LEICA Akademie Erlebnistage 2013

Eigentlich hatte ich mich schon ein ganzes Jahr, nämlich seit dem Ende der Erlebnistage 2012, auf die diesjährigen Leica Erlebnistage in Wetzlar gefreut, richtig groß wurde die Vorfreude aber als ich die Eintrittskarte für Samstag und Sonntag von Leica zugeschickt bekam. Ab da lief der „Countdown“.

Gestern also war es so weit: die Leica Akademie Erlebnistage 2013 begannen.

Nachdem die Leica-Fans angereist waren und wir alle uns über das kostenfreie Parken im Wetzlarer Stadthallenparkhaus freuten, traf ich auf die ersten bekannten Gesichter. Es sind ja doch immer wieder die gleichen Fotografen, die man bei Leica-Veranstaltungen sieht. Manchmal wird – etwas verächtlich – der Begriff „Leica-Jünger“ in diesem Zusammenhang gebraucht und ein wenig stimmt das sogar, doch ich bin offen gesagt froh, zu diesen Leica-Jüngern zu gehören, denn es ist schon ein wenig wie ein Familientreffen. Diese spezielle Atmosphäre findet man unter den Nutzern anderen Kameramarken kaum.

Um 10 Uhr begrüßte der Vorstand der Leica Camera AG, Alfred Schopf, die Anwesenden, erzählte ein wenig vom großen Neubau …

sa_schopf

und übergab dann das Wort an Udo Zell, den Leiter der Leica Akademie, der in den kommenden beiden Tagen durch das Programm führen sollte.

Was folgte, war ein beeindruckender Vortrag über den Tauernhöhenweg von Herbert Raffalt, der als Bergführer weiß wovon er erzählt und der in einer sehr charmanten Art von einem seiner Träume berichtete.

sa_raffaltDiesen langen Wanderweg kann man in 40 bis 60 Tagen erlaufen – eine Aktion, die mir schon rein zeitlich wohl nie möglich sein wird. Aber Lust auf einen kurzen Abschnitt des Gesamtweges habe ich sofort bekommen, bei den beeindruckenden Motiven, die uns gezeigt wurden.

Vom anschließenden Vortrag von Nanni Scheffl-Dailer habe ich kein Foto. Ihre Arbeit mit an Tuberkolose erkrankten Kindern in Indien oder Geschwister von sterbenskranken Kindern hat mich zu tief bewegt. Nanni Scheffl-Dailer führt Fotoprojekte mit solch traumatisierten Kindern und Jugendlichen durch. Dafür – und das konnte ich ihr auch selbst sagen – mein Hochachtung!

Nach der Mittagspause, die sehr gut gesetzt war, denn man musste von diesem traurig-ernsten Thema erst auch wieder herunterfinden, folgte ein einstündiger Vortrag über das rauhe Patagonien von Peter Gebhard, der es verstand gleichermaßen informativ wie unterhaltsam zu sein.

sa_patagonien
Das Foto zeigt das Startbild des Patagonien-Vortrags aber die Anmoderation von Udo Zell.

Robert Mertens forderte uns im Anschluss in seinem Vortrag „Querbelichtet“ auf, die gewohnten Perspektiven zu verlassen, um zu kreativeren Bildkonzepten zu gelangen. Seine Ideen klingen verführerisch. Man muss sich aber bewusst sein, dass man sich mit Doppelbelichtungen und der intensiven Nachbearbeitung am PC schon recht deutlich von der eigentlichen Fotografie entfernt.

Den Abschluss des Samstages bildete Dirk Bleyer mit seiner Multimedia-Show über Island. Beeindruckende Fotos von Landschaften die wie nicht von dieser Welt wirkten und zahlreiche Videoclips brachten den Zuschauern die Insel im Nordatlantik näher. Es mag daran gelegen haben, dass ich schon vier Vortrage gesehen hatte, aber mir persönlich war diese letzte Präsentation ein wenig zu lang. Müde und völlig ausgelaugt aber auch mit unzähligen Eindrücken fuhr ich nach Hause und freute mich auf den folgenden Tag.

Am Sonntag trafen dann alle ab 9 Uhr wieder in der Stadthalle Wetzlar ein und genossen, nach einer kurzen Begrüßung durch Udo Zell, …

so_zell

…den überaus unterhaltsamen Vortrag der Weltenbummler Axel Brümmer und Peter Glöckner, die 90 Minuten über diverse Rad- und Jeep- sowie Boot(!)-Fahrten kreuz und quer durch Australien berichteten. In einer lockeren und witzigen Art konnten die beiden ihre Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellen.

so_australien

Auf den darauf folgenden Vortrag von Herbert Piel hatte ich mich besonders gefreut, durfte ich mich doch schon vergangenes Jahr vom Vortragsstil des bekannten Reportage-Fotografen und Leica Historica Mitgliedes begeistern lassen.

so_piel

Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Wenn Herbert Piel referiert vergeht die Zeit wie im Fluge. Hier hätten es statt 40 ruhig 90 Minuten sein dürfen. Große Klasse!

so_piel1

Den anschließenden Vortrag von Nomi Baumgartl und Sven Nieder lies ich, obwohl ich mich für die Polarregionen sehr interessiere – aus, denn irgendwann ist man visuell einfach gesättigt und sitzen konnte ich auch kaum noch. 😉

Zumal ich schon sehr gerne dem folgenden Vortrag von Heinz Teufel „Masterfotos oder die Kunst Bilder zu gestalten“ beiwohnen wollte.

so_teufelDie Art und Weise wie Heinz Teufel komponiert kommt der Art der Fotografie, die ich in meinen Bildern zu finden suche sehr nahe. Eine Komposition aus Punkt, Linie und Fläche, organisiert über Horizonte und Diagonalen, die zusammen eine Gesamtstruktur bilden – so sehe ich „meine“ Fotografie auch. Spannend für mich war die ebenfalls vorgestellte „gestische Fotografie“, als deren Erfinder Teufel bezeichnet werden kann. In seiner angenehmen Art voller norddeutschem Humor war auch dieser Vortrag ein Genuss.

Obwohl zum Abschluss nochmals ein echtes Highlight geboten wurde – Norbert Rosing und seine Naturfotografie – lies ich es für mich um 16.30 Uhr enden, denn zum einen war ich nun wirklich gesättigt und zum anderen ist die Natur- und Tierfotografie nun wirklich nicht mein Metier.

Fazit

Es waren zwei großartige Tage mit faszinierenden Vorträgen, exzellenten Fotos und vielen netten Menschen, so zum Beispiel auch das Team von Leica HISTORICA e.V.

lhSelbstverständlich sind „wir“ (ich bin ja auch dort Mitglied) bei den Erlebnistagen vor Ort!

Und schon heute freue ich mich auf die Erlebnistage 2014, aber zunächst einmal auf die Solmser Fotobörse am 30.11. 😉

[Die Fotos wurden gemacht mit einem Sony Xperia Arc Handy – ja, ich weiß, eigentlich ein Sakrileg. ;)]

3 Gedanken zu “LEICA Akademie Erlebnistage 2013

  1. Pingback: Ab morgen geht´s los: Leica Erlebnistage 2014 - Leica User Forum

  2. thomas

    Vielen Dank für Deinen tollen Kurzbericht! Dass es Handybilder sind ist völlig in Ordnung, für dokumentarische Zwecke dieser Art nutze ich auch die Handycam meines Samsungs 😉
    Den ausgelassenen Stella Polaris-Vortrag – da hast Du nur wenige S2 Bilder verpasst, ansonsten waren es (zu) viele Videos. Norbert Rosings Vortrag zu verpassen – echt schade, für mich ein „must have seen“.
    Nochmals Dank für Deinen Blogeintrag!
    Digitom

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