Analog-Fototreffen bei den Eisenbahnfreunden

Vor einiger Zeit kamen dann doch noch vier gute Freunde zum lange geplanten und mehrfach gekippten Analog-Fototreffen zusammen. Ursprünglich sah der Plan so aus:

  1. Treffen am frühen Sonntag-Nachmittag
  2. „Feierliches“ Filmeinlegen des gleichen Films (Kentmere 400) in verschiedene Kameras.
  3. Ein, zwei Stündchen fotografieren gehen.
  4. Kaffee trinken.
  5. Nacheinander den Film entwickeln und zum Trocknen hängen.
  6. Abendessen.
  7. Die trockenen Negative einscannen und am TV gemeinsam bei einem Bierchen ansehen.

Nett, oder?

Leider haben uns Fortbildungen, Urlaubsplanungen, Hausumbau, Korrekturen und, und, und immer wieder einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist unfassbar, wie schwierig es ist, vier Vollzeit arbeitende Menschen zu einem Termin zusammen zu bringen – vor allem, wenn drei davon Lehrer sind und einer ein leitender Physiotherapeut ist (und auch noch ein sehr guter!).

Nun ja, in leichter Abänderung des ursprünglichen Plans, sah das Treffen dann so aus:

  1. Treffen am Sonntagmorgen.
  2. „Feierliches“ Filmeinlegen des gleichen Films (Kentmere 400) in verschiedene Kameras.
  3. Für eine Stunde fotografieren.
  4. Nacheinander (für 3 von uns) den Film entwickeln und zum Trocknen hängen.
  5. Schnelles Mittagessen.
  6. Zügiges Auseinandergehen, um zurück an die Arbeit zu kommen.

Meine Film nahm ich noch in der Kamera mit nach Hause, einen Film konnte ich trocken mitnehmen und die beiden anderen bekam ich am nächsten Tag, um die Negative einzuscannen.

Wir nutzen folgende Kameras:

  • Markus fotografierte mit seiner Canon EOS 50e und dem EF 1.8/50,
  • Sebastian mit seiner Canon EOS 500N und zwei oder drei Objektiven,
  • Sebbi mit seiner Canon EOS 500N und soweit ich weiß einem oder zwei Objektiven und
  • ich fotografierte mit meiner Nikon F90x, einem Nikkor 2.8-4.0/24-85, einem Sigma 12-24 und einem LensBaby.

Leider waren die Ergebnisse in drei von vier Fällen nicht so schön wie erhofft. Das ist sehr bedauerlich, wollte ich doch bei den Jungs eine Begeisterung für die analoge Fotografie wecken. (Den gehässigen Kommentar, dass nur die Nikon wirklich gute Fotos machte, unterlasse ich an dieser Stelle. 😉 )

In einem Fall (bei Sebastian) hatten wir es vermutlich mit Lichteinfall im Wechselsack zu tun. Bei Markus und Sebbi lag es vermutlich an der Qualität des Wasser, mit dem wir den Entwickler (Adonal) ansetzten. Womöglich war auch das Rezept, dass wir in einer Datenbank für die Kombination Rodinal/Kentmere 400 fanden, nicht optimal und die Entwicklungszeit war etwas zu kurz, denn als ich jetzt (endlich) meinen Film entwickelte, änderte ich nur zwei Faktoren: Ich nahm das Wasser aus unserer Leitung (nicht das aus der von Sebbis Haus) und ich entwickelte den Film für 9:00 min bei 20°C und nicht für 7:30 min bei ca. 21°C. Meine Fotos sind m.E. absolut in Ordnung. Der Kentmere 400 in Adonal/Rodinal ist sicherlich nicht für seine Feinkörningkeit bekannt, doch dafür wird der Film sehr scharf entwickelt. Und da ich Korn bei S/W sehr mag, gefällt mir diese Kombination sehr gut, man sollte ihn in Rodinal nur etwas länger entwickeln als das meist angegeben wird.

Kommen wir nun zu ein paar der Fotos, die auf dem Geländer der Eisenbahnfreunde Treysa entstanden sind (die uns für die Fotoerlaubnis mal eben um €20,- erleichtert haben. Aber OK, sie müssen auch sehen, wo sie ihr Geld herbekommen)…

Markus:

Sebbi:

Sebastian:

Danke für die Erlaubnis, die Bilder hochzuladen, Jungs!

Und hier meine Auswahl:

Ich hoffe nun nur, dass den Jungs nicht endgültig die Lust am Analogen vergangen ist und das wir das nochmal wiederholen können – dann aber wie im ursprünglichen Plan vorgesehen mit deutlich mehr Zeit!

Zum Abschluss noch eine Situation, wie sie bei solchen Treffen typisch sind:

Dieses Foto (von Markus gemacht):

mb01

Ist so entstanden (von mir aufgenommen):

cs02

Spaß hat’s – natürlich – mit euch dennoch total gemacht, Jungs. Trotz der Hetze. 😉

3 Gedanken zu “Analog-Fototreffen bei den Eisenbahnfreunden

  1. Dirk Oestreich

    Hallo Carsten,

    das ist eine sehr nachahmenswerte Aktion! Auch ich hoffe, dass die Drei sich nicht durch die anfänglichen Schwierigkeiten abschrecken lassen. Vielleicht spornt es ja aber auch ihren Ehrgeiz an 🙂

    Um den Faktor „Wasserqualität“ einigermassen konstant zu halten, benutze ich ausschliesslich „Bügel-/Batteriewasser“ bzw. demineralisiertes Wasser aus dem Baumarkt bzw. der Drogerie.
    Sowohl zum Ansetzen des Entwicklers als auch des Fixierers und der Zwischenwässerung, aber auch für den letzten „Waschgang“ resp. dem Bad mit Mirasol. Unser Leitungswasser hier ist weich bis mittel (7,8°dh), sollte also eigentlich keine allzu großen Probleme machen, wenn man von den Trocknungsflecken absieht. Aber ein 5L-Kanister VE-Wasser kostet ja auch nur in etwa soviel wie ein Liter Superbenzin, und man kann den Faktor „Wasser““ schon mal halbwegs kontrollieren.

    Laut meinen Aufzeichnungen habe ich meinen ersten Kentmere 400 auch mit Adonal (1+25) bei 20°C entwickelt, und zwar 8min (30sec initial kippen, dann 3x pro 60sec). Die weiteren Entwicklungen waren bei anderen Temperaturen oder mit D-76. Ausgangspunkt waren auch bei mir die Zeiten von MDC, wenn ich mich recht erinnere.
    Sobald etwas mehr Himmel im Bild ist, wird es für meinen Geschmack doch recht körnig. Aber der Kentmere 400 ist ja schliesslich kein ausgewiesener Film für Landschaftsaufnahmen 😎 Mit D-76 wird das Korn m.E. etwas feiner, aber nur geringfügig.

    Die Zeiten bei Massive Dev sind ein grober Anhaltspunkt, wenn z.B. das Datenblatt keine Angaben hat. Die Site http://www.filmdev.org kennst Du? Dort sind einige „Rezepte“ mit Ergebnissen dazu zu finden (http://filmdev.org/recipe/search?search=kentmere+400+rodinal)
    Wo Du auch ansetzen könntest, wäre u.U. auch der Kipprhythmus bzw. die Intensität des Kippens.

    Die ausgewählten Bilder gefallen mit übrigens allesamt sehr gut!

    Viele Grüße,

    Dirk

    1. Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, Dirk!
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gut 10% an Entwicklungszeit und sowieso deutlich an Fixierzeit zu den Angaben bei MassiveDev dazurechnen sollte.
      Zudem mag ich es kontraststark und mit Korn. Sonst kann ich ja gleich digital fotografieren. 😉

      Meinen Fixierer rühre ich auch mit destilliertem Wasser an. Oft auch den Entwickler, bei unserem Wasser gibt es aber keinerlei Probleme.

  2. Pingback: Ein halbes Jahr später… – RetroCamera.de

Hinterlassen Sie einen Kommentar (bitte höflich bleiben)...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s