Die nächsten DIY-Projekte…

… stehen fest.

Das erste Projekt habe ich heute begonnen. Es geht darum, Fotos auf Holz zu übertragen. Nachdem ich darüber einige Seiten im Internet gefunden hatte, habe ich mir das Gel und den Kleber bestellt und heute einen ersten Versuch gewagt. Morgen werde ich sehen, ob das was geworden ist.

Als nächstes – mal sehen, wann ich dazu die Zeit finde – möchte ich die Negative aus den Fotos gewinnen, die ich auf dem Fuji FP-100C gemacht habe:

 

 

Und schließlich sind die Negative von den Impossible Sofortbild-Filmen dran:

Bin sehr gespannt, ob das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle…

“Schnappschuss”

Kennen Sie das? Sie machen Fotos, die eigentlich nicht viel mit der klassischen Portrait-Situation zu tun haben und plötzlich erkennen Sie eine Möglichkeit, gewissermaßen “nebenbei”, per Schnappschuss, ein Portraitfoto zu machen, das Sie sich kaum hätten besser ausdenken können.

So geschehen im Dezember während einer kleinen Dokureihe über ein CrossFit-Team-WOD in der IronRock-Box in der Nähe von Marburg. (Seit etwa 1/4 Jahr trainiere ich selbst dort und habe dies bereits hier und da mit meinem Foto-Hobby verbunden.)

Carsten3FB
Ja, diese Hantel ist deutlich schwerer als eine Kamera. Aber andererseits waren das auch nur 60kg, also gewissermaßen “Peanuts”. ;)
TeamFB
Der Autor dieses Blogs und Fotograf an diesem Tag ist ganz links auf dem Bild zu sehen, sozusagen in “zivil”. ;)

Wie auch immer, kommen wir zurück zum eigentlichen Grund für diesen Artikel:
Beim “Bring-a-Friend“-Team-WOD im Dezember hatten wir einige Gäste in der Box, die als Freunde von unseren Athleten mitgekommen waren.
Genau da passierte es. Eine dieser Gäste war eine junge Frau, die, wie sich später herausstellte, Moderation bei einem hessischen Radiosender ist und die sich tapfer durch die Übungen arbeitete. Und dennoch bemerkte sie mich, wie ich mit meinem 80-400 an der Df durch die Box schlich, um die Athleten – eigentlich unbemerkt aus größerer Distanz – abzulichten. Bei dem folgenden Blick über die Schulter musste ich einfach auslösen:

KirstenRC
Lieben Dank, Kirsten, für das OK, das Bild hier zeigen zu dürfen!

Jetzt mal ehrlich, diesem Bild sieht man doch wirklich nicht an, dass es als Schnappschuss entstanden ist und dass Kirsten sich kurz zuvor mit Burpees, Sit-Ups und Pull-Ups gequält hat, oder?

Schlussfolgerung: CrossFit macht nicht nur fit, sondern auch noch attraktiv! :)

Eine “Königin”…

Warum “Königin”? Nun, aus gleich mehreren Gründen:

  • Sie fotografiert im “Königsformat” 6×7 (exakt 56 x 69 mm).
  • Sie ist überaus elegant und edel.
  • Sie steht über den kleinen Dingen des Alltags.
  • Sie liefert in ihrem Bereich grandiose Leistungen, ist aber nicht bereit, sich für alles anzubieten.
  • Es macht sich ein Gefühl der “Klasse” (und der “Klassik”) breit, wenn man sie nutzt.

Vor etwa drei Wochen (“Kinder, wie die Zeit vergeht!”) habe ich bereits auf sie hingewiesen. Und nun ist der erste Film entwickelt zurück – und der zweite, diesmal ein Fuji Superia X-Tra 400 ist geladen.

Es geht um die Mamiya 7:

Mam7a

Ein überaus großzügiger Fotofreund hat mir diese Kamera mit einem Mamiya N 4/80 für eine Zeit lang zur Verfügung gestellt. Ich weiß zwar nicht, ob er das aus reiner Großherzigkeit gemacht hat oder hofft, mich derart davon zu begeistern (“anzufixen”), dass ich mein Konto plündere und ihm diese Kamera abkaufe ;). Mittelfristig möchte er sich von der “7” trennen. Wer also Interesse an diesem Traum hat, der kann sich bei mir melden. Ich vermittle dann.

Und im Ernst, wenn man mit der Mamiya fotografiert, dann kriecht in einem dieses altbekannte “Habbe-wolle”-Gefühl hoch, die Vorstellung vor dem inneren Auge, wie es wäre, für immer mit dieser Kamera fotografieren zu können. Aber nein, unsere diesjährigen Projekte rund ums Haus fordern jeden Euro. Daher gilt für mich das 2016er Motto: “Keine großen Sachen.” (Film, Entwickler, Objektivdeckel usw. sind erlaubt.)

Wie auch immer. Kommen wir wieder zurück zur Kamera.

Die Mamiya 7 ist eine Mittelformat-Messsucherkamera. Das alleine bringt ihr schon den Stempel “selten”, denn die meisten Mittelformat-Modelle sind SLR– oder TLR-Kameras.
Hier und da findet man eine Rollfilm-Kamera, die zum Fokussieren einen Messsucher (ähnlich wie der, der in einer Leica M zu finden ist) nutzt: meine Moskva-5 hat z.B. einen (wenn auch sehr rudimentären) und die fantastische (aber sehr teure) moderne Voigtländer Bessa III hat auch einen (extrem guten). Die Mamiya 7 bietet einen Messsucher, der sich nicht vor dem in meiner Leica M6 verstecken muss!

Mam7e

Der Sucher ist mittelformattypisch sehr groß, zudem sehr hell und der Messsucher arbeitet sehr präzise, was bei dem hohen Freistellungspotenzial des Mittelformates auch wichtig ist. Das “Normal”-Objektiv (80mm entsprechen bei 6×7 einer leicht weitwinkligen Standardbrennweite ~ ca. 38mm) hat zwar “nur” eine max. Lichtstärke von f/4, doch was die Möglichkeiten, mit knapper Schärfentiefe zu spielen angeht, ist das vergleichbar mit Blende f/2.0 auf Kleinbild. Das Mamiya 4/80 entspricht dahingehend demnach in etwa einem “2.0/38” an einer 24x36mm-Kamera. Das sind sehr vielseitige Parameter, wie jeder weiß, der schon einmal mit einem 2.0/35 an seiner Spiegelreflex fotografiert hat.

Mam7c

Rechnung (Annäherung): Die diagonale Bildgröße bei Kleinbild beträgt ca. 43mm, die des 6x7-Formates etwa 89mm. Der "Crop-Faktor" errechnet sich demnach auf ca. 0,48, was bei 80mm ein Brennweitenäquivalent von etwa 38mm und bei f/4 einen Blendenäquivalent von etwa f/1.9 ergibt.

Die schlechtere Lichtstärke kann man durch die Wahl eines Films mit höherer Empfindlichkeit ausgleichen, denn die Körnung wird im Format 120 nicht so deutlich wie bei einem Format 135 Film, da man für Abzüge weniger stark vergrößern muss.

Soviel zunächst zum “Technobabble”. Die “7” ist einfach eine wunderschöne Kamera:

Mam7b

Lassen Sie uns kurz einen Blick in die Geschichte werfen, ohne allerdings zu ausführlich und zu tief einzutauchen. Mamiya bot bereits in den 1940ern und 1950ern eine Mittelformat-Messsucherkamera im Format 6×6 an, die “Mamiya SIX“. In den 1960ern konzentrierte man sich mit der “Press”-Reihe mehr auf das Format 6×9. Ende der 1980er kam dann die Mamiya 6, die direkte Vorgängerin der “7” auf den Markt, ebenfalls noch mit quadratischem Film-Format 6×6. (Einen schönen und fundierten Vergleich zwischen den Formaten 6×6 und 6×4,5 findet man hier.) Mitte der 1990er ergänzte dann eine 6×7-Kamera, die Mamiya 7, das Angebot. Die letzte Inkarnation war die Mamiya 7 II.

Was macht nun die Bedienung der “7” so faszinierend? Mamiya hat der Kamera sehr viele kleine, wunderbar durchdachte Details mitgegeben.

Mam7f

Das Rad auf der rechten Schulter der Kamera dient gleichermaßen zum Einstellen der Belichtungszeit (bzw. zur Wahl der Zeitautomatik) wie zur Einstellung des ISO-Wertes des Films und zur Wahl der Belichtungskompensation. Der Filmtransporthebel läuft leichtgängig und vermittelt jederzeit das Gefühl der zuverlässigen Funktion. Per Ring unter dem Auslöser schaltet man die Kamera an (weißer Punkt zu weißem Punkt). Der Auslöser selbst hat einen angenehmen Druckpunkt. Ach ja, einen Selbstauslöser hat die Mamiya auch.

Mam7d

Auf der Unterseite der Kamera findet sich das Batteriefach, ein Filmrückspulknopf (falls man auf 135er Film Panoramaaufnahmen macht), die manuelle Steuerung des Verschlussvorhangs, die als Sicherung für das Objektivbajonett dient, damit vermieden wird, dass bei Objektivwechsel ein Bild verloren geht, und das Stativgewinde. Kleine Springsicherungen innen ermöglichen den Filmwechsel und verhindern ein versehendliches Herausrutschen der Filmrolle. Das wirkt alles überaus durchdacht und fühlt sich sehr wertig an.

Natürlich ist die Mamiya 7 groß, vor allem, wenn man Kleinbildkameras gewöhnt ist, aber das Negativ ist ja auch fast 4,5x so groß (!) wie ein Kleinbildnegativ. Irgendwoher muss das ja kommen. Verglichen mit anderen 6×7-Kameras, wie der Pentax 67 Spiegelreflex, ist die Mamiya direkt “kompakt”. ;)

OK, technisch ist sie sauber konstruiert und verarbeitet. Das Design ist sinnvoll und ansprechend. Aber eine Kamera ist immer nur so gut wie die Bildergebnisse, die sie liefert. Ich kann es vorweg nehmen, auch hier leistet sich die Mamiya 7 keine Schwächen. Das 80er Objektiv ist scharf, kontrastreich und bietet darüber hinaus eine angenehmes Bokeh. Die anderen Objektive stehen in einem gleichermaßen guten Ruf. Da der Film offenbar sehr plan liegt und exakt transportiert wird, sind die Fotos erwartungsgemäß beeindruckend.

Ein Format wie das 6x7er spielt seine Stärken natürlich in erster Linie bei großen Abzügen aus, was sich hier im Blog nicht darstellen lässt. Ein paar Fotos, aufgenommen auf Kodak Portra 160 (einem meiner Lieblingsfilme für’s Mittelformat) möchte ich dennoch zeigen, fotografiert während der drei “Schneetage”, die wir hier in Oberhessen in diesem Winter hatten und “quick & simple” gescannt mit dem Epson 3200 Photo per SilverFast:

Mamiya7_003w
Landschaft, Blick in den “Ebdsorfergrund”, Blende f/11
Mamiya7_002w
Meine Kinder in unserem Garten, Blende f/4.
Mamiya7_001w
Brunnen in Marburg, Blende f/4.

Weitere Bilder folgen, sobald der Fuji-Film belichtet und entwickelt wurde.

Ich muss zugeben: Ich bin begeistert von der Kamera. Jedem, der auf Mittelformat und mit einem Messsucher fotografieren möchte, kann ich die Mamiya 7 absolut empfehlen. Ob sich nun die “7” von der “7 II” großartig unterscheidet kann ich nicht sagen. Da muss man wohl ein wenig Internet-Recherche betreiben.

Wer eine Bedienungsanleitung für die Mamiya 7 sucht, wird übrigens – wie so oft – bei Butkus fündig: >> Manual <<
An dieser Stelle mein erneuter Aufruf, Mike Butkus für seine tolle Arbeit etwas zu spenden. Ich habe das heute morgen wieder gemacht. Er hat es verdient!

>> Ein interessanter Link zu einem Bericht über die Mamiya 7 II. <<

 

Polaroid-Film in einer Hasselblad?

Na, durchaus. Denn Rollfilme waren schon immer relativ teuer, sie mussten entwickelt werden usw. Daher haben Profis oft anhand von Polaroid-Filmen gemessen, ob die Belichtung gestimmt hat. Denn wenn man das erst nach der Entwicklung bemerkt hat, war nicht nur die Rolle Film verschwendet, sondern meist auch das Motiv weg.

Aus diesem Grund gab es, gibt es sog. “PolaBacks” für die unterschiedlichsten Mittelformatkameras, so auch für die Hasselblad 500: das “PolaPlus”.

PolaHassi5

In diesem Magazin lassen sich heutige Fuji FP-100C Sofortbildfilmpacks nutzen. Ein Pack mit 10 Fotos kostet (inkl. Versand) um die €15,- was einen Preis pro Foto auf €1,50 bedeutet. Hui, das ist nicht wenig. Möchte man gar in S/W fotografieren (es sind noch immer ISO 3000 Filme von Fuji erhältlich), dann steigt der Preis pro Foto auf etwa €3,30!

Aber, was tut man nicht alles, um sein Hobby besser kennen zu lernen und dafür, seinen Spieltrieb zu besänftigen?

Die Kamera mit einem 80er-Standard-Objektiv (dem vorzüglichen Zeiss Planar 2.8/80) und dem PolaPlus sieht im Ganzen so aus:

Das PolaPlus hinten an der Kamera so:

PolaHassi4

Das Schöne ist, dass die faszinierende Bedienung der Hassi 500 gleich bleibt.

PolaHassi3

Das “nicht-so-Schöne” ist, dass natürlich nur ein 6×6-Bild auf dem Sofortbild belichtet wird. Ein großer Teil der Bildfläche, die an sich 7,3 x 9,5 cm groß ist, geht verloren. Für die Belichtungsüberprüfung ist das nicht schlimm, für die bildgebende Fotografie ist das natürlich schon eine Einschränkung, da man ja nur ein 6 x 6 cm großen Abzug erhält.
(OK, es gibt Möglichkeiten, das Negativ von diesem Film zu gewinnen und das werde ich bei Gelegenheit auch einmal ausprobieren. >> Video auf YouTube…)

Lassen Sie mich das einmal anhand von zwei Bildern zeigen…

HassiPolaKids
So sieht es aus, wenn man ein 6×6 Bild auf ein FP-100C Sofortbild belichtet. Meine Kinder beim Spielen…

HassiPolaKidsw

Natürlich lässt sich das Foto nach dem Einscannen per EBV beschneiden.

Ein weiteres Beispiel, das sehr schön die Freistellmöglichkeiten einer 6×6-Kamera zeigt:

HassiPola1w
Bild direkt aus dem PolaPlus.
HassiPolaBike
Per Photoshop ausgeschnitten. Man beachte die knappe Schärfentiefe trotz Blende f/2.8. 

Um es einmal auszuprobieren, muss man keine perfekten Ergebnisse erreichen. Spaß macht es allemal. Doch “langfristig” bleibe ich bei der Polaroid 330. Die Objektive der Hasselblad sind zwar um einiges besser, doch “wenn schon, denn schon”. ;)

Allerdings muss das Wetter erst wieder deutlich besser werden, bevor ich mit der Polaroid 330 losziehen kann. Das Teil braucht Sonne! Ich auch. :)

Muss es immer scharf sein?

Beim Essen schon. Ich liebe Chili! ;)
Auf Fotos mag ich eine knackige Schärfe auch, vor allem wenn sie gemeinsam mit einem cremigen Bokeh auf einem Bild auftritt. Doch nicht immer ist Schärfe “alles”. Ein Bild kann auch wenn es eine Unschärfe zeigt, eine Geschichte erzählen und dann – vor allem für den Fotografen selbst – sehr wichtig werden.

Ich hatte “zwischen den Jahren” einen alten Kodak Vericolor (ISO 160) Film in einer Hasselblad 500 geladen, um die Kamera und ein paar Objektive daran auszuprobieren. (Dieses wunderbare Set verkaufe ich gerade für eine nette Bekannte. Daher musste ich es auf Funktion überprüfen.)

In unserem “Esszimmerbereich” war das Licht an diesem Tag eher “gedämpft”, als mein Sohn mit meiner Mutter ein Würfelspiel spielte, so dass ich bei Blende f/2.8 nur mit 1/30 Sekunde belichten konnte. Eine Bewegungsunschärfe war also zu erwarten. Egal! Die Stimmung war so fröhlich, dass ich dieses Foto einfach machen musste!

HassiOmaConsti

Dass es sich um eine Bewegungsunschärfe handelt, erkennt man an der linken Hand meiner Mutter. Ihr Schmuck ist nämlich scharf abgebildet.

Dieses Foto bringt mir schöne Erinnerungen zurück an die freien Tage zwischen Weihnachten und Silvester, an denen man sich ganz auf Familie, Hobbys und gutes Essen konzentrieren kann. ;)

 

Ein halbes Jahr später…

… oder noch länger!

Letztes Jahr im Juni traf ich mich zu einem Analog-Fotowalk mit drei sehr guten Freunden. Wir fotografierten auf einem Gelände mit alten Bahnwagons usw., worüber ich einen Artikel hier im Blog veröffentlicht habe.

Jetzt endlich – und das ist mir beinahe schon peinlich – habe ich den Film zur Entwicklung gebracht, den ich damals als Farbfilm in meiner Nikon F3 hatte. Ich habe damals nur wenige Aufnahmen damit gemacht, da wir uns ja auf die S/W-Fotos konzentriert hatten.

Doch ein paar von den Farbfotos möchte ich dennoch hier zeigen. Das ist ja auch was Besonderes bei der Analogfotografie: es kann sein, dass man Fotos, die man gemacht hat, erst ein halbes Jahr später sieht. ;)

Bahn4
Sebastian und Sebastian
Bahn5
Markus

Und die “Bahnsachen”:

Bahn7

Bahn8

Bahn6

Immer wieder schön, sowas wieder zu entdecken…