Farbwahrnehmung

Ja, es ist wieder so ein nerviger Internet-Hype. Aber diesmal ist es einer, der für uns Fotografen durchaus spannend sein kann:

Welche Farbe hat das Kleid?

http://mobil.stern.de/panorama/kleid…8.html?mobil=1

Ich sehe in den normal-hellen Fotos dieses Kleides ein weiß-goldenes Kleid. Andere sehen ein schwarz-blaues.
Auf der verlinkten Seite weiter unten hat jemand das Bild dunkler gemacht und die Saturation erhöht. Dann sieht es, je nach Betrachtungswinkel am Display, auch für mich (fast) blau-schwarz aus.

Es scheint in der Tat so zu sein, dass wir Farben unterschiedlich wahrnehmen.
Das finde ich hochinteressant, wenn es um das Betrachten von Fotos anderer geht. Denken Sie einmal drüber nach!

Lesenswert

Heute möchte ich eine mehr oder weniger „wilde“ Sammlung an Links vorstellen, zu Seiten, die ich in letzter Zeit lesenswert fand. Einige dieser Artikel sind schon älter aber dennoch spannend.

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Wie nennt man jemanden, der versucht…

… bei anderen eine Faszination zu wecken? Motivator? Dealer? Du lieber Himmel, nein!

Irgendwie ist es aber schon ein wenig sowas wie „anfixen“ (und ich meine damit die dritte Definition hinter dem Link). Allerdings habe ich keinerlei schlechtes Gewissen dabei. 😉

EOS500N
Was macht man mit zwei Canon EOS 500N-Kameras, wenn man sich von so ziemlich allem an EOS-Equipment getrennt hat? Für mich gibt es da eine eindeutige Antwort: man schenkt sie Freunden, die mit EOS fotografieren, wenn auch bisher nur digital. Und hier kommt das „jmdm. etwas (…) schmackhaft machen“ ins Spiel. Zwei Batterien in jede Kamera, einen Doppelpack Filme dazu und fertig ist das „Analog-Anfix-Set“ für EOS-DSLR-Fans. 😉

Die passenden Objektive haben sie ohnehin schon. Daher sah das kleine Geschenk so aus:

EOS500Npres

 

Die Canon EOS 500N galt Ende der 90er als Mittelklasse-Kamera und bietet eigentlich alles, was man für erfolgreiches und munteres Fotografieren benötigt. Die Daten können Sie hier entnehmen.

Ich habe selbst sehr gerne mit der kleinen und leichten EOS fotografiert, vor allem weil sie im Batterieverbrauch deutlich besser war als ihre Vorgängerin EOS 500. Ihre Nachfolgerin, die EOS 300, bot mir nichts, was die 500N mir nicht hat auch bieten können. Die 5xx Kameras von Canon waren mir komischerweise immer sympathisch: EOS 500N, EOS 50e, EOS 5. 🙂

Verbunden mit diesem kleinen Freundschaftsgeschenk ist natürlich die Hoffnung, dass wir im Frühjahr wirklich dann auch einmal unseren S/W-Plan in die Tat umsetzen. Jeder hat einen S/W-Film in der Kamera, wir fotografieren einen Nachmittag gemeinsam und entwickeln dann selbst die Negative. Das haben nämlich die drei anderen „Jungs“ aus der „Fotofreakgruppe Oberhessen“ noch nie gemacht. Tja, Markus, Sebastian und Sebastian, jetzt gibt es keine Ausreden mehr. 😉

 

Jetzt wird’s richtig „Retro“…

Alle, die meinem Blog schon eine Weile folgen, wissen, dass ich ziemlich auf alte Kameras stehe. Ich finde sie wunderschön und bin begeistert von der mechanischen Qualität. OK, gelegentlich ist’s mit der mechanischen Faszination nicht ganz so weit her und über das Aussehen lässt sich bekanntlich immer wunderbar streiten.

Aber selbst die „hässlichen Entlein“ schaffen es oft in mein Herz – manchmal gerade weil sie etwas ganz Besonderes haben. Ein Weg zu meiner Sympathie ist es für eine Kamera in einem mir wichtigen Jahr gebaut worden zu sein. Oft behalte ich diese Kamera dann nur aus diesem Grund. Hier ein paar Beispiele, chronologisch:

  • Leica IIIa sync – 1936 – Geburtsjahr meines Vaters
  • Zorki-4 – 1970 – mein Geburtsjahr
  • Fujica ST701 – 1973 – Geburtsjahr meiner Frau
  • Pentax K100D – 2006 – Geburtsjahr meiner Tochter
  • Leica M8 – 2007 – Geburtsjahr meines Sohnes

Wer jetzt eins und eins zusammen zählt, merkt, dass da ein Jahr fehlt: das Geburtsjahr meiner Mutter – 1947.

Es ist nicht wirklich leicht, eine Kamera zu finden, die so kurz nach dem Krieg gebaut wurde und noch immer funktioniert. Doch in der letzten Woche konnte ich endlich die Lücke schließen!

Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen die 1947er Photax III Blindé:

photax1Die Photax, eine französische Bakelit-Kamera für das Rollfilm-Format 6x9cm, wurde in der ersten Version 1937 von MIOM auf den Markt gebracht. Die Photax III, mit einer verbesserten Boyer Serie VIII Meniskus-Linse (einem konkav-konvex geschliffenen immerhin schon achromatischen Einlinser) unbekannter Brennweite (geschätzt liegt sie etwa bei gut 10cm) war ab 1946/1947 zu kaufen. Die Bezeichnung „Blindé“ steht für die Version mit dem Objektivschutzdeckel, ebenfalls aus Bakelit.

Die Kamera wird aufnahmebereit gemacht indem man das „versenkte“ Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag herausdreht. Der Verschluss muss nicht gespannt werden, hat aber auch keine Auslösesicherung, so dass es schnell zu Doppelbelichtungen kommen kann. Lediglich die angesetzte Objektivkappe verhindert, dass ein Foto gemacht wird.

Die Photax III hat einen winzigen Galileo-Sucher und einen Guillotine-Verschluss, der die Zeiten 1/25 und 1/100 Sek sowie „Bulb“ anbietet. (Das „T“ an dieser Kamera wäre heute in der Tat ein „B“.) Der Mindestabstand des hyperfokal angelegten (Fixfokus-)Objektivs beträgt 2,75 m. Damit soll alles von knapp unter 3m bis zu unendlich scharf abgebildet werden. Solch eine große Schärfentiefe bei Mittelformatfilmen ist natürlich nur durch sehr kleine Blendenöffnungen möglich, weshalb man sich kaum je eine schnellere Verschlusszeit als 1/100s wünschen wird. Die Blendenzahl habe ich bisher nicht herauskriegen können. Es gibt einen Blendenwahlhebel mit den Kennzeichnungen „1“ (= Offenblende) und „2“ (= „geschlossen“). Von der Größe her würde ich in etwa eine Blende f/11 bis f/16 in Stellung „1“ und eine f/22 in Stellung „2“ schätzen – was auch ungefähr mit dem Fixfokusbereich übereinstimmen würde.

photax2

Mit versenktem Objektiv ist die Photax III recht kompakt. Man konnte sie früher leicht in einer Manteltasche verschwinden lassen. Sie wurde zudem mit einer passenden Ledertasche geliefert.

Etwas unschön ist, dass die Photax III den Rollfilmtyp 620 nutzt, der im Grund nichts anderes ist als ein 120er-Rollfilm, allerdings mit einer schmaleren Spule und dünneren Randscheiben. Der übliche 120er Rollfilm (hier auf dem Foto abgebildet) lässt sich in der Photax III nicht nutzen. Man muss also den Film umspulen oder die Randscheiben des 120ers passend trimmen.

Im Moment habe ich einen adaptierten Kleinbildfilm geladen, um zu sehen, was da so aus der Kamera herauskommt.
Werde zur gegebenen Zeit berichten.

„Play that funky flash music“

Ja, ja, ich weiß, dass „funky“ nichts mit einer „Funksteurung“ zu tun hat, aber irgendeinen Aufmacher braucht der Text ja und „play that radio-controlled flash music“ hört sich echt ziemlich dämlich an. 😉

Seit kurzem habe ich zwei Funk-Blitzauslöser von „Yongnuo“ bei mir. Yongnuo hat sich in den letzten Jahren zu sowas wie einem Geheimtipp für Blitzzubehör gemausert. Man bekommt funktionierende Technik zu sehr günstigen Preisen. Da ich ohnehin kein großer „Blitzer“ bin – am liebsten arbeite ich noch immer mit natürlichem Licht – wollte ich nicht allzu tief in den Geldbeutel greifen, nur um mal ein wenig mit entfesselten Blitzen herumzuspielen. Mein Wahl fiel also auf ein Zweierset des Yongnuo RF603N II, das für unter €30,- zu finden ist.

yongnuo1
Am vergangenen Sonntag war es dann soweit: der erste Einsatz stand an. Der Nachmittag war frei gehalten für ein überaus angenehmes Fotoshooting an der Burgruin Staufenberg mit einem sehr netten Menschen und Fotofreund. Das Wetter spielte optimal mit. Bewegte Motive waren nicht geplant, so dass ich – als es dann an Blitzen ging – in aller Ruhe alle Einstellungen manuell vornehmen konnte und die Belichtung nach Sichtung auf dem Kameradisplay ohne Hektik korrigieren konnte. Da bietet die Digitaltechnik enorme Vorteile.

Also hieß es: Kamera auf’s Stativ, Funksender auf den Blitzschuh, den Cullmann 4500 auf einem kleinen Blitzstativ an die erste geplante Stelle platzieren und den Nissin i40 an die andere Stelle setzen. Der Cullmann wurde vom Funkempfänger gesteuert, der Nissin lösste als Servoblitz durch den Cullmann aus. Um dem Motiv – einem Turm einer alten Ruine – etwas mehr „Mystik“ zu verleihen, legte ich eine orangefarbene Folie in den Diffusor des Cullmanns und eine grüne in den Diffusor des Nissins.
Überaus hilfreich war es, diesen guten Freund bei mir zu haben, der – in der übrigen Zeit selbst fotografierte – in diesem Moment aber als „Blitzassistent“ extrem wertvoll war. Versteckt im Turm hielt er den Nissin-Blitz so, dass dieser in Telestellung in die richtige Richtung zeigte und dennoch vom Cullmann-Blitz ausgelöst wurde. Das wäre vielleicht auch möglich gewesen, wenn ich alleine gewesen wäre, doch dann hätte ich ständig hin und her rennen müssen. An dieser Stelle also ein dickes „Danke schön“, Sebastian!

Dieses Set-up war weit davon entfernt professionell zu sein. Es machte aber echt Spaß, damit herum zu experimentieren und mit der Resultat bin ich mehr als zufrieden:

BlitzTurmWeb

Jetzt überlege ich ernsthaft, mir nochmal zwei solcher preisgünstigen Funk-Blitzauslöser zu kaufen, um dann drei Blitze über Funk auslösen zu können. TTL brauche ich eigentlich nicht, denn wenn ich mit drei Blitzen arbeite, dann werde ich vermutlich immer genug Zeit haben, die Belichtung manuell einzustellen und anpassen zu können.

Ein paar weitere Eindrücke von diesem schönen Tag zeigt diese kleine Collage:

WebCollage

 

Sebastian, sowas sollten wir viel öfters machen!

100 Rollen Futter…

… für meine klassischen Kameras.

100rolls

 

Hier habe ich erst kürzlich geschrieben: „Von zehn Filmen sind acht S/W, einer ein Farbnegativfilm und einer ein Diafilm – so in etwa.“ Das stimmt für die nächste Zeit nun wohl nicht mehr. 😉

 

Ach ja, und wer wissen will, woher der Film stammt, den er in der Kamera hat, wird hier vermutlich fündig:
Was steckt in meinem Film?

„Meilensteine“ (Teil 1 – Minolta 7000 AF)

In meiner Sammlung habe ich immer ein wenig dazu tendiert, besondere Kameramodelle zu finden, die so etwas wie „Meilensteine“ in der Kameraentwicklung waren. Manchmal sind solche Kameras mir leider einfach zu teuer. Eine Leica M3 würde mit Sicherheit zu dieser Gruppe gehören, doch alleine, um sie zu besitzen, würde ich nicht so viel Geld ausgeben. Da wäre mir aufgrund der flexibleren Nutzbarkeit eine Leica M4-P schon lieber, die war aber nicht unbedingt ein echter Meilenstein, sondern vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung.

Dennoch habe ich ein paar wirkliche Meilenstein-Modelle in meiner Vitrine. Daher möchte ich hier im Blog einige davon unter der Kategorie „Meilensteine“ vorstellen. Das wird nicht chronologisch geschehen, sondern ganz nach Lust und Laune. Und „Retro“ ist dies ganz sicher auch. 😉

Dan Anfang macht die Minolta 7000 AF (die in den USA als Minolta Maxxum 7000 AF und in Japan als Minolta Alpha-7000 angeboten wurde).

minolta7000c

 

Warum ist diese Minolta ein „Meilenstein“ der Kameratechnik? Diese Frage ist so eindeutig wie kaum bei einer zweiten Kamera zu beantworten: Die 7000 AF war die erste Spiegelreflex-Kamera mit integralem Autofokus. Alle neuen AF-Objektive waren speziell für dieses damals neue System entworfen worden. Zweimal „neu“ bedeutet meist auch eine gewaltige Umstellung für die bisherigen Minolta-Nutzer. Und tatsächlich, die älteren, manuellen MD/MC-Objektive konnten nicht mehr genutzt werden – ein ähnlich resoluter Schritt, wie Canon ihn einige Jahre später beim Übergang zum EOS-System vollzogen hat.
Zusätzlich bot die Minolta eine Programm-Steuerung und einen integrierten automatischen Filmtransport. Die 7000 AF war also so etwas wie die erste vollautomatische SLR, zumal – soweit ich weiß, auch die automatische ISO-Erkennung zum ersten Mal in einer SLR Verwendung fand.  (Es finden sich dazu aber unterschiedliche Angaben.) Als die 7000 AF auf den Markt kam, war sie die wohl modernste SLR. Nicht umsonst wurde sie „Kamera des Jahres 1985“.

Mitte der 80er aber wurde ein Autofokus von vielen Fotografen, die zum Teil seit Jahrzehnten manuell fokussierten, eher argwöhnisch betrachtet. Konnte das denn wirklich funktionieren? War solch ein AF auch schnell genug und treffsicher? Nun, „schnell genug“ hängt ja auch von den persönlichen Erwartungen ab und wer nicht sich schnell bewegende Objekte fotografieren musste, für den war der AF der 7000er sicherlich gut genug. Allerdings halte ich es für reichlich übertrieben, wie Ken Rockwell von der Minolta 7000 zu reden: „It’s much faster than newer cameras because it’s so much faster to get it to go: with only one point, it just goes without having to read manual and spend all day in menus just trying to set it.“ Nein, sie ist nicht schneller als moderne Kameras! Sein später im Text genannter Satz: „AF is fast and sure, but if you’re pointed at something lacking vertical texture or contrast, it may get stuck“, trifft es da schon eher. Aber die Entwicklungen im Bereich des Autofokus sind auch nicht stehen geblieben. Heutige AF-System sind i.d.R. besser und schneller, vor allem auch vielseitiger als der der Minolta 7000. Wenn man allerdings berücksichtigt, dass wir hier von einer 30 Jahre alten Kamera reden, dann gilt ganz klar: Meine Hochachtung, Minolta (wo auch immer ihr gerade steckt)!

Korrekt bei Rockwell ist, dass der Sucher in der Tat ziemlich groß ist. Es ist sehr angenehm, dadurch sein Bild zu komponieren. Es werden per LCD die wichtigsten Parameter (Modus, Blende, Zeit) im Sucher dargestellt. Mehr braucht man auch eigentlich nicht. Für die übrigen Anzeigen ist ein Schulterdisplay da, das – wie eigentlich alles an der Kamera – rechteckig designed ist. Insofern erinnert mich die Minolta 7000 absolut – und völlig zu den 80ern passend – an das Design der Raumschiffe von Kampfstern Galactica (die Älteren unter den Lesern werden sich erinnern).

minolta7000a

So stellte man sich damals Modernität und zukunftsweisende Bedienbarbeit vor. Bedienbar ist die 7000 wirklich, sogar recht gut. Hübsch würde ich sie aus heutiger Sicht nicht gerade nennen. 😉

Sie macht aber noch immer einen guten Job und es lässt sich sehr gut damit fotografieren.

Sie fragen sich vielleicht, warum ich ein silberfarbiges 28-80 daran nutze? Weil es das einzige AF-Minolta ist, das ich habe. Dieses Set aus Kamera und Zoom hat mich nicht einmal € 20,- gekostet – und das ist wieder einmal unglaublich.

minolta7000b

Hier finden Sie weitere Informationen zur Minolta 7000 AF:

Minolta Maxxum 7000 AF SLR camera

Minolta 7000 AF