Produkte des Jahres 2014

Allerorts werden jetzt, so zum Jahresende hin, die „Produkte des Jahres“ gekürt. Oft kann ich die Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen, hin und wieder scheint mir eher ein Sponsoring-Verhältnis eine Rolle bei der Ergebnisfindung zu spielen als echte Qualitätsmerkmale, doch hier und da findet man nicht nur nachvollziehbare Listen, sondern zudem noch unterhaltsame Texte. Ein solch lesenswertes Beispiel ist die Reihe „Best of 2014“ im „digitaler-augenblick“-Blog.
Diese Serie, die Jörg nun nicht zum ersten Mal durchzieht, hat mich dazu veranlasst, meinen eigenen „Produkte des Jahres“-Artikel zu verfassen. Dabei erstelle ich aber zwei Listen: zuerst mit Dingen, die ich nur ausprobieren konnte und dann mit welchen, die ich selbst besitze. Die Produkte müssen auch nicht immer im Jahr 2014 auf den Markt gekommen sein, denn dies werden ja ganz persönliche Listen. Daher stehen dort Sachen, die ich eben besonders gerne im vergangenen Jahr genutzt habe, die mich immer wieder faszinieren konnten und – wenn sie mir gehören – zu denen ich überaus gerne greife.

Folgende Kategorien werden dabei berücksichtigt:

  1. Kameras (digital und analog)
  2. Objektive
  3. Taschen
  4. Stative
  5. Zubehör
  6. Software
  7. Bücher und eBooks

Und ich erlaube mir auch Zweit- und Drittplatzierte zu nennen, sofern der Abstand eher knapp war.

Beginnen möchte ich mit den „Fremd“-Produkten des Jahres 2014:

1. Kameras

DIGITAL
Das war dieses Jahr für mich eine recht schnell Entscheidung: die Leica M Monochrom. Ich bin einfach ein Messsucher-Fan und ich mag das Aussehen und die Haptik der M-Leicas sehr. Wenn dann noch eine Bildqualität hinzukommt, wie sie die „Monochrom“ liefert, dann kann ich einfach nicht anders. Gott sei Dank ist sie für meinen Geschmack zu teuer, sonst könnte ich auch beim „Zücken der Geldbörse“ nicht anders. 😉
Der 2. Platz geht an die Olympus OM-D E-M10, die mich wirklich nicht nur überzeugt hat, sondern auch mein Herz für sich gewinnen konnte. Warum ich sie denn dann nicht habe, fragen Sie? Weil ich mehr als genug Kameras und Systeme bereits verwende und selbst bei einer tollen Kamera wie der E-M10 ganz klar „nein“ sage, „nicht noch was“.
Nicht auf dem Siegertreppchen sind die Sony Alpha 7 und die Olympus OM-D E-M1. Die A7 konnte mich nicht wirklich für sich gewinnen, auch wenn ich weiß, dass andere hoch begeistert von ihr sind und ich das auch, rein objektiv, nachvollziehen kann. Es ist eine sehr gute Kamera, sie ist einfach nur nicht „meine“ – so ganz subjektiv. (Die A7s hingegen reizt mich ungemein, alleine schon aufgrund ihres extrem rauscharmen Sensors. Doch mir ihr habe ich noch nicht fotografiert.)
Und warum taucht die OM-D E-M1 nicht auf, wenn doch schon die kleinere E-M10 den 2. Platz erreicht? Nun, aus einem sehr ähnlichen Grund: die E-M1 kommt sehr nahe an eine perfekte Kamera heran, aber ich habe mich einfach nicht in sie verliebt. 😉

ANALOG
Die analoge Kamera, die mir in 2014 echt gefallen hat, ist die neue Leica M-A. Man mag leicht darüber streiten, ob solch eine Kamera, rein mechanisch und sogar ohne Belichtungsmesser heute noch „zeitgemäß“ ist, doch diese Diskussion wird nur von denen geführt, die „zeitgemäß“ mit „modern“ gleichsetzen.  In meinen Augen kann jedes Gerät, was keine Probleme macht dafür aber Freude bereitet sehr wohl zeitgemäß sein, ohne moderne Funktionen zu bieten. Eine außergewöhnlich gute Verarbeitung und Haptik ist meiner Meinung nach immer zeitgemäß.
Sehr cool (und somit gewissermaßen auf dem 2. Platz) fand ich auch die ganz und gar „unzeitgemäße“ 😉 Pentax 67, die sich ein guter Freund erst kürzlich gekauft hat und deren durchdringendes „Kalllaaack“ beim Auslösen jedem Kamerafreak ein dickes Lächeln ins Gesicht zaubert. Zur Geschichte und zum Hintergrund dieser Mittelformat-Kamera finden Sie hier gut zusammengestellte Informationen.

2. Objektive

Das ist etwas schwieriger. Ich hatte die Gelegenheit, mit einer ganzen Reihe von außerordentlich guten Objektiven zu fotografieren. Letztendlich hat mich das Leica Noctilux-M 0.95/50 Asph. am meisten von allen überzeugt. Ja, es ist schwer und groß (und extrem teuer), doch die Bildwirkung, die man damit erzielen kann, ist ziemlich einzigartig – und es ist voll offenblendtauglich, bei f/0,95!!
Den 2. Platz teilen sich das Olympus Zuiko 1.8/45 und das Olympus Zuiko 2.0/12. Den 3. Platz belegt ebenfalls ein Olympus-µ4/3-Objektiv, das Zuiko 2.8/12-40. Alle drei Zuiko-Objektive gehören, in meinen Augen, zum Besten, was man für seine µ4/3-Kamera finden kann.

3. Taschen

Das ist leicht. Der Preis geht an die Dothebag Mono 05, weil sie die Mono 04 in der praktischeren Größe ist. 😉
Ich habe auch eine Menge Gutes über die Compagnon-Taschen gehört, leider hatte ich noch keine in der Hand und daher dürfen sie hier nicht mitspielen.

4. Stative 

Ähm, hier gibt es keinen Sieger, denn ich beschäftige mich kaum mit Stativen, habe daher auch außer meinen eigenen keine ausprobiert und kann daher auch keine Empfehlung benennen. Sorry.

5. Zubehör

Für mich der Sieger oder besser die Sieger in dieser Kategorie sind die Eddycam-Kameragurte. Immer, wenn ich einen in der Hand habe, erwacht in mir der Gedanke, dass ich unbedingt einen haben muss. Doch jedes Mal hat mich bisher das Preisschild davon abgehalten, mir solch einen Gurt zu kaufen. Diese Gurte fühlen sich umwerfend gut an und sind vorzüglich verarbeitet, sie sind leider aber auch ziemlich teuer – und ich zögere einfach bei dem Gedanken, €180,- für einen Kameragurt auszugeben, denn dies würde mein Favorit kosten. Tut mir leid, aber da siegt bei mir (noch) die Sparsamkeit.

6. Software

Hmmm… ich habe gar nicht so viel Software ausprobiert, die ich mir danach (oder schon zuvor) nicht auch gekauft habe. Ich mag es ehrlich gesagt auch gar nicht so sehr, häufig Testversionen auf meinem System zu installieren – irgendwie bleibt immer das Gefühl, dass man sich dadurch sein OS recht schnell zumüllt. Eine Software, die ich aber auf einem anderen PC gesehen haben und die ich richtig klasse fand, ist DxO ViewPoint 2. Dieses Programm, mit dem man die Perspektive eines Bilder nachbearbeiten kann, ist echt clever. Daher gewinnt es die Kategorie „Software“ – und das kann es auch nur, weil ich es nicht wirklich brauche, denn sonst müsste es bei „meinen“ Produkten antreten. 😉
Einen Sonderpreis Software mobil erhält „645 Pro MkIII„, die meines Erachtens beste Kamera-App für Apple iOS-Geräte.

7. Bücher und eBooks

Ich kann kein Buch empfehlen, dass ich nicht selbst gelesen habe und ich habe kein Buch gelesen, dass ich nicht besitze. Ziemlich cool fand ich aber die WM-Fotos von Paul Ripke, die für mich zu den besten gehören, die ich 2014 gesehen habe.

Bleiben Sie dran. Demnächst folgen dann „meine eigenen“ Produkte 2014…

4 Gedanken zu “Produkte des Jahres 2014

  1. Rainer

    Ja ja, die Leica-Freaks tun sich da alle schon recht schwer, ich das aus meinem Bekanntenkreis weiß, dass SONY eats Leica’s lunch!

    1. Ja, schon. Die Sony A7 hat meinen Kopf überzeugt, aber nicht mein Herz für sich gewinnen können. Es ist eine ganz persönliche Vorliebe. Mir hat vor allem die Fuji X-E1, später dann die X-E2 einfach immer besser gefallen, obwohl – rein objektiv gesehen – die Alphas sicher alles ein wenig besser können. Das mag vielleicht an dem „klassischen“, an Leica erinnernden Design der Fujis liegen. Andererseits bin ich auch völlig in die Nikon Df verliebt und die sieht nicht aus wie eine Messsucherkamera. OK, sie erinnert an eine klassische Nikon. Ich mag die Reminiszenz an die fantastischen „alten“ Geräte. Daher ja auch der Titel des Blogs. 😉
      Nun ja, die Alpha7-Reihe von Sony sind ausgezeichnete Kameras. Aber bei Kameras ist es für mich eine echte Geschmacksfrage. Sehr gute Bilder kann man mit fast allen machen, daher wähle ich diejenigen, die mir am meisten Spaß machen.
      Ich kann aber jeden verstehen, der sich für eine A7 entscheidet und könnte auf Anhieb mehrere Gründe dafür nennen.

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