„Persönliche“ Produkte des Jahres 2014

An der hier verlinkten Stelle habe ich ja bereits beschrieben, welche die Produkte des Jahres 2014 für mich sind, die ich nicht besitze. Meine „persönlichen“ Produkte des Jahres 2014, also solche, die ich hier stehen habe, folgen nun:

1. Kameras

DIGITAL
Ich gehöre ja zu den leicht Verrückten, die immer mal wieder neue Kameras kaufen, alte dafür verkaufen und so schonmal ihr gesamtes System komplett auswechseln. Andere Kameras bleiben sehr lange. So ein bisschen wie bei Bayern München die Spieler, nur ohne deren Budget. So habe ich dieses Jahr so manche Kamera zu meine Sammlung zählen können und auch gerne genutzt. Auf’s Siegertreppchen kamen drei, die ich noch gar nicht sooo lange habe.
Obgleich ich ja ziemlich von den spiegellosen Systemkameras begeistert bin, hat sich die Nikon Df und damit eine DSLR den ersten Platz gesichert. Warum? Weil sie mir unglaublich gut gefällt und ich bisher noch nie an ihre Grenzen gestoßen bin. Das zeigt einmal mehr, dass jeder für sich die ideale Kamera finden muss. Es gibt viele Fotografen, denen die Df nicht genügen würde, weil ihnen etwa der Autofokus zu unflexibel ist oder weil sie ihnen nicht genügend viele Bilder in der Sekunde schießt oder ganz einfach weil ihnen die Auflösung der Df nicht ausreichen würde. Bei mir trifft dies alles nicht zu. Ich mag eine Kamera am liebsten, wenn sie sehr gut verarbeitet ist, mir die Haptik und das Aussehen rundum gefällt, sie mir mit einer direkten Bedienung zusagt und die Bildqualität mich aus den Socken haut. Das alles trifft – für mich – auf die Nikon Df zu.
Den 2. Platz sichert sich, das mag vielleicht eine kleine Überraschung sein, die Fuji X-E2. Als Nachfolgerin meiner heißgeliebten X-E1 kann sie alles noch ein wenig besser. Eigentlich hatte ich dennoch nie einen Grund dafür gesehen, meine X-E1 gegen eine X-E2 auszutauschen. Doch als mir ein guter Freund das Angebot machte, seine X-E2 zu übernehmen, wusste ich, dass ich für einen fairen Preis eine Kamera im Top-Zustand bekommen würde. Danach habe ich beide, die „1“ und die „2“ eine Zeit lang parallel genutzt, bis ich schließlich keinen Grund mehr sah, das ältere Modell auch noch zu behalten. Für mich ist die Fuji X-E2 (oder auch die 1) noch immer einer der schönsten Digitalkameras auf dem Markt und man kann mit ihr traumhaft gute Bilder machen, weil sie alles dafür mitbringt. Natürlich hat sie ihre Einschränkungen. Ein Sport- oder ein Tierfotograf würde mit ihr sicherlich nicht glücklich, doch für mich und meine Vorlieben ist sie nahezu perfekt – und schön kompakt obendrein.
Auf dem 3. Platz landet die Fuji X-T1. Huch! Die X-T1 ist doch eine Klasse höher anzusiedeln und auch die bessere Kamera als die X-E2. Wieso ist sie denn nur Dritte? Die X-T1 habe ich mir gekauft, weil ich inzwischen zu einem Fuji-Fan geworden war und weil sie mich an die wunderschönen klassischen SLRs aus den 70ern erinnerte, nicht nur vom Aussehen her, sondern auch was die Bedienung betrifft. Es ist möglich, einen ganzen Tag mit der X-T1 zu fotografieren ohne auch nur ein einziges Mal ins Menü schauen zu müssen. Das mag ich. Sehr! Sie bietet alles, was man sich wünschen kann und ist extrem flexibel. Und ja, sie kann auch vieles wirklich noch besser als die X-E2. Aber dennoch erwische ich mich immer wieder dabei, mehr „Zuneigung“ für die XE-Reihe zu empfinden. Auch wohl wieder so ein ganz persönliches Ding, das ich nicht rationell erklären kann. Meine kurze Testzeit mit der Olympus OM-D E-M1 hat mich übrigens daran erinnert. Vielleicht versucht die Kamera einfach zu perfekt zu sein. 😉 Wie auch immer, die X-T1 ist eine Traumkamera, die zum Besten gehört, was derzeit auf dem Markt ist. Ganz ohne Zweifel.
Moment, mag jetzt manch einer ausrufen, wieso ist denn bei einem Leica-Fan keine Leica auf dem Treppchen? Ich mag meine M8 noch immer sehr, sie hat aber im Jahr 2014 nur selten eine wichtige Rolle in meinem Fotoleben gespielt. Deshalb. Missen möchte ich meine „M“ absolut nicht.

ANALOG
Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele analoge Kameras ich im Jahr 2014 benutzt habe. Ich habe sicherlich alleine über 20 in meiner Vitrine stehen (die übrigens in diesem Jahr aus meinem Arbeitszimmer in den großen Ess-Wohnzimmerbereich umgezogen wurde). Es waren auf jeden Fall eine Menge toller Kameras darunter. „Meine“ analogen Kameras des Jahres 2014 allerdings sind die Nikon F-801s und die Kodak Retina IIIc. Sie machen einfach total viel Spaß. Beide. Und das obwohl sie so verschieden sind. Oft habe ich die 801s mit dabei, wenn ich mit der Df unterwegs bin und so – und auch durch meine Wiederaufnahme der Filmentwicklung im Keller 😉 – denke ich einfach öfters daran, mal wieder „auf Film“ zu fotografieren.

2. Objektive

Mir war von Anfang an bewusst, dass dies wohl die schwierigste Kategorie für mich werden würde – und ich bin noch immer nicht ganz sicher, ob ich auch zum richtigen Ergebnis gekommen bin. Ich nutze einfach zu viele unterschiedliche Objektiv an diversen Systemen als dass ich schnell sagen könnte, welches meine Lieblingsobjektive sind. Darauf zu zielen, welches Objektiv ich über das Jahr hinweg am häufigsten benutzt habe wäre den Objektiven gegenüber nicht fair, die ich erst seit kurzem habe und von denen ich viel zu begeistert bin, um sie hier auszulassen. Also entschied ich mich für eine Mischung aus: (a) Wie oft habe ich das Objektiv genutzt in der Zeit, in der ich es hatte? (b) Welche Besonderheiten bietet mir das Objektiv? und (c) Wie sehr bin ich mit seiner Leistung zufrieden? Das Resultat lautet wie folgt:
Den ersten Platz belegt das Sigma EX 4.5-5.6/12-24 DG HSM Asph. für Nikon, das sicherlich nicht das am meisten von mir genutzte Objektiv ist, das aber gerade am Kleinbild einzigartig ist. Es deckt den gesamten starken Weitwinkelbereich mit einer außerordentlich guten Leistung ab und reicht hinab bis zu einer Brennweite von 12mm! Schon beinahe surreal. Dass ich das 12-24 von Sigma sehr mag, zeigt sich zudem in der Tatsache, dass ich es zwei Mal habe, einmal mit Nikon- und einmal mit Pentax-Bajonett.
Den 2. Platz erreicht ein Objektiv, das gar nicht mal in einem besonders guten Ruf steht: das Nikon Nikkor AF-D 3.5-5.6/24-120 IF, wohl gemerkt, das „alte“, ohne durchgängig f/4 und ohne Stabilisator. So manch einer verspottet es als „Zoom-Scherbe“ und rät dringend dazu, es durch ein neueres Objektiv zu ersetzen. Doch mir gefällt es sehr gut, vor allem, weil es ausgezeichnet mit der Nikon Df harmoniert. Es bietet mir den Brennweitenbereich, mit dem ich gut und gerne 80% von all meinen Fotos abdecken kann und zwar auf einem für mich allemal völlig ausreichenden Leistungsniveau. Es ist das Objektiv, dass ich – trotz all meiner faszinierenden MF-Nikkore – vermutlich am häufigsten an der Nikon Df habe. Und was es zu etwas ganz Besonderem macht ist, dass man es für einen unglaublich günstigen Preis finden kann. Es ist absolut möglich, dieses Nikkor 24-120 in einem neuwertigen Zustand für unter €100,- zu bekommen! Mein Preis-Leistungs-Sieger 2014.
Auf den 3. Platz schließlich schleicht sich – und damit vorbei an solch begeisternden Linsen wie dem Fuji 18-55, einem Nikkor-S.C 1.2/55 oder dem Nikkor-H 1.8/85, einem Sigma 80-400 OS, dem Voigtländer Ultron 2/28 oder dem Heliar 2.5/75 – das Fujinon XR 1.4/35 R. Es ist unter den Fuji-Objektiven, die ich besitze, das beste. Sogar Ken Rockwell, für den eigentlich nur Nikon-Objektive richtig gut sein können, ist vollends begeistert vom 35er Fuji. Es mag vielleicht daran liegen, dass die exzellenten Fujinons 2.8/14, 1.4/23 und 1.2/56 mir bisher noch zu teuer waren, doch das 35er stößt mich mit seiner Leistung immer wieder vom Hocker. Wenn ich nur ein Objektiv für die Fuji behalten dürfte, es wäre das 1.4/35.
Eine Erwähnung für eine besondere Idee erfährt an dieser Stelle noch das „LensBaby„, dessen ältere Inkarnation ich erst seit kurzem habe und noch nicht so richtig beurteilen kann. Das wird aber ein spannender Weg, den wir zusammen gehen werden.

3. Taschen

Oh Mann. Ich weiß, ich bin inzwischen ja sowas wie ein „Taschenfreak-Junior“. Es ist mir beinahe schon peinlich zuzugeben, wieviele Taschen ich hier zuhause habe. Aber ich weiß, dass das nicht nur mir so geht, sondern vielen Mit-Fotografen, die – weil immer auf der Suche nach der optimalen Tasche, die es (und das ist das Perfide daran) gar nicht gibt – im Laufe der Zeit eine respektabel große Taschensammlung anhäufen. So auch ich. Dennoch konnte ich mich recht schnell für zwei erste Plätze entscheiden: die Dothebag Mono 04 und die Kata 3N1-30. Die Mono 04 einfach weil sie wunderschön ist, wenn auch – weil recht schmal – nicht wirklich überzeugend praktisch. Es ist eher eine Tasche für meine Leica M8 oder meine Fuji X-E2 und dazu passt sich auch, rein vom Stil her. Sie mögen sich nun vielleicht fragen, warum ich bereit war, sooo viel Geld für solch eine kleine Tasche auszugeben. Nun, ich war es nicht. Ein sehr guter Freund hat mir die Mono 04 für einen überaus „entgegenkommenden“ Preis verkauft. Besten Dank nochmals dafür. Denn sonst wäre sicherlich keine Dothebag hier auf meiner Liste. Leider, müsste ich dann sagen.
Und die Kata 3N1-30 erreichte den geteilten ersten Platz, weil sie so ziemlich genau das Gegenteil der Mono 04 ist – nicht kopfdrehend schön aber so ziemlich die praktischste Tasche, die ich jemals hatte. OK, es ist eigentlich ein Rucksack. Oder doch eine Slingbag? Sie sehen, alleine schon ihre Weigerung sich mal schnell kategorisieren zu lassen zeigt ihre Vielseitigkeit. Zudem ist sie sehr angenehm zu tragen auch über eine längere Zeit und bleibt im bezahlbaren Rahmen.

So, kurze Pause, kleiner Zwischenstopp. Gleich haben Sie es geschafft, denn die nächsten „Kapitel“ werden kürzer. Versprochen!

4. Stative

Also eines bin ich sicher nicht, ein Stativfreak. Das ist, obwohl ja wirklich nicht unwichtig, vermutlich der Bereich der Fotokramforschung, von dem ich am wenigsten Ahnung habe. Gott sei Dank kenne ich aber den Stativfreak persönlich 😉 und er hat mir endlich zu einem Stativ verholfen, mit dem ich rundum zufrieden bin. Ich hatte zuvor zum Beispiel ein Bilora 1122, das ganz OK war, aber eben auch so einige Nachteile hatte. Inzwischen ist es mein „Heimstudio-Stativ“ für die Tabletop-Fotografie. Da macht es einen guten Job. Mein „Stativ 2014“ aber ist ein Benro C-168 M8. Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein Carbon-Reisestativ, das ein niedriges Gewicht mit einer hohen Flexibiltät und einer sehr guten Stabilität verbindet. So muss es sein – und nicht anders. In Verbindung mit einem Novoflex Magicball Mini ist es für mich die perfekte Stativkombination. Suche endgültig beendet. Danke.
Eine lobende Erwähnung erfahren das ungemein praktische Tischstativ Cullman Magnesit Copter CB2, weil es noch in beinahe jede Tasche passt (außer vielleicht in die Mono 04 ;)) und dennoch sehr stabil steht sowie das Trek-Tech TrekPod II, ein ziemlich selten zu findendes aber überaus cleveres Mischwesen aus Einbein und Dreibein, das als „sowohl als auch“ und im Notfall sogar als Wanderstock genutzt werden kann.

5. Zubehör

Eine so weit zu fassende Kategorie muss verschiedene Sieger haben. Statt eines Sigertreppchens gibt es hier also drei erste Plätze aus unterschiedlichen Bereichen an Zubehör. Definitiv ein Produkt des Jahres ist für mich der Nissin i40, der es Ende Dezember gerade noch rechtzeitig in meine Ausrüstung geschafft hat. Hier gibt es mehr zu diesem fantastischen Kompaktblitz zu lesen.
Aus einem anderen Bereich kommen zwei weitere meiner Produkte des Jahres: zwei Kameragurte von Barton1972. Diese Gurte kommen vielleicht nicht ganz an die von Eddycam heran, sind aber ebenfalls wunderschön und sehr gut verarbeitet. Was mir außerdem an ihnen gefällt ist der Preis. An meiner Fuji X-T1 habe ich eine „special edition“ des Composers und an meiner Nikon Df den „Green Mamba„. Ich finde diese beiden Gurte umwerfend gutaussehend und sie vermitteln konstant ein Gefühl der Zuverlässigkeit, was mir bei einem Kameragurt sehr, sehr wichtig ist.
Aus einer wiederum gänzlich anderen Ecke kommt schließlich mein letztes „Zubehör des Jahres“: die Kombination aus Kodak D76 und Tetenal Superfix Plus. Zwei absolute Allrounder für die S/W-Filmentwicklung und geradezu optimal für mich als jemanden, der sich nicht so viele Gedanken um die perfekte Entwicklung und Ausarbeitung seiner S/W-Negative machen, sondern einfach Spaß am Entwickeln seiner eigenen Filme haben möchte.

6. Software

In der Kategorie Foto-Software gibt es für mich einen klaren Sieger: Photoshop CC 2014 und Lightroom 5.7 in der Creative Cloud. Ja, ich weiß welchen Aufschrei dieses neue „Mietlizenzsystem“ von Adobe verursacht hat und es ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal, was andere von mir diesbezüglich denken, aber ich finde das Angebot, Photoshop und Lightroom immer in der neuesten Version nutzen zu können für etwas mehr als €12,- pro Monat einfach großartig. Mit diesen beiden Programmen – ergänzt übrigens um die NIK-Filtersammlung und dem DxO Filmpack 3 – mache ich über 90% meiner Bildbearbeitung. Das sagt alles.
Erwähnenswert finde ich für diese Liste der Produkte des Jahres aber auch Capture One 8, DxO Optics Pro 8 (die Lizenzen sind weil es ältere Versionen sind gar nicht so teuer oder zum Teil als Sonderbeigaben in Fotomagazinen zu finden) und Photo Ninja, die ich auch alle drei nutze, aber eben viel seltener als PS/LR. Diese drei Anwendungen habe ihre Vorteile. DxO Optics Pro vor allem, wenn man die Ausrüstung nutzt, für die es Profile dafür gibt; Capture One 8, wenn man das letzte Quentchen aus einigen RAWs herauskitzeln will und das richtig gute Photo Ninja vor allem für Fotografen, die auf einem Fuji Trans-X-Sensor fotografieren. Daher gehören sie auch auf diese Liste. (Über Photo Ninja, das hier in Deutschland seltsamerweise sehr selten Erwähnung findet, gibt es hier einen sehr guten Review. Das Programm sollten sich wirklich mehr Leute einmal anschauen.)

In der Sonderkategorie Software mobil gewinnen für mich Snapseed und Lightmeter. Dies sind die Android-Foto-Apps, die ich mit Abstand am meisten mit meinem Sony Xperia Z nutze.

7. Bücher und eBooks

Oh weh, zum Abschluss nochmal eine wirklich schwierig zu entscheidende Kategorie. Ich habe im vergangenen Jahr so einige sehr gute Fotobücher gelesen. Aber nach einigem Überlegen stachen zwei heraus: zum einen das „Leica Compendium“ von Erwin Puts. Für mich ist es das empfehlenswerteste weil kompletteste Werk aus der neuen Leica-Reihe von Puts, die zusätzlich noch das „Practicum“ und das „Chronicle“ umfasst, welche ich (als Leica-Fan selbstverständlich ;)) auch habe. Ich freue mich schon auf den nächsten Band, „Leica Optics“.
Zum anderen schaffte es das Buch „Die Leica – Zeugin eines Jahrhunderts“ von Alessandro Pasi auf meine Liste, gerade weil es ein gänzliches anderes Leica-Buch ist als die Puts-Werke. Es bietet eben nicht diese tiefgehende Informationsfülle, ist aber durch und durch unterhaltsam zu lesen – ein Buch für den Leica-Einsteiger.
Das gerade erschienene Buch „Der Leica M Photograph“ von Betram Solcher, das mir meine liebe Frau zum Geburtstag geschenkt hat, wird an dieser Stelle erwähnt aber noch nicht platziert. Ich habe es zwar schon „durch“, doch ich muss mir noch eine endgültige Meinung darüber bilden. Da laufen noch ein paar „Kopfgedanken“ ab. 😉

In der Kategorie „Bücher“ muss einfach noch das Fotobuch von Saal Digital genannt werden. So zufrieden mit einer Fotobuchfirma war ich noch nie. Eine echte Empfehlung.

 

So, das war’s. Gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel habe ich meine „Produkt-des-Jahres“-Artikel fertig stellen können. Sicherlich habe ich das eine oder andere Produkt vergessen, dass auch auf dieser Liste seinen Platz hätte finden müssen und womöglich fällt mir kurz nach Veröffentlichung noch was ein. Aber dann kann ich es ja nachreichen.
Zu einigem werden Sie als interessierter Leser vielleicht zustimmen können, andere Entscheidungen vehement ablehnen. Aber das ist nun einmal so bei hochpersönlichen Listen, die ausschließlich auf eigenen Vorlieben und Präferenzen beruhen. Wie heißt es so schön? „Beauty is in the eye of the beholder.“

Mit diesem Sinnspruch verabschiede ich mich vom einem Jahr 2014, das mir wahrlich nicht nur schöne Momente gebracht hat und das ein Jahr mit einigen Erlebnissen war, die so einschneidend und verändernd waren, wie selten welche zuvor. Auf dass das Jahr 2015 im Ganzen schöner wird. Allen Blog-Lesern und „Followern“, bei denen ich mich nochmals herzlich bedanken möchte, wünsche ich einen „guten Rutsch“ und die Erfüllung der wichtigsten Wünsche.

Bis zum nächsten Jahr! (Also, bis morgen…)

 

 

Produkte des Jahres 2014

Allerorts werden jetzt, so zum Jahresende hin, die „Produkte des Jahres“ gekürt. Oft kann ich die Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen, hin und wieder scheint mir eher ein Sponsoring-Verhältnis eine Rolle bei der Ergebnisfindung zu spielen als echte Qualitätsmerkmale, doch hier und da findet man nicht nur nachvollziehbare Listen, sondern zudem noch unterhaltsame Texte. Ein solch lesenswertes Beispiel ist die Reihe „Best of 2014“ im „digitaler-augenblick“-Blog.
Diese Serie, die Jörg nun nicht zum ersten Mal durchzieht, hat mich dazu veranlasst, meinen eigenen „Produkte des Jahres“-Artikel zu verfassen. Dabei erstelle ich aber zwei Listen: zuerst mit Dingen, die ich nur ausprobieren konnte und dann mit welchen, die ich selbst besitze. Die Produkte müssen auch nicht immer im Jahr 2014 auf den Markt gekommen sein, denn dies werden ja ganz persönliche Listen. Daher stehen dort Sachen, die ich eben besonders gerne im vergangenen Jahr genutzt habe, die mich immer wieder faszinieren konnten und – wenn sie mir gehören – zu denen ich überaus gerne greife.

Folgende Kategorien werden dabei berücksichtigt:

  1. Kameras (digital und analog)
  2. Objektive
  3. Taschen
  4. Stative
  5. Zubehör
  6. Software
  7. Bücher und eBooks

Und ich erlaube mir auch Zweit- und Drittplatzierte zu nennen, sofern der Abstand eher knapp war.

Beginnen möchte ich mit den „Fremd“-Produkten des Jahres 2014:

1. Kameras

DIGITAL
Das war dieses Jahr für mich eine recht schnell Entscheidung: die Leica M Monochrom. Ich bin einfach ein Messsucher-Fan und ich mag das Aussehen und die Haptik der M-Leicas sehr. Wenn dann noch eine Bildqualität hinzukommt, wie sie die „Monochrom“ liefert, dann kann ich einfach nicht anders. Gott sei Dank ist sie für meinen Geschmack zu teuer, sonst könnte ich auch beim „Zücken der Geldbörse“ nicht anders. 😉
Der 2. Platz geht an die Olympus OM-D E-M10, die mich wirklich nicht nur überzeugt hat, sondern auch mein Herz für sich gewinnen konnte. Warum ich sie denn dann nicht habe, fragen Sie? Weil ich mehr als genug Kameras und Systeme bereits verwende und selbst bei einer tollen Kamera wie der E-M10 ganz klar „nein“ sage, „nicht noch was“.
Nicht auf dem Siegertreppchen sind die Sony Alpha 7 und die Olympus OM-D E-M1. Die A7 konnte mich nicht wirklich für sich gewinnen, auch wenn ich weiß, dass andere hoch begeistert von ihr sind und ich das auch, rein objektiv, nachvollziehen kann. Es ist eine sehr gute Kamera, sie ist einfach nur nicht „meine“ – so ganz subjektiv. (Die A7s hingegen reizt mich ungemein, alleine schon aufgrund ihres extrem rauscharmen Sensors. Doch mir ihr habe ich noch nicht fotografiert.)
Und warum taucht die OM-D E-M1 nicht auf, wenn doch schon die kleinere E-M10 den 2. Platz erreicht? Nun, aus einem sehr ähnlichen Grund: die E-M1 kommt sehr nahe an eine perfekte Kamera heran, aber ich habe mich einfach nicht in sie verliebt. 😉

ANALOG
Die analoge Kamera, die mir in 2014 echt gefallen hat, ist die neue Leica M-A. Man mag leicht darüber streiten, ob solch eine Kamera, rein mechanisch und sogar ohne Belichtungsmesser heute noch „zeitgemäß“ ist, doch diese Diskussion wird nur von denen geführt, die „zeitgemäß“ mit „modern“ gleichsetzen.  In meinen Augen kann jedes Gerät, was keine Probleme macht dafür aber Freude bereitet sehr wohl zeitgemäß sein, ohne moderne Funktionen zu bieten. Eine außergewöhnlich gute Verarbeitung und Haptik ist meiner Meinung nach immer zeitgemäß.
Sehr cool (und somit gewissermaßen auf dem 2. Platz) fand ich auch die ganz und gar „unzeitgemäße“ 😉 Pentax 67, die sich ein guter Freund erst kürzlich gekauft hat und deren durchdringendes „Kalllaaack“ beim Auslösen jedem Kamerafreak ein dickes Lächeln ins Gesicht zaubert. Zur Geschichte und zum Hintergrund dieser Mittelformat-Kamera finden Sie hier gut zusammengestellte Informationen.

2. Objektive

Das ist etwas schwieriger. Ich hatte die Gelegenheit, mit einer ganzen Reihe von außerordentlich guten Objektiven zu fotografieren. Letztendlich hat mich das Leica Noctilux-M 0.95/50 Asph. am meisten von allen überzeugt. Ja, es ist schwer und groß (und extrem teuer), doch die Bildwirkung, die man damit erzielen kann, ist ziemlich einzigartig – und es ist voll offenblendtauglich, bei f/0,95!!
Den 2. Platz teilen sich das Olympus Zuiko 1.8/45 und das Olympus Zuiko 2.0/12. Den 3. Platz belegt ebenfalls ein Olympus-µ4/3-Objektiv, das Zuiko 2.8/12-40. Alle drei Zuiko-Objektive gehören, in meinen Augen, zum Besten, was man für seine µ4/3-Kamera finden kann.

3. Taschen

Das ist leicht. Der Preis geht an die Dothebag Mono 05, weil sie die Mono 04 in der praktischeren Größe ist. 😉
Ich habe auch eine Menge Gutes über die Compagnon-Taschen gehört, leider hatte ich noch keine in der Hand und daher dürfen sie hier nicht mitspielen.

4. Stative 

Ähm, hier gibt es keinen Sieger, denn ich beschäftige mich kaum mit Stativen, habe daher auch außer meinen eigenen keine ausprobiert und kann daher auch keine Empfehlung benennen. Sorry.

5. Zubehör

Für mich der Sieger oder besser die Sieger in dieser Kategorie sind die Eddycam-Kameragurte. Immer, wenn ich einen in der Hand habe, erwacht in mir der Gedanke, dass ich unbedingt einen haben muss. Doch jedes Mal hat mich bisher das Preisschild davon abgehalten, mir solch einen Gurt zu kaufen. Diese Gurte fühlen sich umwerfend gut an und sind vorzüglich verarbeitet, sie sind leider aber auch ziemlich teuer – und ich zögere einfach bei dem Gedanken, €180,- für einen Kameragurt auszugeben, denn dies würde mein Favorit kosten. Tut mir leid, aber da siegt bei mir (noch) die Sparsamkeit.

6. Software

Hmmm… ich habe gar nicht so viel Software ausprobiert, die ich mir danach (oder schon zuvor) nicht auch gekauft habe. Ich mag es ehrlich gesagt auch gar nicht so sehr, häufig Testversionen auf meinem System zu installieren – irgendwie bleibt immer das Gefühl, dass man sich dadurch sein OS recht schnell zumüllt. Eine Software, die ich aber auf einem anderen PC gesehen haben und die ich richtig klasse fand, ist DxO ViewPoint 2. Dieses Programm, mit dem man die Perspektive eines Bilder nachbearbeiten kann, ist echt clever. Daher gewinnt es die Kategorie „Software“ – und das kann es auch nur, weil ich es nicht wirklich brauche, denn sonst müsste es bei „meinen“ Produkten antreten. 😉
Einen Sonderpreis Software mobil erhält „645 Pro MkIII„, die meines Erachtens beste Kamera-App für Apple iOS-Geräte.

7. Bücher und eBooks

Ich kann kein Buch empfehlen, dass ich nicht selbst gelesen habe und ich habe kein Buch gelesen, dass ich nicht besitze. Ziemlich cool fand ich aber die WM-Fotos von Paul Ripke, die für mich zu den besten gehören, die ich 2014 gesehen habe.

Bleiben Sie dran. Demnächst folgen dann „meine eigenen“ Produkte 2014…

Eine „blitz“gescheite Entscheidung…

Die Nikon Df hat keinen eingebauten Blitz. So what? Manche nennen dies einen großen Nachteil. Ich nicht. Wenn es um die reine Möglichkeit der Aufnahme bei schlechtem Licht geht, hat sie mehr als genug „ISO-Power“, um selbst noch bei Kerzenschein fotografieren zu können.
Ja, es gibt Situationen, da wäre ein Aufhellblitz wirklich wichtig (und den schönen, großen Reflektor hat man ja auch nicht immer dabei). Aber dafür gibt es schon seit ziemlich langer Zeit die externen Aufsteckblitze, nicht wahr?

Also gut. Ich habe recht kurz nachdem ich die Df bekam, ein wenig die Augen nach einem günstigen gebrauchten Blitz aufgehalten. So selten wie ich eigentlich blitze, musste es ja nun wirklich kein Profigerät sein. Einer der Kandidaten war der Cullmann D 4500-N V2.0 (den ich als „C“ schon kannte und mit Zufriedenheit an meinen Canon EOS-Kameras genutzt habe) und bevor ich mich versah, fand ich ein Angebot, eben diesen Cullmann-Blitz für einen sehr günstigen Preis zu erstehen. Er funktioniert ganz ordentlich und ich war erstmal zufrieden. Genutzt habe ich ihn aber so gut wie nie bisher. Lag das nun daran, dass ich ihn einfach nicht brauchte oder womöglich daran, dass er „ganz ordentlich“ funktionierte aber mich nicht vor Begeisterung „vom Hocker riss“? Nutzte ich also keinen Blitz, weil ich keinen hervorragenden hatte, oder hatte ich keinen, weil ich ihn nie nutzen würde? Sie kennen die Geschichte vom Huhn und dem Ei.

Irgendwie reizte es mich also, mal einen besseren Blitz auszuprobieren. Doch die richtig guten von Nikon waren mir mal wieder zu teuer – ich wusste ja nicht, ob ich ihn dann auch wirklich häufig nutzen würde. Hach, immer diese rekursiven Probleme. 😉 Außerdem sind mir die „normalen“ Aufsteckblitze etwas zu groß. Wie toll finde ich zum Beispiel den süßen, kleinen externen Blitz, der mit der Fuji X-T1 geliefert wird. Als Aufhellblitz reicht der allemal und man merkt ihn in der Tasche gar nicht. Sowas wäre für die Nikon toll. Allerdings sollte er mehr können als die kleinen Dinger von Nikon, die man weder verschwenken noch manuell steuern kann. So legte ich den Plan zunächst einmal ad acta.

Bis, ja bis ich zum wiederholten Male sehr Positives über den Nissin i40 hörte. Das alles las sich höchst verführerisch. Und da ich vor kurzem ein Angebot fand, den i40 für unter €150,- zu bekommen, zögerte ich nicht lange. Ein klein bisschen Bauchgrummeln war dann doch noch dabei, denn was wäre, wenn ich diese 150 Ocken völlig umsonst ausgegeben hätte? Lange Rede, kurzer Sinn: es war nicht umsonst!

Ich bin total vom Nissin i40 begeistert!

Nissin1

 

Geliefert wird er in einer recht ordentlich anmutenden Verpackung und mitsamt praktischer Tasche (mit Gürtelschlaufe), Standfuß und Bouncer. Er fühlt sich sehr hochwertig an – ganz und gar nicht erinnert er an irgendwelchen „China-Kram“ (um dieses Vorurteil einmal zu bedienen) und er ist überraschend schwer für solch einen „kleinen“ Blitz (schwerer als der deutlich größere Cullmann). Denn das ist der erste Vorteil, den man sofort am i40 erkennt: er ist überaus kompakt.

Der Nissin i40 im Vergleich mit dem "normal-goßen" Cullmann D4500-N.
Der Nissin i40 im Vergleich mit dem „normal-goßen“ Cullmann D4500-N.

Der i40 hat bei 35mm eine Leitzahl von 27 und bei 105mm von 40. Das ist absolut ausreichend für meine Bedürfnisse. Sein Kopf ist kipp- und drehbar und kann sogar ganz nach hinten bewegt werden.

Nissin2

 

Er wird genial einfach über zwei Steuerräder hinten eingestellt und bietet diverse Funktionen: über eine allgemeine Automatik, iTTL, manuellem Betrieb, WiFi-Control bis hin zur Videoleuchte wüsste ich nicht, was ich am i40 vermissen könnte. Sein Zoom-Bereich reicht von 24 bis zu 105mm und eine Streuscheibe streut den Blitz in den Superweitwinkelbereich. Der Zoom lässt sich auch manuell in vier Stufen (24, 50, 80 und 105mm) einstellen und der i40 lässt sich auch in zwei Slave-Modi betreiben, völlig ohne Probleme.

Und das Beste ist: er funktioniert einfach, ohne Mucken. Und zwar richtig gut! Er arbeitet perfekt mit der Df zusammen (an der D7000 teste ich ihn demnächst auch mal) und belichtet auf den Punkt genau. Toll!

Nissin4

 

Wer also einen kompakten aber hochwertigen Blitz sucht, denn man leicht mitnehmen kann, der ganz ausgezeichnet seinen Job macht und der zudem noch nicht einmal „die Welt“ kostet, der sollte ernsthaft den Nissin i40 in Erwägung ziehen.
Den i40 gibt es für Nikon, Canon, Sony, µ4/3 und seit einiger Zeit auch für Fuji X.

(Ich glaube, den Cullmann nutze ich nur noch, wenn ich mal zwei Blitze brauche. ;))

„This is my new lens, baby!“ ;)

Bitte entschuldigen Sie den Titel-Kalauer, ich konnte nicht anders. 😉
Passend noch vor Weihnachten (dieses Jahr ist es mit erwarteten Paketen ja ziemlich übel: Betriebsversammlung bei DHL, Streik bei Amazon und die Feiertage liegen als Wochentag so unschön, dass man das, was einen bis zum Heiligen Abend nicht erreicht hat, vermutlich erst am 29.12. kriegt) kam heute ein kleines Paket für mich an. Es war natürlich „Fotokram“ drin. Mein Weihnachtsgeschenk für mich sozusagen:

LB1

(Die D7000 habe ich schon länger hier.)

Mit dem LensBaby 2.0 kam reichlich Zubehör mit:

LB2

Dabei waren ein kleiner LensPen zum Reinigen und vier Steckblenden mitsamt Wechselhilfe und Aufbewahrungsbox. Sehr clever ist übrigens, dass als Deckel für die runde Box ein Filmdosendeckel als Verschlusskappe genutzt werden kann, falls man den Originaldeckel einmal verliert. Da hat jemand nachgedacht.

Warum, mögen Sie sich nun fragen, hat er sich denn das „LensBaby 2.0“ gekauft und nicht eine neuere, bessere und vielseitigere Version. Nun, weil ich bisher mit einem LensBaby noch nicht viele Erfahrungen gesammelt habe und daher erstmal „klein“ (will sagen „preisgünstig“) einsteigen wollte. Ich konnte das Set über ein Forum gebraucht aber in einem sehr guten Zustand für einen fairen Preis erwerben.

LB3

Natürlich kann ich das LensBaby auch an der Df nutzen, doch für’s Spielen ist mir die (leicht defekte = kein AF) D7000 gerade recht. Ich freue mich sehr, die vielen Lichter der Weihnachtszeit mal kreativ zu verfremden. Das wird spannend. Ich werde von mir hören lassen…

Lesestoff…

Nein, noch gibt es den anstehenden Buch-Review nicht – ich bin noch nicht ganz durch.
Aber ein paar Links möchte ich heute einmal teilen, für jeden, der jetzt ein bisschen mehr Zeit hat als sonst…
Comparing the Image Quality of Film and Digital
(Auch wenn sowas immer die Gefahr birgt, zu Grundsatzdiskussionen zu führen, so finde ich diesen Artikel doch recht gut gemacht.)
George Eastman House Video-Reihe über die wichtigsten Fotografieverfahren
(Für alle, die liebe schauen als lesen. ;))
Cemal Sagnak – Featured IPA member
(Ich kenne Cemal persönlich, er ist nicht nur ein exzellenter Sreet-Fotograf, sondern auch ein überaus netter Mensch. Die Fotos sind es echt wert angeschaut zu werden!)

Eine „perfekte“ Kamera?

Sowas gibt’s doch gar nicht! Oder? Na ja, es scheint aber Kameras zu geben, die kommen da sehr nah‘ dran.

Ich habe für mich selbst „meine perfekten“ Kameras ja schon gefunden – doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Es geht vielmehr um eine Kamera, die – so kommt es mir nach ein paar Tagen „Testzeit“ vor – so ziemlich alles kann – und zwar sehr, sehr gut.

Und dennoch ist es bisweilen seltsam. Da nutzt man eine Kamera, die exzellent verarbeitet ist, gut in der Hand liegt, absolut zuverlässig funktioniert, einen enorm schnellen AF hat, deren Sensor ausgezeichnete Ergebnisse produziert, die überaus vielseitig ist und sogar eine umwerfend gute Videofunktion hat – und doch will der Funke nicht so ganz überspringen. Ich weiß wirklich nicht, woran das liegt. Aber der Reihe nach…

em1

Vor etwa zwei Wochen bekam ich die Gelegenheit, eine Olympus OM-D E-M1 zu testen. Als ich sie auspackte, gefiel sie mir auf Anhieb. Sie sieht richtig gut aus und fasst sich hervorragend an. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Sowas merkt man z.B. an solchen „Kleinigkeiten“ wie dem Deckel für das Speicherkartenfach. Viele Kamerahersteller sparen da (so leider zum Beispiel auch Fuji mit der X-T1, die ja durchaus auch zumindest im „Semi-Pro“-Bereich anzusiedeln ist). Doch bei der E-M1 verleihen einem auch solche „Kleinteile“ein beruhigendes Gefühl der Zuverlässigkeit.

Alleine schon dies kennzeichnet das Topmodell der faszinierenden OM-D-Reihe von Olympus als Kamera auf „Prosumer“, „Semi-Pro“ oder sogar professionellem Level. Und die E-M1 ist in der Lage, dieses Niveau zu halten, in allem, was ich bisher damit ausprobieren konnte:

  • Sie startet sehr schnell und ist in kürzester Zeit „betriebsbereit“.
  • Der Autofokus ist extrem flott und überaus präzise, auch bei schlechtem Licht.
  • Die Bildqualität mit den „getesteten“ Objektiven ist beeindruckend.
  • Auch bei hohen ISO-Einstellungen hält sich das Rauschen zurück und wirkt eher wie wenig störendes Filmkorn.
  • Ein Akku hält angenehm lang.
  • Sie macht viel bessere Videos als die Fujis.
  • Es lässt sich alles nur erdenklich einstellen und …
  • die Bedienung ist zugängig und flexibel.

Ich wüsste nicht, was ich an dieser Kamera auszusetzen hätte. Dieses Komplettpaket kommt zudem noch in einem kompakten Gehäuse, das man gerne auch über den ganzen Tag herum trägt. Die in den Foren oft erwähnten „Einschränkungen“ durch den µ4/3-Sensor (Rauschen, mangelnde Freistellung…) lassen sich durch die sehr gute Algorithmen bei hohen ISOs und die lichtstarken Objektive übrigens zum großen Teil relativieren.

Diese Fotos zeigen, wie sehr sich der relativ „kleine“ Sensor (µ4/3) hingegen positiv auf die Baugröße auswirken kann:

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Der Vergleich mit der Fuji X-T1 (mit APS-C Sensor) deutet den Größenunterschied schon an – und das obwohl die Fuji auch als ziemlich kompakt gilt. (OK, man muss beachten, dass an der Fuji noch ein Handgriff angesetzt ist.)

Ein direktes Nebeneinander mit der Nikon Df (Kleinbild) aber verdeutlicht, um wie viel kleiner als eine Kleinbildkamera eine professionelle Kamera mit µ4/3-Sensor gebaut werden kann:

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Vor allem aber wird der Effekt bei den Objektiven deutlich:

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Das erste Bild zeigt zwei Objektive mit der Lichtstärke f/2.0 und kleinbildäquivalenten 24mm (2.0/12 für µ4/3 und 2.0/16 für APS-C). Das zweite Bild zeigt das µ4/3 Zuiko 1.8/45 und ein (manuell zu fokussierendes und damit ja ohnehin kompakteres) Nikkor 1.8/85, also zwei Portraitbrennweiten.
Die Objektive, die ich zur Verfügung hatte, gehören zur „Crème-de-la-Crème“ des µ4/3-Objektivangebots: Zuiko 2.8/12-40, Zuiko 2.0/12 und Zuiko 1.8/45. Man kann es zunächst kaum glauben, dass derart kompakte Objektive wie beiden Festbrennweiten eine so fantastische Leistung zeigen. Das erinnert sehr stark an die exzellenten „M“-Objektive von Leica.

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Doch nicht nur die Abbildungsleistung ist großartig, es stecken auch tolle Ideen darin. So bieten z.B. das 2.0/12 Weitwinkel und das das lichtstarke 2.8/12-40 Universalzoom einen Focus Clutch Mechanism, eine Vorrichtung, die durch das Zurückziehen des Fokusrings ein blitzschnelles Umschalten von AF auf MF ermöglicht. (Ich kannte das von einigen Tokina-Objektiven, die ich früher an meinen EOS-Kameras nutze und schon damals hat mir das sehr gut gefallen.)

Ja, ich weiß, dieser Text klingt wie die berühmt-berüchtigte „ultimative Lobhudelei“ aus dem Fernsehen, doch ich bin – objektiv betrachtet – wirklich begeistert von der Olympus OM-D E-M1!

Ganz subjektiv aber, konnte ich mich nicht so recht in sie verlieben. Und, wie oben bereits erwähnt, ich habe keine Ahnung, woran das liegt. Vielleicht ist sie einfach zu „perfekt“. Vielleicht braucht eine Kamera ein paar kleine Fehlerchen oder Einschränkungen, um sich in mein Herz zu schleichen. (Womöglich mag ich deshalb die Leica M8 und die Nikon Df so. ;)) Ich habe mir das Hirn zermartert, um herauszufinden, warum ich nicht mit leuchtenden Augen auf die vollends überzeugende E-M1 schaue wie Kinder auf den Weihnachtsbaum, denn eigentlich müsste das so sein – und seltsamerweise war das auch bei der kleinen Schwester, der E-M10 so. Dort kann man auch nachlesen, was die OM-D sonst noch alles noch so kann. (Meine Reaktion auf die E-M1 erinnert mich stark daran, wie ich zur Fuji X-T1 stehe: ich finde, die X-T1 ist eine „bessere“ Kamera als die X-E1 oder die X-E2 und dennoch liegen die „X-E“ mir näher. Dies unterstreicht erneut meine Grundphilosophie bzgl. Kameras.) Trotzdem tut es mir irgendwie leid, dass ich die E-M1 bald wieder zurückschicken muss. Ob sie wohl dabei ist, doch noch einen Weg in mein Herz zu finden?

Wie auch immer. Wer also eine nahezu perfekte Kamera sucht, die dennoch recht kompakt daherkommt, die man mit erstklassigen Objektiven bestücken kann und die einem so ziemlich alles bieten kann, was man jemals benötigen wird, der sollte die Olympus OM-D E-M1 ernsthaft in Betracht ziehen. Sie kommt einer fehlerfreien, universell nutzbaren Kamera sehr, sehr nahe!

Abschließend noch ein paar Fotos, die auf dem Marburger Weihnachtsmarkt mit der E-M1 bei miesem Wetter und mit hohen ISO-Einstellungen gemacht wurden (Objektive 2.0/12 und 1.8/45):