Budget-Einstig in das Nikon-DSLR-System

März. Frühling. Beinahe. Gestern war es so schön, dass ich mich nicht an meinen Blog setzen wollte. Heute ist es auch ganz angenehm draußen, aber da ich ohnehin im Arbeitszimmer sitze, dachte ich mir, ich könnte ja in der Mittagspause mal wieder einen kleinen Artikel schreiben. Anfang März ist vom „Workload“ her eine recht gute Zeit: Es sind schon Semesterferien an der Uni und es ist das schriftliche Abitur noch nicht angelaufen – eine der wenigen „Lückenzeiten“ im Jahr. Also ausnutzen!

Ursprünglich komme ich „analog“ ja aus dem Pentax/Ricoh-System. Digital habe ich „ernsthaft“ mit Canon EOS angefangen. Danach war ich recht umfangreich im Sony NEX-System unterwegs. Doch inzwischen bin ich bei meiner „Trinity“ gelandet: Nikon, Fuji, Leica. Leica als Messsucher, Fuji als spiegellose Systemkameras und Nikon bei den DSLRs. Und dieser Nikon-Virus hat mich so richtig erwischt. Ausschlaggebend war die Df, von der ich restlos begeistert bin. Mittlerweile ist mein System weitergewachsen und ich konnte zahlreiche Kameras und Objektive ausprobieren.

Jetzt, im Jahr 2015, sind wir an einem Punkt angekommen, an dem man sich auch für recht „kleines Geld“ eine (gebrauchte) DSLR-Ausrüstung zusammenstellen kann und dennoch nicht auf Leistung verzichten muss. Dazu möchte ich hier einen kleinen Guide schreiben. (Wie immer ist das alles sehr persönlich und subjektiv. Andere mögen gänzlich anders denken. Außerdem gelten diese Hinweise für den Zeitraum März 2015.)

Natürlich gilt auch hier: „You get what you pay for.“ Und so unterteile ich die Tipps in drei Kategorien:

  1. Minimal-Budget (~ 10 Kisten Bier oder eine typische neue Kompaktkamera)
  2. „Aufsteiger“-Set (~ Jahresinspektion eines Mittelklassewagens)
  3. „Richtig-einsteigen“-Programm (~ 2 Wochen Familien-Pauschalurlaub)

Eines vorweg: Obwohl ich die D40x bis D3200-Nikons sehr gut finde (ich hatte selbst mal eine D3100 und war sehr angetan von ihrer Leistung), werde ich sie nicht in diese Listen aufnehmen. Der Grund dafür liegt im Fehlen des kamerainternen AF-Motors. An diesen „kleinen“ DSLRs funktioniert der Autofokus nur mit Objektiven, die mit einem AF-Motor ausgestattet sind. Davon gibt es zwar inzwischen so einige – sowohl aus dem professionellen als auch aus dem Einsteiger-Bereich – doch man schottet sich von zahlreichen sehr guten und dennoch günstigen älteren Objektiven auf dem Gebrauchtmarkt ab. Daher kann jede Kamera, die ich in diesem Artikel empfehle, den Stangengetriebe-Autofokus nutzen. Nun gut, los geht’s…

 

1. „Minimal“-Budget

Hier kommen die Tipps für diejenigen, die knapp bei Kasse sind (heute nicht wirklich eine selten anzutreffende Situtaion, leider). Dennoch kann man für den üblichen Preis einer kleinen Mediamarkt-Kompaktknipse mit ein wenig Geduld und Glück eine Basis-DSLR-Ausrüstung zusammenstellen, die noch vor ein paar Jahren das Zehnfache gekostet hätte. Nichts gegen Mediamarkt, dort gehe ich öfters mal Kleinteile einkaufen und auch nichts gegen eine solche Kompaktkamera, in gewissen Situtationen ist das genau das richtige. Doch eine DSLR bietet deutlich mehr Gestaltungsspielraum. Nicht umsonst fallen die Verkaufszahlen vom kompakten Digitalen seit einiger Zeit massiv.

Kamera: Nikon D200 oder Nikon D80
Nur eingeschränkt empfehle ich die Nikon D70s oder eine D100, deren Sensorauflösung mit 6 MPix dann doch schon grenzwertig ist, sowie die Fuji S5 Pro, eine an sich tolle Kamera, die leider aber nicht mehr von Fuji supported wird, falls sie einmal kaputt geht. (Natürlich kann man argumentieren, dass sich auch bei einer D200 eine Reparatur nur selten rechnet, aber immerhin könnte sie noch instand gesetzt werden.)
Die D200 ist noch immer eine richtig gute Kamera, mit der man ziemlich alles machen kann, was so anfällt. Natürlich ist sie bei hohen ISOs nicht so gut wie moderne Modelle, aber bei ISO 800 (selbst bei ISO 1600) sind die Ergebnisse noch brauchbar. Die Verarbeitung liegt auf semi-professionellem Niveau. Die D80 ist ein Jahr jünger, allerdings von der Klasse her etwas niedriger einzustufen.

Objektiv: Nikon 3.5-4.5/18-70 und eine ältere Version des Sigma 4.0-5.6/75-300 (z.B. das „DL“).
Beide Objektive gehören sicherlich nicht zu den Top-Linsen für eine Nikon, bieten aber für den Start ausreichend gute Leistungen und zusammen einen sehr nützlichen Brennweitenbereich. Das Nikon 18-70 bildet für ein Standardzoom gut und scharf ab, man muss aber mit einer nicht ganz angenehmen Verzeichnung leben. Das Sigma 75-300 ist vor allem preisgünstig, aber auch viel besser als es der niedrige Preis vermuten lässt.

 

2. „Aufsteiger“-Set

Dieses Set ist für diejenigen geeignet, die etwas mehr Geld zur Verfügung haben.

Kamera: Nikon D300 bzw. Nikon D90
Beide Kameras gehörten zu ihrer Zeit zu den besten Semi-Pro-DSLRs, wobei die D300 von der Verarbeitung her noch etwas höher anzusiedeln ist, die D90 dafür mehr Features bietet (z.B. Video). Was die Bildqualität betrifft, so sind diese beiden Kameras in hohem Maße vergleichbar.

Objektiv: Sigma 3.8-5.6/18-125 OS und Nikon Nikkor AF 1.8/50 (D)
Mit diesen beiden Objektiven ist man schon sehr vielseitig und gut ausgerüstet. Das Sigma bietet sich durch den interessanten Brennweitenbereich und den Stabilisator als „Universal-Linse“ an und bringt eine bessere Leistung als vergleichbare 18-200er. Das längere Tele habe ich durch ein 50er ersetzt, welches an einer APS-Nikon zu einem lichtstarken Portraitobjektiv „wird“. Das 50er Nikon ist eine absolut empfehlenswerte Linse, die man auch gerne behält, wenn man einmal zu einem neueren Body wechselt. Ob es eine „D“-Version ist oder nicht, spielt gar keine so große Rolle.

 

3. „Richtig-einsteigen“-Programm

Natürlich kann man auch noch mehr Geld ausgeben und sich vor allem durch bessere und weitere Objektive mehr fotografische Möglichkeiten erschließen.

Kamera: Nikon D300s, Nikon 90, Nikon D7000

Bei den Kameras tut sich hier nicht viel. Die D300s ist nochmal ein Stückchen besser als die D300 und die neuere D7000 ist eine tolle, wenn auch meist teurere Alternative.

Objektive: Hier hingegen wird die Ausrüstung verbessert und zwar in verschiedenen Bereichen…

… Weitwinkelzoom: Sigma 4.5-5.6/10-20 EX oder Tokina AT-X 4.0/12-24
… Universalobjektiv: Sigma 2.8-4.5/17-70 oder mit Glück das neuere Sigma 2.8-4.0/17-70 OS
… Portraitobjektiv: Nikkor AF 1.8/50 D
… Macro-Objektiv: je nach Angebot ein 90er Tamron, 100er Tokina oder 105er Sigma, jeweils mit f/2.8
… Telezoom: eine neue Version eines 70(75)-300 von Sigma oder Tamron, je nach Angebot

Mit solch einem 5-Objektiv-Set ist man umfassend aufgestellt und kann so ziemlich alles machen, was in normalen fotografischen Szenarien so anfällt – vielleicht mal abgesehen von Tier- und Sportfotografie (dann würde es deutlich teurer). Es sind hier auch ausschließlich gute bis sehr gute Objektive dabei.

Denjenigen übrigens, die unbedingt eine „Vollformat“-Nikon haben möchten, kann man auf dem Gebrauchtmarkt eine Nikon D700 empfehlen, die dann – je nach Budget – mit einem Sigma 17-35, einem Nikkor 24-85 oder 24-120 und einem ordentlichen Telezoom ausgestattet wird. Ein 50er sollte zudem auf jeden Fall dabei sein.

Soweit für heute. Viel Spaß beim Planen. 😉

 

 

 

 

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