Warum eigentlich „Retro“?

Dieser Blog heißt „RetroCamera.de“ und beschäftigt sich gemäß eigener Definition mit den „Kameras von heute in den Kleidern von gestern“. Allerdings nicht nur. Immer wieder schreibe ich über Themen, die damit nur am Rande – oder auch gar nichts – zu tun haben. Warum also nun „Retro“? Ist das nicht nur so eine rückwärts gerichtete Mode, ein „Hype“ wie er so oft im Internet zu finden ist? Vielleicht. Womöglich aber auch nicht.

Typisch für einen Hype ist dessen Kurzlebigkeit. Und auch wenn niemand wissen kann, wie lange die derzeitige „Retro-Welle“ denn anhalten wird, so zeigt die Grundidee des „Retro“ doch eine gewisse Nachhaltigkeit, denn sie kommt immer wieder zum Vorschein. „Der Ausdruck Retro (lat. retro rückwärts) kennzeichnet in vielen Bereichen sich an ältere Traditionen oder Merkmale anknüpfende Erscheinungen.“ (Quelle: Wikipedia) Und solch eine Bewegung tritt regelmäßig auf, wobei sich oft die Zieltradition ändert. Gerade in der Mode wird dies deutlich. Erst kommen die „70er“ wieder, dann die „80er“ usw. Seit einiger Zeit spielen die „Hipster“ mit einem Mischmasch aus Retro-Elementen.

Auch Autos unterliegen hin und wieder einem Retro-Trend: Chevrolet und Chrsyler waren da vorne mit dabei. Und ich muss zugeben, dass mir diese Autos auch sehr gut gefallen. Retro-Motorräder gab es auch des öfteren: Triumph hat schon 2004 mit der Thruxton die Bonneville neu aufgelegt; auch schon über 10 Jaher her. Von Kawaski, Vespa, Yamaha oder Ducati gab es ähnliche Projekte.

Es gibt in der Geschichte immer wieder die Rückbesinnung auf das »gute Alte«: Kopieren die Baumeister in der Renaissance und Klassizismus die klassische Antike der Griechen und Römer, zitiert die Architektur und das Möbel-Design im sogenannten Historismus des 19. Jahrhunderts ältere Stirichtungen im scheinbar heillosen Durcheinander“ (Quelle: Ikarus, die Möbel im Retro-Look anbieten).

Sogar ein Retro-Hotel gibt es, auf Langeoog. Doch dessen Design zielt auf eine Epoche, die mir nicht wirklich zusagt. 😉

Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Retro-Welle auch im Kameramarkt niederschlägt. Es gibt diverse Apps, mit denen ein Fotografieren wie mit alten Kameras simuliert wird, man findet nach kurzem Suchen Shops, die Taschen und Gurte im Retro-Design verkaufen: hier zum Beispiel. Auf Pinterest sind Seiten zu finden, die genau dies sammeln. Solche Taschen sind oft überaus schön, meist aber auch sehr teuer. Retro-Design-Produkte sind eben in erster Linie Design-Produkte und die sind meist hochpreisig. Es sei denn, eine bestimmte Retro-Welle rauscht bereits seit so langer Zeit an, dass sich schon Nachahmer in Fernost finden. Dann wird es billiger – allerdings meist auf niedrigerem Qualitätsniveau.

Warum nun „Retro“? Vielleicht weil es mich an meine Kindheit oder Jugend erinnert und ich gerne darauf zurückblicke. Man verklärt ja vieles aus der Vergangenheit. Wenn ich heute Kameras habe, von denen ich vor 30 Jahren nur träumen konnte, fühlt sich das einfach gut an. Vielleicht ist es aber auch den Drang zum „Sich-abheben-vom-Mainstream“, was natürlich nur so lange funktioniert, bis Retro zum Mainstream wird.

Niklas Maak macht sich auf Spiegel-Online darüber ein paar Gedanken. Lesenswert.

Hinterlassen Sie einen Kommentar (bitte höflich bleiben)...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s