Fotografieren ist doch langweilig!

Jetzt möchte ich aber bitte ein Konzert aus Widersprüchen bis hier herüber in mein Arbeitszimmer hören!
Wie bitte? Lauter! Ich höre nichts!

Nun gut, vielleicht wohne ich doch ein wenig zu weit weg. Aber ich kann schon ein bisschen die empörten Gesichter erahnen, die jetzt vor den Displays zu sehen sind. OK, ich entschuldige mich für diese Überschrift. Fotografieren ist NICHT langweilig. Besser?

Eine gelungene Fotografie benötigt in meinen Augen aber ein paar Dinge, um wirklich gut zu sein:

  1. Thema / Idee
  2. ansprechendes Motiv
  3. passendes Licht
  4. geeignetes Equipment

Wenn das alles zusammen kommt und dann die Bildidee auch noch gut umgesetzt wurde, wird das Foto womöglich ein „Keeper“. Dumm nur, dass man zuhause und in der unmittelbaren Umgebung zwar 4.) hat, aber leider meist – weil man irgendwie schon alles totfotografiert hat – 1.) und 2.) fehlen. Wenn man unterwegs ist und 1.), 2.) und 3.) zusammen kommen, dann fehlt oft 4.). Regelmäßig fehlt einem die Zeit, obgleich 1.) bis 4.) gegeben wären usw. Da kann es – auch nach Beobachtungen in diversen Foren, in denen genau dies immer mal wieder Thema ist – in der Tat etwas langweilig werden.

Und weil ein gutes Foto so viele Zutaten braucht, gibt es auch weit weniger richtig gute Fotos als Fotografen. 😉 Oops! War das jetzt zu böse?
Ich schließe mich bewusst in die Gruppe ein, deren Mitglieder es nur ab und an gelingt, ein sehr gutes Foto zu machen. Mir fehlt eben ganz oft einer dieser 4 oben genannten Aspekte.

Da mich aber alles um die Fotografie herum begeistert, suche ich nach Ausgleichswegen: Treffen mit Gleichgesinnten zum „Foto-Schnack“, Beschäftigung mit Kameras, Objektiven und deren Technik, Stöbern auf Börsen, Blättern in Fotobüchern oder ein mehr oder weniger produktives Umherlesen in Online-Communities etc.

Eine andere Möglichkeit aus dem Trott heraus zu kommen ist es, einmal ein wenig mit „Effektlinsen“ zu spielen. Viele von uns haben doch sicher schon einmal mit Lochblenden experimentiert. Ich auch. Aber so richtig begeistern konnte ich mich bisher nicht dafür. (Man sieht den Schmutz auf dem Sensor viel zu deutlich. 😉 )

Doch es gibt eben nicht nur Lochblenden, die einen besonderen bildgebenden Effekt produzieren. Mittlerweile haben sich bei mir ein paar Objektive angesammelt, die am ehesten als „Effekt-Linsen“ zusammengefasst werden können.
An dieser Stelle möchte ich sie einmal kurz (zu kurz bestimmt) vorstellen.

Es handelt sich um…

Ein LensBaby 2.0:

LensBabyCam

 

Eine Holga-60mm-f/8-Plastik Linse:

HolgaCam

 

Und um ein Meopta Meostigmat 1.4/70 Projektions-Objektiv, das per – von einem Freund entwickelten – Samtfokus-Adapter an eine DSLR gebracht wurde:

MeoptaCam

 

 

Im Vergleich dazu kommt ein Nikkor AI 1.4/50 ziemlich traditionell daher:

NikkorCam

 

 

Jede dieser Linsen zeigt einen ganz typischen Effekt.

Das Holga-Objektiv produziert Fotos, wie sie auch aus einer analogen Holga kommen: nirgendwo ist es so richtig scharf und die Vignettierung kann kaum mehr in Blendenstufen gemessen werden. 😉

Holga60-1

 

 

Das LensBaby lässt sich in der optischen Achse verstellen und kreiert dadurch außergewöhnliche Schärfeverläufe:

LensBaby50-(2)Wenn man es gerade lässt, wirkt das Foto beinahe schon „normal“, wobei das Fokussieren echt Übung braucht:

LensBaby50-(1)

 

Das Meopta sorgt vor allem für ein ganz besonderes Bokeh, das allerdings am Kleinbild und mit Highlights im Unschärfebereich noch viel deutlicher herauskommt:

Meopta70-(2)

 

Im Vergleich dazu einmal ein Foto mit dem 50er Nikkor:

nikkor50-1

 

Für viele mag das nun wirklich eine unsinnige Spielerei sein. Doch man sollte nie vergessen, dass „Spielen“ nie unsinnig ist, sondern nur von uns Erwachsenen zum Teil verlernt wurde. Warum soll man nicht ein wenig mit durch und durch außergewöhnlichen Objektiven experimentieren? Vielleicht bringt es wieder neuen Schwung in ein Fotoleben, das droht in die Langeweile abzurutschen. Probieren Sie es doch einfach mal aus. 🙂

 

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