über die netten kleinen Ideen, die Lomography der Kamera beifügt:

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Man findet neben der Kamera auch ein kleines Handbüchlein, einen Objektivdeckel, eine Streulichtblende, einen Ersatzgummiriemen, mehrere Streifen mit Beispielbildern und ein Panoramaposter in der Verpackung vor. Das ist echt sympathisch und zeigt, wie diese Firma zu ihren Kunden steht. Ich habe den Eindruck, dass man sich als „eingeschworene“ Gemeinschaft fühlt. Nett, sehr nett.

Schon außen auf der Verpackung werden nicht nur Beispielfotos, sondern auch, durch gezeichnete Personen in unterschiedlichen Haltungen, „Aufnahmetechniken“ vorgestellt.

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Diese Haltungen tragen Namen wie „Backflip“, „Footloose“, „Rollercoaster“, „Toothbreaker“ oder „Group Hug“ (um nur einige zu nennen) und weisen schon auf die bevorzugte Zielgruppe hin, wirken aber gleichzeitig erneut freundlich und „easy going“. Das imponiert mir.

Die Kamera wirkt nicht billlig sondern scheint gut verarbeitet zu sein. Der 360°-Panoramaeffekt wird erzielt, indem sich der Kamerakörper mitsamt Objektiv durch einen Gummiriemen angetrieben einmal um sich selbst dreht, während man das Ganze am zylindrigen Griff festhält.
Eine kleine Wasserwage mit Delfin 😉 hilft bei der horizontalen Ausrichtung, falls das gewünscht ist. Denn diese Kamera lädt geradezu zum Experimentieren ein.

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Den ersten Film, den ich in der Kamera belichtete, habe ich bereits zum Entwickeln gebracht, versehen mit dem deutlichen Hinweis „Panorama-Fotos! Bitte nicht schneiden!“. Bin mal gespannt, ob die Mitarbeiter bei CeWe das berücksichtigen oder ob ich die Negative im 24×36-Format zurück bekomme. 😉

Zum bevorstehenden Tennis-Wochende mit Kollegen nehme ich die „Spinner“ auf jeden Fall mit. Mal sehen, was da so möglich ist.

Bilder aus der Sardinendose…

Vor knapp einem Monat (Kinder, wie die Zeit vergeht!) habe ich hier im Blog über meine Lomography „LaSardina“ berichtet. Überhaupt finde ich zunehmend Gefallen an der Lomographie. Noch vor ein paar Jahren hätte ich das nie für möglich gehalten. Womöglich bekommt man, wenn alle digitalen Geräte um einen herum immer perfekter werden, Lust auf das Fehlerhafte, Spontane und „aus-der-Hüfte-geschossene“. Wer weiß…

Wie auch immer. Vor ein paar Tagen habe ich endlich den ersten Film in der LaSardina entwickelt und liefere nun, wie versprochen, ein paar Fotos nach, welche die Eigenarten dieser kleinen Kamera recht gut zeigen. Grundsätzlich ist zu sagen, dass sich Farbfilme in diesen Kameras irgendwie besser machen, weil die bunten Farben (teilweise in unberechenbaren Variationen) dazu kommen und die Fotos noch spannender machen.

Das erste Foto zeigt, dass die LaSardina – je nach Einstellung – mit dem Konzept „Schärfe“ sehr kreativ umgeht. 😉

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Trotz des 8.0/22mm Objektivs sollte man auf eine halbwegs korrekte Fokussierung achten:

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„Alles immer scharf“ ist definitiv ein Gerücht.

Doppelbelichtungen funktionieren sehr gut.

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Jetzt muss man sich nur noch geeignete Motive dafür suchen.

Wenn man aber korrekt fokussiert und sich die richtige Lichtsituation sucht, dann kommen ansehnliche Bilder heraus:
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Spaß macht die LaSardina auf jeden Fall! Gerade weil man nie ganz genau weiß, wie ein Bild wird und weil man lernen muss, die Eigenarten passend einzusetzen.

Ich werde mich auf jeden Fall weiter in die lomographische Welt hinein wagen. Den nächste Schritt gehe ich gerade. Werde berichten…

Bad Homburg in 6×9 (und 35mm)

Am Samstag hatte ich endlich mal wieder etwas Zeit für’s Fotografieren. Ja, wirklich! Man mag es kaum glauben.

Verbunden habe ich einen kleinen Foto-Spaziergang durch Bad Homburg, leider zeitweilig im strömenden Regen, mit einem überaus netten Besuch bei einem Fotofreund und seiner Familie, die ich bei dieser Gelegenheit auch einmal kennenlernen durfte. (Herzlich Grüße in die Theodor-Storm-Straße!)

So kamen ein Traumhaftes-Fotozeugs-Begrabbeln (mehrere Leicas, Nikons und Mittelformatkameras), ein Spaziergang durch die Fußgängerzone, zum Schloss und zur evangelischen Kirche sowie ein echt leckeres Abendessen (Ganz lieben Dank, Mena!) an einem Tag zusammen. Wie wunderbar!

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Nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was dort alles auf dem Tisch lag. Ein wahrer Traum für alle Kameraverrückten!

Zum Einsatz kamen auf dem „Foto-Walk“ meine Nikon Df (mit dem 1.4/35 und dem Sigma 17-35) sowie die Fujica GW690.

Damit dieser Kamera-Blog auch mal wieder etwas zu einem Foto-Blog wird, hier nun ein paar Ergebnisse vom Samstag.

Das Bad Homburger Schloss. (Ja, es hat auch geregnet, siehe rechtes Bild.). [Nikon Df mit Nikkor AI 1.4/35]

Die evangelische Kirche, direkt in der Nähe des Schlosses. Wenn man dort hinein kommt, dann meint man sich in eine alt-byzantinischen Basilika versetzt. Beeindruckend.
[Nikon Df mit 1.4/35 bzw. Sigma EX 17-35]

Und schließlich ein paar Fotos, die mit der Fujica GW690 auf Rollei RPX 400 gemacht wurden, entwickelt in Adonal 1:25, 13 Minuten bei 20°C, 30sekündiger Kipprhythmus, gescannt mit einem Epson Perfection 3200 Photo.

Spannend finde ich hier, den Unterschied zu sehen, wie das Schloss wirkt – einmal im Sonnenlicht und einmal bei diffusem Licht durch den bedeckten Himmel. Diese beiden Fotos sind innerhalb von etwa 5 Minuten entstanden.

Aber eines habe mir diese Fotos erneut gezeigt: Ich „liebe“ diese beiden Kameras!

P.S.: Und eine Kiste Lego classic habe ich für meine Kinder in der Fußgängerzone auch noch gefunden. Darauf fahren sie im Moment total ab. 😉

Was heißt denn hier „underrated“? (oder „Pimp my Camera“)

Ja, natürlich. Wer halbwegs etwas Englisch kann weiß, dass „underrated“ soviel wie „unterschätzt“ oder „unterbewertet“ bedeutet. Mit anderen Worten, ein Gerät, eine eine Leistung – im schlimmsten Fall sogar ein Mensch – wird als geringer wertvoll betrachtet als es/er das in Wirklichkeit ist.
In der Fotowelt gilt das vor allem für einige, meist ältere Objektive, denen von der Fotografen-Gemeinde keine besondere Achtung geschenkt wird, weil viele glauben, sie seien nicht gut. Ist dieser Gedanke unberechtigt, spricht man im anglophilen Bereich von einer „underrated lens„. Ein Beispiel dafür ist meines Erachtens z.B. das ältere Nikkor AF 1.8/50. Jeder sehnt sich nach einem AF 1.4/50, doch m.E. ist das 1.8er sogar das bessere Objektiv (im Gegensatz zu den manuellen, dort ist das AI 1.4/50 etwas stärker als das schon sehr gute AI 1.8/50). Ein weiteres „underrated“ Nikkor ist das alte AF 3.5-5.6/24-120, welches an modernen DSLRs und an analogen SLRs weitaus besser „liefert“ als sein Ruf vermuten lässt.
Eine „underrated lens“ ist sozusagen das Gegenteil von einem Objektiv, um das unberechtigterweise ein Riesen-Hype gemacht wird. Solch eine Hype-Linse ist in meinen Augen z.B. das Meyer Trioplan 2.8/100 – ein simpler Dreilinser, dem ein „magisches“ Bokeh zugeschrieben wird. Nun ja, wer überdeutliche Blubberbläschen im „out of focus“ Hintergrund sucht, für den mag das passen. Mich stören diese überkorrigierten Ringe hingegen.

Bild genutzt von „camerapedia“. (http://camerapedia.wikia.com/wiki/Nikon_L35AF/AD)

Manchmal gibt es aber auch eine „underrated“ Kamera. Das sind dann fast immer ältere, analoge Sucherkameras aus den 80ern und 90ers.
Während die Messsucher-Film-Kameras noch eine gewisse Wertschätzung erhalten und die sog. „Edelkompakten“ (Nikon 35Ti, Minolta TC-1 etc.) aus dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts sehr hohe Gebrauchtpreise erzielen, gibt es Autofokus-Sucherkameras, die man oft für unter €10,- in voll funktionsfähigen finden kann, obwohl sie zuverlässig ihren Dienst tun und mit geradezu exzellenten Objektiven ausgestattet sind. Eine solche Kamera ist die Nikon L35AF. Nikon selbst hat für diese AF-Kompaktkamera „Pikaichi“ als Spitzname genutzt. „Pikaichi“ ist Japanisch und steht für „erstklassig“. >> Hier << lässt sich nachlesen, wieviel ein Nikon Entwicklungs-Ingenieur von dieser kleinen Kamera hält.  Einen interessanten Bericht über diese Kamera findet man auch bei >> Casual Photophile <<.

Und in der Tat, ich halte diese kompakte Nikon definitiv für „underrated„. Das eingebaute Objektiv, ein 2.8/35 aus 5 Elementen in 4 Gruppen, zeichnet kontraststark und in tollen Farben. Die bei jeder Blende etwas erkennbare Vignettierung tut nach meinem Geschmack den meisten Fotos sogar gut.
Die Nikon L35AF sieht nicht so gut aus wie eine Nikon 35Ti, sie kostet aber gebraucht auch nur 1/30 der „Ti“. Der Autofokus ist ordentlich schnell und sitzt in den meisten Fällen. Es gibt ein 46mm-Filtergewinde, was nicht selbstverständlich ist bei solchen Kameras.
Im Grunde stören mich nur drei Dinge an der L35AF:

  1. Sie ist laut. Ja, das stimmt. Allerdings lässt sich das Weiterspulen des Films und das Aufziehen des Verschlusses verzögern, indem man den Finger nach dem Foto auf dem Auslöser gedrückt hält. Das funktioniert wie der „discreet“-Modus bei meiner Leica M8.
  2. Der Blitz nervt, da er automatisch mit einem lauten „klack“ nach oben springt, wenn es der Kamera zu dunkel wird. Dem kann man zumindest ein wenig abhelfen, indem man entweder einen hochempfindlichen Film einsetzt oder eine weniger empfindlichen Film pushed.
  3. Sie sieht nicht gerade elegant aus. Ich weiß ja nicht, was die Designer so generell in den 80ern geritten hat, aber wirklich ästhetisch waren ihre Einfälle nicht. Um das zumindest ein wenig – und ohne großen finanziellen Einsatz – zu verbessern, hatte ich eine kleine Idee. So begründet sich auch der zweiten Teil im Titel. 😉

Da bei meiner Nikon L35AF auf nikonl35afder rechten Seite die Belederung fehlte,
habe ich bereits vor einigen Jahren ein Fensterleder genutzt, es passend geschnitten und dort befestigt. Das erfüllte seinen Zweck, sah aber alles andere als gut aus.

Dieses „Kunstleder“ habe ich neulich wieder entfernt und durch ein deutlich eleganteres Design ersetzt und gleich auch die linke Seite unter dem Nikon-Schriftzug angepasst:

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Um das Ganze zu vervollständigen, wurde der Objektivdeckel gleich „mitbehandelt“:

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Von hinten sieht die Kamera aber noch so aus wie früher:

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(Ich sollte sie nur einmal in den Ecken entstauben. 😉 )

Zu dieser kleinen Nikon gibt es übrigens auch eine Flickr-Gruppe und bei Butkus ein Handbuch. Im Rangefinderforum findet man zahlreiche Diskussions-Threads, und auf pansfilmcameras einen interessanten Vergleich zwischen der Nikon L35AF und einer Yashica T5.

Falls Sie sich nun fragen, welches „edle Leder“ ich hierfür verwendet habe, so muss ich Ihnen eine Illusion nehmen. Das ist nichts anderes als eine D-C-Fix-Folie im Design „Metallic Tundra Kupfer„. 😉

Mit der gleichen Klebefolie habe ich übrigens eine alte, ziemlich abgeranzte Yashica FX-D Quartz, die mir neulich netterweise ein Nachbar meiner Eltern geschenkt hat („Du bist doch so ein Kamerafan, nicht wahr?“ Schon klasse, wenn einem der Ruf voraus eilt.) und die ich durch eine intensive Säuberung sowie zwei neue Batterien wieder vollkommen fit machen konnte, „veredelt“ – diesmal vorne und hinten:

Dieses Design mag sicher nicht jedermanns Geschmack treffen (und ich hätte wirklich sauberer arbeiten können), doch ich mag es und es sieht in echt nochmals besser aus als auf den Fotos. Soviel jedenfalls zu „Pimp my Camera“.

P.S.: Ich sehe gerade, dass dies mein 250. Artikel hier im Blog war. Jubiläum! 🙂

Hermes – bitte nie wieder!

Ich werde künftig jeden, der ein Paket an mich schicken möchte, flehend darum bitten, das nicht per Hermes zu tun!
Warum? Höret und staunet!

Schon öfters mal habe ich mich ja über diverse Paket-Dienste beschwert, weil sie unzuverlässig arbeiten und durch falsche Angaben den Kunden verwirren bis verärgern.
Richtig gut funktionieren hier nur DHL und UPS. Die sind super. DPD geht auch, ein wenig langsamer aber verlässlich. GLS wird zum Glück nicht oft genutzt, wurde in letzter Zeit aber auch etwas besser. Hermes hingegen ist wie eine Achterbahn, manchmal richtig gut, oft aber das reine Chaos. Doch was diese Woche passiert ist, spottet wirklich jeder Beschreibung.

Am Montag erhalte ich eine Nachricht eines Verkäufers, dass ein Paket an mich per Hermes an mich abgeschickt sei. „Oh fein“, dachte ich, doch Moment, mit Hermes? „Ach du je, das kann ja heiter werden“.

Eintrag am Dienstag:

15.09.2015 07:42:26 Die Sendung wurde im Hermes Logistikzentrum sortiert.

„Na ja, immerhin.“

Eintrag am Mittwoch:

16.09.2015 01:23:25 Die Sendung ist in der Hermes Niederlassung Kassel eingetroffen.

„Hey, das klappt ja.“

Weiter am Mittwoch:

16.09.2015 09:23:56 Die Sendung befindet sich in der Zustellung.
Voraussichtliche Zustellung:16.09.2015 von 10:30 bis 14:30 Uhr

„Cool!“

Aber nichts kam. Keine Auto, kein Fahrer, kein Paket. Und das, obwohl wir natürlich den Tag so eingerichtet hatten, dass immer jemand zuhause war.

Dann plötzlich:

16.09.2015 20:16:33 Der Empfänger wurde nicht angetroffen.

„Wie bitte? Wir waren den ganzen Tag zuhause!!“
Gut, vielleicht war zu viel zu tun und es war einfach nicht mehr zu schaffen. Kann ich akzeptieren, doch dann bitte keine Lügen verbreiten und uns die Schuld in die Schuhe schieben! –> verbleibende Zustellversuche: 2 (wir zählen mit)

Donnerstag:

17.09.2015 07:38:01 Der Empfänger wurde zum 1. Mal nicht angetroffen. Wir werden einen weiteren Zustellversuch durchführen.

„Unverschämtheit!“ Anruf bei Hermes. Erste Beschwerde.

17.09.2015 08:35:33 Die Sendung befindet sich in der Zustellung.

„Na gut. Dann eben heute.“

Den ganzen Tag wieder NICHTS.

17.09.2015 20:47:18 Kunden nicht angetroffen

„Wie bitte? Geht’s noch?“ Es ist kein Hermes bei uns gewesen!!

Dann heute morgen:

18.09.2015 07:47:47 Der Empfänger wurde zum 2. Mal nicht angetroffen. Wir werden einen weiteren Zustellversuch durchführen.

Es ist nicht zu fassen! Die Lügen wie gedruckt! –> verbleibende Zustellversuche: 1 (wir zählen mit)
Erneuter Anruf bei Hermes. Deutliche Beschwerde. „Paket ist in Zulieferung“.

Ich kläre ab, was passiert, wenn der Fahrer erneut beschließt, keine Lust zu haben zu uns zu fahren. Dann könne ich das Paket im Paket-Shop abholen, am Montag, nach 16 Uhr. „In welchem? Was? Dort? Warum soll ich den 20 Minuten zu einem Shop fahren, wenn nur 7 Minuten einer von uns weg liegt?“ Also geklärt, dass wenn, dann dort.

18.09.2015 08:34:48 Die Sendung befindet sich in der Zustellung.

„OK, na hoffentlich.“

Ich also geschaut, dass ich möglichst früh zuhause bin, was ich sogar um 12:30 Uhr geschafft habe. Unser Zettel („Bitte bei den Nachbarn abgeben.“) noch an der Tür, war noch keiner da. Gut.
Die Fenster zu Straße auf kipp, damit ich die Autos höre, die vorbei fahren. Gegen kurz nach 2 wieder ein Auto, schnell geschaut, kein Nachbar. Ich laufe raus auf die Straße und sehe tatsächlich ein Hermes-Auto, allerdings nicht bei uns, sondern drei Häuser weiter oben. „Was? Wieso hat der denn nicht bei uns geklingelt?“
Ich, ziemlich geladen aber ruhig bleibend: „Sie haben doch sicher ein Paket für uns, nicht wahr?“
Sie: „Nein, nur dieses hier für Ihre Nachbarn.“

Dann startete mein Vortrag. Mit Nachdruck. [Ich überlasse nun dem geneigten Leser, sich diesen Sermon vorzustellen.]

Kleinlaut stammelte sie was von „Systemfehler“ und sagte: „Ich habe da noch ein Paket, das zu einem Paket-Shop weitergeleitet wurde. Vielleicht ist es ja das.“

Das kann doch nicht wahr sein! Nicht nur, dass die Fahrer einfach mal entscheiden, nicht zu einem Kunden zu fahren und dann einfach angeben, sie hätten niemanden angetroffen, nein, die Dispatcher kennen offensichtlich nicht den Unterschied zwischen Freitag und Montag!

Nachdem ich sehr deutlich das Paket eingefordert habe und es in den Händen hielt, damit die Hermes-Dame in ihrem mobilen Gerät die Entgegennahme vorbereiten konnte, sagte sie: „Oh, das kann ich jetzt gar nicht ändern. Ich muss das zu dem Paket-Shop bringen.“
Ab da musste ich nur noch lachen.

„Vergessen Sie es. Das Paket gebe ich Ihnen nicht mehr zurück. Keine Chance!“ (Meine Augen wie Messer.)

Verdutzt schaute sie mich an und beriet sich telefonisch mit einer Kollegin, was sie jetzt machen solle. Die wollte doch tatsächlich das Paket wieder einsäckeln und am Montag in den Shop bringen. Ist das zu fassen?
Sie fand dann heraus, dass sie noch eine gedruckte Liste hat und ich darauf den Empfang quittieren konnte.

18.09.2015 14:06:51 Die Sendung wurde zugestellt.

Nach genau 5 Tagen, zwei Lügen und einer Menge an Ignoranz. Reife Leistung!

Lieblingsfilme und Lieblingsentwickler?

Durch den Spürsinn-Blog und den beiden Artikeln dort, in denen gefragt wird, warum ein S/W-Fotografen einen Lieblingsfilm bzw. einen Lieblingsentwickler haben, fing ich an, genau über diese Frage nachzudenken. Habe ich auch einen Lieblingsfilm? Und einen Lieblingsentwickler?

Nicht wirklich, denn ich nutze verschiedenen Filme gleich gerne und probiere auch unterschiedliche Entwickler aus. Bisher habe ich meine S/W-Filme in „HCD“ der ersten Generation (womit ich absolut nicht warm wurde) sowie in Kodak D-76 (den ich sehr mag) und in Adonal (einer Rodinal-Kopie von Adox, die sich aufgrund der zuverlässigen und scharfen Ergebnisse sowie der wunderbar langen Haltbarkeit zu meinem derzeitigen Favoriten entwickelt 😉 hat) gebadet. Neu habe ich den Tetenal Paranol S hier, der aber im Grund auch nichts anderes als eine weitere Rodinal-Kopie ist. Sobald mein Adonal aufgebraucht ist, werde ich mich mal mit dem JOE von Spürsinn beschäftigen, dessen Beschreibung sich wirklich interessant anhört.

Unter den Filmen, die ich bisher in Eigenentwicklung genutzt habe, sind der Tri-X und der T-MAX von Kodak, Kentmere 100 und 400, Ilford HP5+, Rollei R³ 400, eine Filmkonfektionierung namens „gp 400“, Agfa APX (neu und alt) sowie ein paar weitere. Bis auf den „gp 400“, der mich nicht überzeugen konnte, haben mir alle Filme sehr gut gefallen. Rodinal-Versionen bringen das Korn deutlicher hervor, entwickelt aber auch schärfer als der D-76. Da ich Kontrast ebenso mag wie ein schönes Korn, bin ich von den Ergebnissen im Adonal-Bad sehr angetan. Aber weil der „JOE“ eine Schärfeentwicklung mit einem relativ feinen Korn verbinden soll, hört er sich so spannend an. Wenn das stimmen sollte, wäre das beinahe sowas wie die Quadratur des Kreises für FineArt. (Gleiches soll wohl auch für die 3. Generation des HCD gelten, doch der JOE bietet gleich noch eine 12-Monatige Haltbarkeit.)

Ich experimentiere auch gerne mit unterschiedlichen Temperaturen (wobei der D-76 dabei deutlich toleranter ist als Adonal, den man m.E. nach am besten bei 20°C nutzt) und unterschiedlichen Entwicklungszeiten. Tendenziell gefallen mir die Ergebnisse am meisten, wenn ich ein klein wenig an Entwicklungsdauer draufgelegt habe – also z.B. 12:30 min statt genau 12. Denn nichts ist in meinen Augen unschöner als nicht durchentwickelte Negative.

Warum habe ich keine Lieblinge? Vermutlich weil ich noch in einer Findungsphase bin. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein S/W-Fotograf nach einigen Jahren sowohl seinen favorisierten Entwickler als auch seine beiden Lieblingsfilme (vielleicht einen ISO 100 und einen ISO 400) gefunden hat und sich dann weitgehend darauf beschränkt, weil er diese Kombination sozusagen „blind“ kennt und sich auch die Ergebnisse absolut verlassen kann. Wenn man wichtige Fotos macht, ist dies wahrscheinlich optimal. Ich hingegen bin froh, noch auf der Spielwiese der S/W-Entwicklung herumzutollen. Da warten noch so viele Abenteuer, die alle erlebt werden wollen. 😉

Wie sieht das mit Ihnen aus? Haben Sie „Lieblinge“?

 

Dothebag Mono 16

Ich liebe Leder. Ähmm… Das klingt jetzt anders als es gemeint war. Nochmal…
Ich liebe Kamerataschen aus Leder.

Vor drei Tagen habe ich darüber berichtet, das ich mir einen Traum erfüllen durfte: ich habe nun eine Dothebag Mono 16.
Die „16“ ist für meine (D)SLR-Ausrüstung das, was die Mono 04 für meine Messsucherkameras ist – so ziemlich die perfekte Tasche.

Und heute liefere ich, wie versprochen, die Fotos nach…

Die Dothebag Mono 16 im geschlossenen Zustand.
Die Dothebag Mono 16 im geschlossenen Zustand.
Wenn man die Klappe öffnet, liegt die Ausrüstung bereit.
Wenn man die Klappe öffnet, liegt die Ausrüstung bereit.
Und das passt, wenn man möchte, alles hinein: Nikon Df, Nikon F3, Sigma EX 2.8-4.0/17-35, Nikkor-N.C 2.8/24, Nikkor AI 1.4/35, Nikkor AI 1.4/50, Nikkor AF 1.8/85D, Nikkor K 2.5/105, Leica Elmar-R 4/180 (F), kleine Tasche für Speicherkarten, größere Tasche für Akkus, Filme, Filter usw. - und wenn man geschickt packt, passt sogar noch ein Tamron SP 2.8/90 Macro dazu.
Und das passt, wenn man möchte, alles hinein:
Nikon Df, Nikon F3, Sigma EX 2.8-4.0/17-35, Nikkor-N.C 2.8/24, Nikkor AI 1.4/35, Nikkor AI 1.4/50, Nikkor AF 1.8/85D, Nikkor K 2.5/105, Leica Elmar-R 4/180 (F), kleine Tasche für Speicherkarten, größere Tasche für Akkus, Filme, Filter usw. – und wenn man geschickt packt, passt sogar noch ein Tamron SP 2.8/90 Macro dazu.

Selbst bei voller Beladung bleibt die Mono 16 durch den breiten Ledergurt angenehm tragbar. Wenn ich aber den ganzen Tag unterwegs bin, habe ich nicht so viel Zeug darin. Es ist allerdings schön zu wissen, dass man könnte, wenn man wollte. 😉