Am Himmel tut sich was…

Modellflug-125

Voriges Wochenende konnte endlich das lange geplante Treffen mit den Marburger Modellfliegern stattfinden. Bei tollem Sonnenschein habe ich Portraits von den Piloten und ihren Fluggeräten gemacht. Daher wird dies mal wieder ein sehr bildlastiger Artikel, ohne viel Text.

Es ist schon erstaunlich mit wie viel Liebe sich um die kleinsten Details gekümmert wird…

… und mit welch großem Geschick die Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen dann geflogen werden.

Nicht ohne Stolz präsentieren daher die Modellflug-Piloten ihre Fluggeräte:

Bei diesem interessanten Hobby gilt, wie bei uns Fotografen: „The difference between men and boys is the price of their toys.“😉

Lieben Dank an den Modellflug KVfL Marburg für den schönen Nachmittag!

Macht ein guter Monitor Sinn?

Viele fragen sich ja, ob es denn wirklich der bessere aber leider auch teurerer Monitor sein muss oder ob nicht doch das billigere Modell reicht. Ganz ehrlich? Das fragt man sich genau so lange, bis man einmal vor einem richtig guten Monitor gesessen und damit gearbeitet hat.
Ich hatte in den letzten Wochen die Gelegenheit, einen EIZO CS2420 auszuprobieren – und wahrhaftig, das ist ein gewaltiger Unterschied. „Klar“, höre ich nun jeden rufen,“ein EIZO ist ja auch der Mercedes unter den Monitoren – toll aber eben auch unbezahlbar“. Nun, den CS2420 gibt es für unter €700,-. Gewiss, immer noch eine Menge Geld, doch für einen EIZO eigentlich recht günstig und mal im Ernst, wieviel Sinn macht es, ein Kamera-Set für €3000,- und einen Bildbearbeitungs-Rechner für €1500,- zu kaufen und dann das Bild auf einem €150,- Monitor zu betrachten und nachzubearbeiten?

Verglichen habe ich den EIZO mit meinem (zugegebenermaßen schon etwas älteren) „Hanns G“, der aber zu seiner Zeit recht gut für die Bildbearbeitung geeignet schien. Ich selbst nutze ja für meine EBV kaum externe Monitore. Ich weiß, ich weiß, sollte ich, doch ich bearbeite meine Fotos sehr oft unterwegs, mal hier mal da, so dass ich bei meinen Notebooks stets darauf achte, dass sie ein sehr gutes Display haben. Damit komme ich wunderbar klar. Und dennoch: der Unterschied hat mich echt mit offenem Mund vor dem EIZO sitzen lassen. Echt schade, dass ich ihn nun wieder zurück schicken muss, denn ich glaube, ich habe ihn noch gar nicht in all seinen Facetten und Möglichkeiten kennen gelernt.

eizodual
EBV mit einem zusätzlichen, externen Monitor ist schon cool. Die Kombi aus Lightroom und Photoshop geht einem deutlich flüssiger von der Hand.

Hier ein paar technische Daten zum CS2420:

  • Auflösung  von 1.920 x 1.200 als 24″-Display
  • Hardware-kalibrierbar
  • schnelles IPS-Panel mit LED Hintergrundbeleuchtung
  • Farbraum 99 % Adobe RGB, toll für Fotografen!
  • Display nicht spiegelnd
  • 10-bit Farbdarstellung (über Displayport oder HDMI), 8bit bei DVI
  • große Blickwinkelstabilität
  • Kontrastumfang von 1.000:1
  • Reaktionszeit von 15ms (also auch für Spiele geeignet)
  • USB 3.0 HUB mit 3 Ports

Ohne jetzt wirklich ein Monitor-Experte zu sein, muss ich sagen, dass mich dieser EISO komplett begeistert hat! Die Bildqualität gehört zum besten, was ich bisher gesehen habe. Die Farbdarstellung ist bemerkenswert, manch eine Farbe entdeckt man geradezu wieder neu! Die Auflösung ist meines Erachtens für die Größe perfekt gewählt. Die Bedienung geht leicht von der Hand und ist überaus schlüssig und somit nachvollziehbar.

moniaufl
Hmmm… für so eine Auflösung, müsste ich das Layout meines Blogs wohl mal neu gestalten.😉

Ich konnte wahrlich keine Nachteile für denjenigen entdecken, der einen Monitor für die Bildbearbeitung sucht. OK, Gamer müssen separate Lautsprecher nutzen (denn der EIZO hat keine integrierten) und vielleicht wäre bei knappp €700,- auch eine Sichtblende, die vor seitlichem Lichteinfall schützt, drin. Aber dennoch, hier steht mein Urteil fest:

sehr empfehlenswert!

Vielen Dank an EIZO, die mir diesen Test ermöglichten. Nur blöd, dass ihr ihn wieder zurück haben wollt.😉

 

Portraits mit dem Petzval

Heute hatte ich endlich mal die Gelegenheit, im Garten meines Elternhauses ein paar Portrait-Fotos meiner Tochter mit dem Petzval-Objektiv (diesmal an der Nikon Df) zu machen.
Was soll ich sagen? Sie sind genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe: „luftige“ Überstrahlungen, Unschärfe mit Kernschärfe (siehe Haare!) und ein  außergewöhnliches aber nicht zu aufdringliches Bokeh = Projekt gelungen!

Ich möchte diese Fotos nicht in höherer Auflösung im Internet zeigen und diese kleinen Bilder nehmen etwas vom „Petzval-Effekt“. Ich denke aber, man kann erahnen, was ich meine.

Das Petzval-Selbstbauobjektiv ist mit Sicherheit kein Objektiv, das man regelmäßig nutzt, doch für die ganz „speziellen“ Bilder bietet es eben etwas, das man mit modernen, aukorrigierten Objektiven nicht oder nur sehr schwer erreichen kann. Bin gespannt, wie sich ein Vergleich mit einem Weichzeichner-Objektiv macht, das unterwegs zu mir ist.😉

Das beste Teleobjektiv…

… mit dem ich jemals fotografiert habe. Definitiv!

Dieser Artikel wird so ziemlich das Gegenteil vom letzten Lochkamera-Post, denn hier geht es um Bildqualität, wie sie besser kaum sein kann.
Ich habe im Laufe meiner über 25jährigen Fotografiererei ja schon mit so manchem sehr guten Tele-Objektiv fotografiert, doch heute konnte ich eine Erfahrung machen, die mich echt vom Hocker gehauen hätte (so ich denn auf einem gesessen hätte).

Ich helfe ja zur Zeit einer netten Bekannten eine Kamerasammlung aufzulösen, die aus extrem hochwertigen Teilen besteht. Zu hochwertig für meinen Geldbeutel – leider. Hier geht es um Produkte von Hasselblad und Leica. Einen Teil haben wir schon veräußern können, ein paar Sachen hat sie noch. Von diesen nehme ich immer mal wieder eines mit, um es auszuprobieren, denn ich möchte ja wissen, ob die Dinge, die wir anbieten, auch funktionieren. Und heute war dieses Juwel an der Reihe:

280a
Alter Schwede, oder besser „alter Hesse“. Das ist mal eine Ansage!

Es handelt sich um ein Leica APO-Telyt-R 2.8/280. In Tests wurden zur Beschreibung dieses Objektivs Begriffe wie „simply outstanding“ oder „achieved the highest score among all of the nineteen 280-300mm lenses that were tested“ benutzt. Ich wollte natürlich wissen, ob da was dran ist.😉

Ich steckte also die Kamera (Fuji X-T1) an das Objektiv – hier muss man das tatsächlich so herum schreiben – und begab mich bei schönstem Wetter in unseren Garten, um von unserer Terrasse aus unsere alte Gartenbank abzulichten. Die schien mir, mit all den Details (abblätternde Farbe, Rost, Spinnennetz…) ein passendes Testmotiv zu sein.

Um einen Vergleich zu haben, fotografierte ich aus gleicher Distanz das Sujet auch mit einem Sigma 80-400 OS an der Nikon Df. Dies ist an sich schon eine ziemlich gute Kombo, die mir schon so manches ordentliche Telefoto ermöglicht hat. (Falls Sie sich fragen, warum ich das Telyt nicht an der Nikon genutzt habe, das ginge nur mit Bajonett-Umbau und das lasse ich bei diesem Wert definitiv sein!).

Hier also zunächst das Sigma-Nikon-Bild:

Sigma400

Die Entfernung von der Terrasse zur Bank beträgt ziemlich genau 10m. Wie im Bild angegeben, fotografiert man mit diesem Tele-Zoom bei 400mm mit Blende f/5.6 – nicht super lichtstark, aber gar nicht so übel.
Interessant wird nun der unbearbeitete 100% Crop:

sigma400crop.jpg

Das ist für ein derartiges Detail aus 10m Distanz gar nicht mal schlecht, nicht wahr? Da lässt sich auch noch was herausholen.

Kommen wir nun zum Leica-Tele:

leica280

Dieses Bild wurde mit 280mm an APS, also einem KB-Äquivalent von 420mm bei Offenblende f/2.8 (!) gemacht. Sowohl die Fuji als auch die Nikon haben einen 16 MPix-Sensor. Die Bilder sind also schon ziemlich gut vergleichbar.
Am Leica Telyt hatte ich sogar noch den speziell gerechneten Leica-NDx1-Filter vorne drauf, da man den sehr oft benutzen wird bei Blende f/2.8 und ich sehen wollte, ob er die Bildqualität negativ beeinflusst – tut er nicht.

Und nun der 100% Crop. Bitte halten Sie sich fest:

leica280crop
Heiliger Bimbam! Das ist ein aus 10m Entfernung aufgenommenes Makro-Foto!

 

Tja, was soll man dazu noch schreiben? Mich wundert nicht, dass dieses Objektiv mit Superlativen beschrieben wurde und damals, Mitte der 80er, für knapp DM 12.000 über den Ladentisch ging.

„Myth confirmed!“

… höre ich die Mythbusters im Fernsehen rufen. Das ist in der Tat das beste lange Tele, mit dem ich jemals fotografiert habe!

Dieses aus der Hand (!) fotografierte Beispiel bestätigt den Eindruck.

Hatte ich erwähnt, dass es verkauft werden soll? Der Preis ist nicht einmal die Hälfte des damaligen Neupreises. Anfragen gerne per Mail an mich.:)

 

Fotografieren durch ein Loch…

Manchmal kommt man durch Gespräche mit Freunden auf gute Ideen, oder man erinnert sich wieder an Dinge, die man lange nicht benutzt hat. So auch vor kurzem. Während eines Foto-Geplauders mit guten Freunden kamen wir plötzlich auf das Thema „Lochkamera“. „Natürlich!“, dachte ich: „Ich habe ja auch noch eine Lochkameravorrichtung mit EOS-Bajonett zuhause.“ Inzwischen habe ich mich zwar von fast all meinen EOS-Sachen getrennt, doch eine gute alte 10D liegt noch hier – für die Lochkamerafotografie mehr als ausreichend.

lochblende

Und siehe da: Es funktioniert!

Nein, die Fotos sind wirklich nichts Besonderes, nur ein paar Schnappschüsse aus unserem Garten. Aber zum Ausprobieren reicht es. Mal sehen, wann ich mal dazu kommen, ein paar „richtige“ Aufnahmen mit der Lochkamera-10D zu machen.😉

Eine „Legende“?

nik80200a

Seit kurzen es bei mir im Nikon-Regel: das Nikkor AI 4.5/80-200. Der erfolgreiche Verkauf einiger Objektive, die ich aus mehreren Gründen nicht mehr benötigt habe, hatte ein wenig Geld in das Hobbybudget gespült und dies ist eines der Teile, die davon angeschafft wurden.

Warum? Weil ich schon sehr viel darüber gelesen habe und nun selbst ausprobieren wollte, ob dieses Tele-Zoom aus den 70ern wirklich so „legendär“ ist. Es gab in der Tat schon in den 1970ern und 1980ern das eine oder anderes sehr gute Tele-Zoom. Meist stehen dort Namen wie „Zeiss“ oder „Leica“ drauf und sie sind auch heute noch recht kostspielig. Hin und wieder findet man sehr gute Zooms aus dieser Ära, die mittelpreisig (Tamron Adaptall-2) oder gar preisgünstig (Kiron) sind. Das Nikkor liegt irgendwo dazwischen. Deutlich günstiger als Zeiss-Modell aber etwas teurer als die oft nur Insidern bekannten Exemplare von Kiron.

Nico van Dijk schreibt auf seiner Website:

Introduced in late 1969 this lens became a legend. In its 12 years of production many thousands were sold. The last version has an AI-mount, nearly all older models can be converted. This push-pull zoom lens is razor sharp, takes the well-known 52 mm filters and is easily hand-held. It can be used wide open at all focal lengths without problems.

Auch Bjørn Rørslett, einer DER Nikon-Kenner im Web, schreibt nur (fast) Gutes über dieses Zoom:

This is the zoom that changed many people’s attitude towards zoom lens quality. A beautifully crafted one-ring zoom, it was the dream lens of all Nikon users in the early 70’s. […] The final version presented in 1977 used only 12 elements to give still better optical quality. Flare and ghosting performance was improved as well, but high-contrast scenes still are tough to handle for multi-element zooms. The 80-200/4.5 performs great with close-up lenses, such as the 4T, and I have used it extensively this way for flower and insect photography.“

Und, man mag es kaum glauben, sogar der berühmt-berüchtigte Ken Rockwell, mag dieses Telezoom: 80-200 mm f/4.5. It was similar to the previous lens, but with only 12 elements in 9 groups gave even better performance.
(Auch, wenn er den Nachfolger, das 4/80-200 – im Gegensatz zu den anderen – noch besser findet.)

nik80200b

Das Tolle an dem 4.5/80-200 ist, dass es trotz seines „legendären“ Status, noch immer recht preisgünstig zu finden ist.
Ich habe mein Exemplar Ende der Woche erhalten und bin gespannt, wie es sich gegen das gebraucht in etwa gleich teure, dafür aber deutlich kleinere und leichtere sowie neuere Plastik-AF-Telezoom Nikkor AF 4.5-5.6/80-200 D („Optically, quite decent results are obtained if you are not nitpicking too much. There are traces of chromatic aberration across the entire frame which the targeted users likely won’t notice at all, and sharpness should cater adequately for their needs as well.BR) schlägt:

nik80200v

Man muss zugeben, das 4.5/80-200 ist schon ein Brocken – auch, weil sich bei solch einem Schiebezoom die Baulänge beim Zoomen nicht ändert, es also schon von Anfang an lang ist. Beim Fokussieren dreht sich die Frontlinse aber mit. Na ja, an einem Tele-Zoom nutze ich nicht wirklich oft einen Polfilter – und nur da ist das eigentlich von Bedeutung.

An der wunderschönen Nikkormat FT-2 sieht es richtig gut aus:

nik80200c

Man darf gespannt sein…

Endlich komplett, das Jahrgangs-Set!

Huch, das reimt sich ja sogar. War gar nicht gewollt.

Wie auch immer. Sie erinnern sich vielleicht? > Hier< hatte ich darüber geschrieben, dass ich ein Set an Kameras aus den Geburtsjahrgängen all meiner Lieben zusammentragen wollte. Leider hat es die Fuji ST701 – aus welchem Grund auch immer – am Verschlusszeitenrad in ihre Einzelteile zerlegt, so dass ich keine funktionierende Kamera aus dem Geburtsjahr meiner Frau mehr hatte. Das geht ja gar nicht!

Darüber hinaus konnte es nicht sein, dass das wunderbare Buch über die Leicaflex, geschrieben vom Ehrenpräsidenten von Leica Historica, Georg Mann, hier steht, aber keine Leicaflex hier zuhause ist. Also habe ich mich auf die geduldige Suche gemacht, eine Leicaflex SL aus dem Jahr 1973 zu finden. Gewissermaßen „zwei Fliegen mit einer Klappe“, auch wenn diese Redensart nicht wirklich zum Niveau passt.😉

Letztes Wochenende wurde ich fündig und zwar bei Foto Köberl in Graz. Das ist ein Händler, den ich nur empfehlen kann. Wenn sie dort von „Gebrauchsspuren“ schreiben und einen Zustand als „B“ klassifizieren, dann würden andere Verkäufer vermutlich Worte wie „ausgezeichneter“ oder „exzellenter“ oder zumindest „sehr guter Zustand“ verwenden. Außerdem habe ich die Kamera am 24.04. (an einem Sonntag) bestellt und heute (am 27.04., einem Mittwoch) also nach nur drei Tagen wurde es geliefert – aus Österreich nach Deutschland! Sowas schaffen manche Händler nicht einmal innerhalb Hessens! Ganz herzlichen Dank für den tollen Service, liebes Foto-Köberl-Team!

Nun denn, hier ist die 1973er Leicaflex SL in mehr als ordentlichen Gebrauchtzustand, mit sehr sauberem Sucher und voll funktionsfähig, natürlich präsentiert auf dem Leicaflex-Buch von Georg Mann:

LeicaflexSLw
Willkommen in der Sammlung von RetroCamera.de!

Der erste Film, ein 400er S/W-Film, ist geladen. Jetzt freue ich mich drauf, die Kamera demnächst einmal auszuführen.:)