Mal wieder Experimente…

Es ist inzwischen ja wohl bekannt, dass ich immer mal wieder gerne ein paar fotografische Experimente mache – sofern es die Zeit (die im Frühjahr/Frühsommer jedes Jahr zu knapp ist) zulässt.

Und tatsächlich habe ich vor ein paar Wochen etwas ausprobiert, was eigentlich jeder Sinnhaftigkeit entbehrt, was ich aber unbedingt einmal machen wollte.

Im Februar hatte ich von der Photax berichtet und warum ich sie gekauft habe. Allerdings auch darüber, dass sie einen heutzutage ungebräuchlichen Film nutzt. Was lag also näher als meine selbstgebastelte Film-Adapterlösung zu nutzen?

Film: AGFA Vista 200

photax1w photax2w

Ja, die Ergebnisse sind bestenfalls als “lomographisch” zu bezeichnen. Doch immerhin sind da Bilder bei rausgekommen. ;)

Ebenso, sozusagen “in einem Rutsch”, wollte ich die professionelle Adapter-Lösung in einem zweitem Lubitel-166-Exemplar verwenden, um herauszufinden, ob diese Lubitel denn etwas besser sei als mein erstes Exemplar. (Sie ist besser. Zumindest ein wenig.)

Erneut sind es eher lomographische Ergebnisse, aber so schlecht sind sie gar nicht mal geworden:

Film: AGFA Vista 200

Lubitel135_5w Lubitel135_4w Lubitel135_3w Lubitel135_1w

Entwickelt wurden die Filme über das Partnerlabor von dm. Es war auch hier ein Risiko, denn auf einem Kleinbild-Film sind das ja sowas wie Panorama-Aufnahmen, die in einem Großlabor trotz Anmerkungen ruck-zuck einmal verschnitten werden können. Bei beiden Filmen war nur ein Foto “gekürzt”. Und das Labor hat sogar versucht, Abzüge zu erstellen, was natürlich nicht wirklich funktionieren konnte. Perfekt ist das Ergebnis bei weitem nicht, doch besser als befürchtet auf jeden Fall.

Gescannt habe ich per SilverFast mit dem Epson 3200.

Analog-Fototreffen bei den Eisenbahnfreunden

Vor einiger Zeit kamen dann doch noch vier gute Freunde zum lange geplanten und mehrfach gekippten Analog-Fototreffen zusammen. Ursprünglich sah der Plan so aus:

  1. Treffen am frühen Sonntag-Nachmittag
  2. “Feierliches” Filmeinlegen des gleichen Films (Kentmere 400) in verschiedene Kameras.
  3. Ein, zwei Stündchen fotografieren gehen.
  4. Kaffee trinken.
  5. Nacheinander den Film entwickeln und zum Trocknen hängen.
  6. Abendessen.
  7. Die trockenen Negative einscannen und am TV gemeinsam bei einem Bierchen ansehen.

Nett, oder?

Leider haben uns Fortbildungen, Urlaubsplanungen, Hausumbau, Korrekturen und, und, und immer wieder einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist unfassbar, wie schwierig es ist, vier Vollzeit arbeitende Menschen zu einem Termin zusammen zu bringen – vor allem, wenn drei davon Lehrer sind und einer ein leitender Physiotherapeut ist (und auch noch ein sehr guter!).

Nun ja, in leichter Abänderung des ursprünglichen Plans, sah das Treffen dann so aus:

  1. Treffen am Sonntagmorgen.
  2. “Feierliches” Filmeinlegen des gleichen Films (Kentmere 400) in verschiedene Kameras.
  3. Für eine Stunde fotografieren.
  4. Nacheinander (für 3 von uns) den Film entwickeln und zum Trocknen hängen.
  5. Schnelles Mittagessen.
  6. Zügiges Auseinandergehen, um zurück an die Arbeit zu kommen.

Meine Film nahm ich noch in der Kamera mit nach Hause, einen Film konnte ich trocken mitnehmen und die beiden anderen bekam ich am nächsten Tag, um die Negative einzuscannen.

Wir nutzen folgende Kameras:

  • Markus fotografierte mit seiner Canon EOS 50e und dem EF 1.8/50,
  • Sebastian mit seiner Canon EOS 500N und zwei oder drei Objektiven,
  • Sebbi mit seiner Canon EOS 500N und soweit ich weiß einem oder zwei Objektiven und
  • ich fotografierte mit meiner Nikon F90x, einem Nikkor 2.8-4.0/24-85, einem Sigma 12-24 und einem LensBaby.

Leider waren die Ergebnisse in drei von vier Fällen nicht so schön wie erhofft. Das ist sehr bedauerlich, wollte ich doch bei den Jungs eine Begeisterung für die analoge Fotografie wecken. (Den gehässigen Kommentar, dass nur die Nikon wirklich gute Fotos machte, unterlasse ich an dieser Stelle. ;) )

In einem Fall (bei Sebastian) hatten wir es vermutlich mit Lichteinfall im Wechselsack zu tun. Bei Markus und Sebbi lag es vermutlich an der Qualität des Wasser, mit dem wir den Entwickler (Adonal) ansetzten. Womöglich war auch das Rezept, dass wir in einer Datenbank für die Kombination Rodinal/Kentmere 400 fanden, nicht optimal und die Entwicklungszeit war etwas zu kurz, denn als ich jetzt (endlich) meinen Film entwickelte, änderte ich nur zwei Faktoren: Ich nahm das Wasser aus unserer Leitung (nicht das aus der von Sebbis Haus) und ich entwickelte den Film für 9:00 min bei 20°C und nicht für 7:30 min bei ca. 21°C. Meine Fotos sind m.E. absolut in Ordnung. Der Kentmere 400 in Adonal/Rodinal ist sicherlich nicht für seine Feinkörningkeit bekannt, doch dafür wird der Film sehr scharf entwickelt. Und da ich Korn bei S/W sehr mag, gefällt mir diese Kombination sehr gut, man sollte ihn in Rodinal nur etwas länger entwickeln als das meist angegeben wird.

Kommen wir nun zu ein paar der Fotos, die auf dem Geländer der Eisenbahnfreunde Treysa entstanden sind (die uns für die Fotoerlaubnis mal eben um €20,- erleichtert haben. Aber OK, sie müssen auch sehen, wo sie ihr Geld herbekommen)…

Markus:

Sebbi:

Sebastian:

Danke für die Erlaubnis, die Bilder hochzuladen, Jungs!

Und hier meine Auswahl:

Ich hoffe nun nur, dass den Jungs nicht endgültig die Lust am Analogen vergangen ist und das wir das nochmal wiederholen können – dann aber wie im ursprünglichen Plan vorgesehen mit deutlich mehr Zeit!

Zum Abschluss noch eine Situation, wie sie bei solchen Treffen typisch sind:

Dieses Foto (von Markus gemacht):

mb01

Ist so entstanden (von mir aufgenommen):

cs02

Spaß hat’s – natürlich – mit euch dennoch total gemacht, Jungs. Trotz der Hetze. ;)

“Sammler” oder “Nutzer”?

Mensch, du hast so viele Objektive und Kamera. Warum nur?

>> “Weil es Teil meines Hobbys ist. Aber so viele habe ich ja gar nicht.”

Woher kennst du denn all diese Objektive? Hast du die etwa alle zuhause stehen?

>> “Nein. Jedenfalls nicht mehr.”

Ja, es ist wahr. Durch meine Hände sind im Laufe der letzten 15 Jahren deutlich über 250 Objektive gegangen. (In den 15 Foto-Jahren davor besaß ich nur drei Objektive.*) Doch nie hatte ich eine derart große Anzahl an Objektiven gleichzeitig zuhause.
Die Zahl 250 setzt sich zusammen aus:

  • Objektiven, die ich noch immer besitze (ca. 50),
  • Objektiven, die ich mal hatte aber inzwischen wieder verkauft oder verschenkt habe (ca. 150),
  • Objektiven, die mir (Foto-)Freunde für eine Weile ausgeliehen hatten (ca. 30) und
  • Objektiven, die ich von Herstellern (Zeiss, Nikon, Sony und Olympus) für Testzwecke erhalten habe (ca. 20).

Ich besaß also nie diese 250 Objektive – da hätte sogar meine überaus verständnisvolle Frau wohl die Scheidung eingereicht – ich habe aber mit über 250 Objektiven an über 50 unterschiedlichen Kameras fotografiert.
Daher kenne ich so viele “Linsen” und Kameras.

Irgendwie bist du ja doch ein Sammler.

>> “Aber nur irgendwie.”

Denn ein Sammler sammelt i.d.R. nach einem Gebiet: z.B. Kameras von Agfa, Objektive von Leitz/Leica, Kameras der 60er Jahre, Objektive aus deutscher Produktion usw.
Meine Sachen stammen aus aller Herren Länder, aus vielen Epochen und gehören zu zahlreichen Systemen. Ich sammle nicht, ich kaufe – und verkaufe. Immer dann, wenn ich – meist im Internet, in Kamera-Büchern oder alten Foto-Magazinen lesend – auf etwas Interessantes stoße, wird der Jagdinstinkt danach geweckt und ich fange an zu stöbern: auf Online-Auktionsplattformen, in Foren, in Zeitschriften o.ä.
Oft finde ich dann auch das Objekt der Begierde, leider nicht so oft zu einem Preis, den ich auch bereit bin zu zahlen. Dann braucht es Geduld. Irgendwann kommt dann doch ein gutes Angebot und ich schlage zu.

Dann, nach einer endlos langen Versandzeit ;), halte ich das ersehnte Objekt in den Händen und kann kaum erwarten, es auszuprobieren. Ob ich es behalte oder wieder verkaufe – meist mit Verlust, aber das ist OK, denn ich bin ja kein Händler, der Gewinn machen möchte, sondern dann doch ein Nutzer, der Spaß an den Sachen hat – hängt maßgeblich von vier Faktoren ab. Ich behalte etwas nur dann, wenn zumindest eine dieser Voraussetzungen erfüllt ist:

1. Ich mag das ein Teil sehr. Es ist ein tolles Objektiv, eine sehr gute Kamera etc.
2. Es war ein Geschenk für mich. Dinge, die man mir geschenkt hat, verkaufe ich nicht.
3. Ein Objektiv passt als eines von wenigen (oder als einziges) an eine bestimmte Kamera. Oder anders herum.
4. Es hat etwas ganz Besonderes, vielleicht auch nur aus historisch-nostalgischer Sicht.

Trifft nichts davon zu, verkaufe oder verschenke ich das gute Stück wieder. Manchmal ändert sich auch die Einschätzung und so geht dann ein Teil weg, von dem ich noch im Jahr zuvor geschworen hätte, es nie wegzugeben.

Ein paar Beispiele:

Nikkor-H 1.8/85  Meyer Trioplan 2.8/100 MIR-24N 2.0/35
1. Ja 1. Nein 1. Ja, aber mein Nikkor
2.0/35 kann ich besser nutzen
2. Nein 2. Nein 2. Nein
3. Nein 3. Nein 3. Nein
4. Ja 4. Für mich: nein 4. Nein
>>> Bleibt! >>> Habe ich verkauft. Wird verkauft, aufgrund
der Einschränkung unter 1.

So halte ich das. Und so komme ich sehr gut damit klar. So würde ein “Sammler” aber nie denken.
Und da ich außerdem eigentlich alle meine Sachen mehr oder weniger regelmäßig nutze, wird deutlich, dass ich KEIN Sammler bin, sondern vielmehr ein “Nutzer”, der aber nicht nur ein System verwendet, sondern Spaß daran hat, viele verschiedene Sachen auszuprobieren.

Im Übrigen habe ich in den letzten Jahren gar nicht wenige Menschen kennengelernt, die ganz ähnlich vorgehen. Ich bin also bei weitem kein Exot. ;)

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* Ein Rikenon 3.4-4.5/35-70, ein Pentax-M 2.8/28 und ein Pentax-M 1.7/50.

Hessen im Mittelformat…

Endlich!
Endlich habe ich die Negative des Portra 160 zurück, mit denen ich in Marburg und im Hessenpark fotografiert habe.
Endlich hatte ich heute auch die Zeit (“Brückentag” sei Dank!) die Fotos einzuscannen – wenn auch nur “quick’n’dirty”.

Deshalb gibt es jetzt mal wieder einen Foto-Beitrag.

Kamera: Pentax 645645vega12
Objektiv: Vega-12 2.8/90
Film: Kodak Portra 160
Scanner: Epson 3200 Photo mit SilverFast

Im Hessenpark bei Neu-Anspach stehen, sitzen und liegen seit einiger Zeit überlebensgroße Figuren, die ich wirklich toll fand. Da bei solchen Portraits auch keine Modellverträge abgeschlossen werden müssen, habe ich einmal versucht, den typischen Mittelformat-Effekt einer deutlichen aber sanften Freistellung herauszukitzeln:

Hessenpark1w

Auch bei Ganzkörper-Portraits funktioniert das:

Hessenpark4w

Der Effekt wird natürlich reduziert, wenn der Hintergrund sehr nahe am Sujet ist:

Hessenpark2wAber die Schärfe und die Auslösung sind beeindruckend (was sich online hier im Blog nur andeuten lässt).

Kommen wir nun zu Marburg. Als ich vor ein paar Wochen ein wenig vor einem Treffen warten musste (und ich vorsorglich mal die Kamera eingepackt hatte), habe ich in der Oberstadt nach Motiven gesucht.

Marburg ist ein wirklich schönes Städtchen…

Marburg6

… mit vielen wundervollen Details:

Marburg4

Marburg2

Als ich diesen kleinen Durchgang fotografierte und mich einfach nur herumdrehte, bemerkte ich aber, dass leider auch hier ein paar Minderbemittelte ihre “Werke” hinterlassen mussten:

Marburg5

Wenn Graffiti wenigsten schön und/oder lustig ist, kann man sich daran ja noch erfreuen. Aber so?Marburg3Nun ja, Deppen gibt es wohl überall. Sogar in Marburg.

Was habe ich – außer dieser Feststellung – für mich geschlossen?

  • Ich liebe den Kodak Portra 160 mit seiner sanften Farbgebung!
  • Mittelformat (mit der Beschränkung auf 15 Fotos pro Film) inspiriert mich. Zumindest zur Zeit. ;)

Im Moment habe ich einen Fujifilm fertig fotografiert und einen alten Kodak Vericolor in der Pentax. Bin sehr gespannt…

Wegweiser durch die Filmentwicklung

Nein, leider habe ich im Moment keine Zeit, meinen eigenen Wegweiser zu schreiben – obwohl ich dafür ja schon so ein paar Ideen hätte. Es gibt aber eine Menge an “how-to-do”s im Internet zu finden. Drei davon möchte ich hier kurz vorstellen:

1. Für die ersten Erklärungen

Für jemanden, der ganz neu (oder nach einigen Jahren wieder) in die Filmentwicklung einsteigt, dem sei diese Seite ans Herz gelegt: Fotofilme selbst entwickeln

Allerdings konzentriert sie sich auf die Entwicklung von Farbnegativen.

2. Umfangreiche Informationen

Auf dieser Seite: Der Negativentwicklungsprozess findet man hingegen so ziemlich alles, was man zur S/W-Entwicklung wissen muss. Es lohnt sich auch, dort noch etwas weiter herum zu stöbern!

3. Experimente

Und wer seinen Farbnegativ als S/W-Film entwickeln möchte (Nein, bitte jetzt nicht fragen, warum das jemand wollen sollte), der schaue auf diese Seite: Farbfilm in Schwarz-Weiß-Entwickler entwickeln

Genau das werde ich demnächst auch mal ausprobieren.

“Steampunk”-Leica ;)

(Scroll down to find a mediated text in English.)

Ja, ich stehe auf “retro” und ich stehe total auf “Steampunk“-Design. Das hat was.
Und was ich hier für eine Weile zuhause habe, ist irgendwie eine Kombination aus beiden.

Henry Feddersen, Fotofreund, Besitzer des Digicamblub und einer der besten Linsen-Bastler Deutschlands, hat mir für meine M8 ein selbstadaptiertes 50er zukommen lassen, auf dass ich es mal durchteste.

LeicaM8VLa

Es handelt sich dabei um ein Schneider-Kreuznach Componon-S 2.8/50 Objektiv für einen Kleinbildvergrößerer, das mithilfe eines von Henry entwickelten Fokussystems an die M-Leica angepasst wurde. Die Krönung des Ganzen ist die integrierte Kupplung für den Messsucher-Entfernungsmesser der M! Man muss also nicht, wie bei vielen an die M8 adaptierten Linsen, die Entfernung schätzen, sondern man nutzt – wie mit Leica-M-Objektiven auch – den Messsucher.

Der geneigte Leser mag sich nun fragen: “Warum macht man sowas?”

Die Antwort ist die gleiche, die ein Bergsteiger gibt, wenn er gefragt wird, warum er auf Berge steigt: “Weil sie da sind. Und weil der Mensch eine Herausforderung braucht!”
Im Falle des Componon-S gilt aber zusätzlich, dass es ein richtig gutes Objektiv ist, welches um einiges günstiger zu finden ist als ein durchaus vergleichbares Leitz Elmarit-M 2.8/50. Lediglich die Blendenlamellen schließen in einer ungewöhnlichen Form, in einem fünfeckigen Stern, was man aber durchaus für Bokeheffekte nutzen kann.

Die Feddersensche Konstruktion basiert auf dem ebenfalls von ihm entwickelten VNEX, mit dem es möglich ist, allerlei Objektive an Systemkameras zu adaptieren.

LeicaM8VL2

Hier ist die Fokusschnecke zu erkennen, die es ermöglicht, das Componon zu fokussieren. Die Rändelschraube, die neben den Silberringen ein wenig zum “Steampunk”-Design beiträgt (ja, es wäre noch mehr “Steampunk”, wenn alles aus Messing oder Bronze wäre ;) ), dient der Arretierung des Objektivs im System.

LeicaM8VL1

Ich muss sagen, da hat Henry mal wieder ein Glanzstück abgeliefert. Ich freue mich schon auf die nächsten Wochen, in denen ich das System an meiner M8 ausprobieren darf.

(ENGLISH)

Yes, I’m into “retro”. And I am totally into “steampunk” as well. There is something to it.
What I’ll have here for a while is a blend of both – to a certain extent.

Henry Feddersen, photo-friend, owner of digicamclub.de and surely one of the best lens tinkerers in Germany, has sent me this DIY-converted 50mm for my M8 and has asked me to test it a little.

This lens is a Schneider-Kreuznach Componon-S 2.8/50 for format 135 enlargers and has been adjusted to an M-Leica by using a focus system developed by Henry. What is special about it is the coupling to the rangefinder of the Leica camera. You don’t have to guess the distance when shooting with it, you can focus by looking through the rangefinder window – just like with regular M-lenses.

Now, you might ask: “Why do they do that?”

The answer is similar to the one a mountaineer provides when asked why he climbs up montains: “Because they are there. And mankind needs challenges!”

For the Componon-S there is another point: it’s a really good lens which can be found considerably cheaper than the comparable Leitz Elmarit-M 2.8/50. Just the aperture blades close to a weird shape, a pentagonal star. You can, however, use that for those peculiar bokeh effects if you want.

The Feddersen construction bases on the VNEX-system, which was also developed by Henry some years ago in order to adapt a multitude of different lenses to mirrorless digital system cams.

One of the pictures shows the helicoid that makes it possible to focus the Componon. The knurled screw at the side, that serves for the locking mechanism of the enlarger lens, gives it a steampunk look (which would have been much stronger of course if everything would be in brass or bronze ;) ).

I need to admit that Henry has once again delivered. I am definitely looking forward to test that ingenious system on my M8!

“Willkommen im Meer”

Unbedingt kaufen! Unbedingt lesen! Unbedingt weiterempfehlen!

http://www.amazon.de/Willkommen-im-Meer-Kai-Eric-Fitzner/dp/1505428777/

Das Buch ist klug, witzig und tiefsinnig zugleich.

Der Autor (Kai-Eric Fitzner) ist ein Studienfreund von mir und es geht ihm im Moment gesundheitlich wirklich nicht gut. Jedes Buch, das verkauft wird, unterstützt seine Familie.

Inzwischen hat es – durch eine außergewöhnliche Social-Media-Kampagne von Kais Freunden – das Buch auf die Nummer 1 der Bestsellerliste von Amazon geschafft! Ich wette, dass all die Verlage, die Kai damals abgeschmettert haben, sich nun schwarz ärgern. Hoffentlich!

Ich habe Kais Buch 2011 gelesen und auf Amazon eine Rezension veröffentlicht:

Seit langem habe ich mich nicht mehr so unterhalten gefühlt beim Lesen eines Romans.

Gerne würde ich mich mit dem Autor darüber unterhalten. Einzelne Charaktere finde ich umwerfend gut (“Mutter”), andere etwas in literarischer Freiheit überzeichnet (Meinhardt – ein “telling name?”).

Wenn der Text hin und wieder in eindimensionale, beinahe platte Phasen abzuschlittern droht, so kommt unmittelbar eine Wende und es entsteht daraus eine profunde Anregung für den Fortgang der Geschichte und die eigenen Gedanken. Das finde ich großartig!

Überhaupt hat mich die Lektüre des Buches mehrfach, so häufig wie selten ein Buch dieses Umfangs, zum Nachdenken angeregt. Es stecken sehr viele weise Aussagen darin.

Nicht nur die Hauptaussage, die mit der Überraschung für Tim zusammenhängt, bietet sich für intensive Diskussionen an (Was wäre, wenn keine so mächtige weil reiche Schwiegermutter hinter ihm stünde? Wäre er dann nicht tatsächlich in den von ihm so verabscheuten Sachzwängen gefangen? Soll es Mut machen? etc.), nein, auch die vielen kleinen Philosophien, die sich im Text verstecken, sind äußerst anregend.

Es hat mir auf jeden Fall enorm viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich bin sicher, es ist in der Lage, den Leser zu verändern. Ich jedenfalls habe wieder angefangen über meine Situaton nachzudenken und mich selbst dabei ertappt, mich solchen Sachzwängen nur allzu leicht hinzugeben und sie zu akzeptieren. Ob ich etwas zu ändern vermag, kann ich nicht sagen, doch alleine wieder einmal darüber nachzudenken und sich dieser Situation bewusst zu werden, ist schon viel wert, nicht wahr?

Es lohnt sich wirklich!

Perfektes Timing!

Vor gut einer Woche berichtete ich davon, dass mein MF-Set nun bald komplett sei – und (in den Kommentaren) davon, dass der Verkäufer des MIR-26 mir die falsche Version des Objektivs geliefert hat (da sehe ich schon einen EBAY-Fall, denn bisher hat er nicht auf meine Nachrichten geantwortet). Mitte der letzten Woche habe ich dann eine Alternativ-Lösung gefunden, die mir bisher immer zu teuer war: das Zeiss Flektogon 4/50 (das an der Pentax 645 in etwa einem 28er am Kleinbild entspricht).

Heute bereits ist es  – und damit perfekt für das morgige “Analog-Revival-Treffen” getimed – bei mir angekommen. Respekt! Das ging flott. Das Flektogon ist zudem in einem sehr guten Zustand. Klasse!

645zeiss50

Jetzt ist mein 6×4.5-Set wirklich komplett!

645set1

Neben dem ausgezeichneten “Universal-Portrait-Zoom” Pentax-A 4.5/80-160 und der lichtstarken Normalbrennweite Vega-12B 2.8/90 rundet nun das Carl Zeiss Jena Flektogon 4.0/50 das Set im Weitwinkelbereich ab. (Dir Frontlinse ist echt ein Monster! 86mm!!)

645set2

Das Vega und das Zeiss sind Pentacon SIX Objektive, die ich sogar an meine DSLRs und Systemkamera adaptieren kann, den passenden Adapter hatte ich bereits. (Für das Pentax-Zoom ist mir der Adapter zu teuer.)

645vega12

Obwohl wir morgen ja auf S/W-Kleinbild-Film fotografieren und die Rollen anschließend direkt entwickeln wollen, kommt das Set mit. Niemand der Fotofreunde, die ich morgen treffe, hat je auf Mittelformat fotografiert. Das wird für sie sicher spannend!

Manchmal läuft es schneller als man es erwartet. (Zumal gerade der Paketdienst geklingelt und den DIN A3-Drucker geliefert hat, den wir frühestens für Montag erwartet haben. ;) )

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Hier gibt’s ein paar Infos zu den Pentacon SIX Objektiven…

Der Zauber des Imperfekten…

… die Ästhetik des Fehlers.

Ich erwische mich immer öfter dabei, ein Bild, das auf der Suche nach Perfektion gemacht wurde, eher langweilig zu finden. Fotos, die strikt (und man mag sagen unflexibel) den altbekannten “Regeln” folgen, wirken zwar harmonisch aber oft auch zu glatt gebügelt. Sie haben selten Kanten, an denen ich mich stoßen kann, die mich aber länger in der Betrachtung verweilen lassen.
Das soll nicht heißen, dass ich Fotos, die von Kompositionsfehlern nur so strotzen bevorzuge oder dass jedes Bild bei mir unscharf sein muss. Absolut nicht! Doch wenn ein Foto sehr ausdrucksstark ist, stört mich eine leichte Unschärfe nicht.

Hier ist das Verwischen ein maßgeblicher Bestandteil der Bildwirkung.

Hier ist das Verwischen ein maßgeblicher Bestandteil der Bildwirkung.

Ebenso wenig muss ein Gesicht auf einem Portrait immer im Goldenen Schnitt liegen, nein, es kann auch zentral passen.

Aufgrund der besonderen Dynamik des Ausdrucks hier war es für mich geradezu unabdingbar, das Gesicht zentral zu positionieren.

Aufgrund der besonderen Dynamik des Ausdrucks hier war es für mich geradezu unabdingbar, das Gesicht zentral zu positionieren.

Gleiches gilt natürlich nicht nur für Portraits:

Das Riesenrad ist ja total mittig. Ja, und? Warum denn auch nicht?

Das Riesenrad ist ja total mittig. Ja, und? Warum denn auch nicht?

Muss denn das eigentlich zu erwartenden Hauptsujet immer scharf angebildet sein? Nein, keineswegs, denn nicht die Personen sind der Kernpunkt dieses Bildes sondern die Bank.

1885-chillymarburg06

Und eine korrekte Belichtung des Sujets kann durch eine hochkontrastiges Spiel von Licht und Schatten ersetzt werden:

Die Personen sind eigentlich zu dunkel, aber mit war hier das Gegenlicht und der Schattenwurf viel wichtiger.

Die Personen sind eigentlich zu dunkel, aber mir war hier das Gegenlicht und der Schattenwurf viel wichtiger.

Manchmal ist gerade der Aspekt eines Fotos, den andere bemängeln würden, für mich der interessanteste.
Nichts für Ungut, aber der 10.000ste perfekt nach den Regeln belichtete und komponierte Sonnenuntergang ruft bei mir nur ein gelangweiltes Gähnen hervor und das 50.000 Blümchen aus dem eigenen Garten – sei es auch noch so hübsch – lässt mich ganz schnell weiterblättern, -scrollen oder -klicken.

Lobsien, Olk und Münchberg schreiben in ihrer Abhandlung “Vollkommenheit: ästhetische Perfektion in Antike, Mittelalter und früher Neuzeit” (2010): “[Es] ist der formale Imperativ nicht die Annäherung an Perfektion, sondern das Prinzip der varietas, die Mischung von […] Durchgeistigtem und Grobem, von niederem und hohem Stil […] Es entspricht dieser Option für die Imperfektion des Irdischen […]” (S. 115)*

Ein kleiner Teil, der rauh, grob oder regelbrechend daherkommt und sich ins Bild einschleicht, weckt Interesse und Aufmerksamkeit beim Betrachter. Auf Fotos kann das auch eine Vignettierung sein oder ein Filmkorn. Beides ist in der Lage den Eindruck von Authentizität zu erhöhen. Ich entwickle meine S/W-Filme eigentlich nie in Richtung FineArt, sondern immer kontraststark und mit deutlichem Korn (also etwas länger und in etwas wärmeren Entwickler als gemeinhin empfohlen).

Dieses Foto (es ist nur ein starker Ausschnitt) meiner Frau finde ich großartig, obwohl es in diesem Crop objektiv für ein Portrait ein zu starkes Korn zeigt. Ihr zauberhaftes Lächeln wird davon aber nicht beeinträchtigt.

Niki

Das Korn erzählt vielmehr für mich von der Situation, in der ich das Foto gemacht habe – ein völlig spontaner “Schappschuss” in unserem Esszimmer, im Halbdunkeln durch die Rollos von der hell scheinenden Sonne draußen abgeschattet. Die Kinder spielten im Garten und wir scherzten und alberten herum, als ich sie lachen sah und schnell die Kamera nach oben riss, um das Foto zu machen.

Wie hier im Blog bereits beschrieben, bin ich Amateur im eigentlichen Sinne. Ich fotografiere, weil es mir unglaublich viel Spaß macht. Ich muss keine Fotos machen, die meinem Auftraggeber zusagen, sondern kann die machen, die mir gefallen. Da sehe ich mich in einer überaus luxuriösen Lage. Doch auch Profis, die selbstbewusst genug sind, hier und da die Dinge so durchzuziehen, wie sie es möchten, begeben sich gelegentlich genau dort hin: so wie Paul Ripke bei der WM – für mich eines der besten Fotobücher der letzten Jahre. Man sieht den Bildern an, dass Ripke diese Momente ebenso magisch fand wie wohl alle deutschen Fußballfans und sein Tun dort einfach nur genossen hat! **

Sicherlich wagt man sich, wenn man solch einen Weg, den Pfad des “es-muss-mir-gefallen” geht, in unsicheres Terrain. Man setzt sich offener der Kritik anderer aus als man es tut, wenn man sich an “die Regeln” hält. Doch schon Umberto Eco, den ich sehr verehre, schreibt in seinem Buch “Die Geschichte der Schönheit” (2004):

“Das, was schön ist, wird durch die Art und Weise definiert, in der wir es erfahren, und man analysiert das Bewußtsein [sic!] desjenigen, der ein Geschmacksurteil äußert. Die Diskussion über das Schöne verschiebt sich von der Suche nach Regeln zu seiner Hervorbringung […] zur Betrachtung der Wirkungen, die es hervorruft […]” (S. 275)

Seit dem 18. Jahrhundert gilt, gemäß Eco, dass die “Rechte des Subjekts die Erfahrung des Schönen völlig zu definieren beginnen” (ebd.). So sehe ich das auch für meine Fotografie.

Regeln sind eine nützliche Sache, wenn man anfängt, sich mit gestalterischen Elementen zu befassen. Es sollte aber der Zeitpunkt kommen, an dem man – die Regeln kennend – sich bewusst von ihnen entfernt, um durch eine kleine Imperfektion dem “Auge was zu kucken” zu geben (wie es Freund von mir neulich so treffend formulierte).
Nicht ohne Grund finden viele Fotografen gelegentlich den Weg zurück zum analogen Bild, nicht ohne Grund lebt die Lomographie wieder auf, nicht ohne Grund sind Retro-Apps bei Handy-Fotos so beliebt. An der Goethe-Uni Frankfurt läuft dazu derzeit sogar ein Dissertations-Projekt: “Zur Ästhetik des Imperfekten. Analoge Artefakte, digitale Simulakren und  die Re/Auratisierung des Virtuellen“.

“So denn”, mag man ausrufen: “macht euch ans Werk!”
Zücken Sie die Kameras, ganz gleich ob analog oder digital und zeichnen Sie die Wirklichkeit auf so wie Sie sie sehen und nicht, wie andere es Ihnen sagen. Dabei wünsche ich viel Mut und ganz viel Spaß!

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* Lobsien,Olk und Münchberg beziehen das zwar auf die Werke von Baccaccio und Dante, mir scheint das aber auch für die Ästhetik der Bildsprache treffend.

** Auch Ben Bernschneider zieht “sein Ding” durch.

P.S.: Beim “Weltenschummler” habe ich einen sehr netten Artikel gefunden, der sich auch mit diesem Thema beschäftigt.

Mittelformat im Hessenpark

Na, wenn das kein “retro” ist. ;)

Gestern kamen ein paar Leica-Freunde zu ihrem alljährlichen Treffen im Hessenpark zusammen. Das hat inzwischen eine über 10jährige Tradition und ich war natürlich auch dabei. Im Leica-Forum wird darüber berichtet. Die Zeit vertreibt man sich dabei mit Fotos machen, Kameras und Objektive “begrabbeln”, Kaffeetrinken und vor allem damit, sich überaus nett zu unterhalten.

Collage

Einige meiner Fotos, die mit der Nikon Df oder der Leica M8 entstanden sind.

Das Angenehme an diesen Treffen ist auch, dass obwohl alle irgendwo Leica-Fans sind, viele auch gerne mit anderen Kameras fotografieren und daher keine anderen Marken ausschließen. Es sind eben keine Dogmatiker, sondern Menschen, die gerne Fotos machen und zwar mit Apparaten, die ihnen Spaß bereiten.

Also nutzte ich die seltene Gelegenheit eines freien Tages (es war übrigens mein erster freier Tag nach 27 Arbeits-Tagen in Folge!), um die Pentax 645 mal an die frische Luft zu bringen. Und um das Ganze auch zu einem kompletten Erlebnis zu machen, fotografierte ich auf einem S/W-Film, einem (leicht abgelaufenen) Rollei R3, den ich selbst entwickeln und einscannen konnte.

Hier nun einige der Fotos aus der 15er-Rolle.

Belichtet auf ISO 320 in der Pentax 645 mit dem Pentax-A 4.5/80-160 bzw. dem Vega-12B 2.8/90, entwickelt in Kodak D-76 (stock, 11 min bei 22°C und minütlicher Agitation), fixiert in Tetenal Superfix Plus, “quick’n’dirty” Scan mit dem Epson 3200 und Tonwertanpassung per Photoshop CC.

Diese Bilder sind keineswegs “besser” als diejenigen, die ich mit meinen Digitalkameras mache, aber es ist schon ein tolles Gefühl, komplett alleine für diese Bilder verantwortlich zu sein. :)