Systemkamerafreak auf Facebook

Liebe Mitlesende,

ich habe heute die Facebook-Seite Systemkamerafreak von meinem sehr guten Freund Jörg Langer übernommen.

Es sind natürlich große Fußstapfen, in die ich da trete, ist Jörg doch nicht nur ein Kamera- sondern auch ein Social Media-Experte. Doch ich werde mich bemühen, seinem hohen Niveau gerecht zu werden. (Und außerdem ist der Weg zu ihm heutzutage ja nicht weit. ;))

Ich wünsche allen RetroKamera- und Systemkamerfreak-Folgern weiterhin viel Spaß!

C. Schouler

 

Mysteriöse Überraschung … und die Reaktion…

… eines Retrokamera-Freaks. ;)

Kürzlich erreichte mich ein Paket, von dem ich nicht wusste, dass es an mich unterwegs war. Sowas passiert mir äußerst selten, wo ich doch mindestens stündlich den Sendungsverlauf von Paketen an mich online überprüfe und mich dann so herrlich über diesen nicht immer funktionierenden Service echauffieren kann. ;)

Nun ja, in jenem mysteriösen Paket war eine mindestens ebenso mysteriöse aber wunderschöne Kamera:
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Das Gehäuse ist von einer Contessa Nettel, der Compur-Verschluss von Kodak und das Objektiv ein Schneider-Kreuznach Xenar 4.5/135. In den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts stellte solch eine Kombination eine ziemlich hochklassige Kamera dar.

Wunderbar ist auch, dass der Verschluss noch funktionert, die Blende sauber schließt (und öffnet) und der Balgen dicht ist. Solch eine Kamera nur in die Vitrine zu stellen, wäre eine überaus bedauerliche Entscheidung. Dummerweise fotografiert diese Kamera nicht auf Rollfilm, sondern auf  ein Großformat-Negativ. Fokussiert wird über eine Mattscheibe, die mitsamt klappbarem Lichttuch nach oben herausgeschoben werden kann und so Platz macht für die Negativkassette. Die Mattscheibe dieser Kamera ist allerdings beinahe blind und daher kaum noch zu gebrauchen und eine passende Einschubkassette habe ich auch nicht – dafür aber hin und wieder witzige Ideen.

“Warum mache ich aus dieser Kamera nicht eine Digitalkamera?”, dachte ich mir und da man die Mattscheibe herausschieben kann, könnte dies absolut non-destruktiv geschehen. Ich schnitt aus einer in der Dicke passenden, schwarzen Pappe ein Rechteck der richtigen Größe aus und dort hinein – in gerader Verlängerung der Objektivmittelachse – ein Loch. Hinter dieses Loch klebte ich dann eine c-mount-µ4/3-Adapter. Von hinten sieht das nun so aus:

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An das nach hinten offene Bajonett kann man nun eine kompakte µ4/3-Kamera klicken:

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Wenn man nun die zusätzliche Distanz zum Aufnahmemedium (der Sensor liegt ja nicht auf der gleichen Ebene wie die Mattscheibe bzw. der Film liegen würde) durch ein Zusammenschieben des Balgens kompensiert, erreicht man damit sogar eine Unendlichkeits-Einstellung.

Da das Objektiv eine Brennweite von 135mm hat, entspricht es am µ4/3-Sensor einem 270mm-Objektiv. (Ja, das ist in der Tat so. Es ist unerheblich, für welches Format es ursprünglich gerechnet wurde und ob es für dieses eigentliche Format ein “Normalobjektiv” ist). Man fotografiert an der kleinen Lumix also mit einem recht ordentlichen Tele. Aber, sofern man es vom Stativ aus nutzt, funktioniert es.

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Der Kontrast ist natürlich eher schwach ausgeprägt. Das lässt sich aber per EBV gut ausgleichen. Die Kernschärfe ist gut, auch wenn so manche Aberration zu erkennen ist. Hier ein paar Bildbeispiele vom Wochenende:

Der Kirchturm im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin.

Der Kirchturm im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin.

 

Am Leitz-Park in Wetzlar.

Am Leitz-Park in Wetzlar.

 

Am Leitz-Park in Wetzlar.

Am Leitz-Park in Wetzlar.

 

Am Leitz-Park in Wetzlar.

Am Leitz-Park in Wetzlar.

Ich bin gespannt drauf, damit einmal ein paar Portraits zu machen.

Natürlich ist diese Konstruktion nichts für den “schnellen Schuss”, es ist aber ein hervorragender Konversationsstarter. Kaum hat man diese Kamera aufgebaut, kommen auch schon die ersten Interessenten und fragen, was das denn sei und wie das denn funktioniere. So erhält die Fotografiererei einen sozialen Aspekt. Und was, wenn nicht nette Gespräche, bereichern einen Tag?

In diesem Sinne, noch einen schönen Sonntagabend!

Meopta Meostigmat 1.0/50 … das “Nonoctilux”

Ja, es ist ein 50er-Objektiv mit einer Lichtstärke von f/1.0!
Nein, es ist kein “Noctilux”, ganz und gar nicht.
Und ja, es macht dennoch viel Spaß. ;)

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Die Meostigmat-Objektive sind eigentlich Projektionsobjektive, meist für 16mm-Projektoren. Diese Objektive haben für Fotografen mit technischem Talent (oder für welche mit begabten Freunden) zwei Vorteile: 1. ihr Auflagemaß ist groß genug, um einen Umbau für Fotokameras anzugehen und 2. sie decken einen relativ großen Bildkreis ab. An APS-Sensoren sind sie recht gut nutzbar, doch dazu später mehr.

Da ich wohl nicht in der Lage wäre, solch ein Objektiv erfolgreich umzubauen, aber das Glück habe in Henry Feddersen, dem Besitzer des DCC und einem der wohl besten Linsenbastler Deutschlands, einen Freund zu haben, der solche Umbauten fertig kriegt – und diese auch noch dokumentiert – kann ich nun auch solch eine “1.0er”-Linse mein eigen nennen – und zwar eine, die nun durch ein spezielles, ebenfalls von Henry entwickeltes Tubussystem an Fuji X nutzbar ist. Henry, das ist mal wieder eine Glanzleistung!

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Das ganze funktioniert hervorragend!

Natürlich reden wir hier nicht von einem für die Fotografie optimiertem und auf APS oder gar Kleinbild gerechneten Objektiv, sondern von einer “Effektlinse”, die eine ganz besondere Bildwirkung erzielt. Die Ecken entsprechen – und zwar nicht nur durch die äußerst geringe Schärfentiefe, sondern auch durch die zum Rand hin zunehmenden Aberrationen – nicht der gewohnten Abbildungsqualität, aber gerade dies kann und muss man nutzen.

Eine kleine Reihe zum Thema “End of Summer”…

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Die Kernschärfe ist beachtlich und mit ein wenig Übung lassen sich damit auch ganz außergewöhnliche Portraits fotografieren.

Wie gesagt, man darf diese Objektiv nicht mit den üblichen Maßstäben messen, es ist eher so etwas wie die moderne “Petzval-Linse”, nur deutlich preisgünstiger. ;)

Ich freue mich jedenfalls auf weitere Experimente damit!

P.S.: Und bald kann ich auch ein Meopta 1.4/70 am Tubus nutzen. ;)

Eine wunderschöne “City-Walker”-Tasche…

So langsam werde ich zum “Mini-Taschenfreak”. Aber das ist kein Wunder, wenn man ständig und so oft seinen Fotokram wechselt wie ich, dann brauch man für jedes neue Set wieder eine passende Tasche – und die bleibt dann meist da, selbst wenn der “alte” Fotokram schon längst wieder weg ist.
Außerdem fällt es überaus schwer, sich nicht für Fototaschen zu begeistern, wenn der echte “Taschenfreak” ein sehr guter Freund ist.

Dummerweise ist dieser enge Freund auch ein Fan von hochwertigem Zubehör und da kann ein “sich-beeinflussen-lassen” ganz schon ins Geld gehen. Im Nachhinein ist man ihm dann aber immer dankbar, weil man ebenso verzückt über die hohe Qualität von edlen Produkten ist wie er. Also, lieben Dank, Jörg. Ich werde auch in Zukunft immer wieder auf deinen Rat hören. ;)

So, und da ich mich nun gewissermaßen zum “Taschenfreak Junior Grade” befördert habe, soll nun auch ein weiterer Taschentestbericht folgen…

In meinem letzten kurzen Bericht zur Cullmann Amsterdam 335 hatte ich schon geschrieben, dass ich bereits Taschen in klein, mittelgroß und groß und auch Rucksäcke in diversen Größen habe – und dennoch kommt irgendwie immer mal wieder eine weitere dazu. Im Laufe der Zeit hat sich mein präferiertes Taschenmaterial vom robusten und meist wetterfesten Nylon hin zum Leinenstoff (“Canvas”) entwickelt, weil dieser sich viel sympathischer anschmiegt (auch wenn er vielleicht nicht ganz so viel Schutz bietet). Da mir der “große” Taschenfreak aber in letzter Zeit aber zunehmend vom echten Leder vorschwärmte, “musste” ich natürlich endlich auch einmal eine Tasche aus diesem Naturstoff haben – wohl wissend, dass ich Leder ebenfalls schon immer für ein tolles Material hielt.
Als er mir dann auch noch anbot, eine Tasche, auf die ich schon lange ein begieriges Auge geworfen hatte, für einen tollen Preis zu kaufen, war es um meine Vernunft geschehen und ich “took the plunge”, wie man auf Englisch so schön sagt.

Seit einigen Tagen bin ich nun glücklicher Besitzer einer Dothebag Mono 04 in braun. Das Adjektiv in diesem Satz nimmt mein “Testurteil” wohl schon vorweg. ;)

Zunächst mag man sich fragen, warum ich mir denn noch eine kompakte Tasche gekauft habe, wo ich doch schon eine Kalahari Molopo K41i habe und mit dieser äußerst zufrieden bin. Eine wirklich rationelle Antwort darauf gibt es wohl nicht, aber das kommt ja recht oft vor, wenn man über Kamerazeugs und Fotozubehör nachdenkt. ;)
Nun, zum einen hat die kleine Dothebag eine andere Form, was die Trageart beeinflusst und zum anderen ist sie aus umwerfend tollem Leder. Echt jetzt! Das Leder der Dothebag ist ein haptischer (und olfaktorischer) Genuss. Dies ist übrigens der Grund, warum ich seit den Leica Erlebnistagen 2013 dieses oben genannte, “begierige Auge” auf diese Taschen geworfen habe, denn damals hatte ich zum ersten Mal eine Dothebag (die hier über Monochrom vertrieben werden, eine Art “Manufactum” für Fotografen ;)) in meinen Händen. Wer sich dabei nicht in das Material und die Verarbeitung verliebt, der muss völlig abgestumpft sein. (Zum Glück hatte ich Jörgs “Compagnon”-Taschen noch nicht in den Händen, das würde sonst wohl nochmals teurer werden. ;))

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Als ich das Paket auspackte, strömte mir schon der wunderbare Duft von echtem (und nicht mit giftigen Chemikalien behandelten) Leder entgegen. Da stand sie nun, etwas kleiner als ich erwartet hatte, doch von solch einer umwerfenden Schönheit, dass ein Produktfoto ihr nicht gerecht werden kann.

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Echtes Leder hat den Vorteil, dass es mit Gebrauch immer schöner wird und sich an den Träger und dessen Tragweise anpassen kann. Man spricht dabei auch von einer gewissen “Patina”, die sich im Laufe der Zeit zeigt – ähnlich wie bei einer schwarzlackierten M-Leica. Das ist etwas, worüber und worauf ich mich freue, denn die Tasche wird dadurch keineswegs unattraktiver.

Dass sie etwas kleiner ist als gedacht, ist auf den zweiten Blick überhaupt nicht mehr schlimm, denn sie ist, wie ich gleich zeigen werde, immer noch groß genug und außerdem bringt sie einen dazu, nur die wirklich wichtigen Dinge einzupacken und nicht wieder unnötig viel Zeug mitzuschleppen.
Diese Dothebag Mono 04 wird meine “City-Walker”-Tasche – ideal, um Kameras auf einem Spaziergang durch die Stadt mitzunehmen. Sie ist nicht aufdringlich, sieht nicht aus wie eine Fototasche und wirkt sehr edel – eigentlich mehr wie eine sehr noble “Messenger-Bag”, die im Stadtbild heutzutage allgegenwärtig sind. Dabei ist sie derart elegant, dass man sie sicherlich auch, ohne dumm angeschaut zu werden, in ein Sterne-Restaurant mitnehmen könnte.

In eine derart edle aber gleichsam unauffällig-kompakte Tasche gehört natürlich auch eine ebensolche Kamera. Für eine DSLR-Ausrüstung ist sie nichts, dafür wäre sie auch zu schmal. Zu einer Messsucherkamera, wie etwa einer Leica M (oder einer Kamera ähnlichen Designs), passt sie aber wunderbar. Und daher habe ich derzeit folgendes Equipment in der Mono 04:

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Großartig für den Spaziergang durch die Stadt: Leica M8, Voigtländer Heliar 4.5/15, Voigtländer Ultron 2.0/28 und Voigtländer Heliar 2.5/75 sowie die Fuji X-E2 mit dem Fujinon 1.4/35 und dem Samyang 2.0/12. Da ich die M-Bajonett-Objektive auch per Novoflex-Adapter an der Fuji nutzen kann, stehen mir alle nützlichen Brennweiten zur Verfügung. (KB-Äquiv. 20 mm, 37 mm und 100 mm an der Leica M8 sowie 18 mm, 23 mm, 42 mm, 53 mm und 112 mm an der Fuji X-E2 – Herz was willst du mehr?)

Und trotz der großen Auswahl an Brennweiten ist die gesamte Tasche so leicht, dass man sie problemlos auch einen ganzen Tag lang herumtragen kann.

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Doch die Mono 04 ist nicht nur leicht, kompakt, schön und hervorragend verarbeitet, nein, sie ist auch äußerst praktisch. die besondere Art des Druckknopfverschlusses an den Seiten ermöglicht ein schnelles, effektives Öffnen und Schließen der Tasche und gleichermaßen einen sehr guten Schutz.

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Auch wenn sie, um absolut perfekt zu sein, vielleicht 3 cm höher und 2 cm dicker sein müsste, so ist sie doch mit Sicherheit eine der besten (und schönsten sowieso) Kamerataschen, die ich besitze. Ich bereue keinen Cent dafür. ;)

Photokina 2014

Jawohl, RetroCamera.de war auf der Photokina 2014.

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Ich hatte es kaum noch für möglich gehalten, doch ich konnte es tatsächlich einrichten. Und welch ein fantastischer Tag ist es geworden!

Gerne würde ich einmal von meinen Kollegen im Fachbereich Mathematik berechnen lassen, wie wahrscheinlich es ist, auf einer riesigen Messe wie der Photokina sogar drei (!) Freunde völlig zufällig zu treffen. Ich denke die Stochastik käme da auf eine enorm kleine Zahl. Aber genau dies ist geschehen. Kaum, dass ich drin war, führte mich mein Weg zum Stand von Fuji, wo ich ein paar wunderbare Objektive an meiner X-E2 ausprobieren konnte – doch davon später mehr. Dort am Stand rief mein Fotofreund Felix plötzlich meinen Namen. Wir beide wussten nicht voneinander, ob und wann wir zur Photokina fahren. Und schwupps, trafen wir im Gewühl der Tausenden aufeinander. Verrückt. Aber das wird noch besser.

Etwas später stand ich bei Zeiss und hantierte (beinahe sabbernd ob der unfassbar guten Verarbeitung der Objektive) mit ZM-Linsen herum, als ein Leicafreund, Friedhelm, mich von hinten antippte. Zufall Nummer 2.

Die Krönung aber war, dass mich ein sehr guter Freund auf dem Weg zum Ausgang von hinten “anrief”, warum ich eigentlich nicht mitkriegen würde, wenn ich an ihm vorbeilaufe. Drei Freunden per Zufall über den Weg zu laufen auf einer Messe, zu der sich mehrere Tausend Menschen versammeln und auf enorm großer Fläche verteilen – unfassbar!

Dass sich auf der Photokina auch noch die Gelegenheit ergab, mit einem Forums-Kollegen, den ich seit etwa 10 Jahren “online” kenne, aber nie persönlich traf, nun doch einen Kaffee trinken konnte, muss natürlich auch noch Erwähnung finden. Michael und Yvonne, wir sollten unbedingt versuchen, den Kontakt zu halten! Marburg ist immer einen Besuch wert.

Doch mein Besuch auf der PK14 bestand natürlich nicht nur aus “zufällig-einen-Freund-treffen” oder “sich-endlich-mal-auf-einen-Kaffee-verabreden”, nein, eigentlich war ich ja wegen den Kameras, den Objektiven und dem vielen netten Zubehör dort. Und darüber möchte ich ich heute hier ein wenig berichten.

Vorweg aber eines: ein Tag ist viel zu wenig! 2016 werde ich zwei Tage dort sein. Mehr werden Familie und Beruf vermutlich nicht hergeben, aber zwei Tage sollten es schon sein, um nicht nur mit halbvollen Eindrücken zurückzufahren.

So, nun aber zu den einzelnen Ständen, die ich besucht habe…

Sony

Natürlich war ich, wie vermutlich viele, an der neuen A7s interessiert. Aber, liebes Team von Sony, was nützt es mir, eine Kamera, die mit einer überragenden Bildqualität bei extrem hohen ISOs beworben wird, nur in der Hand halten zu dürfen? Ich möchte da bitte schön eine eigene SD-Karte einlegen, um mir die Bilder zuhause in Ruhe anschauen zu können. Ich frage mich wirklich, wer da bei Sony auf die – mit Verlaub – dämliche Idee kam, dies den Besuchern zu untersagen. Sorry, Sony, ein dickes “fail” in Kundenfreundlichkeit. Ich habe dann auch recht schnell den riesigen Sony-Bereich wieder verlassen.

Ganz anders war das bei…

Fuji

Nachdem ich zunächst erschrocken zur Kenntnis nehmen musste, welch ein riesiger Klotz das Fujinon XF 2/90 ist, auf das ich mich so sehr gefreut hatte und das damit sofort von meiner Wunschliste gestrichen wurde, ging ich zum eigentlichen Stand und wurde dort, obwohl es recht voll war, sehr freundlich begrüßt.

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Ich hätte mir jedes Objektiv aussuchen können und es an meine Fuji schrauben dürfen. Das Fotografieren auf einer eigenen Speicherkarte war lediglich mit der noch unfertigen grausilbernen X-T1 untersagt, was ich völlig verstehen kann. Fotos eines Vorserienmodells sollten nicht in die Hände von Endusern gelangen.

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Völlig begeistert war ich vom 1.2/56 und noch mehr vom 1.4/23! Was sind das für wunderbare Objektive. Das 23er ist definitiv an die erste Stelle meiner Objektiv-Wunschliste gerutscht. (Ja, Jörg, ich weiß, das hast du mir schon immer gesagt. Und weißt du was, du hattest vollkommen recht! Wie eigentlich immer, wenn es um Fotokram geht. ;))

Das traumhafte 1.4/23.

Das traumhafte 1.4/23.

Es wurde zu meiner Freude auch bestätigt, dass die neue im Dezember erscheinende Firmware für die schwarze X-T1 sämtliche neuen Funktionen der grauen X-T1 1:1 beinhaltet (Ja, ich weiß, dieses Wort gibt es eigentlich gar nicht; es passt aber hier so gut.)

Fuji – freundlich, kompetent und kundenorientiert. Weiter so!

 

Olympus

Ein ebenso positive, vielleicht nochmals mehr begeisternde Erfahrung war der Besuch bei Olympus. Nicht nur, dass uns am Stand auch auf die detailliertesten Fragen freundlich geantwortet wurde, nein, uns wurde der Weg zu anderen Olympus-Experten nicht nur beschrieben, wir wurden persönlich hingeleitet. Da fühlt man sich als Kunde ernst genommen und respektiert. Alle Achtung!

Ich hatte im Mai ja schon mit der sympathischen Frau Gfrörer, der “Blogger-Betreuerin” von Olympus (ich hoffe, ich darf das so schreiben) Kontakt (siehe hier) und glücklicherweise konnte ich Frau Gfrörer spontan auf der Photokina treffen. Im folgenden überaus angenehmen und netten Gespräch konnten wir im “Businessbereich” (oder wie auch immer das genannt wird) bei einer leckeren Tasse Espresso Ideen für eine künftige Zusammenarbeit entwickeln. Olympus hat offensichtlich ein offenes Ohr für “Blogger” – eine wunderbare Sache, an der sich so manch anderer Hersteller gerne orientieren darf.

Auch mit Kameras und Objektiven zeigte sich Olympus sehr gut aufgestellt. Die OM-D E-M10 gibt es derzeit in Sondereditionen, unter anderem in schwarz mit einer Belederung und passendem Kameragurt in “racing green”, meiner absoluten Lieblingsfarbe. Als ich das sah, dachte ich, ich würde schwach werden und mir noch eine weitere Kamera kaufen müssen! (Zum Glück hat die “Vernunft” dann doch gesiegt. ;))

Diese Kamera sieht in echt 1000x besser aus als auf diesem Foto!

Diese Kamera sieht in echt 1000x besser aus als auf diesem Foto!

Und diese extrem kompakten und dennoch leistungsfähigen Festbrennweiten sind einfach umwerfend.

Bei Olympus durfte man übrigens nicht nur seine eigene Karte in den Kameras nutzen, nein, es bestand auch die Möglichkeit, sich eine Kamera-Objektiv-Kombination für eine Stunde auszuleihen. Eine SD-Karte wurde einem von Olympus zudem geschenkt, damit man seine Fotos auch mit nach Hause nehmen kann. Das ist ausgezeichnet, liebes Olympus-Team! So geht Kundenorientierung!

 

Zeiss

Eine weitere wirklich angenehme Erfahrung war der Besuch eines echten “RetroCamera” -Standes: Zeiss.
Warum? Weil man als Kunde dort freundlich und kompetent empfangen wurde und fantastische Objektive an seiner mitgebrachten Kamera ausprobieren durfte.

Ich adaptierte das Biogon 2.8/25 ZM und das C-Sonnar 1.5/50 ZM an die Fuji, weil ich gerade in diesen Brennweitenbereichen noch nicht optimal (= kompakt UND leistungsstark) aufgestellt bin.

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Diese Zeiss-Objektive sind nicht nur wunderschön, sondern auch haptisch ein echter Genuss!

Wer eine passende Kamera (oder einen geeigneten Adapter) mit hatte, der durfte sogar die Objektive der Otus-Reihe anschrauben, das 55er ebenso wie das brandneue 85er! Hut ab, liebes Zeiss-Team.

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Sigma

Zu Tamron oder Tokina habe ich es nicht geschafft, doch zu Sigma bin ich gegangen. (Immerhin hatte ich die Eintrittskarte von ihnen bekommen.) Am Sigma-Stand ist es gute Tradition, dass so ziemlich alle Objektive an die eigene Kamera geflanscht werden können. Leider baut Sigma – und das bedaure ich wirklich – keine Objektiv für Fuji und so hat in erster Linie mein Kollege und sehr guter Freund Markus, der mit mir auf der Photokina unterwegs war, einige Sigma-Objektive an seiner Canon ausprobiert.

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Ich finde es sehr gut von Sigma, so viele Objektive bereit zu stellen. Enttäuscht war ich allerdings, dass die neue “DP quattro” Reihe nur hinter Glas zu bewundern war. Damit hätte ich gerne einmal ein Foto gemacht.

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Ganz ehrlich, so richtig schön finde ich diese Kameras ja wirklich nicht.

 

Nikon

Der Stand von Nikon war, wie man so schön sagt, “gerammelt voll”. Ich bin sogar zweimal hin und konnte kaum etwas ausprobieren. Dafür, dass so viele an Nikon interessiert sind, kann Nikon ja nichts (oder irgendwie ja doch), aber dass sie bisweilen dort auf mich beinahe gleichgültig wirkten und wenig interessiert, dass hätte nicht sein müssen. Aber vielleicht bin ich auch nur an die falschen Nikon-Menschen geraten – oder ihnen hat mein Leica-T-Shirt missfallen. ;)
Interessiert hat mich vor allem die neue D750, doch auch die konnte ich kaum ausprobieren. Daher kann ich auch nicht viel über den Stand berichten. Zur D750 möchte ich auf den Blog meines Blogger-Freundes Christian verweisen. Der hat außerdem mehr Ahnung von Nikon.

 

Canon

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Bei Canon war es auch recht voll. Dort aber machten die Mitarbeiter einen bemühten Eindruck und versuchten, die Interessierten mit den Objektiven zu versorgen, die sie sich zum Antesten wünschten.

Sehr angenehm kam mir das Gespräch über die neuen G7x und G1x vor. Das sind spannende Kameras und gerade die G1x, die ich in der Hand hatte, legte sich beim Autofokus überraschenderweise richtig ins Zeug. Aber nun, da ich mich ja immer mehr von meinen Canon-Sachen trenne, verbrachte ich nicht gar zu viel Zeit auf diesem riesigen Stand.

Auch, wenn der Canon-Stand sehr groß war, den Vogel, was die Standgröße betrifft, schoss mal wieder Leica ab.

 

Leica hatte sich eine eigene Halle reserviert. Und dennoch schaffen sie es, stilvoll aufzutreten. Ich finde es super, dass in der Leica-Halle im hinteren, abgedunkelten Bereich, Fotos ausgestellt werden. So werden wir “Technik-Freaks” mal wieder daran erinnert, dass es die Fotos sind, um die es im Endeffekt doch geht. Eine wunderbare Sache. Schön auch, dass Kurzvorträge aus dem Programm der Leica Akademie präsentiert werden.

Was gab es bei Leica Neues zu sehen? Ich hätte, ehrlich gesagt, zwei Stunden alleine dort verbringen können, zumal man als Leica-Interessierter so ziemlich alles ausprobieren durfte. Sogar mit der “S” hätte ich herumspielen dürfen. (Womöglich gefiel den Mitarbeitern dort mein T-Shirt viel besser. ;))

Interessiert war ich aber vor allem an der neuen “X” mit dem Summilux 1.7/23 Objektiv, an der digitalen M-P (eine umwerfend schöne Kamera!) und an der neuen, analogen M-A. Ich finde es fabelhaft, dass Leica die Analogfotografen nicht vergisst und auch den Film-Fans neue Modelle anbietet.

Links die M-A und rechts die M-P, die leider durch den Griff und den Sucher in meinen Augen an Ästhetik verliert.

Links die M-A und rechts die M-P, die leider durch den Griff und den Sucher in meinen Augen an Ästhetik verliert.

 

Sehr spannend fand ich die in der Tat die neue “X”. (Die bisherige “X2″ bleibt als “X-E” weiterhin im Angebot.)

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“Endlich”, möchte ich ausrufen, endlich hat sich Leica durchgerungen, der “X” ein lichtstarkes Objektiv zu spendieren (obgleich Leica mit der Tradition bricht, nur f/1,4-Objektive als “Summilux” zu bezeichnen). Die Kamera, obwohl viel leichter als ich es erwartet habe, machte einen durchdachten und bedienerfreundlichen Eindruck. Nur schade, dass sie keinen integrierten Sucher hat. Aber dies würde sie wohl zu nahe an eine “M” bringen. Der Preis ist für Leica-Verhältnisse sogar beinahe noch “günstig” zu nennen.

Leider rannte die Zeit und ich musste so langsam an den Heimweg denken. Daher habe ich auch mit keiner Leica selbst Fotos gemacht. Aber wie ich meine Leica-Freunde kenne, dauert es ohnehin nicht lange und ich kann diese Kameras bei einem der nächsten Treffen in aller Ruhe ausprobieren. ;)

Keine Zeit mehr hatte ich für Panasonic, Pentax oder Samsung. Sehr schade, eigentlich.

Dieser Tag war wunderbar: zahllose begeisternde Kameras und Objektive, interessant gestaltete Stände und die Möglichkeit, Freunde zu treffen und neue, sehr spannende Kontakte zu knüpfen.  Ich freue mich schon jetzt auf die Photokina 2016 – dann werde ich aber mit Sicherheit für zwei Tage dort sein.

 

Ausdruck(svermögen)

Dies wird, man möge mir verzeihen, ein “Mini-Rant” (wie es so unschön im Internetjargon heißt).

Ich fotografiere auch, weil ich die Fotografie als Ausdrucksmöglichkeit sehe. Das ist mir wichtig. Eben aus diesem Grund lege ich, zum Beispiel bei meinen Kindern (die können so manches Lied davon singen) Wert darauf, dass auch Sprache nicht verunglimpft und misshandelt wird. Solche Fälle kenne ich von meinem Beruf als Lehrer zur Genüge.

Wenn ich aber lesen muss, dass auch von Institutionen, die eigentlich zum Erhalt einer Sprachqualität beitragen sollten, Sprache mutwillig zerstört wird, dann kann mir schon einmal der weithin bekannte Kragen platzen.

Vorweg muss ich sagen, dass mir “Gender-Awareness” nicht nur wichtig ist, sondern, dass ich auch zu diesem Thema Kurse in der Lehrerausbildung leite. Ich darf mir also zugestehen, mehrfach über die sprachlichen Bezüge und Auswirkungen von Geschlechterrollen reflektiert und diskutiert zu haben. Kürzlich aber las ich, dass es in der Tat Bücher gibt, in denen die Begriffe “Mama” und “Papa” durch gender-neutrale Begriffe wie “MaPa” oder “PaMa” ersetzt wurden. Nein, ich lasse mich jetzt nicht zu einem Kommentar hinreißen, sondern überlasse dies dem geneigten Leser – oder der Leserin – selbst.

Nur soviel: Wenn man Worten die Kanten nimmt, dann wird deren Bedeutung unscharf. (Das darf zitiert werden: Schouler 2014. ;))

Und sobald eine Sprache diffus wird, wird effektive Kommunikation schwierig – und zunehmend unästhetisch.

Danke.