Eine wunderschöne „City-Walker“-Tasche…

So langsam werde ich zum „Mini-Taschenfreak“. Aber das ist kein Wunder, wenn man ständig und so oft seinen Fotokram wechselt wie ich, dann brauch man für jedes neue Set wieder eine passende Tasche – und die bleibt dann meist da, selbst wenn der „alte“ Fotokram schon längst wieder weg ist.
Außerdem fällt es überaus schwer, sich nicht für Fototaschen zu begeistern, wenn der echte „Taschenfreak“ ein sehr guter Freund ist.

Dummerweise ist dieser enge Freund auch ein Fan von hochwertigem Zubehör und da kann ein „sich-beeinflussen-lassen“ ganz schon ins Geld gehen. Im Nachhinein ist man ihm dann aber immer dankbar, weil man ebenso verzückt über die hohe Qualität von edlen Produkten ist wie er. Also, lieben Dank, Jörg. Ich werde auch in Zukunft immer wieder auf deinen Rat hören. 😉

So, und da ich mich nun gewissermaßen zum „Taschenfreak Junior Grade“ befördert habe, soll nun auch ein weiterer Taschentestbericht folgen…

In meinem letzten kurzen Bericht zur Cullmann Amsterdam 335 hatte ich schon geschrieben, dass ich bereits Taschen in klein, mittelgroß und groß und auch Rucksäcke in diversen Größen habe – und dennoch kommt irgendwie immer mal wieder eine weitere dazu. Im Laufe der Zeit hat sich mein präferiertes Taschenmaterial vom robusten und meist wetterfesten Nylon hin zum Leinenstoff („Canvas“) entwickelt, weil dieser sich viel sympathischer anschmiegt (auch wenn er vielleicht nicht ganz so viel Schutz bietet). Da mir der „große“ Taschenfreak aber in letzter Zeit aber zunehmend vom echten Leder vorschwärmte, „musste“ ich natürlich endlich auch einmal eine Tasche aus diesem Naturstoff haben – wohl wissend, dass ich Leder ebenfalls schon immer für ein tolles Material hielt.
Als er mir dann auch noch anbot, eine Tasche, auf die ich schon lange ein begieriges Auge geworfen hatte, für einen tollen Preis zu kaufen, war es um meine Vernunft geschehen und ich „took the plunge“, wie man auf Englisch so schön sagt.

Seit einigen Tagen bin ich nun glücklicher Besitzer einer Dothebag Mono 04 in braun. Das Adjektiv in diesem Satz nimmt mein „Testurteil“ wohl schon vorweg. 😉

Zunächst mag man sich fragen, warum ich mir denn noch eine kompakte Tasche gekauft habe, wo ich doch schon eine Kalahari Molopo K41i habe und mit dieser äußerst zufrieden bin. Eine wirklich rationelle Antwort darauf gibt es wohl nicht, aber das kommt ja recht oft vor, wenn man über Kamerazeugs und Fotozubehör nachdenkt. 😉
Nun, zum einen hat die kleine Dothebag eine andere Form, was die Trageart beeinflusst und zum anderen ist sie aus umwerfend tollem Leder. Echt jetzt! Das Leder der Dothebag ist ein haptischer (und olfaktorischer) Genuss. Dies ist übrigens der Grund, warum ich seit den Leica Erlebnistagen 2013 dieses oben genannte, „begierige Auge“ auf diese Taschen geworfen habe, denn damals hatte ich zum ersten Mal eine Dothebag (die hier über Monochrom vertrieben werden, eine Art „Manufactum“ für Fotografen ;)) in meinen Händen. Wer sich dabei nicht in das Material und die Verarbeitung verliebt, der muss völlig abgestumpft sein. (Zum Glück hatte ich Jörgs „Compagnon“-Taschen noch nicht in den Händen, das würde sonst wohl nochmals teurer werden. ;))

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Als ich das Paket auspackte, strömte mir schon der wunderbare Duft von echtem (und nicht mit giftigen Chemikalien behandelten) Leder entgegen. Da stand sie nun, etwas kleiner als ich erwartet hatte, doch von solch einer umwerfenden Schönheit, dass ein Produktfoto ihr nicht gerecht werden kann.

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Echtes Leder hat den Vorteil, dass es mit Gebrauch immer schöner wird und sich an den Träger und dessen Tragweise anpassen kann. Man spricht dabei auch von einer gewissen „Patina“, die sich im Laufe der Zeit zeigt – ähnlich wie bei einer schwarzlackierten M-Leica. Das ist etwas, worüber und worauf ich mich freue, denn die Tasche wird dadurch keineswegs unattraktiver.

Dass sie etwas kleiner ist als gedacht, ist auf den zweiten Blick überhaupt nicht mehr schlimm, denn sie ist, wie ich gleich zeigen werde, immer noch groß genug und außerdem bringt sie einen dazu, nur die wirklich wichtigen Dinge einzupacken und nicht wieder unnötig viel Zeug mitzuschleppen.
Diese Dothebag Mono 04 wird meine „City-Walker“-Tasche – ideal, um Kameras auf einem Spaziergang durch die Stadt mitzunehmen. Sie ist nicht aufdringlich, sieht nicht aus wie eine Fototasche und wirkt sehr edel – eigentlich mehr wie eine sehr noble „Messenger-Bag“, die im Stadtbild heutzutage allgegenwärtig sind. Dabei ist sie derart elegant, dass man sie sicherlich auch, ohne dumm angeschaut zu werden, in ein Sterne-Restaurant mitnehmen könnte.

In eine derart edle aber gleichsam unauffällig-kompakte Tasche gehört natürlich auch eine ebensolche Kamera. Für eine DSLR-Ausrüstung ist sie nichts, dafür wäre sie auch zu schmal. Zu einer Messsucherkamera, wie etwa einer Leica M (oder einer Kamera ähnlichen Designs), passt sie aber wunderbar. Und daher habe ich derzeit folgendes Equipment in der Mono 04:

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Großartig für den Spaziergang durch die Stadt: Leica M8, Voigtländer Heliar 4.5/15, Voigtländer Ultron 2.0/28 und Voigtländer Heliar 2.5/75 sowie die Fuji X-E2 mit dem Fujinon 1.4/35 und dem Samyang 2.0/12. Da ich die M-Bajonett-Objektive auch per Novoflex-Adapter an der Fuji nutzen kann, stehen mir alle nützlichen Brennweiten zur Verfügung. (KB-Äquiv. 20 mm, 37 mm und 100 mm an der Leica M8 sowie 18 mm, 23 mm, 42 mm, 53 mm und 112 mm an der Fuji X-E2 – Herz was willst du mehr?)

Und trotz der großen Auswahl an Brennweiten ist die gesamte Tasche so leicht, dass man sie problemlos auch einen ganzen Tag lang herumtragen kann.

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Doch die Mono 04 ist nicht nur leicht, kompakt, schön und hervorragend verarbeitet, nein, sie ist auch äußerst praktisch. die besondere Art des Druckknopfverschlusses an den Seiten ermöglicht ein schnelles, effektives Öffnen und Schließen der Tasche und gleichermaßen einen sehr guten Schutz.

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Auch wenn sie, um absolut perfekt zu sein, vielleicht 3 cm höher und 2 cm dicker sein müsste, so ist sie doch mit Sicherheit eine der besten (und schönsten sowieso) Kamerataschen, die ich besitze. Ich bereue keinen Cent dafür. 😉

13 Gedanken zu “Eine wunderschöne „City-Walker“-Tasche…

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  2. Andreas

    Hallo Louis,
    Auf der Suche nach einer gescheiten Tasche für mein M Erquickment bin ich erst bei Billingham gelandet. Very British, indeed, aber irgendwie zu ‚laut‘ für meine Bedürfnisse. Ledertaschen will ich nicht so gern, da habe ich für mein M-Geraffel die Domke F805 gekauft. In gewachstem Tuch. Sehr robust. Da passt meine MP mit angesetztem 50er rein, meine Fuji X pro1 mit 35er, aber ohne die Sonnenblende. Ein Elmarit 28, eine Japan Camera Hunter filmbox, Kleinkram und in die Rückseitentasche ein iPad.
    Schick finde ich noch die Tasche Filson-Magnum Tasche. Kannste die nicht mal testen 😉

  3. Pingback: Eine Kamera-Tasche im “Zeitungs-Design”… | RetroCamera.de

  4. Rainer

    Mein Kameratasche muss nicht aufwändig und teuer sein, sie sollte einfach, robust, preiswert und sehr unauffällig sein! Ich muss ja keine teure Leica Ausrüstung darin „umbetten“!

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