Farbwahrnehmung

Ja, es ist wieder so ein nerviger Internet-Hype. Aber diesmal ist es einer, der für uns Fotografen durchaus spannend sein kann:

Welche Farbe hat das Kleid?

http://mobil.stern.de/panorama/kleid…8.html?mobil=1

Ich sehe in den normal-hellen Fotos dieses Kleides ein weiß-goldenes Kleid. Andere sehen ein schwarz-blaues.
Auf der verlinkten Seite weiter unten hat jemand das Bild dunkler gemacht und die Saturation erhöht. Dann sieht es, je nach Betrachtungswinkel am Display, auch für mich (fast) blau-schwarz aus.

Es scheint in der Tat so zu sein, dass wir Farben unterschiedlich wahrnehmen.
Das finde ich hochinteressant, wenn es um das Betrachten von Fotos anderer geht. Denken Sie einmal drüber nach!

Lesenswert

Heute möchte ich eine mehr oder weniger “wilde” Sammlung an Links vorstellen, zu Seiten, die ich in letzter Zeit lesenswert fand. Einige dieser Artikel sind schon älter aber dennoch spannend.

Nikon Df review: a tale of two cameras

Nikon Lens Compatibility

SONY ALPHA 7S… WENN TECHNIK DIE FOTOGRAFIE VERÄNDERN KANN

Die 50-Megapixel-Vollformat-Lüge

FUJI X RAW FILES

Film vs. Digital: Fuji X-E1 vs. Fujifilm Pro 400H

Wie nennt man jemanden, der versucht…

… bei anderen eine Faszination zu wecken? Motivator? Dealer? Du lieber Himmel, nein!

Irgendwie ist es aber schon ein wenig sowas wie “anfixen” (und ich meine damit die dritte Definition hinter dem Link). Allerdings habe ich keinerlei schlechtes Gewissen dabei. ;)

EOS500N
Was macht man mit zwei Canon EOS 500N-Kameras, wenn man sich von so ziemlich allem an EOS-Equipment getrennt hat? Für mich gibt es da eine eindeutige Antwort: man schenkt sie Freunden, die mit EOS fotografieren, wenn auch bisher nur digital. Und hier kommt das “jmdm. etwas (…) schmackhaft machen” ins Spiel. Zwei Batterien in jede Kamera, einen Doppelpack Filme dazu und fertig ist das “Analog-Anfix-Set” für EOS-DSLR-Fans. ;)

Die passenden Objektive haben sie ohnehin schon. Daher sah das kleine Geschenk so aus:

EOS500Npres

 

Die Canon EOS 500N galt Ende der 90er als Mittelklasse-Kamera und bietet eigentlich alles, was man für erfolgreiches und munteres Fotografieren benötigt. Die Daten können Sie hier entnehmen.

Ich habe selbst sehr gerne mit der kleinen und leichten EOS fotografiert, vor allem weil sie im Batterieverbrauch deutlich besser war als ihre Vorgängerin EOS 500. Ihre Nachfolgerin, die EOS 300, bot mir nichts, was die 500N mir nicht hat auch bieten können. Die 5xx Kameras von Canon waren mir komischerweise immer sympathisch: EOS 500N, EOS 50e, EOS 5. :)

Verbunden mit diesem kleinen Freundschaftsgeschenk ist natürlich die Hoffnung, dass wir im Frühjahr wirklich dann auch einmal unseren S/W-Plan in die Tat umsetzen. Jeder hat einen S/W-Film in der Kamera, wir fotografieren einen Nachmittag gemeinsam und entwickeln dann selbst die Negative. Das haben nämlich die drei anderen “Jungs” aus der “Fotofreakgruppe Oberhessen” noch nie gemacht. Tja, Markus, Sebastian und Sebastian, jetzt gibt es keine Ausreden mehr. ;)

 

Jetzt wird’s richtig “Retro”…

Alle, die meinem Blog schon eine Weile folgen, wissen, dass ich ziemlich auf alte Kameras stehe. Ich finde sie wunderschön und bin begeistert von der mechanischen Qualität. OK, gelegentlich ist’s mit der mechanischen Faszination nicht ganz so weit her und über das Aussehen lässt sich bekanntlich immer wunderbar streiten.

Aber selbst die “hässlichen Entlein” schaffen es oft in mein Herz – manchmal gerade weil sie etwas ganz Besonderes haben. Ein Weg zu meiner Sympathie ist es für eine Kamera in einem mir wichtigen Jahr gebaut worden zu sein. Oft behalte ich diese Kamera dann nur aus diesem Grund. Hier ein paar Beispiele, chronologisch:

  • Leica IIIa sync – 1936 – Geburtsjahr meines Vaters
  • Zorki-4 – 1970 – mein Geburtsjahr
  • Fujica ST701 – 1973 – Geburtsjahr meiner Frau
  • Pentax K100D – 2006 – Geburtsjahr meiner Tochter
  • Leica M8 – 2007 – Geburtsjahr meines Sohnes

Wer jetzt eins und eins zusammen zählt, merkt, dass da ein Jahr fehlt: das Geburtsjahr meiner Mutter – 1947.

Es ist nicht wirklich leicht, eine Kamera zu finden, die so kurz nach dem Krieg gebaut wurde und noch immer funktioniert. Doch in der letzten Woche konnte ich endlich die Lücke schließen!

Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen die 1947er Photax III Blindé:

photax1Die Photax, eine französische Bakelit-Kamera für das Rollfilm-Format 6x9cm, wurde in der ersten Version 1937 von MIOM auf den Markt gebracht. Die Photax III, mit einer verbesserten Boyer Serie VIII Meniskus-Linse (einem konkav-konvex geschliffenen immerhin schon achromatischen Einlinser) unbekannter Brennweite (geschätzt liegt sie etwa bei gut 10cm) war ab 1946/1947 zu kaufen. Die Bezeichnung “Blindé” steht für die Version mit dem Objektivschutzdeckel, ebenfalls aus Bakelit.

Die Kamera wird aufnahmebereit gemacht indem man das “versenkte” Objektiv gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag herausdreht. Der Verschluss muss nicht gespannt werden, hat aber auch keine Auslösesicherung, so dass es schnell zu Doppelbelichtungen kommen kann. Lediglich die angesetzte Objektivkappe verhindert, dass ein Foto gemacht wird.

Die Photax III hat einen winzigen Galileo-Sucher und einen Guillotine-Verschluss, der die Zeiten 1/25 und 1/100 Sek sowie “Bulb” anbietet. (Das “T” an dieser Kamera wäre heute in der Tat ein “B”.) Der Mindestabstand des hyperfokal angelegten (Fixfokus-)Objektivs beträgt 2,75 m. Damit soll alles von knapp unter 3m bis zu unendlich scharf abgebildet werden. Solch eine große Schärfentiefe bei Mittelformatfilmen ist natürlich nur durch sehr kleine Blendenöffnungen möglich, weshalb man sich kaum je eine schnellere Verschlusszeit als 1/100s wünschen wird. Die Blendenzahl habe ich bisher nicht herauskriegen können. Es gibt einen Blendenwahlhebel mit den Kennzeichnungen “1” (= Offenblende) und “2” (= “geschlossen”). Von der Größe her würde ich in etwa eine Blende f/11 bis f/16 in Stellung “1” und eine f/22 in Stellung “2” schätzen – was auch ungefähr mit dem Fixfokusbereich übereinstimmen würde.

photax2

Mit versenktem Objektiv ist die Photax III recht kompakt. Man konnte sie früher leicht in einer Manteltasche verschwinden lassen. Sie wurde zudem mit einer passenden Ledertasche geliefert.

Etwas unschön ist, dass die Photax III den Rollfilmtyp 620 nutzt, der im Grund nichts anderes ist als ein 120er-Rollfilm, allerdings mit einer schmaleren Spule und dünneren Randscheiben. Der übliche 120er Rollfilm (hier auf dem Fotos abgebildet) lässt sich in der Photax III nicht nutzen. Man muss also den Film umspulen oder die Randscheiben des 120ers passend trimmen.

Im Moment habe ich einen adaptierten Kleinbildfilm geladen, um zu sehen, was da so aus der Kamera herauskommt.
Werde zur gegebenen Zeit berichten.

 

 

“Play that funky flash music”

Ja, ja, ich weiß, dass “funky” nichts mit einer “Funksteurung” zu tun hat, aber irgendeinen Aufmacher braucht der Text ja und “play that radio-controlled flash music” hört sich echt ziemlich dämlich an. ;)

Seit kurzem habe ich zwei Funk-Blitzauslöser von “Yongnuo” bei mir. Yongnuo hat sich in den letzten Jahren zu sowas wie einem Geheimtipp für Blitzzubehör gemausert. Man bekommt funktionierende Technik zu sehr günstigen Preisen. Da ich ohnehin kein großer “Blitzer” bin – am liebsten arbeite ich noch immer mit natürlichem Licht – wollte ich nicht allzu tief in den Geldbeutel greifen, nur um mal ein wenig mit entfesselten Blitzen herumzuspielen. Mein Wahl fiel also auf ein Zweierset des Yongnuo RF603N II, das für unter €30,- zu finden ist.

yongnuo1
Am vergangenen Sonntag war es dann soweit: der erste Einsatz stand an. Der Nachmittag war frei gehalten für ein überaus angenehmes Fotoshooting an der Burgruin Staufenberg mit einem sehr netten Menschen und Fotofreund. Das Wetter spielte optimal mit. Bewegte Motive waren nicht geplant, so dass ich – als es dann an Blitzen ging – in aller Ruhe alle Einstellungen manuell vornehmen konnte und die Belichtung nach Sichtung auf dem Kameradisplay ohne Hektik korrigieren konnte. Da bietet die Digitaltechnik enorme Vorteile.

Also hieß es: Kamera auf’s Stativ, Funksender auf den Blitzschuh, den Cullmann 4500 auf einem kleinen Blitzstativ an die erste geplante Stelle platzieren und den Nissin i40 an die andere Stelle setzen. Der Cullmann wurde vom Funkempfänger gesteuert, der Nissin lösste als Servoblitz durch den Cullmann aus. Um dem Motiv – einem Turm einer alten Ruine – etwas mehr “Mystik” zu verleihen, legte ich eine orangefarbene Folie in den Diffusor des Cullmanns und eine grüne in den Diffusor des Nissins.
Überaus hilfreich war es, diesen guten Freund bei mir zu haben, der – in der übrigen Zeit selbst fotografierte – in diesem Moment aber als “Blitzassistent” extrem wertvoll war. Versteckt im Turm hielt er den Nissin-Blitz so, dass dieser in Telestellung in die richtige Richtung zeigte und dennoch vom Cullmann-Blitz ausgelöst wurde. Das wäre vielleicht auch möglich gewesen, wenn ich alleine gewesen wäre, doch dann hätte ich ständig hin und her rennen müssen. An dieser Stelle also ein dickes “Danke schön”, Sebastian!

Dieses Set-up war weit davon entfernt professionell zu sein. Es machte aber echt Spaß, damit herum zu experimentieren und mit der Resultat bin ich mehr als zufrieden:

BlitzTurmWeb

Jetzt überlege ich ernsthaft, mir nochmal zwei solcher preisgünstigen Funk-Blitzauslöser zu kaufen, um dann drei Blitze über Funk auslösen zu können. TTL brauche ich eigentlich nicht, denn wenn ich mit drei Blitzen arbeite, dann werde ich vermutlich immer genug Zeit haben, die Belichtung manuell einzustellen und anpassen zu können.

Ein paar weitere Eindrücke von diesem schönen Tag zeigt diese kleine Collage:

WebCollage

 

Sebastian, sowas sollten wir viel öfters machen!

100 Rollen Futter…

… für meine klassischen Kameras.

100rolls

 

Hier habe ich erst kürzlich geschrieben: “Von zehn Filmen sind acht S/W, einer ein Farbnegativfilm und einer ein Diafilm – so in etwa.” Das stimmt für die nächste Zeit nun wohl nicht mehr. ;)

 

Ach ja, und wer wissen will, woher der Film stammt, den er in der Kamera hat, wird hier vermutlich fündig:
Was steckt in meinem Film?

“Meilensteine” (Teil 1 – Minolta 7000 AF)

In meiner Sammlung habe ich immer ein wenig dazu tendiert, besondere Kameramodelle zu finden, die so etwas wie “Meilensteine” in der Kameraentwicklung waren. Manchmal sind solche Kameras mir leider einfach zu teuer. Eine Leica M3 würde mit Sicherheit zu dieser Gruppe gehören, doch alleine, um sie zu besitzen, würde ich nicht so viel Geld ausgeben. Da wäre mir aufgrund der flexibleren Nutzbarkeit eine Leica M4-P schon lieber, die war aber nicht unbedingt ein echter Meilenstein, sondern vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung.

Dennoch habe ich ein paar wirkliche Meilenstein-Modelle in meiner Vitrine. Daher möchte ich hier im Blog einige davon unter der Kategorie “Meilensteine” vorstellen. Das wird nicht chronologisch geschehen, sondern ganz nach Lust und Laune. Und “Retro” ist dies ganz sicher auch. ;)

Dan Anfang macht die Minolta 7000 AF (die in den USA als Minolta Maxxum 7000 AF und in Japan als Minolta Alpha-7000 angeboten wurde).

minolta7000c

 

Warum ist diese Minolta ein “Meilenstein” der Kameratechnik? Diese Frage ist so eindeutig wie kaum bei einer zweiten Kamera zu beantworten: Die 7000 AF war die erste Spiegelreflex-Kamera mit integralem Autofokus. Alle neuen AF-Objektive waren speziell für dieses damals neue System entworfen worden. Zweimal “neu” bedeutet meist auch eine gewaltige Umstellung für die bisherigen Minolta-Nutzer. Und tatsächlich, die älteren, manuellen MD/MC-Objektive konnten nicht mehr genutzt werden – ein ähnlich resoluter Schritt, wie Canon ihn einige Jahre später beim Übergang zum EOS-System vollzogen hat.
Zusätzlich bot die Minolta eine Programm-Steuerung und einen integrierten automatischen Filmtransport. Die 7000 AF war also so etwas wie die erste vollautomatische SLR, zumal – soweit ich weiß, auch die automatische ISO-Erkennung zum ersten Mal in einer SLR Verwendung fand.  (Es finden sich dazu aber unterschiedliche Angaben.) Als die 7000 AF auf den Markt kam, war sie die wohl modernste SLR. Nicht umsonst wurde sie “Kamera des Jahres 1985″.

Mitte der 80er aber wurde ein Autofokus von vielen Fotografen, die zum Teil seit Jahrzehnten manuell fokussierten, eher argwöhnisch betrachtet. Konnte das denn wirklich funktionieren? War solch ein AF auch schnell genug und treffsicher? Nun, “schnell genug” hängt ja auch von den persönlichen Erwartungen ab und wer nicht sich schnell bewegende Objekte fotografieren musste, für den war der AF der 7000er sicherlich gut genug. Allerdings halte ich es für reichlich übertrieben, wie Ken Rockwell von der Minolta 7000 zu reden: “It’s much faster than newer cameras because it’s so much faster to get it to go: with only one point, it just goes without having to read manual and spend all day in menus just trying to set it.” Nein, sie ist nicht schneller als moderne Kameras! Sein später im Text genannter Satz: “AF is fast and sure, but if you’re pointed at something lacking vertical texture or contrast, it may get stuck”, trifft es da schon eher. Aber die Entwicklungen im Bereich des Autofokus sind auch nicht stehen geblieben. Heutige AF-System sind i.d.R. besser und schneller, vor allem auch vielseitiger als der der Minolta 7000. Wenn man allerdings berücksichtigt, dass wir hier von einer 30 Jahre alten Kamera reden, dann gilt ganz klar: Meine Hochachtung, Minolta (wo auch immer ihr gerade steckt)!

Korrekt bei Rockwell ist, dass der Sucher in der Tat ziemlich groß ist. Es ist sehr angenehm, dadurch sein Bild zu komponieren. Es werden per LCD die wichtigsten Parameter (Modus, Blende, Zeit) im Sucher dargestellt. Mehr braucht man auch eigentlich nicht. Für die übrigen Anzeigen ist ein Schulterdisplay da, das – wie eigentlich alles an der Kamera – rechteckig designed ist. Insofern erinnert mich die Minolta 7000 absolut – und völlig zu den 80ern passend – an das Design der Raumschiffe von Kampfstern Galactica (die Älteren unter den Lesern werden sich erinnern).

minolta7000a

So stellte man sich damals Modernität und zukunftsweisende Bedienbarbeit vor. Bedienbar ist die 7000 wirklich, sogar recht gut. Hübsch würde ich sie aus heutiger Sicht nicht gerade nennen. ;)

Sie macht aber noch immer einen guten Job und es lässt sich sehr gut damit fotografieren.

Sie fragen sich vielleicht, warum ich ein silberfarbiges 28-80 daran nutze? Weil es das einzige AF-Minolta ist, das ich habe. Dieses Set aus Kamera und Zoom hat mich nicht einmal € 20,- gekostet – und das ist wieder einmal unglaublich.

minolta7000b

Hier finden Sie weitere Informationen zur Minolta 7000 AF:

Minolta Maxxum 7000 AF SLR camera

Minolta 7000 AF

 

Wegweiser durch den Altglas-Dschungel (Teil 2 – CSC)

Nachdem ich im ersten Teil die digitalen Spiegelreflexsysteme behandelt habe, wende ich mich hier nun den CSC (Compact System Cameras) zu, die auch “EVIL”*-Kameras oder einfach “spiegellose Systemkameras” (mirrorless) genannt werden. So richtig hat sich noch keine Abkürzung durchsetzen können.

Da es sich hier um mehr Systeme handelt, werde ich zu jedem etwas weniger schreiben. Allen gemeinsam ist, dass sie ein sehr kurzes Auflagemaß haben und so für beinahe jedes SLR- oder sogar Messsucherobjektiv ein Adapter möglich ist. Manche CSC nehmen sogar adaptierte Objektive auf, die für alte Filmformate (z.B. Super 16) konstruiert wurden. Die Systeme gehen allerdings unterschiedlich gut mit adaptierten Linsen um.

Wichtig für Altglas-Adaptierer sind vor allem zwei Aspekte: die Sensorgröße und die Fokussierhilfe.

Olympus

Ich beginne mit Olympus aus zweierlei Gründen: sie waren eine Art Wegbereiter mit der ersten Version der digitalen PEN-Kamera und ihre jetzigen spiegellosen Systemkameras sind exzellent, ganz weit vorne wenn es um Verarbeitung und Performanz geht. Der AF ist beispielsweise überaus schnell und die Bildqualität ist auch bei hohen ISOs sehr gut. Allerdings schreckt der 2fach Crop des “kleinen” Sensors viele Altglasfans ab. Es ist kaum möglich, mit älteren, manuellen Objektiven im Weitwinkelbereich zu fotografieren.

  • Fokussierhilfe: Peaking, funktioniert recht gut
  • Performanz: µ4/3, aber die neuen Sensor-Versionen sind außerordentlich gut

Panasonic

Panasonic ist ebenfalls Mitglied des 4/3-Konsortiums und setzt daher auch auf die relativ kleinen Sensoren. Was für Olympus gilt (sehr hohe Adaptierbarkeit, 2fach Crop) gilt demnach auch für Panasonic. Wobei ich die Unterscheidung treffen würde: Olympus für Fotografen und Panasonic für Videofilmer.

  • Fokussierhilfe: Peaking, funkioniert recht gut
  • Performanz: µ4/3, sehr gute Video-Leistung

Sony

Die Entscheider bei Sony waren es, die es wagten, einen APS-Sensor in ein überaus kompaktes Gehäuse zu setzen. Die NEX-Reihe konnte mich auf der Photokina 2010 dennoch nicht wirklich begeistern. Ich mochte zunächst das Kompaktkamera-Gefühl gar nicht. Aber nach einer Weile fand diese Idee bei mir mehr und mehr Interesse, gerade auch, weil man Objektive adaptieren konnte, die nicht an einer DSLR nutzbar waren. Und als dann Sony den Kameras das “Focus-Peaking” per Firmware-Update implantierte, war es um mich geschehen. Ich hatte nicht nur eine NEX-3, sondern auch als einer der ersten in Deutschland eine NEX-7, das damalige Topmodell.

Obwohl Sony-Kameras wirklich gut sind und mit der A7-Reihe, die einzigen echten “Mirrorless” mit Kleinbildsensor angeboten werden, habe ich mich vor einiger Zeit wieder vom Sony-System getrennt. Als Retro-Kamera-Freak erinnert mich die Bedienung der Sonys eher an ein Computerspiel als an einer Kamera. Nix für Ungut!

  • Fokussierhilfe: Das beste Peaking aller Systeme!
  • Performanz: APS und Kleinbild, extrem hohe Sensorleistungen und vielseitiges Modellangebot

Fuji

Meine “neue” Liebe im Bereich der spiegellosen Systemkameras, die ja inzwischen gar nicht mehr so “neu” ist. Nach der X-E1, die der Grund für meinen Verkauf des Sony-Systems war, folgte die X-T1 und schließlich die X-E2, welche letztlich die X-E1 ablöste. Ich mag den X-Trans-Sensor sehr und bin immer wieder erstaunt über die hohe ISO-Leistungen. Es werden etliche unterschiedliche Fokussierhilfen in einer Kamera angeboten, die richtig gut funktionieren (wenn das Peaking auch nicht ganz an das von Sony heranreicht). Doch vor allem mag ich das Aussehen und die Bedienung der Fujis. Das sind Retrokameras vom Feinsten.

  • Fokussierhilfe: Peaking, Schnittbild und einige mehr…
  • Performanz: sehr gute APS-Sensoren, extrem hohe Sensorleistungen

Samsung

Leider muss ich gestehen, dass ich mit Samsung-Kameras noch keine Erfahrungen sammeln konnte. Tests bescheinigen den Modellen stets eine sehr gute Sensorleistung und dennoch sind Samsung-CSC unter den Adaptierfans nicht allzu beliebt. Ob das daran liegt, dass Adapter nicht so günstig zu finden sind, oder ob diese Adapter deshalb so selten und teuer sind, weil es nicht viele Interessenten gibt, kann ich nicht sagen.
Vielleicht schreibe ich Samsung mal an und frage nach einer Testkamera. Mal sehen.

Nikon

Nikon wird mit seinem “Nikon1″-System immer ein wenig belächelt. Viele werfen Nikon vor, der Grund für den kleinen 1-Zoll-Sensor sei, nicht im eigenen DSLR-Wald wildern zu wollen. Meist wird dabei aber übersehen, dass die kleinen Nikons eine sehr gute Abbildungsleistung und einen extrem schnellen AF bieten.
Für Fans des “normalen” Altglases ist die Nikon hingegen nicht so ganz so gut geeignet, da der kleine Sensor einen 2,7fach-Crop mitbringt, ein 50er Objektiv “mutiert” an einer Nikon1 also etwa zu einem “135er”, zumindest scheint es aufgrund des Bildwinkels so. Was toll für Telefans klingt (ein “200er” wird zu einem “540er”-Supertele), hat noch eine weitere Einschränkung. Nikon hat – warum auch immer – den Kameras nicht die Fähigkeit mitgegeben, mit adaptieren Objektiven die Belichtung zu messen – zumindest nicht im Fotomodus. Es läuft also alles rein manuell: Blende, Fokus, Belichtung. Es gibt zwar ein paar “Workarounds” (messen im Videomodus oder einen speziellen Chip, mit dem man einen Adapter ausrüsten kann), aber dennoch bleibt die Frage offen, was Nikon sich bei dieser Einschränkung gedacht hat. Das ist auch deshalb schade, weil man die überaus kompakten und sehr lichtstarken Objektive alter Super-16-Filmkameras an dem relativ kleinen Sensor nutzen kann.

  • Fokussierhilfe: EVF
  • Performanz: guter bis sehr guter 1-Zoll-Sensor, sehr schneller AF

Canon

Die Canon EOS M, die mit reichlich Verspätung auf den Markt kam, hat nie wirklich Anschluss gefunden. Einer der Gründe ist wohl der überaus langsame Autofokus der EOS M, über den schon witzige Videos im Internet kursieren:

Leider kann ich kein Urteil über die EOS M abgeben, denn außer auf der Photokina hatte ich noch keine in der Hand.

Pentax

Das, was für die Nikon1 gilt, gilt in verstärktem Maße für das Pentax Q-System. Der Sensor ist nochmals kleiner (er entspricht dem einer normalen Kompaktkamera) und verwandelt so ziemlich jedes adaptierte Objektiv in ein mehr oder weniger langes Tele. Der Crop-Faktor liegt bei umwerfenden 5,6! Das bedeutet, dass das “200er” von oben hier zu einem Objektiv mit dem kleinbildäquivalenten Bildwinkel eines 1120mm-Objektivs (!) wird.
Hinzu kommt, dass die Pentax Q-Kameras extrem klein sind. Toll, wenn man solch ein superkompaktes System haben möchte. Unter Altglasfans werden diese Kameras aber eher als “Spielzeug” belächelt. Ich gebe auch hier kein Urteil ab, da mir bzgl. des Pentax Q-System ebenfalls die Erfahrung fehlt.

Leica

Huch! Was hat denn Leica hier verloren? Nun, eine Leica M ist auch eine “spiegellose Systemkamera”, nicht wahr? Und seitdem im Modell 240 ein CMOS-Sensor werkelt, der ein LiveView ermöglicht, wird der (geniale) Messsucher nicht mehr unbedingt zum Fokussieren benötigt. Inzwischen gibt es Adapter für mehrere Systeme. Ich bezweifle allerdings, dass eine Leica M jemals die erste Wahl für Altglasfans werden wird. Ein Grund, mit adaptierten Linsen zu fotografieren ist für viele der niedrige Preis, für den man solche alten Objektive finden kann. Und der Ausdruck “niedriger Preis” ist definitiv nicht mit dem Namen “Leica” kompatibel. Wer ein paar der exzellenten Leica-M-Objektive hat, für den ist eine Leica M wohl noch immer die optimale Kamera. Für alle anderen aus dem Altglas-Container wäre das als würde man ständig mit einem 911er zum Briefkasten fahren. ;)

 

Wer mehr über Altglas und die Adaptiererei erfahren möchte, dem empfehle ich, sich beim digicamclub.de anzumelden. Dort treffen sich echte Experten, die Dinge machen, die man sich kaum vorstellen kann und zudem noch überaus hilfsbereit sind.

 

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* EVIL = Electronic Viewfinder, Interchangeable Lens. Diesen Begriff finde ich etwas unpassend, da nicht jede dieser Kameras einen EVF hat.

Wegweiser durch den Altglas-Dschungel (Teil 1 – DSLR)

Na gut, der Titel mag vielleicht ein wenig auftragen, denn ein kompletter Ratgeber kann dieser Artikel nicht sein. Außerdem würde ein Text, der wirklich alles Wichtige vorweg nimmt, einen großen Teil der Freude an der Beschäftigung mit manuellen Objektiven an modernen Kameras nehmen, denn gerade das Ausprobieren von geradezu abstrus klingenden Kombinationen macht besonders viel Spaß.

Wichtig für jeden, der anfangen möchte, mit alten Objektiven an Digitalkameras zu fotografieren ist es, die Vor- und Nachteile des eigenen Systems zu kennen – und darum soll es hier gehen.

Ich unterteile dabei die Kameras in zwei Kategorien: DSLRs und spiegellose Systemkameras.

DSLRs

Als ich vor gut 10 Jahren anfing, manuelle Objektive an meine DSLR zu adaptieren – ich gehörte zu den ersten “Verrückten” (so hat man uns jedenfalls damals angeschaut) – gab es für diesen Zweck nur digitale Spiegelreflexkameras. “EVIL”, “CSC” oder wie auch immer die Gruppe der Spiegellosen genannt wird waren noch nicht einmal am Horizont zu erkennen. Olympus und Pansonic waren Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrhunderts die ersten, die damit auf den Markt kamen. Ja, man glaubt es heute kaum, das war erst vor etwa fünf Jahren! Sony folgte mit den ersten NEX-Modellen ein knappes Jahr später. Leica veröffentlichte seine M8 bereits im Jahr 2006, doch für das Adaptieren taugt die M8 nicht allzu gut, da man – wenn man überhaupt Adapter findet – nur per Schätzung fokussieren kann.

Also blieben nur die DSLRs, die glücklicherweise auch zu dieser Zeit endlich in Preisregionen vorstießen, die es auch einem Amateur möglich machte, daran teilzuhaben. Nach einiger Überlegung, ob es eine Pentax (ist* D), Nikon (D70) oder Canon (EOS 350D) werden sollte, entschied ich mich aufgrund des m.E. besten Preis-Leistungs-Verhältnisses für die EOS. Im Laufe der Zeit wurde meine 350D dann durch eine andere Mattscheibe und ein anderes Sucherokular auf die Benutzung von manuellen Objektiven optimiert. Damals hatte ich nur drei AF-Objektive überhaupt, dafür aber nach einiger Zeit an die 100 manuelle. (Inzwischen sind über 200 Objektive durch meine Hände gegangen, aber das ist eine andere Geschichte.)

Auch heute noch werden DSLRs häufig genutzt, um adaptierte Objektive älterer Bauart wiederzubeleben – trotz der zunehmenden Ausrichtung der “Altglasfans” auf spiegellose Systeme. Warum auch nicht? Ein guter optischer Sucher ist immer noch ein Genuss.

Kommen wir nun zu den einzelnen Systemen. (In Klammern liste ich diejenigen DSLR-Modelle auf, die ich – zumindest kurzzeitig – selbst hatte/habe.)

Canon EOS (300D, 10D, 350D, 40D, 5D) 

Der Hauptgrund warum sich viele Altglasfans für eine EOS entscheiden, liegt in dem relativ kurzen Auflagemaß der Kameras. Als Auflagemaß bezeichnet man die Entfernung der Sensorebene von der Bajonettvorderkante. Ist das Auflagemaß einer Kamera kürzer als das, für welches ein Objektiv gerechnet wurde, bleibt Platz für einen Adapter, der das originale Bajonett durch das für die Kamera geeignete ersetzt. Da zum Beispiel ein Nikkor-Objektiv für ein Auflagemaß von 46,50 mm gerechnet wurde (nämlich das der Nikon-Kameras) und eine EOS ein Auflagemaß von 44,00 mm verwendet, bleibt Platz für einen 2,5 mm dicken Adapter. Das klingt wenig, ist aber mehr als genug. Je größer diese Differenz ist, desto leichter ist es, einen Adapter zu entwickeln.
Ist das Auflagemaß einer Kamera aber länger als das eines Objektives, kann man mit solch einem adaptierten Objektiv nur noch im Nahbereich fokussieren. Der Adapter wirkt dann in etwa wie ein Makro-Tubus. (So zum Beispiel bei adaptierten Canon FD-Objektiven, mit 42,00 mm Auflagemaß, an einer Canon EOS.) Es gibt Adapter mit einer entsprechenden Korrekturlinse, doch die “verlängern” einerseits die Brennweite des Objektiv und sorgen andererseits oft für eine Verschlechterung der Abbildungsqualität und meist für eine erhöhte Anfälligkeit für Streulichteffekte.

An eine EOS mit APS-Sensor (und daher kleinerem Spiegel) lassen sich die meisten Objektive für folgende Systeme adaptieren: Leica R, Nikon F, Pentax PK, Olympus OM, Contax/Yashica, M42. Bei EXA-Objektiven wird es knapp und Minolta MD und Konica AR Objektiv funktionieren nicht ohne tiefgreifenden Umbau.
Eine Kleinbild-EOS sorgt durch den größeren Schwingspiegel für deutlich mehr Probleme. Das Auflagemaß passt zwar auch hier, doch häufig ist die Fassung der Hinterlinse eines Objektivs dem Schwungweg des Spiegels im Weg. Es finden sich recht gute Kompatibilitäs-Listen für “Vollformat”-EOS im Internet, z.B. hier für M42-Objektive.

Seit einiger Zeit gibt es auch sogenannte Chip-Adapter, die die Fokusbestätigung der Kamera aktivieren. Das funktioniert meiner Erfahrung nach unterschiedlich gut.

Nikon (D60, D90, D100, D3100, D7000, Df, Fuji S1 Pro, Fuji S2 Pro)

Obwohl das Nikon-System sich durch eine erstaunliche “Rückwärts-Kompatibilität” auszeichnet und damit auch geworben wird, ist eine Nikon-DSLR nicht die optimale Lösung dafür, viele verschiedene Objektive zu adaptieren. Natürlich kann man sich auf die exzellenten Nikkore begrenzen und sich bei etwas preisgünstigeren Non-OEM-Marken mit Nikon-Bajonett wie etwa Vivitar, Soligor oder Tokina bedienen, doch sobald man Nikon-fremde Anschlüsse verwenden möchte, wird es schwer, da eine Nikon-DSLR ein relativ großes Auflagemaß nutzt. Selbst die eigentlich so vielseitig einsetzbaren M42er lassen sich an einer Nikon nur im Nahbereich oder mit Korrekturlinse nutzen.
Wer also mit vielen Bajonetten “spielen” möchte, der sollte sich ein anderes System aussuchen. Wer sich aber nur die wichtigsten Brennweiten kaufen möchte, um damit zu fotografieren, der sucht nach den hervorragenden manuellen Nikkoren und erfreut sich an deren ausgezeichneter Qualität. Zudem zeigt ein sehr gut funktionierender Fokus-Indikator an, wenn man korrekt scharf gestellt hat.

Dabei gibt es aber auch ein paar grundlegende Aspekte, die man beachten muss:

  • An die “kleinsten” Nikon-DSLRs (D40x, D3200 etc.) kann man so gut wie alle Nikkore ansetzten. Die Kameras können damit aber nicht die Belichtung messen. Man muss also im M-Modus fotografieren.
  • Nikon-DSLRs, die mit manuellen Objektiven die Belichtung messen können, vertragen meist keine Vor-AI-Objektive, also die ganz alten F-Nikkore. Deren durchgehender hinterer Fassungsring kann den Blendenmitnehmer der Kamera verbiegen. AI-Nikkore funktioneren hingegen i.d.R. sehr gut.
  • Die am besten für manuelle Objektive geeignete Nikon-DSLR ist die Nikon Df, an die man fast alle Nikkore ansetzen kann. Dafür sorgt auch der hochklappbare Blendenmitnehmer. So lassen sich auch Prä-AI-Nikkore wunderbar nutzen. Die Nikon Df ist nicht nur in dieser Hinsicht eine echte Nachfolgerin der Nikon F3.

Hier finden eine hervorragende Auflistung der Kamera-Objektiv-Kompatibilitäten für Nikons.

Pentax (K100D, K200D)

Ähnlich wie das Nikon-System bietet auch das Pentax-Bajonett eine umfassende Bajonett-Kompatibilität. Es lassen sich ältere, manuelle Pentax-Objektive sehr gut an einer Pentax-DSLR nutzen, wobei es durchaus Unterschiede in der Funktionalität der verschiedenen Modelle gibt. Pentax-A-Objektive passen auch besser zu einer DSLR als Pentax-M-Objektive, da bei den “A”-Versionen auch die automatische Blendensteuerung funktioniert. Für Pentax gibt es ebenfalls Fremdhersteller, für die die gleichen Voraussetzungen gelten.

Fremdbajonette sind, ohne Umbau, nur schwierig an Pentax zu nutzen. Es gibt althergebrachte Adapter für M42-Objektive, doch die waren mir nie so ganz sympathisch, da sie bisweilen schlecht von der Kamera zu entfernen sind.

Ein großer Vorteil bei Pentax ist die bildstabilisierende Lagerung des Sensors. Dadurch ist ein “image stabilizer” – im Gegensatz zu Canon und Nikon, wo nur manche Objektive stabilisiert sind – auch für die alten Linsen verfügbar.

Pentax hat kürzlich auch eine DSLR mit Kleinbildsensor angekündigt. Das wird das System für viele nochmals interessanter machen.

Sigma (SD9, SD10)

Das Sigma-Bajonett hat eine erstaunliche Ähnlichkeit zum EOS-Bajnoett, nicht nur was das Auflagemaß, sondern auch was die elektronische Übertragung betrifft. Das geht so weit, dass einige findige Tüftler es sogar schaffen, aus einem EOS-Objektiv eines für Sigma-DSLRs zu machen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. ;)
Es gibt auch zahlreiche unterschiedliche Adapter für Sigma-Kameras. Nachteilig wirkt allerdings das Staubschutzglas, das viele Sigma-Kamera direkt hinter dem Bajonett eingebaut haben. So wunderbar das auch den Staub vom Sensor abhalten kann, so lästig kann es für die Adaptierer sein, denn weiter nach hinten reichende Rückfassungen lassen ein Objektiv schnell an eben dieses Glas stoßen. Dadurch sind diese Objektive nicht nutzbar, solange man das Schutzglas nicht entfernt.

Der vor der SD1 relativ kleine APS-Sensor (Crop 1.7x) der Sigmas hat viele Fans manueller Linsen zudem ebenso von diesem System abgehalten wie der zum Teil umständliche Umgang mit den Daten des Foveon-Sensors. Sigmas-DSLR haben eine echte Fangemeinde, die in ihrer Leidenfähigkeit schon beinahe mit den Leica-Fans zu vergleichen ist. ;)

Sony / Konica Minolta (Konica Minolta D7D)

Von Sony (und von Olympus) besaß ich selbst noch keine DSLR – und die D7D hatte ich nur einen Tag zum Testen – daher halten sich meine Erfahrungen hier in überschaubaren Grenzen. Das Auflagemaß des Sony-DSLR-Bajonetts liegt zwischen dem einer EOS und dem einer Nikon. Dementsprechend lassen sich weniger Systeme adaptieren als an eine Canon aber mehr als an eine Nikon. Soweit ich weiß, gehen Sony-DSLRs recht gut mit adaptierten Objektiven um. Für mehr Informationen verweise ich auf die Sony-spezifischen Internetforen.

Olympus (—)

Wie ich auch von Sony-DSLRs recht wenig berichten kann, so gilt das ebenfalls für DSLRs von Olympus, deren Baureihe ja vor einiger Zeit eingestellt wurde. Olympus konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Systemkameras mit µ4/3-Sensor.
Die DSLR-Kameras von Olympus hatten einen 4/3-Sensor, der in etwa halb so groß ist wie ein APS-Sensor. Die originären Objektive sind auf das ganze digitale System optimiert und gelten als nahezu telezentrisch. Durch den relativ kleinen Sensor konnten die Objektive auch verhältnismäßig kompakt und dennoch lichtstark gebaut werden. Was für die Systemobjektive von Vorteil ist, störte viele Altglas-Fans wie auch mich in meiner “wilden” Zeit der Adaptiererei: der 4/3-Sensor sorgt für einen Zweifach-Crop, die Brennweite eines Objektiv scheint sich also zu verdoppelt; ein 50mm-Objektiv am 4/3 wirkt wie ein 100mm-Tele am Kleinbild. Da dadurch sogar ein 17mm-Superweitwinkel sozusagen zu einem “harmlosen” 35er wird, entfällt für Adapterfans der gesamte Weitwinkelbereich. Das wurde von vielen als sehr bedauerlich gesehen, denn durch das sehr kurze Auflagemaß von nur 38,85 mm konnte man für so ziemlich jedes SLR-System Adapter konstruieren, inklusive Konica und Minolta.

Soweit zu den DSLR-Kameras. Im nächsten Teil geht es um das Adaptieren an spiegellose Systemkameras.

 

 

“Mensch, warum fotografierst du eigentlich noch auf Film?”

Das werde ich in der Tat hin und wieder gefragt. “Ich fotografiere ja gar nicht sooo viel auf Film“*, könnte meine mögliche Antwort sein, oder auch: “Warum fragst du?” Viele andere Antworten wären denkbar. Am besten gefällt mir aber diese: “Weil es echt verflucht viel Spaß macht!

Echt? Aber ist das nicht alles so super langsam?“, ist dann meist die Reaktion. Ich bin dann immer versucht, einmal auszurechnen, um wieviel langsamer die Fotografie auf Film denn wirklich ist. Doch meist entgegne ich dann eher: “Ja und? Wer hetzt mich denn?“.

Ich bin Amateur. Diesem Wort schwingt eine Bedeutung mit, die es eigentlich gar nicht mitbringt. “Amateur” wird manchmal mit “Stümper” gleichgesetzt: wenn jemand ein “Amateur” ist, dann kann er etwas nicht richtig – im Gegensatz zu einem Experten. Das ist aber gar nicht die eigentliche Bedeutung des Begriffes. Korrekt in diesem Sinne wäre lediglich das Adjektiv “amateurhaft”.

Meist wird ein “Amateur” von einem “Profi” dadurch abgegrenzt, dass der “Profi” mit einer Tätigkeit Geld verdient und der “Amateur” nicht. (Es gibt den weit bekannten Witz, dass der “Profi” Geld mit seiner Ausrüstung verdient, der “Amateur” hingegen Geld dafür ausgibt. Da ist was Wahres dran. ;) )

Die eigentliche, etymologische Bedeutung des Wortes “Amateur” ist aber eine andere. Ein “Amateur” ist jemand, der etwas aus Liebhaberei für die Sache tut. Ein “Amateur-Fotograf” ist demnach jemand, der einfach sehr gerne fotografiert, ohne die finanziellen Interessen eines Profis zu haben, welcher von dieser Tätigkeit leben möchte. Für Amateure, die sich etwas Geld “hinzuverdienen” hat man dann den Begriff “semi-professionell” geprägt, der wiederum im Laufe der Zeit auch auf die Amateure angewendet wurde, die etwas sehr gut (also auf professionellem Level) können. Genau wie es überaus gute Amateur-Fußballer gibt, gibt es auch sehr gute Amateur-Fotografen.

Ich bin also Amateur, denn ich verdiene weder etwas mit meiner Fotografie (ich gebe viel eher mein Geld dafür aus, siehe Ausrüstung) und ich beschäftige mich mit dem Thema, weil ich es sehr gerne mache – und nicht machen muss.
Das schenkt mir eine wunderbare Freiheit: ich kann selbst entscheiden, wann, wo und was ich wie fotografiere – und auch, wie viel Zeit ich mir dafür nehme.

Von daher wäre es für mich völlig unerheblich, wenn das Fotografieren auf Film wirklich extrem viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als die digitale Fotografie. Und daher kann ich es auch genießen, dass mir die analoge Fotografiererei so viel Spaß macht.

Es ist ein wunderbares Gefühl, zu wissen, dass man einen Film in der Kamera hat, auf den eben nur eine begrenzte Zahl an Fotos passt und man schon vor dem ersten Foto weiß, wie es danach dann weitergeht. Denn das, was dann kommt, ist nochmal faszinierender. Den zurückgespulten Film dann selbst, sozusagen in Handarbeit, zu entwickeln und nach diesem Prozess dann die fertigen Negative zu sehen, ist immer wieder spannend.

Ich ziehe selbst keine Prints ab, sondern arbeite “hybrid”, d.h. ich scanne meine Negative ein und bearbeite sie im Computer. Zum einen kann ich das viel besser und zum anderen habe ich keine Lust, eine Dunkelkammer aufzubauen und zu pflegen. Dieser umwerfende Moment, das Bild auf dem Abzug sich langsam entwickeln zu sehen, entgeht mir also. Aber damit kann ich leben. Denn das habe ich oft genug gemacht.

Wie sich der geneigte Leser, der bis hierher durchgehalten hat, denken kann, sind die meisten Filme, die ich fotografiere S/W: AGFA APX, Kodak Tri-X oder T-MAX und hier und da einmal ein anderer. Von zehn Filmen sind acht S/W, einer ein Farbnegativfilm und einer ein Diafilm – so in etwa.

Ich spiele auch gerne mit den Entwicklungsparametern herum. Hier mal eine etwas längere Entwicklungszeit, dort mal ein anderer Kipprhythmus und dann und wann mal eine unorthodoxe Temperatur. Unter den letzten 30 Filmen hatte ich nur einen Totalausfall und auch nur, weil ich den Film falsch in die Spule gewickelt hatte. Das war wirklich “amateurhaft”. ;)

Weil ich eben eine Amateur (im besten Sinne des Wortes) bin, kann ich mir nicht nur alle Zeit der Welt nehmen, nein, ich bin auch nicht auf eine optimale Qualität angewiesen. Und dies lässt mir genau den Spielraum, der mit den zusätzlichen Spaß bringt.

Es kommt mir also in erster Linie auf den Spaß an, mit den alten, wunderschönen Kameras zu fotografieren und dann den Film zu entwickeln. (Die wenigen Farbfilme machen nicht ganz so viel Spaß, denn eine Woche auf die Entwicklung zu warten, mag ich auch nicht wirklich.) Und wenn man dann die selbstgemachten Bilder sieht, schwingt auch ein wenig Stolz mit. Das gebe ich gerne zu.

Abschließend möchte ich aber noch einen weiteren Punkt anführen: ein gut fixierter S/W-Film hält bei vernünftiger Lagerung beinahe ewig, auf jeden Fall aber länger als ich ihn nutzen kann. Und da ich viele Bilder von meinen Kindern mache, verleihen mir S/W-Negative die Sicherheit, auch einem kompletten Datenausfall ohne Backup (sowas soll’s ja geben) “relativ” locker entgegensehen zu können. Es werden nicht alle Fotos meiner Kinder verloren sein. Das ist ein schönes Gefühl.

Und nun mein Aufruf: nehmen Sie einmal eine Filmkamera zur Hand und fotografieren Sie mal wieder auf Film. Und wenn Sie jemanden kennen, der noch S/W-Bilder selbst entwickelt, dann treffen Sie sich mit ihm und machen Sie das einmal gemeinsam. Es ist wirklich hoch spannend!

Schön wäre es auch, in den Kommentaren zu lesen, warum Sie oder warum Sie nicht auf Film fotografieren. Also los, geben Sie sich einen Ruck und nutzen Sie die Kommentarfunktion. :)

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* Ich fotografiere etwa geschätzte 10-15% meiner Bilder analog, mehr nicht, bin also mehrheitlich auch Digitalfotograf und zwar auch aus guten Gründen. ;)