Persönliches Fazit: Sony A7

So, nun ist die Alpha 7 (leider) wieder weg. War schon schön, sie hier stehen zu haben, sozusagen „griffbereit“, aber so ist es nun einmal mit Testkameras, man hat sie nicht für immer. 😉

Bei meinem Zwischenstopp habe ich meine ersten Eindrücke beschrieben. Mal sehen, ob sie sich bestätigt haben:

Was mag ich an der A7?

  • Die Bildqualität haut mich regelmäßig “aus den Socken”. >> Ja, stimmt. Allerdings gibt es ein „aber“…
  • Sie ist schnell. Der AF trifft meistens und auch die Nachführung passt. >> Bzgl. des AF muss ich etwas relativieren…
  • Manuelle Linsen machen durch das tolle “Focus-Peaking” von Sony sehr viel Spaß. >> Absolut. Die A7 ist wie gemacht dafür, hochwertige alte Objektive zum Strahlen zu bringen!
  • Sie kann “rot” richtig gut. ;) (siehe Bild 1) >> Ja, wird bestätigt.
  • Der automatische Weißabgleich funktioniert ausgezeichnet, auch bei Mischlicht. (siehe Bild 2) >> Ebenso.
  • Größe und Gewicht sind sehr angenehm. >> Gilt für die Kamera. Das 28-70 ist mir, für das, was es bringt, zu groß.
  • Der Sucher ist umwerfend gut. >> Absolut!!  Der ist EVF erstklassig! Aber die Bildkontrolle im Sucher nervt – unbedingt im Menü abschalten!!

Was mag ich nicht so sehr an der A7?

  • Bisher habe ich es nicht geschafft, die Sucherlupe bei einem adaptierten manuellen Objektiv zu aktivieren. (Kann aber auch an mir liegen. Für Tipps bin ich dankbar.) >> Habe ich nicht mehr ausprobiert. Schande über mich. 😉
  • Die Dateigröße ist beinahe schon albern riesig. Für einen Urlaub sollte man direkt eine neue externe Festplatte anschaffen. ;) >> Tja, das ist leider so. Vor allem aber, wenn man – wie ich – JPG und RAW parallel fotografiert.
  • Die Bedienung ist zunächst eingängiger als z.B. bei der NEX-7, das Menü ist besser, dennoch ist die Kamera derart funktionsüberladen, dass man sich erst einmal zurecht finden muss. >> Manchmal ist sie wirklich ein wenig umständlich zu bedienen. Man kann sie aber sehr gut an die eigenen Vorlieben anpassen.

Gibt es weiterführende Erkenntnisse? Ja, in der Tat. Einige davon sind nicht wirklich bedeutend, andere haben mich aber überrascht:

  • Die A7 zeigt eine großartige Bildqualität bis ISO400! Bei niedrigen ISO ist der Sensor besser als alles andere, was ich bisher gesehen habe. (Vielleicht einmal abgesehen von der Leica M Monochrom, die fotografiert allerdings nur in S/W.)
  • Das Rauschen ist bei der 50% Ansicht sogar bei ISO6400 gering.  ABER: In der 100%-Ansicht sind Rauschen und deutliche, unschöne Artefakte schon ab ISO800 zu sehen. Das hätte ich ehrlich gesagt besser erwartet.

Dies ist ein 100% Crop bei ISO800: (Bitte durch Draufklicken vergrößern!)
rauschen

Da finde ich das Rauschen für einen Kleinbildsensor bei ISO800 zu hoch. Wobei man sagen muss, dass die Bilder auch noch bei ISO6400 absolut nutzbar sind, denn sobald man die riesige Bildgröße auf ein passendes Maß herunterrechnet, sieht man kein Rauschen mehr.

EDIT: Ich habe eben gerade 100% Crops eines anderes A7-Exemplars bei ISO800 gesehen und dort war überhaupt kein Rauschen zu erkennen. Wirklich seltsam. Woran das wohl gelegen haben mag? Meine Einschätzung oben habe ich deshalb ausgegraut. 

  • Recht flotter und treffsicherer AF bei gutem Licht, auch AF-C sehr gut. Meine Beobachtung gilt für das 28-70.
  • Bei schwachen Licht aber ist der AF nicht wirklich befriedigend, vor allem im Nahbereich. Gilt für das 28-70.
  • Das „Kit“-Objektiv FE 3.5-5.6/28-70 OSS ist OK, allerdings nichts, was einen vom Hocker haut. Die Bildqualität ist in Ordnung, bis auf die Verzeichnung vielleicht. Allerdings ist weder die Brennweite (28 bis 70 mm) noch die Lichtstärke (f/3.5-5.6) besonders beeindruckend. Dafür ist es dann doch ziemlich groß. Als erster Standard akzeptabel, aber ich würde mir schnell mehr wünschen (wie ich mich kenne). Schade, das hätte besser sein können.
  • Manchmal ist die „responsiveness“ zu schlecht, Kamera reagiert nicht sofort wieder nach Aufnahme. Ebenso ist gelegentlich die Startzeit zu lange. Es ist schwer zu beschreiben, wohl mehr ein Gefühl, aber ich mag es nicht, wenn der Fotograf auf die Kamera warten muss – eigentlich sollte die Kamera auf den Fotografen warten.
  • Es ist dringend eine extrem schnelle Speicherkarte zu empfehlen! Eine langsame Karte ist womöglich ein Grund dafür, dass die Kamera sich ihre Zeit nimmt.

Fazit in „einem“ Satz (OK, in zwei): Die Sony Alpha 7 ist eine sehr gute Kamera, die in einem kompakten Gehäuse die Möglichkeit bietet, auf einem Kleinbildsensor zu fotografieren, sie ist aber keineswegs fehlerfrei. Ich kann besonders empfehlen, sie für die Adaptierung hochwertiger manueller Objektive (Leica, Zeiss, Nikkor, Minolta Rokkor, Olympus Zuiko etc.) zu nutzen oder aber sie mit den exzellenten modernen Festbrennweiten (wie dem Zeiss 1.8/55) zu bestücken.

P.S.: Links zu den Blogposts mit Fotos finden Sie hier.

P.P.S.: In einem der nächsten Posts werde ich nochmal ein paar Bilder zeigen, die ich mit diversen manuellen Objektiven an der A7 aufgenommen habe.

14 Gedanken zu “Persönliches Fazit: Sony A7

  1. Pingback: Sony A7 (Eine Serie) | RetroCamera.de

  2. Räusper, das mit der Sucherlupe hatte ich Dir doch extra im verganenen Post erklärt…..

    Das mit dem AF ist mir im Vergleich zur Fuji X-E1 die ich ja vorher hatte so nicht aufgefallen, da ist der meiner A7R in ALLEN Belangen treffsicherer und zuverlässiger und schneller – auch mit dem 28-70 Kit – als der der Fuji. Nur die OMD war im Fokus genau so gut.

    Bei der „Betrachtung“ der Kitlinse sollte man erwähnen das diese um die 230 Euro gehandelt wird und damit nahezu nix kostet. Dafür finde ich die Ergebnisse sogar sehr gut, und das sogar an der wesentlich kritischeren Kamera, der A7R, denn die ist im Vergleich zu A7 wesentlich zickiger – gerade im Randbereich.

    Die Anschaltzeit ist leider wirklich recht lang, da stimme ich Dir zu. Das ändert sich aber auch mit den schnellsten Lexar Karten nicht. Leider.

    Das mit der umständlichen Bedienung ist eine Sache der Gewöhnung. Da ist mir persönlich zum Beispiel eine Canon oder noch schlimmer eine Olympus Kamera viel komplizierter und wenn man sich intesiv mit den Sonys beschäftigt, sind die Menüs sogar richtig durchdacht. Die Kameras können halt wesentlich mehr als zum Beispiel eine Nikon oder Fuji, deswegen ist die quantitative Anzahl der Menüpunkte einfach höher…

    Persönliche Anmerkung: 100% Ansicht bei einer 24MP oder gar 36MP Kamera zum Beurteilen des Rauschens macht man nicht, man steht auch nicht in 3cm Abstand an einer Plakatwand 🙂

    1. Hi, Jörg.
      Ja, das hast du mir erklärt, deshalb schreibe ich ja auch, dass ich es nicht mehr probiert habe.
      Ich stimme dir zu, dass das 28-70 ein sehr günstiges Objektiv ist. Hier betrachte ich aber nur die Leistung, preisunabhängig. Und dass es eine akzeptable „OK“-Linse ist, schreibe ich ja. 😉
      AF: Also bei meinem Exemplar und mit dem 28-70 (das war ja da einzige AF-Objektiv, das ich hier hatte) lag der AF bei schwächerem Licht echt häufig daneben. Sogar wenn ich meine Kids im Garten beim Toben fotografiert habe, hat der AF öfters nicht getroffen. Ein „Speedshooter“ ist die A7 nicht. Mit der neuesten Firmware kommt die Fuji X-E1 da heran!

      Was die 100% angeht, so ist das ja immer genau mein Argument. Doch wenn Sony schon mit den Vorteilen des Kleinbildsensors wirbt und dabei hohe ISO hervorhebt, dann muss sie sich auch kritisch messen lassen. Bei 50% sieht es super aus, doch bei voller Ansicht, hat mich das recht starke Rauschen schon überrascht. ISO 1600 gefällt mir bei der X-E1 besser als bei der A7. Runtergerechnet auf 16 MPix sieht man das Rauschen aber kaum noch. Das muss man natürlich beachten.
      Ich denke einfach, dass ein 18 MPix Kleinbild-Sensor, der wirklich nicht rauscht, der A7 besser gestanden hätte. Mit ist rauschfreies ISO 3200 lieber als die 6 MPix mehr an Auflösung. Aber das ist eine persönliche Präferenz.

  3. EDIT: Ich habe eben gerade 100% Crops eines anderes A7-Exemplars bei ISO800 gesehen und dort war überhaupt kein Rauschen zu erkennen. Wirklich seltsam. Woran das wohl gelegen haben mag? Meine Einschätzung oben habe ich deshalb ausgegraut.

  4. Rainer

    Sorry, aber welche Kamera ist fehlerfrei? Also ich kenne keine und ich habe schon sehr viele im Laufe von 45 Jahren, in meiner Hand gehabt!

  5. Pingback: Unverhofft kommt… ähm… manchmal! – RetroCamera.de

  6. Steffen

    Leider kann ich das schlechte Rauschverhalten der Sony A7 bestätigen. Ich habe sie mir als preiswerte Vollformat-Alternative zu meiner Pentax K-S1 (APS-C Sensor) gekauft. Gleich bei den ersten Fotos war ich vom auffälligen Rauschen schon bei ISO Werten ab 400 negativ überrascht (JPIG). Die Rauschunterdrückung lasse ich bei Sony Kameras stets abgestellt, da die Bilder sonst schnell recht matschig wirken. In einem Test stellte ich dann die Rauschunterdrückung beider Kameras ab und musste feststellen (natürlich subjektiv), dass die Sony bis etwa ISO 3200 keinesfalls besser abschneidet als meine auch schon ältere Pentax K-S1 mit kleinerem Sensor und 20MP. Eher ist das Gegenteil der Fall. 😦

  7. Pingback: Können Kleinigkeiten so viel ausmachen? – RetroCamera.de

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