Ein Erfahrungsbericht,…

… der mir aus dem Herzen spricht.

Ich bin ja nun auch schon eine Weile mit spiegellosen Systemkameras unterwegs (zunächst mit Sony NEX-3 und NEX-7, dann zusätzlich mit einer Leica M8 und schließlich mit den Fujis X-E1 und X-T1, welche die NEXen ersetzen).
Diesen zugänglich geschriebenen kann ich daher sehr empfehlen:

 

Ein Jahr mit einer spiegellosen Fuji im Gepäck – ein Erfahrungsbericht

Großmama und Enkelin!

fujis0Endlich mal wieder ein echtes „RetroKamera“-Posting, nicht wahr?

Nachdem ich so begeistert bin von der Fuji X-T1, dieser umwerfend schönen Kamera im Retrostil, dachte ich mir ich besorge mir doch mal ihre Großmutter, die Kamera, von der alle sagen, dass ihre Linienführung Einfluss auf das Design der X-T1 hatte: die Fujica ST701.

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Ich muss zugeben, dass die ST701 eine überaus hübsche alte Lady ist und auf dem Attraktivitäts-Niveau einer Pentax Spotmatic oder eine Olympus OM1 spielt. Aber eine echte Anlehnung der X-T1 an die ST701 kann ich, ehrlich gesagt, nicht erkennen.

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(Leider stand mir kein M42er Fujinon zur Vefürgung. Wer noch eines hat und es nicht mehr braucht, kann mich gerne kontaktieren. Spenden werden gerne angenommen. 🙂 Aber das Mamiya Sekor 1.8/55 steht der Fujica doch auch recht gut, oder nicht?)

Ich finde ja, dass die X-T1 viel mehr Ähnlichkeiten mit einer Contax RTS hat, alleine schon durch den Prismenaufsatz der RTS und den Sucheraufsatz der X-T1:

Quelle: http://camerapedia.wikia.com/wiki/Contax_RTS_II

Mal ehrlich, diese Schönheit sieht der X-T1 doch wirklich sehr ähnlich – oder anders herum.

Man kann auch eine gewissen Ähnlichkeit der X-T1 mit einer der Praktica-Kameras aus dem 80ern finden, der Praktica BMS:

Quelle: http://camerapedia.wikia.com/wiki/Praktica_BMS

Nicht wahr?

Nun, wie auch immer. Ich finde beide Fujis atemberaubend schön, die Fujifilm und die Fujica, die übrigens in letzten Jahr ihren 40. Geburtstag feierte – und immer noch souverän funktioniert! (Nun habe ich eine Leica IIIa aus dem Geburtsjahr meines Vaters, eine Pentax K100D aus dem Geburtsjahr meiner Tochter, eine Leica M8 aus dem Geburtsjahr meines Sohnes, eine Zorki-4 aus meinem Geburtsjahr und eine Fuji ST701 aus dem Geburtsjahr meiner Frau – fehlt nur noch eine Kamera aus 1947, dem Geburtsjahr meiner Mutter. ;))

Spannend finde ich übrigens, dass heute jeder zweite schreibt, die X-T1 sei ja so „klein“ – vermutlich weil er inzwischen die Klöpse nach Art einer einstelligen EOS oder einer Semi-Pro Nikon gewohnt ist und als „normal“ empfindet. Auf den Fotos oben ist zu sehen, dass die „kleine“ X-T1 so ziemlich genau die Größe einer recht „großen“ ST701 von damals hat. Wie sich die Wahrnehmung doch im Laufe der Zeit ändern kann…

Für alle, die ebenfalls eins ST701 in ihrer Sammlung haben, hier ein paar sehr nützliche Links:

Schlusswort? Beide Fujis sind „easy to pick up but hard to put down„. 😉

P.S.: Der erste Film, der in der ST701 belichtet wurde, ist zurück. Sie funktioniert hervorragend! 🙂

* Bitte diese Seite unterstützen! Michael Butkus hat in endloser Kleinarbeit unzählige Handbücher zusammengetragen und eingescannt.

 

Fujifilm und das Design

Der geneigte Leser dieses Blogs hat sicherlich schon erkannt, dass ich das Design der X-Serie von Fuji überaus mag. Die X-E1, die mich (und nicht nur mich) an das wunderschöne Messsucherkamera-Design einer Leica M3 erinnert und die X-T1, welche die klassischen Design-Elemente einer SLR aus den 70ern aufnimmt, sind inzwischen meine primären Kameras. Zwar nicht nur wegen ihres Aussehens, natürlich auch aufgrund der Haptik, der Leistung und der Bedienbarkeit, die sie mitbringen; dennoch trägt ihr Äußeres einen großen Teil dazu bei, dass ich sie so sehr liebe.

Da ich nun eine recht gr0ße Sammlung an älteren analogen und digitalen Kameras hier stehen habe, erinnerte ich mich an zwei ältere Fujifilm-Digitalkameras, die ebenso einen großen Wert auf Design legten – allerdings in einer gänzlich anderen Richtung!

Es geht um die FinePix 4800Zoom und die FinePix 4900Zoom.

Diese beiden Kameras sind zwar im Vergleich zu heutigen Modellen extrem „untermotorisiert“, wenn es um die reine Megapixel-Zahl geht (und damals hatte gerade das leidige MegaPixel-Rennen begonnen), sie sind aber auch – auf iher Art – überaus schön.

Die 4800Zoom wurde vom Porsche-Designteam entworfen und das sieht man.

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Ihr direkt organisch anmutendes Äußeres nimmt Anleihen an den Ideen von Colani und macht die kleine Fuji, in Verbindung mit dem wertig anzufassenden Material, zu einem echten Handschmeichler.

Die 2400×1800 Pixel des SuperCCDs sorgen auch heute noch für ansprechende Bilder, die für kleinere Ausdruck und für das Internet allemal ausreichen.

Während die 20o1 erschienene 4800Zoom sozusagen die Taschenkamera war, diente die bereits im Jahr 2000 erschienene 4900Zoom mit ihrem optischen 6fach-Zoom als eine der frühen „Superzoom“-Digicams.

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Ihr Design mutete direkt „spacig“ an. Es hätte mich nicht überrascht, diese Fuji als Nebendarstellering in einem Science-Fiction-Film zu sehen.

Auch die 4900Zoom hat als Herz den 2.4 MPix SuperCCD, der es locker mit normalen CCD mit 4 MPix Auflösung mithalten konnte.

Natürlich darf man von 13 oder 14 Jahre alten Digitalkameras nicht die Leistung erwarten, die man selbst von einer heutigen €100,- Digiknipse geboten bekommt, doch die Wertigkeit und vor allem das Aussehen dieser Digi-Opas machen auch heute noch eine Menge Spaß.

Und man sieht, dass die Firma Fujifilm schon immer Wert auf das Design gelegt hat. Ich bin dankbar, dass sie zur Zeit das Retro-Design auf ihr Fahnen geschrieben haben und ich glaube, sie haben damit eine richtig gute Entscheidung getroffen.

Schärfentiefe oder Tiefenschärfe? Oder Schiefentärfe?

Oh weh! Jetzt wagt der sich an dieses heikle Thema?“ mag der eine oder andere geneigte Leser nun denken.
Ja, ich wage es. Denn ich habe ja beruflich mit Sprache zu tun und daher ist es mir schon wichtig, dass ein gewisses Niveau gehalten wird. Sicher, ein flapsig-jovialer Stil kann auch sehr erfrischend sein und meine Texte erinnern meist auch eher an Helge Schneider als an Thomas Mann, doch ich bemühe mich auch in sarkastischen oder humorvollen Passagen um eine deutliche und weitgehend präzise Sprache. Hui, das klingt jetzt ziemlich arrogant. Soll es nicht sein. Was ich damit meine ist, dass Sie hier im Blog niemals „einzigster“ oder ähnliche sprachlichen Faxen lesen werden. Ebenso werde ich einen großen Fortschritt nicht als „Quantensprung“ bezeichnen. Das verspreche ich hiermit feierlich. 😉

Ich freue mich daher sehr, wenn auch andere Schreiberlinge auf ihre Sprache achten – sowohl in Blogs als auch in Foren, die häufig an linguistische Abfallgruben erinnern. (War das jetzt zu böse?) Und nein, ich bin auch kein „Sprach-Nazi“ (wobei ich dieses Wort für überaus impertinent und unpassend finde), nur weil ich mich an schöner Sprache erfreue.

Eines der Themen, die immer wieder zu ausgedehnten Diskussionen in Foren führen, ist die korrekte Verwendung der Begriffe „Schärfentiefe“ bzw. „Tiefenschärfe“.

Was das ist, sollte eigentlich jedem Fotografen klar sein. Ich werde es auch an dieser Stelle nicht erklären, sondern verweise gerne auf den Eintrag in Wikipedia.

Es stellt sich in den endlosen Diskussionen die Frage, welcher der beiden Termini – „Schärfentiefe“ oder „Tiefenschärfe“ – denn richtig sei. Dabei ist die Antwort wirklich sehr einfach: Es kommt darauf an, was man unter „richtig“ versteht.

Wenn man für sprachlich „richtig“ erachtet, was ein großer Teil der muttersprachlichen Bevölkerung – hier in engerer Definition der deutschsprachigen Fotografen – regelmäßig anwendet und dabei erfolgreich kommuniziert, muss man beide Begriffe als korrekt gelten lassen. Punkt.

Wenn man aber Sprache präzise betrachtet und dann daran festmacht, ob etwas korrekt ist oder nicht, darf man nur den Begriff „Schärfentiefe“ als richtig akzeptieren. Auch Punkt.

Herleitung und Erläuterung:

Diese beiden Begriffe, „Schärfentiefe“ und „Tiefenschärfe“, sind sogenannte Determinativkomposita, die aus einem Bestimmungswort (das vordere Teilwort) und eine Grundwort (das hintere Teilwort) bestehen. Das Grundwort beschreibt dabei stets die „Gattung“ des Begriffes, während das Bestimmungswort den Begriff näher definiert und differenziert.
Ein Beispiel:

Eine „Stielpfanne“ ist eine Pfanne (= Grundwort) mit einem Stiel (= Bestimmungswort) – und keine mit einem Henkel, denn das wäre eine „Henkelpfanne“ (was aber immer noch eine Pfanne wäre).

Im Gegensatz dazu ist ein „Pfannenstiel“ ein Stiel (= Grundwort), der an einer Pfanne (= Bestimmungswort) befestigt ist – und nicht an z.B. einem Besen, denn das wäre ein Besenstiel (aber immer noch ein Stiel).

Das klingt doch wirklich logisch. Und wir sollten dankbar sein, dass die deutsche Sprache hier in der Tat logisch ist.

Wenn wir nun diese Logik auf die hier diskutierten Begriffe übertragen, dann folgt daraus:

Die „Schärfentiefe“ ist eine Tiefe im Bild, also ein Bereich von einer gewissen Entfernung des Betrachters bis zu einer weiter von ihm weg reichenden Distanz, die scharf abgebildet wird. Und genau dies ist damit gemeint, wenn jemand von einer „knappen Schärfentiefe“ spricht. Er meint damit, dass nur eine sehr dünne Ebene in einem engen Entfernungsbereich vom Betrachter als scharf gesehen wird.

Eine „Tiefenschärfe“ würde auf eine Schärfe hinweisen, die in der „Tiefe“ zu erkennen ist. Also im Grunde auf einem Bild zu sehen ist, auf dem der Wald im Hintergrund scharf, das Auto im Vordergrund aber verschwommen ist. Solch ein Bild hätte eine „Tiefenschärfe“ (wobei man gleichzeitig bestimmen könnte, welche „Schärfentiefe“ es hat, wenn man schaut, wo der scharf abgebildete Bereich hinter dem Auto beginnt).

Der sprachlich präzise Begriff ist demnach „Schärfentiefe“. QED.

Gelegentlich wird in den Foren-Diskussionen darauf verwiesen, dass in Schulungsvideos oder -büchern der Begriff „Tiefenschärfe“ verwendet würde und daher richtig sein müsse. Nun, nicht alles, was irgendwo in gedruckten Lettern steht, ist automatisch richtig, vor allem nicht, wenn das Veröffentlichungsmedium das Internet ist. 😉

Aber weiter oben habe ich ja bereits eine andere Lesart des Begriffes „richtig“ vorgestellt.

Weiterhin gibt es die immer wieder genannte Referenz Ansel Adams, der ja als Großmeister der Fotografie sicherlich weiß, wovon er redet.
Natürlich, das will ich auch keineswegs abstreiten, doch wenn in einigen seiner Texte von „Tiefenschärfe“ [sic!] die Rede ist, so hat das nicht Adams geschrieben, sondern der Übersetzer ins Deutsche. Und wie weit dieser Mensch sich mit der Fotografie auskannte, kann an dieser Stelle wohl kaum hinreichend genau geklärt werden.

Wie gehen wir nun damit um? Ich würde vorschlagen, wir akzeptieren die Benutzung von „Tiefenschärfe“ bei anderen, gewöhnen uns aber die Verwendung von „Schärfentiefe“ an. Und falls jemand danach fragt, verlinken wir auf diesen Blog-Artikel.

Wieder zu arrogant? In England sagt man „take it with a pinch of salt„. 😉

 

P.S.: Wer einnmal ein wenig mit der rechnerischen Schärfentiefe spielen möchte, der kann das hier sehr schön tun:

Eine Retro-Kamera „on a budget“…

Retro-Kameras sind schön. Zudem sind sie auch noch richtig gut – meistens jedenfalls. Dumm ist nur, dass sie in der Regel ziemlich kostspielig sind, deutlich teurer als vergleichbare Kameras „modernen“ Designs. Es scheint als müsse man für das Aussehen extra bezahlen.

Nun, eine Lösung ist es, nach einer Kamera der vorherigen Generation Ausschau zu halten. Nachdem Fuji die X-E2 auf den Markt gebracht hat, sind die Gebrauchtspreise für die X-E1 stark gesunken. Und eine X-E1 ist (noch immer) eine wunderbare Kamera! Obgleich es in der Tat Verbesserungen in der X-E2 gegeben hat, so waren sie für mich kein Grund, meine liebgewonnene X-E1 zu verkaufen. Da aber viele genau dies gemacht haben, kann man eine X-E1 in sehr gutem Zustand für erstaunlich niedrige Preise finden.

Ein guter Freund von mir – eigentlich Canon EOS-Fotograf – fand einen anderen Weg. Er wollte sich schon lange eine dieser schönen Kameras, als Kompaktmodell, kaufen, schreckte aber immer vor den recht hohen Preisen zurück. Letzte Woche allerdings fand er ein Angebot, bei dem er nicht widerstehen konnte: eine Fuji X10 – neu – für etwa die Hälfte des Original-Preises!

x10

Gestern nun konnte ich ein wenig damit fotografieren und ich muss sagen, es ist eine tolle Kamera!

Wenn ich eine Kompaktkamera suchen würde, die X10 käme sicherlich in die engere Wahl. Sie bietet so viele Möglichkeiten und die Fuji-Philosophie ist überall erkennbar. Die X10 wirkt wie die kleine Schwester der X-E1.

Man sieht, wenn man bereit ist, auf die allerneueste Generation zu verzichten, lässt sich der Retro-Trend auch genießen, wenn das Geld nicht ganz so locker sitzt.

(An dieser Stelle mal ein dickes DANKE SCHÖN an meine Frau, die meine Kameraspinnereien mit einer bewundernswerten Toleranz mitmacht. Keine Angst, die X10 kaufe ich nicht auch noch, mein Schatz. 😉 Kuss!)

 

Noch ein paar…

…interessante Links zur Fotografie auf Film. (Eigentlich könnte man es ja so unterteilen: „Fotografie“ ist digital und „Photographie“ ist analog. ;))

The 5 Most Common Mistakes When Buying a Film Camera via eBay

Laszlo Gerencser – 5 things I love about Film

A Guide to Russian & Soviet Cameras

5 Soviet Camera Brands That Are Worth Checking Out

5 Greatest M-Mount Film Cameras of All Time

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Interesting Old Photographs of Photographers Posing With Their Cameras

Celebrity Portraits with Nikon Film Cameras