Wie jetzt? Ist analog nun cool oder nicht?

Man hört (und liest) immer mehr von Fotografen, die „wieder“ auf Film fotografieren. Interessanterweise sehe ich bisher (mal abgesehen von Leica Historica Treffen) gar nicht so viele Analogfotografen auf den Straßen. Seltsam. Schreiben die Neu- oder Wieder-Analogen mehr darüber als dass sie es wirklich tun?

Ja, ich fotografiere auch gerne auf Film und ja, ich finde es auch irgendwie „cool“. Aber nicht, weil ich denke, dass Film das bessere Medium sei oder weil ich mich dann auf eine absonderliche Art und Weise überlegen fühlen würde und schon gar nicht, weil ich mich für eine mir eigene „Rückständigkeit“ feiern möchte. Nein, ich fotografiere auf Film, weil ich mit meinen wunderschönen alten Kameras gar nicht anders kann. Und ich würde es sehr vermissen, wenn ich diese Meisterwerke der Ingenieurskunst nicht mehr nutzen sondern nur noch ansehen könnte.

Die Fotografie auf Film ist toll. Ebenso wie die Fotografie auf Sensoren. Beide Arten haben ihre Eigenheiten, ihre Vor- und Nachteile. Ein Diskussion darüber ist immer müßig und läuft in Foren meist über unzählige Seiten, auf denen ab einem bestimmten Punkt niemand mehr die Beiträge der anderen liest und es zu echten Grabenkämpfen kommt. Wobei wir wieder beim mir so verhassten Dogmatismus wären.

Lasst doch bitte jeden so fotografieren, wie er oder sie möchte. Ob auf Film, ob digital, ob mit SLR-, mit System- oder Kompaktkamera oder gar auf Mittelformat. Es wird schon einen Grund geben, warum in diesem Moment ein bestimmtes Medium bevorzugt wird.

Ich möchte an dieser Stelle für mehr Toleranz plädieren. Das täte uns wohl allen gut.

Pentax Revisited!

Hatte ich schon erwähnt, dass ich große Sympathien für Pentax hege? Nein? Gut, dann sei das hiermit nachgeholt.
Meine erste SLR war eine Ricoh KR-10x (habe ich heute noch), die ich im Jahr 1990 nach meinem Abi kaufte, um zum einen damit vernünftige Fotos von meiner Nordkap-Tour in jenem Jahr zu machen und zum anderen eine brauchbare Kamera für meinen Schule-ist-vorüber-Job als freier Mitarbeiter einer Lokalzeitung zu haben.

Die Ricoh hat ein Pentax-K-Bajonett und so habe ich mir Jahre später ein Pentax-M 2.8/28 und ein M 1.7/50 zu meinem Rikenon 35-70 Plastik-Zoom gekauft. Diese Pentax-Festbrennweiten waren dann, wieder etwas später, mit die ersten Linsen, die ich an meine damalige Canon EOS 350D adaptierte  – was den ganzen Wahnsinn losgetreten hat.

Pentax hat mich nie wieder losgelassen. Ich habe zwar mein EOS-System immer weiter ausgebaut, doch irgendwie war Pentax für mich immer der sympathische „Underdog“, der sich auf manchmal unerklärliche Art und Weise in seiner Nische gegen Nikon und Canon, später auch Sony behaupten konnte. Die Kameras waren schon immer schön kompakt und die Leistungen standen den Modellen der großen Anbieter in nichts nach. Auch die Tatsache, dass Pentax – bis heute – keine Notwendigkeit sah, dem Mainstream-„Vollformat“-Hype zu folgen, bringt mir die Firma überaus nahe. 😉
Und Adapter für meine X-Fujis habe ich natürlich auch, sogar einen „LensTurbo“, der den Bildwinkel wie am Kleinbild herstellt. Dazu später mal mehr…

Auch mein Vater wechselte von Fuji (S1 Pro und S2 Pro) zu Pentax (K100D), um Gewicht zu sparen und die Fotos „out-of-cam“ haben ihm auch besser gefallen.

Warum aber nun „revisited“? Nun, vor einigen Tagen bekam ich eine Mail eines sehr guten Freundes. „Mit-Fotofuzzy“ Jörg fragte an, ob wir zusammen ein komplettes Kamera-Set (aus Canon FD- und Pentax-M-Sachen), das ihm angeboten wurde, aufkaufen wollten. Er würde nur die FD-Teile benötigen und so bliebe das Pentax-Zeugs für mich. Kurz überlegt und zugesagt, obwohl ich nicht genau wusste, in welchen Zustand die Dinge waren. Manchmal muss man aber nach dem Motto „no risk no fun“ leben. 😉

Kurze Zeit später kam das Set an. Was ich nebst diversen Filtern und einigen Filmen im Paket sah, konnte mich wirklich begeistern:

PentaxSet

(v.l.n.r.: Pentax ME Super mit SMC Pentax-M 1.7/50, SMC Pentax-M 3.5/135, SMC Pentax-M 2.8/28, Soligor MC C/D 3.5-4.5/24-45, SMC Pentax-M 1.7/50, Soligor C/D 3.5/70-210, Pentax P30T mit SMC Pentax-A 4-5.6/35-70)

Derjenige, der sich vor einigen Jahren dieses Set zusammengekauft hatte, tat dies sehr bewusst und mit sehr geschickten Preis-Leistungs-Gedanken.

Das sind richtig gute Objektive, den „Knaller“ jedoch bildet die schwarze Pentax ME Super:

MESuper

Ist sie nicht wunderhübsch? Alleine schon diese Chromverzierung unter dem Firmenlogo!
Jetzt heißt es, Batterien besorgen, Film rein und ab damit zum Fotografieren.

Ach ja, hatte ich erwähnt, dass ich manuelle Filmkameras total mag? Ja? Ich glaube auch. 😉

Danke, Jörg, dass du an mich gedacht hast, als du das Set-Angebot gesehen hast.

 

P.S.: Die Fotos wurden übrigens auch mit einer Pentax gemacht, der K100D, die ich von meinem Vater geerbt habe.

Samyang 2.0/12 CS (Fuji X) … Teil 2 – Erste Fotos…

So, heute haben wir nicht nur den Geburtstag meiner Tochter nachgefeiert, sondern ich habe den Spaziergang durch Feld und Wald ausgenutzt, um ein paar Fotos mit dem 12er Samyang an der Fuji X-E1 zu machen.

Meine Tochter hatte sich eine „Waldforschungs-Wanderung“ gewünscht, also wurden die Mädels (allesamt im 2. Schuljahr) mit Digitalkameras und mit einem Forscherbuch „bewaffnet“, damit sie die Fotoaufgaben in Feld, Wald und Wiese lösen können.

S12Feld_kl

Selbstverständlich können bei solch einem Spaziergang – bei zugegebenermaßen tollem Wetter – keine echten „Testergebnisse“ entstehen, aber für erste Eindrücke reicht es allemal.

Ein Klick auf’s Bild öffnet die 1600 Pixel-Größe…

S12Wald1

Bei Blende f/5.6 nach oben in die Baumkronen „geschossen“. Das sieht schon mal recht gut aus.

Im nächste Bild habe ich die Sonne direkt ins Bild gebracht. Sie schien dadurch von schräg vorne ins Objektiv – eine Höchststrafe für alle Maßnahmen, die Schleier und Abzeichnungen vermeiden sollen:

S12Waldflare

Alle Achtung! Das ist nicht schlecht. Mit „Flares“ muss man sich wohl nicht besonders häufig herumärgern.

Es folgen ein paar Waldmotive bei unterschiedlichen Blenden:

Blende f/2.8

S12Wald2_28

Blende f/4

S12Wald3_4

S12Wald5_4

 

Blende f/5.6

S12Wald4_56

Und ein Landschaftsfoto, ebenfalls bei Blende f/5.6:

S12Land_56

Die Vignettierung ist akzeptabel und da nicht abrupt auftretend sogar recht angenehm.

Mein erster Eindruck? Ziemlich begeistert. Es mag sein, dass ein teureres Objektiv noch besser ist, doch was dieses Samyang für einen Preis von unter €400,- bietet, ist schon alle Ehren wert. Die Schärfe ist mehr als nur ausreichend und die Farbdarstellung absolut passend. Bei Blende f/2.8 sind die äußersten Ecken noch etwas soft, bei Blende f/4 ist das schon deutlich besser und ab f/5.6 ist das Bild von Ecke zu Ecke kaum mehr eingeschränkt.

Erinnern Sie sich an das Eingangsbild? Dieses Foto wurde bei Blende f/8 aufgenommen und so sieht die äußerste Ecke unten rechts bei 100% (an der X-E1, JPG, ohne jegliche EBV) aus:

S12Feld_8_ur

 

Gar nicht schlecht, oder?

Erstes Fazit: Durch die lichtstarke Offenblende f/2 ist das Samyang 2.0/12 CS auch für „available light“ zu gebrauchen und abgeblendet auf f/5.6 oder f/8 wird es zum eckscharfen Landschaftsobjektiv. Chapeau!

 

Samyang 2.0/12 CS (Fuji X) … Teil 1

Wie kürzlich hier bereits berichtet, habe ich nun – so hoffe ich – meine Weitwinkellösung für das Fuji-X-System gefunden.

Was folgt, sind ein paar Artikel in einer Art „rolling test“ zum neuen Samyang. In Teil 1 beschreibe ich das Objektiv und gehe auf Verarbeitung und Haptik ein.

front

Ein 12mm-Objektiv mit einer Lichtstärke von f/2.0 muss man lange suchen. Es zeichnet als APS-Objektiv den Bildwinkel auf, den ein 18mm-Objektiv am Kleinbild-Format beleuchten würde. Die Blende f/2.0 ist – was die Lichtstärke betrifft – eine echte Blende f/2, was das Freistellungspotential angeht, wirkt es, als würde man mit einem 2.8/18 auf Kleinbild fotografieren. Das ist schon beeindruckend.

sizeS12Ebenso faszinierend ist, in welch kompakter Fassung Samyang es geschafft hat, ein Objektiv mit diesen Parametern zu verbauen. Natürlich wird dies unterstützt durch die Beschränkung auf APS und das „Fehlen“ eines Autofokus – beides ist allerdings m.E. kein wirkliches Problem.
Zum einen gibt es zur Zeit Fuji-X-Kameras nur mit APS-Sensor und zum anderen brauche ich bei einem derart starken WW keinen AF. Weitwinkelfotos mache ich meist auf f/5.6 (oder noch weiter) abgeblendet und dann muss man ohnehin kaum mehr fokussieren. Falls mir doch einmal der Sinn nach offenblendigen WW-Foto steht – und die f/2.0 verführen schon ein wenig dazu – dann hilft das gut (X-E1) bzw. sehr gut (X-T1) funktionierende Focus-Peaking der Fujis hervorragend weiter.

Wie wirkt das 12er Samyang denn nun, wenn man es in der Hand hält?

Außerordentlich hübsch ist es nicht, aber auch nicht besonders hässlich.12er Der blanke Silberring hinten am Objektiv scheint mir eine Art Auflagemaßausgleich zu sein, der es ermöglicht, das Objektiv an die unterschiedlichen Systeme anzupassen. Das Bajonett klickt in die Kamera ein wie es soll, nicht zu wackelig und nicht zu fest.

Der Blendenring dreht sich satt und rastet deutlich ein. Das ist sehr angenehm. Der Fokusring bietet mehr Widerstand als ich für ein manuell zu fokussierendes Objektiv erwartet hätte. Das ist nicht direkt unangenehm – ein etwas steiferer Ring ist mir oft lieber, da man nicht so schnell unabsichtlich verstellt – man muss sich aber zunächst daran gewöhnen. Oder man blendet in der Tat auf f/5.6 ab und stellt die hyperfokale Distanz ein. Dann ist es ein Vorteil, dass der Ring mit stärkerem Widerstand dreht, denn er verbleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit in der vorgewählten Position.

So ein wenig nach Plastik fühlt sich das Objektiv schon an. Es erinnert doch sehr an die anderen Samyang-Geschwister, die ich in meinen Fototaschen habe (2.8/14 und 3.5/8 Fisheye). Allerdings wirkt es keineswegs „billig“, sondern gut verarbeitet und recht griffig. Wer „normale“ AF-Objektive gewöhnt ist, wird auch beim 12er Samyang nichts an der Haptik auszusetzen haben. Wer viel mit Leica-Linsen oder alten Nikkoren unterwegs ist, der wird schon einen Unterschied bemerken.

12hood

Die stabile und sauber passende Streulichtblende ist ebenfalls aus Plastik, genau wie der gut sitzende Frontdeckel.

Alles in allem würde die Haptik als Schulnote eine „2“ bekommen. Eigentlich passt es ziemlich gut, wie Samyang das Objektiv abstimmt hat.

Schön finde ich übrigens, dass man jeden üblichen 67mm-Filter an diesem Objektiv nutzen kann und nicht auf die teureren „Super-Slim“-Modelle zurückgreifen muss, um Vignettierungen zu vermeiden. „Normaldicke“ Filter funktionieren.

 

 

Schade, sehr schade!

Farbglanz.de stoppt die analoge Filmentwicklung!

Noch in diesem Artikel habe ich von den Leistungen von Farbglanz geschwärmt und nun dies:

Seit 2001 wollte Farbglanz Ihre Adresse für qualitativ hochwertige Fotografie sein – von Anfang an auch ganz besonders für die klassische Fotografie auf Film. Ob Dia, SW, Color-Negativ – ob Kleinbild- und Mittelformat: Immer ging es uns darum, das Beste aus Ihren Filmoriginalen und Bildmotiven zu machen.

Ende der analogen Filmentwicklung am 4. Juli 2014

Leider müssen wir von dieser schönen Aufgabe jetzt Abschied nehmen. Wir werden unseren Foto-Service am 11. Juli 2014 komplett einstellen.

Letzte Fotoaufträge vom Film müssen bitte bis 4. Juli 2014 bei uns eingehen.

ARBGLANZNET – Wenn Sie Ihre in FarbglanzNet gespeicherten Fotodateien für weitere Nachbestellungen nutzen möchten, laden Sie diese bitte bis 11. Juli als Zip-Dateien herunter. Nach diesem Datum werden alle gespeicherten Fotodateien gelöscht.

 

Mein guter Freund Jörg leitete mir diese überaus bedauerliche Nachricht weiter.
Ist das nun der nächste Teil des Abgesangs auf die Analogfotografie?