135 auf 120 … diesmal professionell

Gar nicht lange her, da habe ich über meinen selbtgebauten („gebaut“ ist eigentlich schon zu viel gesagt) 35mm-Mittelformat-Film-Adapter berichtet. Die Reaktionen darauf waren vielfältig: von Kopfschütteln bis hin zu weiteren Ideen. Christian hat mich in seinem Kommentar auf eine „professionelle“ Möglichkeit hingewiesen, worüber ich ihm sehr dankbar bin. Denn natürlich habe ich diese kleinen „3D-Drucke“ sofort bestellt. Und bereits nach kurzer Wartezeit waren sie bei mir, inklusive einer Beschreibung.

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Ordentlich gefertigt sind sie und vor allem sehr passgenau:

MFadapt35b

 

Man zaubert damit in der Tat einen 120er-Film aus einer 135er-Patrone:

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Es wird also nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich einen KB-Film mit einer Mittelformat-Kamera belichtet habe. 😉

P.S.: Ja, Sie sehen ganz richtig. Diese beiden Filme sind belichtet. Ich muss demnächst also mal wieder entwickeln. 🙂

 

„The PEN is mightier than the sword“

Dieser von Edward Bulwer-Lytton geprägte und heute weit verbreitete Spruch soll Aufmacher sein für einen Erfahrungsbericht zu einer weiteren Retro-Kamera von Olympus: der Olympus PEN  E-P5.

Olympus E-P5 mit dem 14-42 Kit-Objektiv
Olympus E-P5 mit dem 14-42 Kit-Objektiv

Die Frage hier ist natürlich welche Kamera denn das Schwert darstellt, das von der PEN geschlagen wird. 😉 Eigentlich müsste das Schwert für eine typische DSLR stehen, eine Nikon D7000 etwa. Es gilt also zu beantworten, ob sich die spiegellose Systemkamera PEN E-P5 gegen eine „Foto-Waffe“, wie sie die Nikon zweifelsohne darstellt, behaupten kann.

Vergleich: Nikon D7000 und Olympus E-P5
Vergleich: Nikon D7000 und Olympus E-P5

Nun aber genug der martialischen Begrifflichkeiten, es geht ja hier um ein harmloses Hobby, die Fotografie – auch wenn man immer wieder Wörter wie „Fotos schießen“, „mein heutiges Shooting“ usw. hören und lesen kann. Irgendwie verleitet das notwendige „Zielen“ zu dieser Analogie. Wie auch immer, ich schweife ab. Also zurück zur Olympus.

Bereits auf den ersten Blick erhält man zwei Eindrücke:

1. Die Olympus Designer haben die digitale PEN-Reihe ganz deutlich an die klassischen analogen PEN-F-Modelle angelehnt und

2. Sie haben einen richtig guten Job gemacht. Die E-P5 ist eine wunderschöne Kamera!

Unterstrichen wird ihr attraktives Äußeres durch ein passend-hübsches Objektiv. Doch dazu später mehr.

Nachdem man die E-P5 schwärmend betrachtet hat, nimmt man sie in die Hand und ist sofort verwundert ob des ansprechend hohen Gewichtes, das man einer solch kompakten Kamera nicht zugetraut hätte – zumindest dann nicht, wenn man noch nicht häufig eine Olympus in der Hand hatte. Denn solch eine Anmutung ist typisch für diejenigen unter den aktuellen Digitalkameras von Olympus, die in etwas „höheren“ Kameraklassen anzusiedeln sind. Dies vermittelt stets einen Eindruck von Solidität, der mir bei einer Kamera sehr wichtig ist. (Ich fotografiere hin und wieder auch mit Plastik-Kameras, vor allem, wenn ich in „lomographischer Stimmung“ bin, doch grundsätzlich nehme ich ein etwas höheres Gewicht gerne in Kauf – sofern es nicht zu viel wird. Solche „Monster“ wie eine Nikon D4 wollte ich nicht den ganzen Tag durch die Gegend tragen müssen, ganz gleich wie tolle diese Kameras auch sind.)

Zuverlässigkeit und elegantes Understatement, das strömt aus jeder Pore der PEN E-P5. Vielseitigkeit kommt hinzu, wenn man sich ein wenig mit der Kamera befasst. Nicht nur das Design, sondern auch die Bedienung erinnert in einigen Bereichen an eine klassische Kamera. Hier wird die Retro-Idee in gewissen Grenzen fortgeführt. Ein Moduswahlrad hilft ebenso bei schnellen Einstellungen wie zwei Rändelrädchen (im Bereich des Zeigefingers und des Daumens). Das im Vergleich zu den Fuji-X-Kameras relativ kleine Gehäuse verhindert wohl den Einsatz weiterer Bedienrädchen, so dass man für Einstellungen, die über den Modus hinausgehen das Display verwenden muss. Als Retro-Fan würde ich mir natürlich noch ein Einstellrad für die Zeiten, die ISO-Zahl und eines für die Belichtungskorrektur wünschen – die Blende lässt sich an den für die PEN typischen kompakten Zuiko-Objektiven auch nicht per Blendenring verstellen – doch vielen Fotografen wird das nicht als störend auffallen. Diesbezüglich orientiert sich die Olympus dann doch an einer für moderne Kameras üblichen Bedienung.

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Die Olympus bietet einen integrierten Blitz und ein Klappdisplay, was beides in vielen Situationen überaus hilfreich sein kann.

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Bitte nicht an der hochwellenden Schutzfolie stören. Ich habe sie bei diesem Leihgerät auf dem Display gelassen.

Leider – und damit nehme ich den für mich größten Nachteil vorweg – hat die E-P5 keinen integrierten Sucher. Ja, man kann einen recht guten EVF (= elektronischen Sucher) oder auch einen optischen Sucher, der zum jeweiligen Objektiv passt, anstecken, doch dies lasse ich nur ansatzweise als Alternative gelten. Solch ein Aufstecksucher, vor allem der elektronische, zerstört in meinen Augen die wunderbare Ästhetik dieser Kamera. Ich möchte in meinen Kameras einen integrierten Sucher haben – das ist einer der ganz wenigen Aspekte, die bei mir auf sehr wenig Toleranz und Kompromissbereitschaft treffen.

Mir ist bewusst, warum die PEN keinen integrierten Sucher hat und ebenso, dass es für viele Fotografen kein Problem darstellt, doch für mich ist es das. Sorry.
Bei „klassischen“ Suchern sieht das allerdings ganz anders aus. Eine solche Kombination kann sogar richtig attraktiv sein, allerdings ist sie nur sehr eingeschränkt nützlich, weil natürlich nur der Bildrahmen angezeigt wird.

Leica VIOOH
Voigtländer Kontur-Sucher

Praktischerweise bietet die die kleine Olympus einen ausklappbaren Blitz. Das gefällt mir sehr gut, vor allem, weil er einen sehr soliden Eindruck macht – sogar wenn er ausgeklappt ist.

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Kommen wir nun zu einem eigentlich weitaus wichtigeren Bereich als es das Aussehen ist: die Leistung der Kamera. Meist wird darunter die Bildqualität, der Autofokus und die Art und vor allem Geschwindigkeit zusammengefasst, mir der eine Kamera auf Benutzereingaben reagiert. Bildqualität und Autofokus hängen aber bei Systemkameras immer auch mit dem verwendeten Objektiv zusammen. Es wäre äußerst unfair, ein schlechtes Objektiv zu nutzen und die schwache Leistung dann der Kamera vorzuwerfen. Deshalb gehen wir hier davon aus, dass wir ein sehr gutes Objektiv an der Kamera haben.

Die Bildqualität der E-P5 ist tadellos. Kurz und knapp. Selbst bei höheren ISO-Einstellungen lassen sich die Bilder verwenden, bis ISO 800 absolut problemlos und bis ISO 3200 mit leichten Abstrichen. Das mag vielleicht so manchen immer noch ob des „relativ kleinen“ Sensors überraschen.

ISO 1600
ISO 1600

 

ISO 1600 (100% Crop)
ISO 1600 (100% Crop)

Die PEN hat einen 16-Megapixel-Sensor (für meinen Geschmack völlig ausreichend) im µ4/3-Format, dessen Fläche in etwa halb so groß ist wie ein APS-Sensor. Die Brennweitenangabe muss also im Kopf verdoppelt werden, wenn man die Bildwirkung mit der eines Kleinbild-Objektivs vergleichen will. Sie kennen das. Das bedeutet aber nicht, dass man mit einem µ4/3-Sensor nicht schön fotografieren kann.

Fotos, die während eines kleinen Winterspaziergangs entstanden sind.

Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass eine Freistellung des Sujets etwas weniger leicht ist. Ein Schätzwert ist auch hier die Verdopplung des Blendenwertes. Demnach entspricht die Freistellung mit einem f/2.8-Objektiv an µ4/3 in etwa der eines f5.6-Objektivs am Kleinbild (und einem f/4-Objektiv an APS mag man ergänzend festhalten). Die Winter-Fotos oben zeigen allerdings deutlich, dass auch mit einem µ4/3-Sensor eine Freistellung möglich ist. (Die Lichtstärke bleibt aber bei f/2.8. Das wird nur allzu oft vergessen.) Für eine vergleichbare Freistellung benötigt man also ein laut Blendenzahl weiter öffnendes Objektiv. Gut nur, dass aufgrund des relativ kleinen Sensors lichtstarke Objektive immer noch baulich kompakt bleiben können, wie dieses Foto, das ein Zuiko 1.8/17 an der E-P5 zeigt, deutlich macht.

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Mein „Liebling“, das M.Zuiko 1.8/17.

 

Dieses Objektiv hat sich zu meinem Favoriten aus der Reihe der PEN-Zuikos gemacht, so gut gefällt es mir. Es entspricht vom Bildwinkel her etwa einem 35mm-Kleinbildobjektiv. Was die Freistellung betrifft, so ist es mit einem 3.5/35 am Kleinbild vergleichbar und es bietet – wie oben beschrieben – eine effektive Lichtstärke eines f/1.8-Objektivs. Es ist damit nicht nur vielseitig, nein es bildet vor allem exzellent ab. Das Olympus M.Zuiko Digital 1.8/17 MSC ist eine definitive Empfehlung für PEN-Fotografen, eigentlich für alle µ4/3-Fans.

Größenvergleich 14-42 Kit-Objektiv und Zuiko 1.8/17
Größenvergleich 14-42 Kit-Objektiv und Zuiko 1.8/17

Der Autofokus der Kamera reagiert sehr schnell und in der Regel treffsicher. Lediglich mit dem M.Zuiko ED 2.8/60 Macro habe ich es des öfteren erlebt, dass der AF nicht traf, besonders bei Makro-Aufnahmen und trotz der vielseitigen Einstellungsmöglichkeit.

Dieses Foto zeigt deutlich, dass die E-P5 mit dem 2.8/60 fehlfokussiert hat, und das obwohl die Bedingungen nicht allzu schlecht waren.
Dieses Foto zeigt deutlich, dass die E-P5 mit dem 2.8/60 fehlfokussiert hat, und das obwohl die Bedingungen nicht allzu schlecht waren.

Aber das 60er hat sich – trotz der guten Abbildungsleistung – ohnehin keinen Platz unter meinen Lieblingslinsen erarbeiten können. Es ist m.E. nur für Macro-Fans empfehlenswert und auch die sollten es vor einem Kauf unbedingt ausprobieren. Für den leichten Telebereich würde ich das 75er Zuiko eher empfehlen.

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M.Zuiko 2.8/60 Macro – nicht gerade mein Lieblingsobjektiv unter den Zuikos

Mit den anderen Objektiven, die ich an der E-P5 hatte, kann ich über den Autofokus absolut nicht klagen. Gut gemacht, Olympus.

Die „Responsiveness“ der Kamera, also ob sie den Eingaben des Benutzers schnell folgt, ist meinem Gefühl nach auch sehr gut. Sie kommt vielleicht nicht an die flottesten Kameras heran, die ich so kenne, doch sie lässt den Fotografen nie mit Gefühl zurück, nicht ganz sicher zu sein, ob er denn nun etwas gedrückt hat oder nicht. (Das ist beispielsweise an meine Panasonic Lumix GF3 manchmal so.)

Die E-P5 bietet ebenso wie die anderen Olympus-Kameras eine wahre Spielwiese an Bildeffekten. An dieser Stelle sei nur die automatische „In-Camera“-Collagen-Funktion gezeigt und für weitere Effekte auf meinen Bericht zur E-M10 verwiesen.

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Collage aus Eindrücken im Sushi-Restaurant (leider nach dem Essen)

 

Mein Fazit? Die Olympus E-P5 ist eine wunderschöne und sehr gute Kamera, in die man sich schnell verlieben kann, wenn man sie zum ersten Mal sieht und in der Hand hat. Ob diese Liebe auf Dauer Bestand hat, muss jeder für sich entscheiden. „Meine“ Kamera wäre es trotz der tollen Leistung und aller Vielseitigkeit, die sie bietet, nicht. Mir fehlt der integrierte Sucher zu sehr. Aber dieser – zugegebenermaßen sehr persönliche – Kritikpunkt ist auch der einzige, der mir als wirklich störend auffällt. Wer keinen Sucher benötigt oder mit einem Aufstecksucher leben kann, für den kann die E-P5 eine ideale Kamera sein, vor allem für die Reise, denn mit einem Set aus E-P5 und den Zuiko-Objektiven 2.0/12, 1.8/17 und 1.8/45 hat man so ziemlich alles, was man für 90% aller Situationen benötigt und zwar derart kompakt, dass man alles in einer kleinen Bauchtasche verstauen kann.

 

Erneut geht mein Dank an Olympus Deutschland für die Testleihgabe dieses Sets!

P.S.: Ist denn nun die PEN „mächtiger“ als das DSLR-Schwert? Nein, das ist sie nicht! Aber sie kommt schon recht nahe ran. 😉

P.P.S. / „Disclaimer“: Meine Eindrücke sind absolut lückenhaft, fern von jeder Wissenschaftlichkeit und höchst subjektiv. Hier finden Sie zwei Berichte, die auf neutraleren Tests basieren: Chip.de und Digitalkamera.de .

 

Der „Parker-Kleinbild-Adapter“

„Wie? Was soll das denn sein?“ Fragen Sie sich das auch gerade? Kein Wunder, dass Sie den nicht kennen, den gibt es auch nur bei mir. 😉

Ja, solche verrückte Ideen entstehen, wenn man noch spät abends am Schreibtisch sitzt und arbeitet – und dann, wenn man endlich soweit fertig ist (so richtig fertig ist man als Lehrer ja nie), noch ein wenig – man ist ja sowieso noch wach – mit Fotosachen herumspielt. So auch neulich als ich, beinahe muss ich sagen „nachts“, die alte Reflekta in meinen Händen hielt, deren Film gerade in der Entwicklung war. Kennen Sie das auch? Nachts funktioniert das Gehirn in einem völlig anderen Modus. Ich denke anders. Das ist sicherlich keine geeignete Situation für logisch-mathematische Rätsel und auch nicht für eine langfristige Strategieentwicklung, dafür bin ich auf eine andere Art und Weise kreativ. Mir kommen Ideen, die ich tagsüber kaum hätte, wohl weil ich zu üblichen Uhrzeiten zielgerichteter denke. Vielleicht hängt es auch mit der Müdigkeit zusammen, womöglich werden andere Hormone ausgeschüttet. Es liegt ja immer irgendwie an den Hormonen. 😉

Als ich mir also das Innenleben der Reflekta so ansah, kam mir der Gedanke, dass es doch irgendwie möglich sein muss, einen Kleinbildfilm in dieser 6×6 Mittelformatkamera zu belichten. Gesehen hat man sowas ja schon öfters. Verräterisch ist bei diesen Negativen nicht nur das ungewöhnliche Format (ca. 58 x 24mm), sondern auch die bis über die Perforierung hinausreichende Belichtung des Films. Holga-Fans wissen genau wovon ich rede.

Nun ja, auf jeden Fall kam ich ins Grübeln. Man müsste einfach nur die Kleinbildpatrone etwas oben und unten verlängern und irgendwie in der Klemmvorrichtung des Spulenhalters in der Kamera befestigen. Klang nicht so kompliziert. Den Filmanfang in der leeren Gegenspule fest zu kriegen, sollte auf jeden Fall kein Problem sein. Zunächst dachte ich daran, eine leere Aufnahmespule zu zertrennen, was wohl – wenn sauber ausgeführt – eine elegante Lösung gewesen wäre, doch leider konnte ich gerade keine solche Spule finden und die, die hatte, brauchte ich ja für die Aufnahme des Films in der Kamera. Also musste eine andere Lösung her.

Wie gesagt, ich saß am Schreibtisch und nicht in einer Werkstatt. Mit standen demnach nur Dinge zur Verfügung, die sich in den Schubladen eines Schreibtisches finden lassen. Um im Filmhalter aufgenommen zu werden, musste die Verlängerungsvorrichtung eine kleine runde Öffnung haben. Sie sollte zudem aus weichem Material bestehen, das ich mit einem scharfen Messer bearbeiten konnte – immerhin musste sie in passende Stücke zerteilt werden. Plötzlich bahnte sich einer dieser kreativen Schübe seinen Weg in meine Großhirnrinde. Meinem Parker-Füller war doch gerad erst die Tinte ausgegangen, oder besser der Patrone darin. Diese Patrone! Sie ahnen, was nun folgt.

Ich maß aus, wie lang die Stücke der Verlängerung sein mussten, gab ein wenig für die Befestigung an der KB-Filmpatrone dazu und schnitt die leere Parker-Patrone zurecht. Die runde Öffnung passte sehr gut und das Plastik ist genau richtig, um zum einen die notwendige Stabilität zu gewährleisten und zum anderen an den Enden gespalten zu werden. Denn in solch einen Spalt wird der Steg der KB-Patrone geschoben und festgeklemmt. Das funktioniert wie von selbst. Dadurch kann sich die Spule im Inneren drehen, was ja notwendig für den Filmtransport ist.

Auf diesem Foto erkennt man den Ansatz:

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So sieht das fertige Set aus. Der Film ist bereits entnommen und abgeschnitten.

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Man darf nicht vergessen, das kleine Rotglas-Fenster auf der Rückseite der Kamera abzukleben, um einen Lichteinfall zu verhindern (ein KB-Film hat ja kein Schutzpapier). Das hat zur Folge, dass man nicht genau weiß, wie weit man am Transportknopf drehen muss, um keine überlappenden Bilder zu erhalten.

Bei der Reflekta Junior lässt sich das Fenster mit einem Schieber verschließen. Um sicher zu sein, habe ich aber zusätzlich noch abgeklebt.
Bei der Reflekta Junior lässt sich das Fenster mit einem Schieber verschließen. Um sicher zu sein, habe ich aber zusätzlich noch abgeklebt.

Ich entschloss mich dazu, sicherheitshalber dreimal um 180° zu drehen. Jetzt weiß ich, dass auch zwei Drehungen ausgereicht hätten.

Zurückdrehen in die KB-Filmdose lässt sich der Film nicht. Daher war es wirklich schwierig, den Film im Wechselsack aus der Kamera zu entfernen und in die Spule der Entwicklungsdose einzufädeln. Da wird es schon arg eng im Wechselsack. Aber auch dies hat schließlich funktioniert und so konnte ich den belichteten Film heute entwickeln.

Und so sehen die Ergebnisse aus. Sicher nichts für eine Galerie, aber Spaß gemacht hat es. Sehr sogar. 🙂

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Die Ohm bei Anzefahr

 

 

 

Autobrücke über die Ohm
Autobrücke über die Ohm
Die Perforation ist hier nicht zu sehen, weil mein KB-Scanner sie immer auslässt. Außerdem beschneidet die KB-Scan-Funktion meines Epson-Scann-Programms automatisch auf KB-Bildgröße, daher musste ich die Dateien wieder per Photoshop zusammenfassen, mit Photoshop-WIA-Import funktioniert die Durchlichteinheit nicht und mein VueScan stürzt ständig ab. Ärgerlich.

Ich glaube, ab jetzt gehe ich wieder früher ins Bett. 😉

Ich mag Korn!

Nein, nicht den Fusel, der in so einigen Gegenden Deutschlands eine Kneipen-Tradition ist. Ich meine Filmkorn, echtes. Inzwischen gibt es auch ziemlich gute Software, die durch ziemlich clevere Tricks ziemlich gute Ergebnisse beim Simulieren von Filmkorn liefert. Doch irgendwie sind mir das zu viele „ziemlich“.
Auch wenn ich es sehr mag, mit Effekten an meinen Digitalbildern herumzuspielen, so habe ich für mich doch im Laufe der Zeit eine gültige Einteilung gefunden: Digitalfotos sollten sauber sein (Ausnahmen bestätigen die Regel!), während Analogfotos körnig sein dürfen, auch mal so richtig „schmutzig“, so dass man beim Betrachten den Entwickler spürt und den Fixierer riecht. 😉
Irgendwie wie eine Unterscheidung zwischen CD und Vinyl. Bei Schallplatten darf es auch mal knistern. Oder wie bei dem Unterschied zwischen einem perfekt maschinell und einem in Handarbeit hergestellten Produkt – bei letzterem stören mich Bearbeitungsspuren weniger.

Wie auch immer, ich entwickle meine S/W-Negative also stets so, dass das Korn betont wird. Mein Grundrezept dafür ist:

  • in Kodak D-76 (ohnehin nicht als DER Feinkornentwickler bekannt)
  • in „Stock“-Lösungsstärke, also unverdünnt (dafür aber mehrmals aufgefrischt, meist aber in 20%-Schritten)
  • bei 22°C+ (statt 20°C)
  • und etwa 5-10% länger als empfohlen entwickeln.

Das hebt nicht nur das Korn hervor, sondern steigert auch den Kontrast. Man erhält auf jeden Fall echtes Schwarz und die Lichter sind besser durchzeichnet.

Für FineArt-Prints ist das natürlich denkbar ungeeignet!

Hier mal ein paar Beispiele aus der Vorweihnachtszeit während eines Besuches in meinem Elternhaus…

Kamera: Nikon F-801s | Objektive Nikkor AF 28-85 | Film: AGFA APX100 | Entwicklung: s.o.

 

100%…

… kann die alte und in Ehren ergraute Reflekta Junior nicht mehr leisten.

Hier hatte ich kurz darüber berichtet, dass ich diese TLR mal wieder ausprobieren wollte. Ich vermutete, dass die Objektive einmal herausgeschraubt und nicht völlig exakt wieder eingesetzt wurden – so sieht es zumindest aus. Und wenn bei einer TLR das Sucherobjektiv und das Aufnahmeobjektiv nicht sehr genau angepasst sind, dann wird das mit dem korrekten Fokussieren sehr schwer.

Als ich heute – nach zwei (!) Wochen, Rollfilmfans brauchen Geduld – den entwickelten Film abholen konnte, sah ich, dass ich mit meiner Vermutung richtig lag. Auf Portraitentfernung stimmt der Fokus nicht. Schade. Aber gut, das sei dieser Alten Lady verziehen. Sie ist wirklich eher etwas für die Vitrine.
(Obwohl, im Moment nimmt sie an einem Experiment teil. Dazu jedoch später. 😉 )

Immerhin lassen sich ab Blende f/8 und einer hyperfokalen Einstellung (mehr oder weniger) scharfe Fotos hinbekommen:

Weihnachtsmarkt Marburg
Weihnachtsmarkt Marburg
Winter 2014/15 ... einer der drei Tage!
Winter 2014/15 … einer der drei Tage!

Das Ergebnis hat mehr Ähnlichkeit mit einer Holga-Fotografie als mit einem echten Mittelformaterlebnis.
Wenn das jetzige „Experiment“ vorüber ist, darf sich die Reflekta Junior (der Name ist absolut nicht mehr Programm) wohl endgültig auf ihr Altenteil zurückziehen.

The „Missing Link“

In meiner Df lebt das Erbe meiner „Original“ Nikon F weiter. Da besteht überhaupt kein Zweifel. Irgendwie fehlte mir jedoch das „missing link“, eine Zwischenstufe der Kameraevolution. Und die ist seit heute bei mir:

F3HPEine wunderschöne Nikon F3 HP konnte ich heute zusammen mit einem Nikkor AI 1.4/50 in meiner Sammlung willkommen heißen. Sie funktioniert prächtig und sieht aus wie eine Kamera dieses Alters aussehen sollte – mit der passenden Patina an den richtigen Stellen.
Ein APX400 ist bereits geladen und so wartet die F3 auf ihren ersten Einsatz in meinen Händen. Und ich freue mich „wie Bolle“. 😉

Doch hier nun, um die Zeit etwas zu verkürzen, ein paar Links zur F3:

 

 

Tolle Übersicht an manuellen Objektiven…

Eigentlich wollte ich ja hier keine Artikel veröffentlichen, die nur aus einem Link bestehen. Doch diesmal muss ich einfach eine Ausnahme machen. „Addicted2Light“ (ich mag diesen Namen 😉 ) hat eine Tabelle zusammengestellt, die eine umwerfend große Auswahl an klassischen Objektiven für den 35mm-Film auflistet. Die meisten dieser Objektive sind z.B. an eine Fuji X adaptierbar.

>> 35mm Legacy Lenses <<