Winter-Shooting mit Jessica

“Winter is coming“

(George R.R. Martin, A Game of Thrones)

Ich weiß, ich weiß, da bin ich ziemlich genau eine Jahreszeit zu spät. Doch leider sind diese Fotos noch nicht auf der Website von Meyer-Optik erschienen – und noch länger warten möchte ich nicht.

JessicaMRMeyer130116-P

Bereits vor einiger Zeit durfte ich – nicht das erste Mal – mit zwei Meyer-Objektiven spielen, diesmal mit einem Trimagon 2.6/95 (für Nikon F)…

und einem Nocturnus 0.95/35 (für µ4/3):

Besonders gespannt war ich natürlich auf das extrem lichtstarke 35er, denn eine Offenblende von f/0.95 ermöglicht auch am relativ „kleinen“ µ4/3-Sensor eine schöne Freistellung.

Doch dieses Mal hatte ich keine Lust auf irgendwelche „Testfotos“ und auf einen „Testbericht“ über die beiden Objektive, die schon einen „besonderen“ Charakter zeigen. Vielmehr hatte ich die Idee, die Fotos mit dem schönen (aber kalten) Winterwetter und einem direkten Bezug zum Modell zu verknüpfen. Die bezaubernde und superliebe Jessica – die schon einmal hier im Blog erschienen ist – studiert u.a. Englisch. Daher suchte ich passende Zitate aus englischen Büchern und versuchte eine Symbiose aus Fotografie und Literartur.

Bitte sehr…

JessicaMRMeyer130116-3_pp
Meyer Nocturnus 0,95/35; Olmypus PEN E-P3

In winter with warm tears I’ll melt the snow
And keep eternal spring-time on thy face.”
Shakespeare, Titus Andronicus; Act 3, Scene 1

 

JessicaMRMeyer130116-2
Meyer Nocturnus 0,95/35; Olmypus PEN E-P3

“I wonder if the snow loves the trees and fields, that it kisses them so gently? And then it covers them up snug, you know, with a white quilt; and perhaps it says, „Go to sleep, darlings, till the summer comes again.”
Lewis Carroll, Alice’s Adventures in Wonderland & Through the Looking-Glass

 

 

 

 

 

 

 

JessicaMRMeyer130116-4_pp2
Meyer Trimagon 2.6/95, Nikon Df

“What good is the warmth of summer, without the cold of winter to give it sweetness.”
John Steinbeck, Travels with Charley: In Search of America

 

JessicaMRMeyer130116-11
Meyer Trimagon 2.6/95, Nikon Df

“Snow flurries began to fall and they swirled around people’s legs like house cats. It was magical, this snow globe world.”
Sarah Addison Allen, The Sugar Queen

 

 

Nocturnus35_Pen3_2
Meyer Trimagon 2.6/95, Nikon Df

 

“My old grandmother always used to say, Summer friends will melt away like summer snows, but winter friends are friends forever.”

George R.R. Martin, A Feast for Crows

 

 

 

 

 

 

Lieben Dank, Jessica. Das hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht. Ein weiteres „Dankeschön“ geht an Benedikt Hartmann von Meyer-Optik, der mir die beiden Objektive zur Verfügung gestellt hat.

Abschließend eine kleine Galerie mit obigen und weiteren Fotos dieses Tages:

 

 

From Anspach with Love…

Diese Anspielung an den berühmten James-Bond-Film, nutze ich als Aufmacher, um meine Freude darüber zum Audruck zu bringen, dass mich gestern ein Paket vom „Gurtfreak“( = Taschenfreak.de = Stativfreak.de = Multi-Blogger und Vlogger Jörg Langer) erreicht hat.

lgurt1

Selbst, wenn ich vor Arbeit im Moment nicht so recht weiß, wo hinten und vorne ist, MUSS ich einen kurzen Artikel hier in meinem Blog schreiben. Ein ausführlicher Bericht über meine Erfahrungen und die Hintergünde der Entwicklung folgt. Versprochen!

Was da also zu mir kam, ist ein handgearbeiteter Ledergurt, der von Jörg ohne wirtschaftliches Interesse selbst entworfen wurde und jetzt in einer Kleinstauflage von einem seiner Bekannten gefertigt wurde. Diesen Gurt gibt es nicht zu kaufen! Ursprünglich wollte er einen Gurt für die Systemkameras von sich und seiner Frau „schneidern“.
Jörg hat ihn dann einer sehr kleinen Gruppe aus Familie und Freunden zugeschickt, um diesen Menschen eine Freude zu bereiten und sie nach ihrer Meinung zu fragen.
Dass ich zu dieser Gruppe gehöre, ehrt mich aufrichtig und außerordentlich – und macht mich beinahe noch froher als der Gurt selbst.

Wenn man die süße Pappbox aufmacht – Jörg hat offenbar durch seine langjährige Erfahrung mit unzähligen Gurten und deren Verpackungen ein Gespür dafür, was beim „Kunden“ angenehm wirkt – findet man den Ledergurt eingerollt vor:
lgurt2
Ein Anhänger mit einem „Like“-Stempel hängt daran. Ganz so wie es sich für einen Social-Media-Menschen gehört. 😉

Der Gurt ist aus einem schwarzen, äußerst robust wirkendem Leder gefertigt und riecht fabelhaft – zumindest für jeden wie mich, der den Geruch von echtem Leder mag. Die Verarbeitung ist sehr vertrauenserweckend. Natürlich kann Jörg keine Garantie für diesen Prototyp-Gurt übernehmen, doch wenn man den Gurt in der Hand hat, hat man das Gefühl, dass er das auch nicht müsste. 😉
Die Befestigung übernimmt ein ebenfalls stabil wirkender Karabinerhaken.

lgurt3Um kratzer an der Kamera zu vermeiden, wird der Ledergurt über den Haken hinausgeführt und schützt so die Kamera vor Kontakt mit Metall. Eine wie ich meine gelungene Lösung, die ich mir von mehreren Gurten wüschen würde.

lgurt4

Ich habe den „Langer-Gurt“ nun an meiner Leica D-Lux befestigt und werde ihn an verschiedenen Kameras ausprobieren.

lgurt5

Gut sieht er auf jeden Fall aus! Bin sehr gespannt, wie er sich bewährt…

Da in dem Paket noch eine echt „mega-coole“ (wie meine Schüler sagen würden) Domke-Tasche war, die Jörg mir für einen Top-Preis überlassen hat und ein Buch, das mich als Geschenk überraschte, war es gestern wie ein verfrühter Ostersonntag. 😉

Danke, mein Freund!

„Nu‘ isse wech…“

xt1gone1

Ja, ich habe es in der Tat getan. Ein Teil von mir weiß auch noch immer nicht warum. Ich habe meine Fuji X-T1 verkauft!

(An dieser Stelle bitte gedanklich das „Waaaas? Wieso das denn??“-Emoticon einfügen…)

Wer diesen Blog zum ersten Mal besucht, wird sich nun vermutlich ebenso wie ein treuer Leser die berechtigte Frage nach dem Grund stellen. Wiederholt habe ich die X-T1 als eine meiner „Kameras des Jahres“ bezeichnet und dennoch verkaufe ich sie?

Um ehrlich zu sein, hatte das zwei Gründe.

109aZum einen habe ich mir durch den Verkauf meinen lange geträumten Traum einer Leica D-Lux (109) erfüllen können, ohne meine angetraute, bessere Hälfte völlig in den Wahnsinn zu treiben.

Und zum anderen wurde mir immer klarer, dass ich die X-T1 – so toll ich die Kamera auch finde – kaum mehr benutzt habe.

Da stellt sich natürlich bei beiden Feststellungen die Frage nach dem „Warum“, sozusagen dem „Warum zweiter Ordnung“.

Die Leica D-Lux ist nicht die „bessere“ Kamera im Vergleich zur X-T1, ganz sicher nicht. Ich würde sogar sagen, dass rein objektiv, die Fuji in so ziemlich allen Belangen „besser“ ist. Die D-Lux ist aber nochmals kompakter und kann etwas, das die Fuji X-T1 nie so ganz erreicht hat: sie hat mich ins Herz getroffen.
Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass es bei mir mit Kameras ist wie mit Jeans: entweder man merkt sofort, dass sie passt, oder man wird nie ganz damit warm.
Das ist wohl der Grund, warum ich die X-T1 habe gehen und die D-Lux einziehen lassen.

xt1gone2
Eine letzte Aufnahme der X-T1.

Noch immer bin ich von der X-T1 begeistert. Was sie alles kann, was sie alles sehr gut kann, ist so ziemlich alles, das man als Fotograf braucht.

Der Sensor ist großartig, die Kamera liegt sehr gut in der Hand (vor allem mit dem Extra-Griff) und sie ist eine echte „Retro“-Kamera! Durch die Räder auf ihrer Schulter kann man mit ihr fotografieren und muss nur sehr selten ins Menü, um Einstellungen zu verändern.

Doch warum habe ich die Fuji X-T1 denn so selten benutzt? Die Antwort ist so lapidar wie logisch: eine Kamera ist immer nur so gut wie die Objektive, mit denen man sie nutzt.
Mein Fuji-System habe ich nie so richtig ausgebaut. Mein Nikon-Set ist über-komplett, für die Leica M8 habe ich alles, was ich brauche. Doch um mein Fuji-Set „rund“ zu machen, hätte ich mir das 1.4/16, das 1.4/23 und das 2.0/90 kaufen müssen. Das hätte mich dann so um die 3000€ zurückgesetzt – und das wollte ich einfach nicht. Wenn einem aber die richtigen Objektive „fehlen“, nutzt man eine Kamera einfach nicht. Eine sehr einfache Rechnung.
Wer nur das Fuji-System nutzt, geht eben diesen Weg und wird sicherlich sehr glücklich damit werden. Die Objektive sind mindestens so toll wie die Kameras. Wer aber, wie ich, außer mit Fuji noch mit Nikon und Leica M fotografiert (ohne Geld mit dem Hobby zu verdienen), für den werden die Fuji-Objektive einfach zu teuer.
Was mir von Fuji bleibt, ist eine Art „Kern“: meine X-E2, das 18-55 und das 1.4/35 – sowie zahlreiche Adapter für M- und F-Objektive. Das reicht für ein „Drittsystem“ völlig. Zumal ich mir vor kurzem auch eine Olympus PEN E-P3 angelacht habe und diese kleine Kamera mir – ein wenig überraschenderweise – einen Heidenspaß macht. (OMG, welch ein Luxus-Problem!)

So habe ich also die X-T1 heute in sehr gute Hände bei einer leckeren Tasse Kaffee persönlich übergeben. Die Stelle, die die Fuji inne hatte, nimmt nun die PEN ein und als „Ich-nehme-nur-eine-kleine-Kamera-mit“-Kamera spielt die Leica D-Lux (109) eine große Rolle in meinem „Fotohobby-Leben“.

Bevor mir aber jetzt noch die Anführungszeichen ausgehen, schließe ich mit diesen Bildern der Leica D-Lux und ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter den Artikel – nicht ohne eine kleine Träne in den Augenwinkeln. 😉

E-Book Tipps

In den letzten Monaten bin ich immer mal wieder über das eine oder andere echt spannende E-Book zum Thema Fotografie gestolpert. Ein paar davon möchte ich hier kurz vorstellen…

Das erste ist „Digital fotografieren mit alten Objektiven“ von Bernd Kieckhövel. Ein Thema, das mich schon seit etwa 2005 beschäftigt. Der Autor hat sich die Mühe gemacht, umfangreiche Erfahrungen, die in verschiedenen Foren zu diesem Thema ausgetauscht werden zu sammeln und durch eigene zu ergänzen. Damit erhält der Leser sehr gute Hilfe für den Einstieg in diesen spannenden Teilbereich des Hobbys.

Wer seine Digitalkamera (zumindest sein höherwertiges Modell) besser kennenlernen möchte, der findet in Sam Josts „Manuell belichten mit der Digitalkamera“ eine unterhaltsame und lehreiche Anleitung, wie man auf den „P-Modus“ verzichten kann. Echt empfehlenswert!

Als nächstes ein Buch, dass sich als (Wieder-)Einstieg in die analoge Fotografie versteht: „Film ist nicht tot!“ von Dennis Skley. Fotografen mit mehr Erfahrung werden hier kaum etwas Neues finden, für Einsteiger in die Materie könnte es aber genau richtig sein.

Ebenfalls zum Thema „analoges Fotografieren“ möchte ich unbedingt auf zwei Bücher von Blogger und Vlogger Dennis Eighteen hinweisen: „Film is Un-dead“ und „Ernsthafter Spieltrieb: vom Fotografieren mit Toycameras„. Zwei E-Books, die ebenso unterhaltsam sind wie seine Videos und seine Begeisterung für diese Themen deutlich machen. Wer mit Passion über sein Hobby schreibt, dessen Text merkt man das an. Daumen hoch!

Abschließend möchte ich meine neueste Entdeckung vorstellen, auf die mich Bellamy Hunt (der JapanCameraHunter) aufmerksam gemacht hat: „FLAVR: Film lovers analogue visual reference“ von Gustav Kollar. Ein Buch, dessen Sinn viele vermutlich völlig in Frage stellen. Doch für Filmfotografen und Analogfans ist es eine wahr Fundgrube. Es werden zur Zeit erhältliche Filme anhand von Beispielfotos vorgestellt. So sieht man, welche Art von Fotos man von welchem Film erhalten wird. Ich finde das großartig!

 

 

 

 

Was waren denn das für zwei Wochen?

Erst kommen Influenza-Viren angeflogen und hauen mich völlig um. Nein, kein „grippaler Infekt“, mit sowas gebe ich mich doch nicht ab und auch keine „Männer-Grippe“, sondern eine „echte“ Grippe. Wer sowas mal hatte, erinnert sich an den Unterschied!
Und dann bin ich nach nur 1 1/2 Wochen wieder arbeitsfähig und zack steckt mich mein Töchterchen mit einer „Magen-Darm-Sache“ an. Zum Glück hat die bei mir nur 2 Tage gedauert. (Bei ihr war das leider etwas länger aktiv. Wie gerne würde man seiner Tocher sowas abnehmen.)

Wie auch immer, ich hatte daher leider keine Kraft, um auch nur irgendwas für mein Hobby zu machen und jetzt gerade fehlt mir die Zeit, da vieles einfach liegen geblieben ist und nun aufgeholt werden muss.

Sobald ich aber wieder etwas Licht am Ende des Tunnels sehe, kümmere ich mich auch wieder besser um meinen Blog. Versprochen!

 

„Fake News“? Nö, „Fake Leica“!

Nein, das wird kein Rant über die „Fake News“-Bewegung, die sich immer breiter zu machen scheint – wenn selbst die USamerikanische Regierung sich dessen bedient und seriöse Medien damit „abwatschen“ will, dann ist eine Grenze überschritten. Nein, das wird es hier nicht – obwohl es mir schon unter den Fingernägeln brennt, darüber zu schreiben. Sie merken das. Doch das gehört nicht in einen Foto-Blog.

Hier geht es auch um Fakes, aber um welche, die gerade (und wohl noch für einige Monate) im Leitz-Park in Wetzlar ausgestellt werden. Dort findet man ja wechselnde Ausstellungen und die derzeitige, von meinem Vorstandskollegen und Leica-Freund Lars Netopil aufgebaute und kuratierte, behandelt „Fake Leicas“. Ein, wie ich finde, hochspannendes Thema!

Da ich am letzten Wochenende nach Wetzlar zur Vorstandssitzung von Leica Historica musste durfte (und wollte), habe ich das natürlich mit einem erneuten Besuch im Leitz-Park verbunden. Ganz im Ernst, wer noch nicht dort war, sollte das schleunigst einmal nachholen. Es lohnt sich!

fakeleica1

Wo sonst kann man – völlig kostenlos – verschiedene Foto-Galerien, die Leica Geschichte und immer die eine oder andere interessante Ausstellung zum Thema „Leica“ anschauen?

In der „Fake Leica“-Ausstellung findet man Nachbauten (also keine wirklichen Fakes, da diese nicht die Bezeichnung „Leica“ oder „Leitz“ tragen) …

fakeleica7 … aus China…

fakeleica5… von Nikon …

fakeleica4… von Minolta…

fakeleica6… mit „Lunar“-Objektiv und zahlreiche andere.

Ebenso werden wirkliche Fälschungen gezeigt:

fakeleica3Von den dreisten russischen Fake-Versionen von Sondermodellen über völlig absurde „Leica“-Modelle, die nicht im Entferntesten Ähnlichkeit mit irgendeiner Leica haben…fakeleica2

… bis hin zu…

fakeleica9… überaus edlen Nachbildungen, wie dieser „Red Flag“ aus China, für die sogar Objektive 1:1 kopiert wurden…
fakeleica8
… und die heute zu extrem hohen Preisen (fünfstellige €-Beträge!) gehandelt werden.

Eine absolut lohnenswerte Ausstellung!

Selbstverständlich war danach noch Zeit für einen Espresso bei meinem Wetzlarer Lieblingsröster. (In Marburg gehe ich ja immer in die „Bohne„, in Wetzlar zu Kaffee Danin.)camcoffwetzlar

Die Fotos für diesen Artikel habe ich übrigens – Asche über mein Haupt – mit meinem Handy gemacht. 😉