Solmser Foto-Börse 2014

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Heute war er wieder soweit: die Herbst-Börse in Solms öffnete ihre Pforten. Gewohnt professionell organisiert von den Leica-Experten Lars Netopil und David Pitzer konnte man diesmal aber erkennen, dass weniger Aussteller und – zumindest auch bis etwa halb eins – weniger Besucher dort waren.
Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, woran das wohl gelegen hat. War der Termin am Samstag vor dem ersten Advent nicht optimal, weil vielerorts die Weihnachtsmärkte öffnen? Hat das Interesse an Leica-Produkten, die einen Schwerpunkt in Solms bilden, nachgelassen? Vielleicht auch, weil ein großer Teil der Leica-Anhänger immer älter wird? Ist es zu einer generellen Sättigung im Gebrauchtmarkt gekommen? Ich denke vor allem, dass durch die allseits und jederzeit verfügbaren Internet-Auktionen das Interesse an Fotobörsen leider nachgelassen hat. „Leider“ deshalb, weil es einfach sehr angenehm ist, mit dem Verkäufer direkt über ein Objekt der Begierde reden zu können und es auch selbst vor dem Kauf in der Hand zu haben.

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Diesmal waren die Preise recht hoch angesetzt (was für Solms auch eher typisch ist), allerdings – und das war eher neu – waren die Händler kaum bereit zu handeln. Das liegt, denke ich, daran, dass jeder der Händler zunächst einmal darauf bedacht war, die Kosten des Tages (Anfahrt, Tischmiete usw.) einzunehmen, bevor er etwas nachgiebiger in der Verhandlung sein konnte. Kurz nach 12 Uhr (also gut eine Stunde nach Einlass) hörte ich zwei Händler reden: „Und, wie läuft’s?“ „Hach, nicht gut. Ich habe gerade mal EINE Kamera verkauft.“ „Ja, bei mir auch, nur EIN Objektiv bisher.“ Es ist gut möglich, dass man an solch einem Tag kurz vor dem Ende noch das eine oder andere Schnäppchen machen kann, falls ein Verkäufer bis dahin noch immer kaum etwas verkauft hat. Aber sicher mag es auch Tische gegeben haben, über die vieles den Besitzer gewechselt hat. Zu wünschen wäre es den Händlern. Zumal ich einige inzwischen gut kenne und hoffe, dass sie auch weiterhin zu den Börsen kommen.

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Das „Besser-Kennenlernen“ einiger, guter Händler ist übrigens eine Methode, doch noch zu fairen Preisen ein gesuchtes Objekt zu finden. Wenn der Händler weiß, dass der Kunde immer wieder kommen wird, was der Kunde auch macht, wenn er sich vom Händler fair behandelt fühlt, dann profitieren beide Seiten davon. So habe ich dann doch noch ein Nikkor AF 1.8/50 in ausgezeichnetem Zustand für einen fairen Preis bekommen. Und so hat mir mein „Lieblingshändler“ (bei dem ich diesmal leider nichts gekauft habe) vom Kauf eines Objektivs abgeraten: „Nein, lass das besser stehen. Das ist zwar ganz gut, aber wenn du schon das 12-24 hast, dann wird dir dieses hier nichts bringen.“ Das ist doch toll, oder? Ich weiß und er weiß, dass ich das nächste Mal wieder an seinen Tisch gehe – und dann vielleicht ja etwas finde.

Schön ist auch, dass man immer wieder die gleichen Leute antrifft, „Fotokumpels“, zu denen man nach einiger Zeit sogar so etwas wie Freundschaften aufgebaut hat. Man teilt ja den gleichen Wahnsinn! 😉

2 Gedanken zu “Solmser Foto-Börse 2014

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