Leica X Vario

Hmmm… ich habe eine Weile mit mir gerungen, ob die „X Vario“ von Leica hier zum Thema des Blogs passt. Sooo wahnsinnig „retro“ ist sie ja nun nicht. Allerdings bedient sie sich ganz ähnlich einer „M“ und das soll mir genügen. 😉

Nun, das ist sie:

xv1

Sie sieht in der Realität noch ein wenig schöner aus als auf Fotos. Sie ist im Vergleich zu den meisten anderen digitalen Kompaktkameras (und nichts anderes ist sie) relativ schwer, für eine Leica aber wiederum eher leicht. Ich hätte zumindest erwartet, dass sie schwerer ist, vor allem, weil das Objektiv ja auf den ersten Blick ein echter Klotz zu sein scheint.
Doch wenn man sie in der Hand hält, das muss ich wirklich sagen, fühlt sie sich richtig gut an. Man hat das Gefühl, ein wertiges Material in der Hand zu halten und Gewicht und Größe stehen in einem sehr angenehmen Verhältnis.

Um euch ein besseres Gefühl für die Größe der X Vario zu geben, habe ich sie mal neben meiner M8 (die ich demnächst auch hier vorstelle)  fotografiert:

xvm8

0xvm8b

xvm8c

Oder klickt hier, um euch ein eigenes Bild im Vergleich mit eurer Kamera zu machen. (Tolle Seite, übrigens!)

Die Bedienung ist sehr nahe an einer digitalen M, auch die Rädchen und Schalter sehen denen einer M sehr ähnlich. Das führt dazu, dass sich ein M-Fotograf schnell zurecht findet und sich sofort „zuhause“ fühlt.
Die Kamera reagiert schnell auf Eingaben und das Menü stellt einen nicht vor Probleme. Was ich ein wenig ungeschickt finde ist, dass man Eingaben im Menü nicht durch den mittigen Knopf im Steuerkreuz/kreis bestätigt, sondern durch die gleiche Taste, mit der man das Menü aufruft. Da drückt man oft falsch – einfach weil man automatisch den zentralen Knopf sucht.

Die Beschriftung ist allerdings eindeutig:

xv2

Die grundsätzliche Bedienung, die sich bei Leicas ja in erster Linie auf die Wahl von Blende und Belichtungszeit konzentriert, hier bei der X Varioeben noch die Brennweite ergänzt, ist m.E. sehr gut geregelt.
Mit einem Wahlrad oben wählt man die Belichtungszeit, mit einem anderen die Blende. Stellt man das Belichtungsrad auf „A“ hat man eine Blendenvorwahl, stellt man das Blendenrad auf „A“ hat man eine Zeitvorwahl/Blendenautomatik und stellt man beide Räder auf „A“ fotografiert man in einer Programmautomatik. Mit einem Schalter unter dem Auslöser schaltet man die Kamera ein und wählt, ob man im Einzelbild- oder Reihenbildmodus fotografieren möchte.

Weiteres steuert man über ein Steuerrad (eine Art rundes Steuerkreuz) hinten, einigen beschrifteten Tasten sowie einem kleinen Rändelrädchen in Daumenreichweite. Das ist nichts Revolutionäres, geht aber alles gut von der Hand.

Die Belichtungsmessung ist exakt und treffsicher, auf jeden Fall besser als der Autofokus, die hier und da schon Probleme hat „einzuloggen“ und mich ein wenig enttäuscht hat. Eine Schnappschusskamera ist die X Vario mit aktiviertem AF sicher nicht. Allerdings lässt sich alles so einstellen, dass man hyperfokal arbeiten kann (die Enfernungsangaben auf dem Fokusring sind extrem genau!) und dann geht alles superschnell.

Wenn man manuell fokussieren möchte, macht man das über besagten Fokusring am Objektiv. Der Zoomring liegt weiter vorne. Das Bediengefühl ist gut, nicht so fantastisch wie bei den M-Linsen oder bei gut gepflegten R-Linsen von Leica, aber kein wirklicher Grund, sich zu beschweren. Ich wäre froh, wenn sich manch anderes Objektiv so angenehm bedienen ließe.

Der EVF ist gut. Nicht mehr und nicht weniger. Ehrlich gesagt, ist der in meiner Sony NEX-7 besser. Aber brauchbar ist der für die Leica allemal. Leider wird er nicht mitgeliefert, sondern muss für teures Geld dazu gekauft werden.

Das Display ist schön groß und definitiv ausreichend hochauflösend. Es ist auch bei „normalem“ Sonnenschein noch zu gebrauchen.
Ein Blitz ist auf der linken Seite versenkt.

Soweit zunächst einmal zur Bedienung. Kommen wir nun zur Bildqualität. Und die hat mich regelrecht vom Hocker gehauen!
Der APS-Sensor in der X Vario steht keinem mir bekannten APS-Sensor nach! Im Zusammenspiel mit dem Objektiv sind die Ergebnisse umwerfend.
Schärfe, Farben, Auflösung – einfach toll. Mehr kann man sich von einer Kompaktkamera nicht wünschen.
Das Objektiv beherrscht die Brennweiten, die es bietet. Weder bei 28mm noch bei 70mm sind kaum Verzeichnungen zu erkennen und es ist absolut offenblendtauglich. Leica ist wohl der Philosophie gefolgt, lieber eine eingeschränkte Lichtstärke zu wählen (wofür sie ja beinahe gelyncht wurden), dafür aber bereits bei Offenblende volle Leistung zu bringen.

Mit einem APS-Sensor lässt sich sogar bei f6.4 / 70mm noch ein wenig freistellen. Dennoch ist man dort natürlich eingeschränkt.

Was mich aber noch beeindruckt hat, ist die Leistung bei hohen ISOs. Selbst ISO 6400 sind absolut nutzbar!!

Also, was spricht für und was gegen die Leica X Vario?

Dafür spricht:
– die Verarbeitung
– der Brennweitenbereich (mit 28 bis 70 kommt man schon ganz gut klar)
– die Qualität von Objektiv und Sensor und damit vor allem
– die Bildqualität (auch bei hohen ISOs)

Dagegen spricht:
– die doch nicht so ganz überzeugende Lichtstärke und in erster Linie
– der Preis!! (Aber das ist ebenso Leica-typisch wie die sehr gute Verarbeitung und die Bildqualität.)

Ist es nun eine „Mini M“? Nun ja, von der Bedienung her schon, aber es ist dann doch eine „X“. Am besten ist sie vielleicht mit der Minilux Zoom (allerdings bietet die X Vario deutlich mehr!) aus der Analogzeit zu vergleichen. Damals hat sich übrigens niemand über die „schlechte“ Lichtstärke aufregt. Kompaktkameras boten eben, wenn sie einen Zoom hatten, nicht so hohe Lichtstärken wie SLRs!
(Andererseits hat Fuji mit dem 2.8-4/18-55 für die X-Pro1 vorgemacht, dass es auch lichtstärker geht und dieses Zoom ist auch klasse! Hach…)

Danke, Felix, dass du mir die X Vario zur Verfügung gestellt hast!

Beispielfotos:

dynamic

frei70

freinah

Davon mal ein 100% Crop:

freinahcrop

Und einmal eine „ISO-Reihe“:

iso400

iso3200

iso6400

iso12500

Das ist wirklich nicht übel!!

Und nach ein wenig Nachbearbeitung in Photoshop, sieht ISO 12500 dann so aus:

iso12500ps

Das lässt sich doch sehen, oder nicht?

Ein Gedanke zu “Leica X Vario

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