Wegweiser durch die Filmentwicklung

Nein, leider habe ich im Moment keine Zeit, meinen eigenen Wegweiser zu schreiben – obwohl ich dafür ja schon so ein paar Ideen hätte. Es gibt aber eine Menge an „how-to-do“s im Internet zu finden. Drei davon möchte ich hier kurz vorstellen:

1. Für die ersten Erklärungen

Für jemanden, der ganz neu (oder nach einigen Jahren wieder) in die Filmentwicklung einsteigt, dem sei diese Seite ans Herz gelegt: Fotofilme selbst entwickeln

Allerdings konzentriert sie sich auf die Entwicklung von Farbnegativen.

2. Umfangreiche Informationen

Auf dieser Seite: Der Negativentwicklungsprozess findet man hingegen so ziemlich alles, was man zur S/W-Entwicklung wissen muss. Es lohnt sich auch, dort noch etwas weiter herum zu stöbern!

3. Experimente

Und wer seinen Farbnegativ als S/W-Film entwickeln möchte (Nein, bitte jetzt nicht fragen, warum das jemand wollen sollte), der schaue auf diese Seite: Farbfilm in Schwarz-Weiß-Entwickler entwickeln

Genau das werde ich demnächst auch mal ausprobieren.

„Steampunk“-Leica ;)

(Scroll down to find a mediated text in English.)

Ja, ich stehe auf „retro“ und ich stehe total auf „Steampunk„-Design. Das hat was.
Und was ich hier für eine Weile zuhause habe, ist irgendwie eine Kombination aus beiden.

Henry Feddersen, Fotofreund, Besitzer des Digicamblub und einer der besten Linsen-Bastler Deutschlands, hat mir für meine M8 ein selbstadaptiertes 50er zukommen lassen, auf dass ich es mal durchteste.

LeicaM8VLa

Es handelt sich dabei um ein Schneider-Kreuznach Componon-S 2.8/50 Objektiv für einen Kleinbildvergrößerer, das mithilfe eines von Henry entwickelten Fokussystems an die M-Leica angepasst wurde. Die Krönung des Ganzen ist die integrierte Kupplung für den Messsucher-Entfernungsmesser der M! Man muss also nicht, wie bei vielen an die M8 adaptierten Linsen, die Entfernung schätzen, sondern man nutzt – wie mit Leica-M-Objektiven auch – den Messsucher.

Der geneigte Leser mag sich nun fragen: „Warum macht man sowas?“

Die Antwort ist die gleiche, die ein Bergsteiger gibt, wenn er gefragt wird, warum er auf Berge steigt: „Weil sie da sind. Und weil der Mensch eine Herausforderung braucht!“
Im Falle des Componon-S gilt aber zusätzlich, dass es ein richtig gutes Objektiv ist, welches um einiges günstiger zu finden ist als ein durchaus vergleichbares Leitz Elmarit-M 2.8/50. Lediglich die Blendenlamellen schließen in einer ungewöhnlichen Form, in einem fünfeckigen Stern, was man aber durchaus für Bokeheffekte nutzen kann.

Die Feddersensche Konstruktion basiert auf dem ebenfalls von ihm entwickelten VNEX, mit dem es möglich ist, allerlei Objektive an Systemkameras zu adaptieren.

LeicaM8VL2

Hier ist die Fokusschnecke zu erkennen, die es ermöglicht, das Componon zu fokussieren. Die Rändelschraube, die neben den Silberringen ein wenig zum „Steampunk“-Design beiträgt (ja, es wäre noch mehr „Steampunk“, wenn alles aus Messing oder Bronze wäre 😉 ), dient der Arretierung des Objektivs im System.

LeicaM8VL1

Ich muss sagen, da hat Henry mal wieder ein Glanzstück abgeliefert. Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen, in denen ich das System an meiner M8 ausprobieren darf.

(ENGLISH)

Yes, I’m into „retro“. And I am totally into „steampunk“ as well. There is something to it.
What I’ll have here for a while is a blend of both – to a certain extent.

Henry Feddersen, photo-friend, owner of digicamclub.de and surely one of the best lens tinkerers in Germany, has sent me this DIY-converted 50mm for my M8 and has asked me to test it a little.

This lens is a Schneider-Kreuznach Componon-S 2.8/50 for format 135 enlargers and has been adjusted to an M-Leica by using a focus system developed by Henry. What is special about it is the coupling to the rangefinder of the Leica camera. You don’t have to guess the distance when shooting with it, you can focus by looking through the rangefinder window – just like with regular M-lenses.

Now, you might ask: „Why do they do that?“

The answer is similar to the one a mountaineer provides when asked why he climbs up montains: „Because they are there. And mankind needs challenges!“

For the Componon-S there is another point: it’s a really good lens which can be found considerably cheaper than the comparable Leitz Elmarit-M 2.8/50. Just the aperture blades close to a weird shape, a pentagonal star. You can, however, use that for those peculiar bokeh effects if you want.

The Feddersen construction bases on the VNEX-system, which was also developed by Henry some years ago in order to adapt a multitude of different lenses to mirrorless digital system cams.

One of the pictures shows the helicoid that makes it possible to focus the Componon. The knurled screw at the side, that serves for the locking mechanism of the enlarger lens, gives it a steampunk look (which would have been much stronger of course if everything would be in brass or bronze 😉 ).

I need to admit that Henry has once again delivered. I am definitely looking forward to test that ingenious system on my M8!

„Willkommen im Meer“

Unbedingt kaufen! Unbedingt lesen! Unbedingt weiterempfehlen!

http://www.amazon.de/Willkommen-im-Meer-Kai-Eric-Fitzner/dp/1505428777/

Das Buch ist klug, witzig und tiefsinnig zugleich.

Der Autor (Kai-Eric Fitzner) ist ein Studienfreund von mir und es geht ihm im Moment gesundheitlich wirklich nicht gut. Jedes Buch, das verkauft wird, unterstützt seine Familie.

Inzwischen hat es – durch eine außergewöhnliche Social-Media-Kampagne von Kais Freunden – das Buch auf die Nummer 1 der Bestsellerliste von Amazon geschafft! Ich wette, dass all die Verlage, die Kai damals abgeschmettert haben, sich nun schwarz ärgern. Hoffentlich!

Ich habe Kais Buch 2011 gelesen und auf Amazon eine Rezension veröffentlicht:

Seit langem habe ich mich nicht mehr so unterhalten gefühlt beim Lesen eines Romans.

Gerne würde ich mich mit dem Autor darüber unterhalten. Einzelne Charaktere finde ich umwerfend gut („Mutter“), andere etwas in literarischer Freiheit überzeichnet (Meinhardt – ein „telling name?“).

Wenn der Text hin und wieder in eindimensionale, beinahe platte Phasen abzuschlittern droht, so kommt unmittelbar eine Wende und es entsteht daraus eine profunde Anregung für den Fortgang der Geschichte und die eigenen Gedanken. Das finde ich großartig!

Überhaupt hat mich die Lektüre des Buches mehrfach, so häufig wie selten ein Buch dieses Umfangs, zum Nachdenken angeregt. Es stecken sehr viele weise Aussagen darin.

Nicht nur die Hauptaussage, die mit der Überraschung für Tim zusammenhängt, bietet sich für intensive Diskussionen an (Was wäre, wenn keine so mächtige weil reiche Schwiegermutter hinter ihm stünde? Wäre er dann nicht tatsächlich in den von ihm so verabscheuten Sachzwängen gefangen? Soll es Mut machen? etc.), nein, auch die vielen kleinen Philosophien, die sich im Text verstecken, sind äußerst anregend.

Es hat mir auf jeden Fall enorm viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich bin sicher, es ist in der Lage, den Leser zu verändern. Ich jedenfalls habe wieder angefangen über meine Situaton nachzudenken und mich selbst dabei ertappt, mich solchen Sachzwängen nur allzu leicht hinzugeben und sie zu akzeptieren. Ob ich etwas zu ändern vermag, kann ich nicht sagen, doch alleine wieder einmal darüber nachzudenken und sich dieser Situation bewusst zu werden, ist schon viel wert, nicht wahr?

Es lohnt sich wirklich!

Perfektes Timing!

Vor gut einer Woche berichtete ich davon, dass mein MF-Set nun bald komplett sei – und (in den Kommentaren) davon, dass der Verkäufer des MIR-26 mir die falsche Version des Objektivs geliefert hat (da sehe ich schon einen EBAY-Fall, denn bisher hat er nicht auf meine Nachrichten geantwortet). Mitte der letzten Woche habe ich dann eine Alternativ-Lösung gefunden, die mir bisher immer zu teuer war: das Zeiss Flektogon 4/50 (das an der Pentax 645 in etwa einem 28er am Kleinbild entspricht).

Heute bereits ist es  – und damit perfekt für das morgige „Analog-Revival-Treffen“ getimed – bei mir angekommen. Respekt! Das ging flott. Das Flektogon ist zudem in einem sehr guten Zustand. Klasse!

645zeiss50

Jetzt ist mein 6×4.5-Set wirklich komplett!

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Neben dem ausgezeichneten „Universal-Portrait-Zoom“ Pentax-A 4.5/80-160 und der lichtstarken Normalbrennweite Vega-12B 2.8/90 rundet nun das Carl Zeiss Jena Flektogon 4.0/50 das Set im Weitwinkelbereich ab. (Dir Frontlinse ist echt ein Monster! 86mm!!)

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Das Vega und das Zeiss sind Pentacon SIX Objektive, die ich sogar an meine DSLRs und Systemkamera adaptieren kann, den passenden Adapter hatte ich bereits. (Für das Pentax-Zoom ist mir der Adapter zu teuer.)

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Obwohl wir morgen ja auf S/W-Kleinbild-Film fotografieren und die Rollen anschließend direkt entwickeln wollen, kommt das Set mit. Niemand der Fotofreunde, die ich morgen treffe, hat je auf Mittelformat fotografiert. Das wird für sie sicher spannend!

Manchmal läuft es schneller als man es erwartet. (Zumal gerade der Paketdienst geklingelt und den DIN A3-Drucker geliefert hat, den wir frühestens für Montag erwartet haben. 😉 )

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Hier gibt’s ein paar Infos zu den Pentacon SIX Objektiven…

Der Zauber des Imperfekten…

… die Ästhetik des Fehlers.

Ich erwische mich immer öfter dabei, ein Bild, das auf der Suche nach Perfektion gemacht wurde, eher langweilig zu finden. Fotos, die strikt (und man mag sagen unflexibel) den altbekannten „Regeln“ folgen, wirken zwar harmonisch aber oft auch zu glatt gebügelt. Sie haben selten Kanten, an denen ich mich stoßen kann, die mich aber länger in der Betrachtung verweilen lassen.
Das soll nicht heißen, dass ich Fotos, die von Kompositionsfehlern nur so strotzen bevorzuge oder dass jedes Bild bei mir unscharf sein muss. Absolut nicht! Doch wenn ein Foto sehr ausdrucksstark ist, stört mich eine leichte Unschärfe nicht.

Hier ist das Verwischen ein maßgeblicher Bestandteil der Bildwirkung.
Hier ist das Verwischen ein maßgeblicher Bestandteil der Bildwirkung.

Ebenso wenig muss ein Gesicht auf einem Portrait immer im Goldenen Schnitt liegen, nein, es kann auch zentral passen.

Aufgrund der besonderen Dynamik des Ausdrucks hier war es für mich geradezu unabdingbar, das Gesicht zentral zu positionieren.
Aufgrund der besonderen Dynamik des Ausdrucks hier war es für mich geradezu unabdingbar, das Gesicht zentral zu positionieren.

Gleiches gilt natürlich nicht nur für Portraits:

Das Riesenrad ist ja total mittig. Ja, und? Warum denn auch nicht?
Das Riesenrad ist ja total mittig. Ja, und? Warum denn auch nicht?

Muss denn das eigentlich zu erwartenden Hauptsujet immer scharf angebildet sein? Nein, keineswegs, denn nicht die Personen sind der Kernpunkt dieses Bildes sondern die Bank.

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Und eine korrekte Belichtung des Sujets kann durch eine hochkontrastiges Spiel von Licht und Schatten ersetzt werden:

Die Personen sind eigentlich zu dunkel, aber mit war hier das Gegenlicht und der Schattenwurf viel wichtiger.
Die Personen sind eigentlich zu dunkel, aber mir war hier das Gegenlicht und der Schattenwurf viel wichtiger.

Manchmal ist gerade der Aspekt eines Fotos, den andere bemängeln würden, für mich der interessanteste.
Nichts für Ungut, aber der 10.000ste perfekt nach den Regeln belichtete und komponierte Sonnenuntergang ruft bei mir nur ein gelangweiltes Gähnen hervor und das 50.000 Blümchen aus dem eigenen Garten – sei es auch noch so hübsch – lässt mich ganz schnell weiterblättern, -scrollen oder -klicken.

Lobsien, Olk und Münchberg schreiben in ihrer Abhandlung „Vollkommenheit: ästhetische Perfektion in Antike, Mittelalter und früher Neuzeit“ (2010): „[Es] ist der formale Imperativ nicht die Annäherung an Perfektion, sondern das Prinzip der varietas, die Mischung von […] Durchgeistigtem und Grobem, von niederem und hohem Stil […] Es entspricht dieser Option für die Imperfektion des Irdischen […]“ (S. 115)*

Ein kleiner Teil, der rauh, grob oder regelbrechend daherkommt und sich ins Bild einschleicht, weckt Interesse und Aufmerksamkeit beim Betrachter. Auf Fotos kann das auch eine Vignettierung sein oder ein Filmkorn. Beides ist in der Lage den Eindruck von Authentizität zu erhöhen. Ich entwickle meine S/W-Filme eigentlich nie in Richtung FineArt, sondern immer kontraststark und mit deutlichem Korn (also etwas länger und in etwas wärmeren Entwickler als gemeinhin empfohlen).

Dieses Foto (es ist nur ein starker Ausschnitt) meiner Frau finde ich großartig, obwohl es in diesem Crop objektiv für ein Portrait ein zu starkes Korn zeigt. Ihr zauberhaftes Lächeln wird davon aber nicht beeinträchtigt.

Niki

Das Korn erzählt vielmehr für mich von der Situation, in der ich das Foto gemacht habe – ein völlig spontaner „Schappschuss“ in unserem Esszimmer, im Halbdunkeln durch die Rollos von der hell scheinenden Sonne draußen abgeschattet. Die Kinder spielten im Garten und wir scherzten und alberten herum, als ich sie lachen sah und schnell die Kamera nach oben riss, um das Foto zu machen.

Wie hier im Blog bereits beschrieben, bin ich Amateur im eigentlichen Sinne. Ich fotografiere, weil es mir unglaublich viel Spaß macht. Ich muss keine Fotos machen, die meinem Auftraggeber zusagen, sondern kann die machen, die mir gefallen. Da sehe ich mich in einer überaus luxuriösen Lage. Doch auch Profis, die selbstbewusst genug sind, hier und da die Dinge so durchzuziehen, wie sie es möchten, begeben sich gelegentlich genau dort hin: so wie Paul Ripke bei der WM – für mich eines der besten Fotobücher der letzten Jahre. Man sieht den Bildern an, dass Ripke diese Momente ebenso magisch fand wie wohl alle deutschen Fußballfans und sein Tun dort einfach nur genossen hat! **

Sicherlich wagt man sich, wenn man solch einen Weg, den Pfad des „es-muss-mir-gefallen“ geht, in unsicheres Terrain. Man setzt sich offener der Kritik anderer aus als man es tut, wenn man sich an „die Regeln“ hält. Doch schon Umberto Eco, den ich sehr verehre, schreibt in seinem Buch „Die Geschichte der Schönheit“ (2004):

„Das, was schön ist, wird durch die Art und Weise definiert, in der wir es erfahren, und man analysiert das Bewußtsein [sic!] desjenigen, der ein Geschmacksurteil äußert. Die Diskussion über das Schöne verschiebt sich von der Suche nach Regeln zu seiner Hervorbringung […] zur Betrachtung der Wirkungen, die es hervorruft […]“ (S. 275)

Seit dem 18. Jahrhundert gilt, gemäß Eco, dass die „Rechte des Subjekts die Erfahrung des Schönen völlig zu definieren beginnen“ (ebd.). So sehe ich das auch für meine Fotografie.

Regeln sind eine nützliche Sache, wenn man anfängt, sich mit gestalterischen Elementen zu befassen. Es sollte aber der Zeitpunkt kommen, an dem man – die Regeln kennend – sich bewusst von ihnen entfernt, um durch eine kleine Imperfektion dem „Auge was zu kucken“ zu geben (wie es Freund von mir neulich so treffend formulierte).
Nicht ohne Grund finden viele Fotografen gelegentlich den Weg zurück zum analogen Bild, nicht ohne Grund lebt die Lomographie wieder auf, nicht ohne Grund sind Retro-Apps bei Handy-Fotos so beliebt. An der Goethe-Uni Frankfurt läuft dazu derzeit sogar ein Dissertations-Projekt: „Zur Ästhetik des Imperfekten. Analoge Artefakte, digitale Simulakren und  die Re/Auratisierung des Virtuellen„.

„So denn“, mag man ausrufen: „macht euch ans Werk!“
Zücken Sie die Kameras, ganz gleich ob analog oder digital und zeichnen Sie die Wirklichkeit auf so wie Sie sie sehen und nicht, wie andere es Ihnen sagen. Dabei wünsche ich viel Mut und ganz viel Spaß!

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* Lobsien,Olk und Münchberg beziehen das zwar auf die Werke von Baccaccio und Dante, mir scheint das aber auch für die Ästhetik der Bildsprache treffend.

** Auch Ben Bernschneider zieht „sein Ding“ durch.

P.S.: Beim „Weltenschummler“ habe ich einen sehr netten Artikel gefunden, der sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Mittelformat im Hessenpark

Na, wenn das kein „retro“ ist. 😉

Gestern kamen ein paar Leica-Freunde zu ihrem alljährlichen Treffen im Hessenpark zusammen. Das hat inzwischen eine über 10jährige Tradition und ich war natürlich auch dabei. Im Leica-Forum wird darüber berichtet. Die Zeit vertreibt man sich dabei mit Fotos machen, Kameras und Objektive „begrabbeln“, Kaffeetrinken und vor allem damit, sich überaus nett zu unterhalten.

Collage
Einige meiner Fotos, die mit der Nikon Df oder der Leica M8 entstanden sind.

Das Angenehme an diesen Treffen ist auch, dass obwohl alle irgendwo Leica-Fans sind, viele auch gerne mit anderen Kameras fotografieren und daher keine anderen Marken ausschließen. Es sind eben keine Dogmatiker, sondern Menschen, die gerne Fotos machen und zwar mit Apparaten, die ihnen Spaß bereiten.

Also nutzte ich die seltene Gelegenheit eines freien Tages (es war übrigens mein erster freier Tag nach 27 Arbeits-Tagen in Folge!), um die Pentax 645 mal an die frische Luft zu bringen. Und um das Ganze auch zu einem kompletten Erlebnis zu machen, fotografierte ich auf einem S/W-Film, einem (leicht abgelaufenen) Rollei R3, den ich selbst entwickeln und einscannen konnte.

Hier nun einige der Fotos aus der 15er-Rolle.

Belichtet auf ISO 320 in der Pentax 645 mit dem Pentax-A 4.5/80-160 bzw. dem Vega-12B 2.8/90, entwickelt in Kodak D-76 (stock, 11 min bei 22°C und minütlicher Agitation), fixiert in Tetenal Superfix Plus, „quick’n’dirty“ Scan mit dem Epson 3200 und Tonwertanpassung per Photoshop CC.

Diese Bilder sind keineswegs „besser“ als diejenigen, die ich mit meinen Digitalkameras mache, aber es ist schon ein tolles Gefühl, komplett alleine für diese Bilder verantwortlich zu sein. 🙂

Manchmal findet man…

… irgendwo im Internet eine Seite, auf der sich jemand mit dem gleichen Hobby über alles möglich auslässt. Womöglich geht es anderen mit RetroCamera.de so. An dieser Stelle möchte ich aber die Website von Lewis Collard vorstellen. Dort werden zahlreiche Artikel über allerlei Bereiche der Fotografie geboten. Nicht immer stimme ich mit ihm überein, aber oft regen seine Text an, über eine Sache nachzudenken.

Auf „Cameras and other things“ listet er diverse Artikel auf, die er über unterschiedliche Kameras geschrieben hat. Gefunden habe ich seine Seite übrigens über seinen Text zur Kiev-88.
Collard berücksichtig auch die älteren DSLRs, die in den Augen mancher Fotografen geradezu „obsolet“ erscheinen: Nikon D1 und ein Vergleich von vier älteren und daher günstigen Nikon-DSLRs.
Er listet auf, welches System sich wie gut mit M42-Objektiven verträgt und äußerst sich zu Tipps und Ratschlägen von Foto-Internetseiten, wobei er zahlreiche „Foto-Mythen“ anspricht.
Ebenso erklärt er ausführlich was es mit der Schärfentiefe auf sich hat und womit sie zusammen hängt.

Seine Seiten sind einen Besuch wert!

P.S.: Von Collard’s Seiten aus habe ich diese nette Liste von 10 typischen Anfängerfehlern gefunden. 😉