„Wow, ist die schön!“

… Das waren die ersten Worte eines sehr guten Freundes als er heute die Olympus OM-D E-M10 sah, die ich versprochen hatte, ihm zu zeigen.

OM10EM10

Und in der Tat, es ist eine wunderschöne Kamera. Doch „schön“ alleine reicht natürlich nicht. Es ist auch wichtig, welche Leistung sie bringt. Bisher hatte ich ja immer leichte Zweifel, ob mich eine µ4/3-Kamera vollends überzeugen kann.

Meine bisherige eigene µ4/3 war (und ist) eine Panasonic Lumix GF3, die ich mir aufgrund ihrer Kompaktheit als „Immer-dabei“-Schnappschusskamera gekauft habe – ein wirklich gute Kamera, allerdings würden Adjektive wie „umwerfend“, „faszinierend“ oder „toll“ nicht wirklich bei der GF3 greifen. Solche Adjektive habe ich hingegen schon in Texten zur E-M10 gelesen. Das weckte bei mir nun wirklich Interesse.

Ich stehe total auf das Retrodesign (nicht umsonst trägt dieser Blog seinen Namen!) und mag es auch, wenn Kameras Kompaktheit und Leistungsfähigkeit miteinander verbinden. Ein „klassisches“ Design hat Olympus absolut getroffen. Die kleine E-M10 sieht wirklich aus wie eine SLR aus den 70ern. Und „kompakt“ ist sie auch, sehr kompakt sogar. So kompakt, dass man dies vor dem Kauf unbedingt beachten sollte, denn sie ist nochmals kleiner als die Kameras der Fuji X – Serie. Wer also darüber nachdenkt, Hochleistungs-Objektive (die schon alleine aufgrund ihrer Lichtstärke immer etwas größer sind) an der kleinen Olympus zu nutzen, der sollte dies vielleicht zuvor einmal ausprobieren. Vielleicht kommt er zum Schluss, dass eine E-M5 oder M1 doch die bessere Wahl wäre. Wer hingegen mit einem sehr kleinen Retro-Gehäuse liebäugelt, wird in der E-M10 womöglich seinen Traum finden.

Doch genug zum „schönen Äußeren“. Was leistet denn die E-M10 denn nun?

Allgemeine Beschreibungen und Laboruntersuchungen spare ich mir. Dafür findet man reichlich Texte im Internet. Um nur mal auf zwei zu verlinken:

Ich werde mich in meinem kleinen Erfahrungsbericht auf folgende Aspekte konzentrieren:

  1. Haptik
  2. Bedienbarkeit
  3. fotografische Vielseitigkeit (insbesondere Freistellpotential und Rauschverhalten)
  4. Besonderheiten
  5. Adaptiererei 😉

 

OK, Aspekt 1: Die Haptik

Ich verstehe darunter das „Anfassgefühl“; was denkt man sofort, wenn man die Kamera zum ersten Mal in die Hand nimmt und was, wenn man sie zum 100. Mal anfasst? Das ist das, was Leica so besonders gut kann und was sich so schwer definieren und schildern lässt. Ich schreibe ja immer so gerne, dass „eine Kamera passen muss wie eine Jeans„, man nimmt sie in die Hand und muss sich sofort mit ihr wohl fühlen. Und ich muss zugeben, die kleine OM-D E-M10 fühlt sich hervorragend an!

Sie ist überraschend schwer für solch ein kleines Gehäuse, was wir sofort mit „Wertigkeit“ in Verbindung setzen. Alles fühlt sich sehr solide an, es rappelt nichts, es klappert nichts. Die Räder drehen sich satt und mit eine genau richtig dosierten Widerstand. Selbst der Akku-Speicherkartenfach-Deckel, der ja oft – sogar bei sehr solide wirkenden Kameras – eher klapprig ist, bewirkt Vertrauen. Sehr clever von Olympus ist, dass er in ganz geöffneter Stellung einrastet. Alleine dies bewirkt ein Gefühl von Solidität.

Das Kit-Objektiv hingegen findet sich da leider auf einem anderen Niveau. Es ist recht leicht (das soll es wohl auch sein) und fühlt sich eher zerbrechlich an. Es mag sein, dass der Schein trügt und das kleine 14-42 mehr aushält als man denkt, doch ich mag es nicht, wenn mir ein Objektiv mitteilt, dass ich es besser nicht zu hart anfasse. Auch die Bedienung des Kit-Objektivs ist in meinen Augen nicht wirklich angenehm. Der „fly-by-wire“-Zoom reagiert träge und vermittelt ein zu schwammiges Gefühl. Er lässt sich in der Zoomgeschwindigkeit einstellen, aber das ändert nichts an meiner grundsätzlichen Kritik. Was die Haptik betrifft, ist das 14-42 Kit-Objektiv durchgefallen, während die E-M10 absolut begeistert!

An der Abbildungsleistung des 14-42 ist hingegen nichts auszusetzen. Es zeichnet scharf und sehr neutral in der Farbwiedergabe. Wer also hauptsächlich ein kleines Objektiv sucht, damit die E-M10 auch mal in der Jackentasche verschwinden kann, wird sich am Kit 14-42 erfreuen. (Eine kleine Einschränkung werde ich im Abschnitt 3 noch machen müssen.)

Wer für die kleine Olympus ein Objektiv möchte, das eine exzellente Abbildungsleistung mit einer sehr angenehmen Haptik verbindet, der muss unbedingt zum Zuiko 2.8/12-40 greifen. Es ist zwar von der Balance her ein wenig zu groß für die kleine Kamera, „kopflastig“ würde man das wohl nennen, doch es erinnert in jeder Hinsicht an ein Profi-Objektiv: stabil, sehr gut verarbeitet, licht- und leistungsstark.

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Zudem ist der Brennweitenbereich (= KB-Äquivalent von 24 bis 80mm) extrem sinnvoll! Überaus empfehlenswert!

 

Aspekt 2: Die „Bedienbarkeit“

Auch so’n blöder Begriff, irgendwie. Ich meine damit, was im anglophilen Raum oft als „usability“ bezeichnet wird. Wie zugängig ist die Kamera? Bedient sie sich intuitiv oder muss man ständig im Handbuch nachschauen? Auch dies ist eine hoch subjektive Einschätzung, sehr persönlich. Doch wie, wenn nicht „persönlich“, soll ich meine Eindrücke denn sonst schildern?

Die E-M10 jedenfalls bedient sich sehr angenehm. Obwohl sie so kompakt ist, liegt sie gut in der Hand. Auf der linken Schulter trägt sie ein Modusrad (was mir schon einmal sehr sympathisch ist) und auf der rechten Schulter findet man, neben einigen ziemlich frei belegbaren (auch überaus nützlich!)  Funktionsbuttons, zwei diagonal versetzte Steuerrädchen – eine geschickte Lösung. Das vordere Rädchen liegt passend für den Zeigefinger währen sich der Daumen beinahe automatisch an das hintere Rädchen schmiegt. So muss es sein.

modusrad steuerrader

In der Standardeinstellung (und immer nach einem kompletten Reset) startet die kleine Olympus in einem DSLR-Modus, so möchte ich es mal nennen: das große und gut auflösende Display zweigt die Bild- und Aufnahmeparameter an, fotografiert wird durch den sehr guten EVF.start

Vielleicht mag man sich fragen, warum dies so ist, doch meiner Meinung nach unterstreicht dies den Anspruch der Kamera. Trotz ihrer Baugröße ist es m.E. keine Knipserkamera, mit der man mit ausgestreckten Armen fotografiert. Selbstverständlich lässt sich dieses Verhalten umstellen – so, wie man fast alles auf die persönlichen Vorlieben einstellen kann. Das Menü zeigt sich dabei von Design her angenehm und zugänglich, wenn auch gelegentlich einige Einstellungen etwas versteckt sind. Doch dieser Eindruck liegt vermutlich eher daran, dass ich äußerst selten mit Olympus-Kameras fotografiere.

Von den vielen kleinen (und großen) Besonderheiten, welche die Bedienung der E-M10 ausmachen, gefällt mir eine überaus gut: es lässt sich eine „Live“-Gradationskurve einblenden mit Hilfe derer man bereits bei der Aufnahme helle bzw. dunkle Bereiche betonen oder abmildern kann. Eine tolle Idee, die Schule machen sollte.

Es bleibt festzustellen, dass die E-M10 nicht nur haptisch sondern auch in der Bedienung weitgehend zu überzeugen weiß.

 

Aspekt 3: fotografische Vielseitigkeit

Kommen wir nun zum vermuteten „Knackpunkt“. Gute Fotos machen heutzutage alle Systemkameras, doch wie schlägt sich der im Vergleich zu APS (oder gar „Kleinbild“) relativ „kleine“ Sensor. Nicht falsch verstehen, der Sensor einer µ4/3-Kamera ist immer noch deutlich größer als der in den allermeisten Kompaktkameras! Doch die ersten 4/3- und µ4/3-Sensoren, so gut sie auch waren, konnten bauartbedingt – was Rauschverhalten und Freistellpotential betrifft – nie so ganz mit APS-C-Sensoren mithalten. Sie lagen immer etwa ein bis zwei Generationen zurück. Soll heißen, dass man von der übernächsten Generation der µ4/3-Sensoren in etwa die Leistung der jeweils aktuellen APS-C-Sensoren erwarten konnte. (Interessanterweise galt das auch für den Vergleich zwischen APS-C und „Vollformat“). Doch genauso wie APS-Sensoren gegenüber Vollformatlern aufgeholt haben und inzwischen nur noch eine knappe Generation „hinten“ liegen, sind die µ4/3-Sensoren deutlich näher an APS herangerückt. Was das Rauschen betrifft, lässt sich festhalten, dass sie den Schulterschluss geschafft haben – vielleicht mit Ausnahme der „führenden“ APS-Modelle. Die Freistellung ist noch stärker physikalisch bedingt und kann sich nicht (ohne EBV-Tricks) durch clevere Algorithmen verbessern lassen. Hier gilt noch immer: je kleiner das Aufnahmeformat, desto schwieriger wird die Freistellung.

Warum lege ich hier so viel Wert auf das Rauschen bei hohen ISOs und das Freistellen? Nun, das sind für mich essentielle Bereich der Vielseitigkeit. Eine Kamera ist dann für mich in allen Lagen verwendbar, wenn sie auch bei hohen ISO-Werten noch saubere Bilder liefert und wenn sie mir ermöglicht, ein Sujet vor dem Hintergrund freizustellen – die passenden Objektive natürlich vorausgesetzt.

Bleiben wir beim „Freistellen“. Genau dort liegt nämlich ein weiterer Grund für das Zuiko 2.8/12-40 – vielleicht sogar für ein 1.8/75! Denn um den Freistelleffekt eines Objektivs an einem µ4/3-Sensor mit dem an einem Kleinbildsensor zu vergleichen, muss man die Blendenzahl rechnerisch verdoppeln. Ein 35mm-Objektiv stellt bei Blende f/2.8 am µ4/3 in etwa so frei wie es das bei Blende f/5.6 am Kleinbild tun würde. Das ist schon ein deutlicher Unterschied. Daher können die Objektive für µ4/3-Modelle eigentlich gar nicht lichtstark genug sein. Lichtstärke erkauft man sich aber durch hohe Preise und größere Objektive.

Der Unterschied zwischen dem eher lichtschwachen Kit-Objektiv und dem professionellen 2.8/12-40 verleiht eine Vorstellung davon:

1240freikitfrei

 

Bitte die Bilder durch Anklicken vergrößern!

 

 

Man sieht deutlich, dass bei Offenblende f/2.8 viel intensiver freigestellt wird als bei f/5.6 (was beim Kit-Objektiv allerdings auch „Offenblende“ ist). Ein f/2.8-Objektiv an einem APS-Sensor würde nochmals stärker freistellen.

Dennoch ist zu erkennen, dass lichtstarke Objektive durchaus für eine nützliche Freistellung auch am µ4/3-Sensor sorgen können. Und nebenbei, die Abbildunsgleistung des 2.8/12-40 bei 40mm und Offenblende ist beeindruckend, nicht wahr? Schauen Sie einmal auf die Rose!

Kommen wir nun zum Rauschverhalten. Wie sehr ein Sensor „rauscht“ hängt vor allem von zwei Aspekten ab: dem Verhältnis von Pixelzahl und Sensorgröße sowie den internen Verarbeitungsalgorithmen. Da man Rauschen oft sehr gut korrigieren kann, wenn man in RAW aufnimmt und die smarten Apps nutzt, die seit einiger Zeit dafür angeboten werden, war es mir hier wichtig, mit der E-M10 in Standard-Einstellung zu fotografieren und einfach einmal in JPGs die Haupt-ISO-Stufen durchzufotografieren.

Ich bin, muss ich zugeben, durch meine frühere EOS 5D sowie durch meine Fuji X-Kameras, was das Rauschen betrifft, ehrlichisomotiv gesagt ein wenig verwöhnt und dennoch: der Sensor der kleinen Olympus hat mich erstaunt! Bis ISO400 ist so gut wie kein Rauschen zu sehen, bis ISO 1600 sind die Fotos in jeder Hinsicht nutzbar und bis ISO 6400 (!) bekommt man Bilder, die für die meisten „normalen“ Fälle auch noch brauchbar sind. Sicher, es gibt Kameras, die bis in sechsstellige ISO-Zahlen hinein fotografieren, aber mal ganz im Ernst, wer braucht schon mehr als ISO 6400? Mal von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.

Das Bildrauschen hat Olympus bei ihrem aktuellen µ4/3-Sensor absolut im Griff.

Hier einmal ein paar 100%-Ausschnitte des Innenraumfotos oben rechts bei verschiedenen ISO-Stufen, damit Sie sich selbst überzeugen können:

So! Und nun? Was sagt uns das jetzt? Ganz einfach: µ4/3-Kameras haben, was die fotografische Vielseitigkeit betrifft, enorm aufgeholt. Sie sind noch nicht auf einem Level mit „Vollformat-“ oder auch APS-Kameras, doch für die allgemeine Fotografie eines Hobbyisten gibt es eigentlich nichts mehr, was sie nicht können. Chapeau!

 

Aspekt 4: Die Besonderheiten

Jede Kamera, manchmal auch jeder Hersteller bietet die eine oder andere Besonderheit, die für’s genussvolle Fotografieren nicht unbedingt notwendig ist, aber dennoch eine Menge Spaß bereitet. Leica M-Kameras kommen mit dem fantastischen Messsucher, Canon EOS DSLR-Modelle bieten die „Picture Styles“, Nikon in einigen Modellen das ganz ähnliche „Picture Control System“.

„Art-Filter“ finden sich inzwischen in beinahe jeder Systemkamera und meist empfinde ich diese mehr oder weniger als Spielerei. Die E-M10 aber hat ein paar „Art-Filter“, die gute Laune machen und ist vor allem in der Lage, diese „Art-Filter“ auch direkt auf Videos anzuwenden. Das hat was.

Sicher, einige der „Art-Filter“, die die üblichen Modi, wie etwa S/W, ergänzen, sind m.E. nicht wirklich zu gebrauchen, doch eine Landschaft kann im „dramatischen“ Effekt ebenso interessant wirken, wie ein Portrait im „weichen Licht“. Die Filter machen zudem abhängig vom Sujet mehr oder weniger Sinn. Hier einmal eine kleine Reihe (die sehr leicht aufzunehmen ist, denn die Olympus bietet ein über alle 12 Art-Filter reichendes Filter-Bracketing!):

 

Aspekt 5: Die „Adaptiererei“

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich es schon sehr lange genieße, manuelle Objektive – ältere wie neue – an diverse Kameras zu adaptieren. Das war einer der Gründe, warum ich mich „damals“ (2004) für eine Canon-EOS-DSLR und gegen eine Nikon-DSLR entschied, mit der EOS konnte man mehr Arten von manuellen Objektiven nutzen. (Inzwischen sympathisiere ich sogar mehr mit Nikon, aber das ist eine ganz andere Geschichte.)

Als dann die spiegellosen Systemkameras „erwachsen“ wurden, ging für mich wie auch für die wachsende Zahl an „Adaptierern“ ein Traum in Erfüllung. Durch das kurze Auflagemaß dieser Kameras war es möglich, fast jede denkbare Kombination aus Objektiv und Systemkamera zu nutzen. Die Zahl der nun theoretisch zur Verfügung stehenden Objektive stieg beinahe ins Unermessliche.

Allerdings darf ein Nachteil nicht verschwiegen werden: da die alten, manuellen Objektive zum größten Teil für das Kleinbild-Format entwickelt wurden, die spiegellosen Systemkameras aber APS- oder µ4/3-Sensoren hatten, entsprach die Bildwirkung an nicht mehr dem, was man mit dem Objektiv gewohnt war. Das Gespenst der „Brennweitenverlängerung“ machte schnell die Runde. (Ja, ja, inzwischen hat wohl jeder kapiert, dass die Brennweite nicht verlängert wird. Der Begriff war aber weit verbreitet.) An sich ist es ja nicht so ein großes Problem, wenn ein 50er wie ein 75er wirkt. Wenn aber ein 50er wie ein 100er wirkt – eben wie es an µ4/3-Sensoren der Fall ist – bedeutet das auch, dass ein 20er wie ein 40er wirkt, und damit, dass es beinahe unmöglich ist, mit adaptierten Objektiven an einer µ4/3-Kamera in den Weitwinkelbereich vorzustoßen. Das war für viele „Adaptierer“ ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Und genau das trifft natürlich auch auf die E-M10 zu.

Dass das Adaptieren von manuellen Objektiven inzwischen mehr als ein Spleen einer weniger ist (ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor einigen Jahren noch mit großen, ungläubigen Augen angeschaut wurde, wenn ich ein Carl Zeiss Jena Objektiv an meine EOS klickte!), sieht man auch daran, dass heute Fokussierhilfen bei Systemkameras Gang und Gebe sind. Die E-M10 bietet eine Suchervergrößerung und ein „Focus Peaking“ an. Ersteres ist nicht mein Geschmack, da man das Gesamtbild aus den Augen verliert. Ein gut gemachtes „Focus Peaking“ – eine Kontrastkantenanhebung im fokussierten Bereich – hingegen mag ich sehr. Bis vor einiger Zeit war das „Peaking“ in den Sony NEX-Kameras das Nonplusultra unter den „Peakings“, doch meine Fuji X-T1 kommt da inzwischen locker mit. Das „Peaking“ in der E-M10 funktioniert. Es reißt mich nicht so vom Hocker wie das in der Fuji, doch es funktioniert und das ist es, was man erwartet. Bei etwas abgeblendeten Blendenöffnungen aber kommt wiederum der erweitere Schärfentiefebereich des µ4/3-Sensors ins Spiel. Dann „peakt“ irgendwie alles und ein 100%ig exaktes Setzen des Schärfepunktes ist nicht mehr ganz so einfach.

Aufgrund der kompakten Bauform der kleinen Olympus habe ich mich dazu entschieden, ein wenig mit Messsucherobjektiven zu spielen. SLR-Objektive, vor allem lichtstarke, wären mir an der E-M10 zu groß.

Mit Objektiven für die Leica M aber, macht die kleine OM-D eine gute Figur:

Es macht richtig viel Spaß, diese manuellen Objektive an der E-M10 zu nutzen. Eines jedoch trübt – wie bereits oben erwähnt – die Freude: sogar das 15er Voigtländer wirkt wie ein „30mm“-Objektiv und damit sogar weniger weitwinklig als ein 28mm-Objektiv am Kleinbild. Wer also in erster Linie manuelle Objektive adaptieren möchte, der schränkt sich im Weitwinkel-Bereich deutlich ein.

Wem das aber egal ist und wer bereit ist, nochmal etwas Geld in die Hand zu nehmen, um sich ein Objektiv-Set aus dem Zuiko 2.8/12-40 und dem Zuiko 1.8/75 oder aus den Zuikos 2.0/12, 1.8/17, 1.8/25, 1.8/45 und 1.8/75 zusammenzustellen, der wird von der Olympus OM-D E-M10 sicher nicht enttäuscht werden und viele wunderbare Momente mit ihr erleben.

Es ist eine tolle Kamera!

 

P.S.: Ich habe – man mag es kaum glauben – tatsächlich auch ein wenig mit der kleinen Olympus fotografiert. 😉

blume

bridge

hochwasser

plant

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raincs

surfer

 

P.S.: Herzlichen Dank an das Team von Olympus Deutschland, insbes. an Frau Gfrörer, die mir das Set für die Testzeit zur Verfügung gestellt hat!

 

 

6 Gedanken zu “„Wow, ist die schön!“

  1. Du hast m.E. die beiden denkbar unpassendsten Objektive dazu getestet. Das Kit ist eben ein Kit und dazu noch ein Pancake. Die haben leider immer baubedingte Kompromisse in Sachen Haptik und Bildqualität. Und dann das Profizoom das an eine E-M1 sollte mit Batteriegriff. An eine OM-E10 oder auch OM-E5 gehören meines Erachtens die smarten und sehr kleinen (trotz der Lichtstärke) 12 2.0, 17 1,8 und 45 1,8. Die passen von der größe sehr gut dazu und vollbringen auch optisch in Sachen Bildqualität sehr sehenswerte großartige Ergebnisse und das Set ist trotz drei lichtstarker Festbrennweiten immer noch extrem klein.

    1. Völlig richtig, Jörg. Leider kann ich nur die Objektive testen, die mir zur Verfügung stehen.
      Das Set aus 12-17-45 passt auch m.E. perfekt zur E-M10.
      Und von der Abbildungsleistung her, hat auch die Kit-Linse überzeugt. Ich mag eben nur den indirekten Zoom nicht, habe ich noch nie.

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