Unglaublich…

… wie die Zeit rennt.
Unglaublich, wie viel Arbeit ich zur Zeit zu erledigen habe.
Unglaublich, wie wenig Zeit mir für meine Hobbys bleibt. Im Moment jedenfalls.

Diese Anapher soll ein kleines Lebenszeichen von mir einleiten. Da ich kommende Woche ein paar Tage in Sachen Leica Historica unterwegs bin, muss ich diese Woche alles wegschaffen, was sich an Bergen hier so angehäuft hat.

Von daher jetzt nur ein kleines Bildchen, damit der Blog mich nicht vergisst…

 

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Eine Ross Ensign Ful-Vue Super, geladen mit auf 620er Rolle umgewickeltem Ilford Delta 100.

 

Die „Würze des Lebens“

Mit diesem etwas pathetisch klingenden Titel melde ich mich nach gut zwei Wochen wieder im Blog. Schon wieder gibt es derzeit so viel zu tun, dass mir nicht viel Zeit für Hobbys bleibt – und dabei haben die Korrekturwochen noch nicht einmal angefangen! Was soll das nur geben?

Aber genau darum geht es hier! Ich möchte mich nicht mehr von beruflichen Pflichten derart einnehmen lassen. Ich möchte Zeit haben für meine Familie, für meine Freunde und für meine Hobbys. Muss immer erst ein naher Bekannter schwer erkranken, bevor man sich selbst wieder daran erinnert? Die „Würze des Lebens“ ist nicht das „Geldverdienen“. Klar, es ist heute wichtig, vielleicht wichtiger denn je, doch es darf nicht zum Wichtigsten werden.
Ein Essen wird erst dann schmackhaft, wenn man es würzt – und im Leben besteht diese Würze aus den vielen kleinen Momenten mit der Familie und guten Freunden, die man genießen kann, die einen vom Alltag entfernen und die die eigenen Akkus besser aufladen als drei faule Stunden auf der Couch. An diesem Wochenende habe ich mich nicht nach der Arbeit gerichtet, die bei mir schon wieder auf dem Schreibtisch liegt, sondern habe mir zwei „Auszeiten“ gegönnt: eine, die schon etwas länger geplant war und eine, die sich gestern ganz sponten für heute ergeben hat. Was will ich sagen? Das hat sooo gut getan!

Gestern, am späten Nachmittag, hatte ich eine kleine Fotosession SVGirls_FB_Motiv-1bmit den Fußballdamen des SV Großseelheim, des Nachbardorf-Vereines, für den mein Sohn auch Fußball spielt. Die Mädels feierten ihr 5-jähriges Teamjubiläum und ihre „Kapitänin“ (heißt das so?) hat heimlich mit mir diese Fotosession ausgemacht. Gruppen- und Einzelportraits der Spielerinnen in Spiel- als auch in „Party“-Kleidung waren angesagt. Ladies, das hat einen Riesenspaß mit euch gemacht!

 

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Die Fotos in groß und die Portraits bleiben den Damen vorbehalten.

Und wenn die Damen mir später am Abend, als ich ihnen die ersten schnellen Ergebnisse geschickt habe, per WhatsApp noch ein „Trullala“ singen, dann ging es ihnen wohl ähnlich. 😉

 

Kurz vorher erhielt ich eine Nachricht von meinem guten Freund Jörg, der Name ist den Blog-Lesern hier ja schon bekannt, ob ich denn nicht Lust hätte mich morgen (also heute) früh mit ihm zu treffen. Es sei doch schließlich Fotobörse in Frankfurt und wenn die nicht interessant wäre, dann könne man doch gemeinsam einen Kaffee trinken.
Kurz in den Familienkalender geschaut, einen ungewöhnlich leeren Sonntagmorgen gesehen und zugesagt. „Spontan geht immer am besten„, nicht wahr mein Freund?

Entgegen aller Erwartungen, schließlich ist IAA in Frankfurt, kamen wir problemlos in die Innenstadt und fanden sogar unmittelbar vor dem Gebäude einen Parkplatz. Frankfurterfahrene wissen, wie hoch die Chancen dafür stehen!

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Solch eine Börse hat ja so einen gewissen Charme und erinnert mich immer irgendwie an eine Amtsstube aus den 50ern. 😉 Immerhin habe ich meine beiden Lieblings-Fotobörsenhändler getroffen. Ansonsten war die Börse zunächst wenig, dann aber etwas besser besucht. Es gab ein paar interessante Angebote, doch außer bei drei kleinen Kleinigkeiten konnte ich mich echt zurückhalten. Gut, wenn man zu einer Börse geht, ohne etwas zu suchen. Noch besser, wenn am Tag zuvor die Mastercard-Abrechnung im Briefkasten lag. 😉

Das, was mich gereizt hätte, war mir viel zu teuer. Das ist wohl typisch dann, wenn man das „Normale“ schon hat. Ein paar hochspannende Dinge gab es aber zu sehen…

IMG_20170917_103331Eine 6x12cm Messsucherkamera komplett im Set-Koffer sieht man nicht alle Tage. Das Teil erspart einem das Hanteltraining.

Richtig angenehm waren aber vor allem die zwei Stunden, die wir danach in der Nähe der Hauptwache beim Brunch und beim „Fotozeugsbegrabbeln“ verbracht haben.

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Von Top-Ausrüstungsteilen bis hin zu DIY-Objektiven lag da mal wieder eine Bandbreite auf dem Tisch, die die Bedienung ungläubig den Kopf wackeln lies. 😉

Diesmal konnte ich alles das zeigen, das sich bei mir im letzten Viertaljahr (und zum Teil schon lange davor) so angesammelt hat, Jörg aber bisher noch nicht ausprobieren konnte. Ich glaube, dabei hatte er seinen Spaß. LOL
Bin gespannt auf seinen Blogartikel…

Mein Freund, liebe SV-Ladies! Besten Dank für diese beiden langen „Momente“. Besten Dank für die Würze dieses Wochenendes. 🙂

 

 

„Standard“-Set

Schon doof, wenn man zum Arzt geht mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung. 😦
Aber schön, wenn sich bei den Untersuchungen herausstellt, dass es keine ist. 🙂

Wie auch immer, ich bin ein bisschen krank und kann mich daher mal wieder an einen kurzen Artikel setzen.

Ich habe mir in den letzten Tagen einmal durch den Kopf gehen lassen, welche meiner zahlreichen Objektive ich denn zu einem „Standard“-Set für die Sony A7II zusammenstellen würde. Weitwinkel muss dabei sein, ein 35er, etwas Lichtstarkes und was für Portraits. Am liebsten noch ein, zwei Linsen, die einen besonderen Charakter haben und nützlich wäre auch eine Art „Universal-Zoom“ toll. Lediglich ein langes Tele brauch ich da nicht wirklich, das nutze ich einfach zu selten.

Also, so sieht mein Standard-Set für die „Kleinbild“-Sony aus:

Erste „Reihe“:

Direkt dahinter folgen:

Wobei je nach Lust und Laune das 90er Summircon und das LensBaby die Plätze tauschen.

Sind das LensBaby und das 7artisans nicht zu eng aneinander? Ja, aber nur, was die Brennweite betrifft. Vom Charakter her sind die beiden total unterschiedlich.

Dazu in Reserve noch ein nettes Tele (z.B. Leica Elmar 4/180, Nikkor 80-200, oder ein 135er mit M-Bajonett) und mehr bräuchte ich eigentlich nicht.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich all meine anderen Objektiv verkaufen werde. Keine Angst. 😉

 

 

Kamera-„Ranking“…

Ja, ich habe viele Kameras. Vielleicht sogar zu viele. Aber was soll ich machen? Sie bereiten mir Freude. Und jede Kamera ist anders. Man hat ja auch nicht nur EIN Buch oder nur EINE Langspielplatte (für die Vinyl-Sammler). OK, der Vergleich hingt ein wenig – aber Sie wissen, was ich meine. 😉 Vielleicht trifft es besser, wenn ich schreibe, dass ich nicht nur ein Werkzeug besitze…

Welche Kameras ich am häufigsten nutze, ändert sich von Zeit zu Zeit, ganz je nach der Art der Fotos, die ich so mache. Wenn ich das Fußball-Team meines Sohnemanns beim Spiel fotografiere, nutze ich keine Leica M und in der Stadt laufe ich nicht mit einem langen Tele herum.

In den letzten Wochen sah das „Nutzungs-Ranking“ in etwa so aus:

  1. Am häufigsten habe ich mit der Sony A7II und der Leica D-Lux (109) fotografiert. Warum? Weil die Sony noch den „Reiz des Neuen“ hat (und außerdem eine fantastische Kamera ist, die ich noch immer weiter entdecke) und weil die Leica eine durch und durch univerelle Kamera ist, die zudem noch sehr kopakt und praktisch daherkommt.
  2. In der zweiten Reihe stehen die Nikon Df und (kleine Überraschung) die Olympus PEN E-P3. Die Nikon, nun ja, weil sie einfach toll ist aber eben etwas schwerer und größer und die PEN, weil man so schön mit ihr mit all den Experimentier-Objektiven spielen kann.
  3. In der dritten Reihe steht die Leica M8, die ich einfach immer mal wieder gerne in die Hand nehme. Eine „M“ hat einfach haptisch was, das man nur schwer beschreiben kann.
  4. Dahinter steht die Fuji X-E2, die durch die Sony etwas nach hinten durchgereicht wurde. Noch immer eine tolle Kamera, mit der ich im Moment einfach nicht so oft fotografiere. Etwa auf gleicher Höhe wie die Fuji stehen die Instax-Kameras, die hin und wieder auch mitkommen.
  5. Ab und an habe die „Toy“-Kameras eine Rolle gespielt, weil es ein Riesen-Spaß ist, damit zu fotografieren und man sich rein gar nicht um die Qualiät der Ergebnisse schert.
  6. Alle anderen digitalen und analogen Kameras hatten in letzter Zeit eher Pause. 😉

Dieses Ranking bedeutet keineswegs eine „Lieblingsliste“, sondern in der Tat eine „Nutzungsliste“.

Adapter-Variationen

Leser dieses Blogs wissen es, ich liebe es (ältere) manuelle Objektive an meinen Kameras zu nutzen. Natürlich passen die nicht „einfach so“, sondern müssen adaptiert werden. Dazu habe ich unzählige Adapter im Laufe der letzten 12 Jahre (oder so) ausprobiert. Adapter aller Arten, Typen und Qualitäten. Angefangen mit den EOS-Adaptern für die 350D damals, über Fuji- und µ4/3- bis bis hin zu Sony F/FE-Adaptern. Hier möchte ich nun ein wenig darüber plaudern…

Grundsätzlich und grob kann man in drei Kategorien unterscheiden:

  1. „dumme“ Adapter ohne jegliche Zusatzfunktion
  2. „Chip“-Adapter, die das AF-Signal einer Kamera aktivieren und auch EXIF-Daten in die Datei schreiben können und
  3. Autofokus-Adapter, die es möglich machen, ein Fremd-Objektiv mit Autofokus zu nutzen! Davon gibt es wiederum zwei Typen:
    • Adapter, die über eine Art „Überetzer-Elektronik“ das Autofokus-System der Kamera „durchschleusen“ und so der Kamera „vorgaukeln“ es sei ein AF-Objektiv der eigenen Marke. Es wird also z.B. das AF-Protokoll eines Canon EF-Objektivs „übersetzt“ in das einer Sony Alpha-Kamera und „schwupps“ fokussiert die Sony mit dem Canon-Objektiv – oder sollte es zumindest. Denn zu 100% funktioniert das nicht. Am ehesten erfolgversprechend sind Adapter, die von Sony A auf Sony E übersetzt und hochwertige EOS-Sony-Adapter. Die billigen Versionen haben doch größere Probleme und funktionieren, je nach Objektiv, mal ganz gut, mal subotimal und auch mal gar nicht. Größere Probleme gibt es immer noch mit Adaptern, die Nikon-AF-Objektiv an eine Sony bringen sollen.
    • Adapter, die ein manuelles Objektiv zu einem AF-Objektiv machen, indem sie selbst durch eine Abstandsveränderung (durch internen Schneckengang) ein auf unendlich gestelltes Objektiv fokussieren. Das funktioniert z.B. mit dem TechArt-Adapter für Leica M Objektive an meine Sony A7II überraschend gut!

Von der zweiten Kategorie, den „Chip“-Adaptern, kann ich persönlich nur abraten. Meine Exemplare waren ungenau und haben bisweilen sogar seltsame Reaktionen in der Kamera ausgelöst. Ich erinnere mich daran, dass meine damalige EOS 350D einmal konstant gepiepst hat, wenn ein Chip-Adapter angesetzt war. Den habe ich natürlich nie wieder genutzt. Andere User sind allerdings recht zufrieden mit solchen gechippten Adaptern.

Die „dummen“ Adapter, die nur eine mechanische Verbindung zur Kamera herstellen, gibt es in unterschiedlichsten Preis- und Qualitätsstufen. Hier gilt meist: „You get what you pay for“ und die schon ziemlich teuren Adapter von Novoflex sind im Grunde auch wirklich die besten, was Verarbeitung und Passgeauigkeit betrifft. Wer also ein wirklich teures Objektiv an seine Kamera adaptieren möchte, der sollte sich ernsthaft den Kauf eines Adapters von Novoflex überlegen, meist lohnt es sich.
Wer aber ein wenig mit einem preisgünstigen Objektiv spielen will, der schreckt zu Recht vor den ca. €150,- zurück, die ein Novoflex-Modell schon einmal kosten kann.
Für den gibt es drei weitere Klassen:

  • die ganz billigen „China“-Adapter, die man z.T. für unter €10,- kaufen kann und bei denen man auch mal Glück haben kann. Es kann aber auch sein, dass sie nicht so richtig passen.
  • die, wie ich sie gerne nenne, „Kompromiss“-Adapter von K&F Concept, die um die €20,- kosten, aber eine wirklich gute Verarbeitung und Passgenauigkeit bieten (von K&F habe ich fast alle Adapter für meine Sony A7II) und
  • die Luxus-Adapter, die sich sowohl preislich als auch qualitativ an Novoflex annähernd, z.B. von Metabones, von denen ich einen hervorragenden LeicaM-SonyAlpha-Adapter habe, der keinen Deut schlechter als das Novoflex-Modell ist.

Welcher Adapter der richtige für einen selbst ist, muss jeder selbst wissen. Ich würde von den ganz billigen Modellen aber eher abraten, es sei denn, man nimmt in Kauf, dass man vielleicht zwei oder drei kaufen muss, um einen sehr guten zu erhalten.